Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 195)
- Language
- German
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14 Sie weinte, rang verzwelftnngsvoll die Hände, Hob andachtsvoll den frommen Blick empor. Und ihre Thränen flößen ohne Ende, So perlt der Thau ain offenen Blumenthor, — Daß Gott ihr einen Rettungsengel sende. Der ihrem Flehen hülfreich neigt sein Ohr. So rief empor sie, blickte zagend nieder, Und nur das Echo gab den Ruf ihr wieder. Doch nicht vergebens fleht der fromme Beter, Nicht unerhört verhallt sein Klagelaut, Und nie verlaßt der ew'ge Wunderrhäter, Den, der da kindlich seinem Schuh vertrau't; Und thront er hehr auch unsichtbar im Aether, Er ist es, der die Schöpfung überfchan't; Und der im Drang sich hoffend zu ihm wendet. Dem wird auch der Erhörnng Strahl gesendet. Hernieder kam von nahgeleg'ner Höhe, Ein munt'rer Jüngling, der den Gau durchzog. Der kaum vernimmt den Hülfruf in der Nähe, Als spähend schon sein Blick den Wald durchflog — Könnt' nichts erschau'n, wußt' nicht wie ihm geschehe — War's ein Phantom, das seine Sinne trog V — Doch schritt er vor und nah'te der Eisterne, Und bebt zurück — beim Glanz der Augensterne. Bewußtlos der Erscheinung zugewendet. Erstarrt und ohne Regung stand er da. Er starrte hin und starrte unbeendet. Mit stierein Blick, wußt' nicht wie ihm geschah — Sein Auge, von der Schönheit Glanz geblendet. Bezweifelte ob Wirklichkeit es sah. — Ihn bannt' es fort, als wär'ö ein Geist der Höhe, llnd magisch fesselnd zog's ihn in die Nähe.