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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1901-01-01 · No. 11. (1901) · p. Seite 87

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
24-25 (1900-1901)
Issue
No. 11. (1901)
Date
1901-01-01
Page
Seite 87 (sequence 7)
Language
German
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87 ■die uureife, sondern die frühreife Frucht, das praecoquas der Vulgata, entspricht dem מתבשלת. Jes. 28,4 übersetzt sie dasselbe Wort mit ״temporaneum“, was wiederum dem מתה bei Baschi entspricht. 26■ VII. 3. H. übersetzt diesen ganzen Vers abweichend von den LXX wie folgt: ,,Malum manuuin suarum dicunt bonum“ — das Böse ihrer Hände nennen sie gut. als stände; ״ — לרע כפיהם אומרים טובprinceps postulat et judex in reddendo est“ — שלום nimmt er in der Bedeutung von ״Wiedergeben, Rückzahlung“ wie שלמונים (Jes. 1,33), so auch Sym., der Syrer und das Targ.; nicht wie die LXX für ״ — <צלוםet magnus locutus est desiderium animae suae“ — also ',אות נ הות נפשו ähnlich das Targ. ״ חחמורי נ׳die Gelüste“, und der Syrer ״ צכינא הנפשהden Willen seiner Seele“. — Das Schlusswort ויצבהוה übersetzt H. ״et conturbaverun team“, er leitet es v. ״ עבתdrehen“ (einen Strick), verwickeln, verwirren“ ab. Die LXX ziehen das Wort zum nächsten Vers hinüber (״ich werde vernichten ihre Güter“, sie lasen wohl והשבתי); ebenso der Syrer (״sie verabscheuen“ per metathesin!ויתצבור). Das Targum übersetzt ״ וי עליהון על דקלקלוחאWehe über sie, dass sie es verdarben“, es las das vorhergehende הוא für הד und ״ עות) ויעותוה ויעבתוהkrümmen verderben“). Symmach., der es mit '״Fettsein, Dicksein“ übersetzt, hat an עבית (Deut. 32,15) gedacht. 20. Ibid. V. 4. Auch die erste Hälfte dieses sch wierigen Verses übersetzt H. im Einklang mit der altjüdischen Auffassung und Deutung. ״ טובם כחדקQui optimus iu eis est, quasi paliurus“, ״ ישר ממפובהet qui rectus, quasi spina de sepe“. (״Der Beste unter ihnen ist wie ein Dorn, und der Gerade wie ein Stachel von der Hecke“) Das ״quasi spina“ hat er wohl des Parallelisnius wegen hinzugefügt, oder er las במסוכה. — Das Targum paraphrasirt denselben Gedanken: ״Den Händen der Besten unter ihnen kann man schwerer sich entziehen, als einem Dorn, und der Geradeste unter ihnen ist schlimmer als Gestrüpp einer Hecke“). Im Talmud (Erubin 101b) ist uns eine Controverse zwischen einem Sektirer (Judenchristen) und R. Josua ben Chananja über diesen Vers erhalten. Jeuer*) redete den R. Josua ben Chananja gleich mit חדקאה ״Dorugestrüppl“ an, ״denn von euch heisst es: Ihr Bester ist wie Dornengestrüpp“. Da erwiederte dieser: ״Narr, •lies doch den Nachsatz: ״der Gerade (Brave) ist wie eine Hecke“ — folglich will der Vordersatz auch besagen: ״Sowie die Dornhecke die Risse in der Gartenmauer‘״*) schützend überdeckt, so sind die Guten unter uns unser Schutz“. (Schluss folgt.) *) In Krnbin 3. 