Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 25 (19.6.1936)
- Date
- 1936-06-19
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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19. Juni 1936 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELlülONSQEMElNDE ZU LEIPZIG Seite 5 Straßenbahnlinie 14 u. Sonderwagen am Hauptbahnhof Verkauf d. Karlen f. Erwachs, zu 5(> \'fg. im Gescliäfts/i d. Schule. Quttav-Adolfe Str. 7, täpl. lö bi> 17 Uhr fflr |tlff#ndncne mii an Her lageskasse zu 20 Pfg. Sonntag, den 28. Juni 1936,14 Wir auf dem Bar Xcdiba-Tlab, dübener Candstraöe Spezialgeschäft für alle Mode - Neuheiten : LSflXL_ K&ieräsirane 5 Blumen, Knöpfe, Agraffen, Kurzwaren Spitzen, Bänder, Gürtel, Kleider-Garnituren nahm, um sie vor der Sintflut zu retten, aber sie genügen, wenn ihr seihst eine Arche bauen wollt und Ihr die Tiere aiis Holz aussägt "der aus ronerde nachformt. Ihr könnt auch die I iere aui Pappe überpausen, mit der Schere ausschneiden und anmalen. Mannt das farbige Buch mit dem Alef-Bet und den hebräischen riemamen zum I.einen und zum Ansehen immer schön bleibt, sind zum Pausen und Anmalen die zweiundzwanzig gezeichneten I ierbilder beigefügt. Euer Lehrer wird staunen, wie schnell lln jetzt das Alef-Bet lernt, und woher Ihr alle ilie hebräischen Ticriiamcii habt. Nim wünsche ich Euch mit dem Buch viel Vergnügen und eine recht gute Arbeit." ..Der Mnrrten". l.ilir.r.ni.r 19 HpH < (Philo-Verla« Berlin) O 1 J 43 O I V " """Öl w«.*.**«^. Einige wichtige, von völlig neuartigen Gesichtspunkten her in die Problematik tiei Diaspora hineinführende Aufsätze geben dem luni-Heft des „Morgen" das Gepräge. Der Leitartikel faßt auch die Unruhen in Palästina als \nzeichen einer neuen und doch immer wieder alten Diasporasituation auf: „Es ist nicht das niessianisehe Land ewigen Friedens, ruhigen Lebens auf der Scholle, nicht das Ende von Judenfrage, Judennot und judenleid . . . aber es ist trotzdem eine Wirklichkeit, und eine große da/u: eine der Stationen auf der Wanderung wie Alexandria, w ie Spanien, w ie Polen, w ie Deutschland ..." Das eigentliche Thema des Heftes schlägt Ignaz Maybaum mit einem Aufsatz „Organisation der Diaspora" an. Er erhebt die jüdische Geschichte des 19. Jahrhunderts, die bisher nur gelebt, aber nicht jüdisch gedeutet werden konnte, /um Kern einer Neubesinnung, für die diese Geschichte in Zukunft Lernstoff und bindende Kraft zugleich bedeuten soll. Eine Einzelfrage der Kulturarbeit wird in einem Aulsat/ „Jüdisches Theater in Deutschland" von einem Theater;^ aktiker in temperamentvoller Eigenwiliigkeit, doch mit einer Fülle fruchtbarer Anregungen behandelt. Eine ebenso phantasievolle wie dramatisch straffe Noxeile „Flucht in die Welt" flieht Qina Gürtler um die Gestalt des Süßkind von Trimberg. Max Grunwald beleuchtet die jüdische Kindbettsitte des ,,IIoHekreisch- Rufens" in ihrei volkskundlichen Bedeutung, deren I äden in den alten Orient wie in den germanischen Gottesgiauben führen. Eine Spengler-Presseschau, Besprechungen der Mahnon-Literatur und eine fast empfindsame Reportage „Abschied vom Güterbahnhof" geben dem reichen Heft seinen vollen Klang. Iii den Schocken-Verlag ist neu Übernommen worden: Ludwig Strauß: Nachtwache Gedichte 19b) 1933. „Wenn i udwig Strauß aus seiner Verborgenheit heute stärket profiliert in unser Blickfeld tritt, so hegt das weniger au ihm als an dem Wendepunkt, den die Geistesgeschichte des Judentums in Deutschland genommen hat. Oberschaut mau sein reiches Lebens werk, so erkennt man, daß ei immer mir auf dem Wege zu?ic!' seiner war || id das uns neu gestellte Problem de« jmiiseiu-n Duiucrlums deutscher Zunge für sich undoktrinär und vielleicht sogar unbewußt vorbildlich gelöst hat." Mit diesen Worten kennzeichnet I il/ Weltmann den Ort, den Ludwig Strauß im jüdischen Schrifttum deutscher Sprache einnimmt. Nach seiner Auswanderung nach Palästina hat der Dichter in dem vor w enigen .Monaten erschien'neu Gedichtzyklus „Land Israel" (Bücherei des Schockeu-Verlags Nr. 41) das erste Zeugnis seines neuen Schaffens abgelegt: er hat der Entscheidung der lausende deutscher Juden für Palästina, der Begegnung mit dem altneuen Land, seiner W irklichkeit und seinem Anspruch gültigen dichterischen Ausdruck verliehen. Der im Jahre 1933 erschienene Band „Nachtwache", das bisherige Hauptwerk von I udwig Strauß, umfaßt demgegenüber sein lyrisches Schaffen aus v lv n fünfzehn dei Übersiedlung vorangehenden Jahren. Ls zeigl i inen Dichter von selten reiner Sprache und Formgebung, der, an Täglich trinken! Bad V i i b e i e /ti0ff^X\ natürl. Mineral -Tafelwasser r ^Ä'SII^gesund ^£Sj^jfcj§ bekömmlich OCCwS^ erfrischend Alleinvertrieb: GOLDSCHMIDT & KOPPEL LEIPZIG N21 - Delitzscher Straße 7F - FERNRUF 52106 r i B. Breslauer «.rinnUiiickti-An- und Verkäufe Hypotheken-Vermittlungen Tröndlinrinrr S £ den besten Schöpfungen deutscher Dichtung geschult, sieh niemals einer Zeitrichtung verschrieb, nicht nach falscher Popularität und dem ["ageserfolg hascht, sondern stets in der mit großem Ernst aufgefaßten Verantwortung seiner dichterischen Sendung verbleibt. Die gebundenen Exemplare des Buches sind vom Autor handschriftlich signiert. Von Ludwig Strauß sind in der Bücherei des Schocken- Verlags" bisher schon außer dem Gedichtband „Land Israel" und dem Band gesammelter Erzählungen „Die Botschaft" (Nr. r>) noch eine Auswahlübersetzuns aus dem jüdisch-deutschen Maaßc-Buch Geschichten buch" (Nr IS) und eine mit reichen Anmerkmii'eii versehene Verdeutschung jüdischer Volkslieder „Jüdische Volkslieder" (Nr. JO) erschienen. Selma Stern: Jud Süß. Ein Beitrag zur deutschen und zur jüdischen Oeschichte. Merlin 1936 (Schocken-Verlag). Mit der Neuordnung des europäischen Wirtschaftslebens, ins« besondere seit dem Dreißigjährigen Krieg, beginnt auch eine neue Periode in der Geschichte der Juden, die vor allem durch das Aufkommen der sogenannten Hoffaktoreu gekennzeichnet ist. Unter ihnen ist dei „Jud Süß" die bekannteste! igur. I rot/ der Fülle des Materials sind die „Vollkommenen Historien und Lebensbeschreibungen des [ameusen und berüchtigten Würltembergischen aventüriers", die „Ausführlichen Discurse , die „Curieusen Nachrichten", die ..Kurzen Erzählungen" und die „Wahrhaften und gründlichen Relationen" über das „Leben und die diäten des berüchtigten Erzschelmen und Diebsjuden" für die wissenschaftliche Forschung ohne Bedeutung. Ähnlich steht es mit den Arbeiten über Süß aus späterer Zeit. Gestützt auf das gesamte aiclüvalischc Material hat Frau Selma Stern eine wissenschaftlich authentische biographische Studie geschaffen, die über das abenteuerliche und barocke Leben und Ende, des Jud Süß hinaus die geschichtliche Situation zeichnet, in der sich dieses Leben abspielte. Am lieispiel des Jud Süß wird am frühesten aui deutschem Boden das Schicksal des „europäischen" Juden deutlich. Sein glänzender Aufstieg und plötzlicher Niedergang zeichnet schon die gau/e Tragik einer unechten Emanzipation vor. Moses Mendelssohn: Brautbricfe. Mit einem Geleitwort von Ismar Elbogen. (Schocken-Bücherei Nr. 19 50.) Über Mendelssohn gibt es eine ganze Literatur. Der familiäre Mendelssohn, dieser schlichte Jude, der als „der geringe Mansche aus Dessau" zeichnet, ist trotz allem weithin unbekannt. In dem ganzen großen Schrifttum Mendelssohns dürfte sich kaum etwas finden, was so innig 11,1,1 echt und zugleich 80 aufschlußreich für gehle Menschlichkeit Ist wie die Buelc. die et «ds» UrciuiutinuiMCf Süd-Amerika Nord-Amerika Süd-Afrika Indien Australien China-Japan Hoiclgutscheine - Reisekreditbriefe — Bordgelder — Eisenbahnfabrkarten auch in Übersee — Luftfahrkarten Alles durch Ihr Reisebüro Palestine & Orient Lloyd Filiale Leinziß Hain«tr«fv? 1* Telefon 16722