3. O. steht צדוקי, ini Julkut z. 8t. II, 666 מינאת. **) In Erubin פרצה, im Jalk. פרצות של פרדם• Litteraturbericht. Recensionen. Berühmte israelitische Münner und Frauen in der Kulturgeschichte der Menschheit. Mit zahlreichen Porträts und sonstigen Illustrationen. Von Dr. A Kohut. Druck und Verlag von A. H. Payne iu Leipzig-Reudnitz. Erster Band 1900. Preis 10 M. Zweiter Band 1901. Preis 10 Mark. (Schluss.) Der Gedanke, dass mit den sieben photographirten Rabbinern und Kanzelrednern — unter ihnen sogar ein liomo novus, in jüdisch-theologischen Kreisen fast unbekannt — die Zahl der wirklich berühmten und nennenswerthen jüdischen Theologen unmöglich erschöpft sein könne, mag schliesslich doch auch dem Herrn Kohut gekommen sein, darum stoppelt er in einer Nachbemerkung zu dieser. Rubrik noch etliche 20 Rabbiner Deutschlands zusammen, die er summarisch abthut, indem er nur ihre Namen nach alphabetarischer Ordnung aufführt; gewissermassen ein Massengrab; da wird auch May bäum, der Vorsitzende des deutschen Rabbinerverbandes, eingesargt. Von den hannoverschen Landrabbinern hält er nur einen für nennenswerth (L. in H.). Dagegen passiert es ihm, dass er neben R. Akiba Eger, Elia-Wilna, Moses Sofer, Jonathan Eibenschütz, Jacob Emden, Jacob Ettlinger u. a. Personen als ״Träger grosser theologischer Gelehrsamkeit u. talmudischer Wissenschaft“ aufführt, welche notorisch keine Zeile im Talmud lesen können. Von den Koryphäen der mischnisch-talmodischen Zeit beschränkt er sich darauf, nur drei Tannaim vorzuführen, R. Akiba und zwei Hillel; aber in den wemgen Zeilen, die er ersterem widmet, verwechselt er seinen Namen mit dem BenAkiba in ״Uriel Akosta“und schiebt ihm zugleich die Thätigkeit R. Jehuda hanassi's, die endgültige Mischna-Redaktion, unter. Hillel I. ist ihm der Vorsteher des hohen Raths zur Zeit Christi.—Während für die Aufzählung aller Schriftchen und Broschüren eines jungen amerikanischen Predigers genügend Raum vorhanden ist, wird Zacharias Frankel mit zehn Zeilen abgethan und nicht einmal seine Hauptwerke sind genannt. Für die Zionistenführer Th. Herzl und Max Nordau hat er 16 Seiten Raum. Auch für die Redakteure jiid. Zeitungen hat Herr Kohut eine besondere Vorliebe — sie erstreckt sich sogar auf’s ״Berl. Tagebl.“; Herr Rudolph Mosse und seine Frau, das ehemalige und jetzige Druck- und Geschäftshaus desselben werden uns in Bildern vorgeführt, ebenso alle Familienmitglieder des Redakteurs Lehmann-Mainz — man merkt die Absicht. Das ganze Füllhorn seiner panegyrisehen Superlative wird auf das Haupt des Redakteurs der ״Zeit. d. Judenthums“ ausgeschüttet. ״Er ist einer der berufensten Propheten“, speciell ״ein Pionier der Weltlitteratur“ . . . der Schöpfer u. 8. w.“ . . . doch genug. Mit Stillschweigen können wir aber die Behandlung, die im schrillen Gegensatz zu obiger Beweihräucherung dem sei. Prof. David Kaufmann zuteil wird, nicht Ubergehen. Nachdem auf 10 Zeilen seine Biographie und die Titel einiger seiner Werke vorgeführt werden, bricht Herr Kohut mit folgendem Schlusssätze: ״Leider fehlte es ihm oft an geschichtlicher Objectivität, und manche schöne Phrase musste dem feinsinnigen Sprachkenner die Wahrheit ersetzen“ im Grunde den Stab über die ganze wissenschaftliche Bedeutung dieser Zierde der jüdischen Wissenscliaft. Gegen eine solche Verunglimpfung des ״toten Löwen“ muss Protest erhoben werden. Ob das Kapitel ״Bankiers und Finanziers“ in das Buch von den ״berühmten Juden“ hineingehört! die reichen Juden gereichten uns nicht zum Segen. Was ist uns

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