Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-06-19 · 25 (19.6.1936) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
25 (19.6.1936)
Date
1936-06-19
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4876568-5968812-5978384--5975-4882149
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seite 6 an seine damalige Braut und spätere Krau Frontet (Jugenheim nach Hamburg richtete. Die Briefe sind erst im Jahre 1S82 entdeckt, damals sogleich dem Mendt issohnschen I ainilicnarchiv einverleibt worden und erst vor wenigen Jahren in einer wissenschaftlichen Publikation an die Öffentlichkeit gekommen. Mendelssohn, der zur Zeit jeher Briefe schon ein angesehener deutscher Schriftsteller war, schrieb Briefe a:; seine Brau! und ihre Verwandten in dem }udcadcuUvS( juiiu Zeu, das mit vielen Hebräischen Ausdrücken versetzt ist. Hr erreicht itf ihnen eine Herzlichkeit, Innigkeit und Unverstelltheit des Tones, wie sie in seinen deutschen Briefeil kaum zu finden ist. Das überraschend warme Bild, das diese Briefe von Mendelssohn und seiner Braut geben, wäre in einem wesentlichen Punkt beeinträchtigt, wenn man auf duunnachahmliche Sprache, in der sie geschrieben sind, verzichtete. Der Verlag hat sich darum entschlossen, dem heutigen Leser die Briefe im Originaltext ZU unterbreiten, der aber aus der ursprünglich hebräischen Niederschrift in deutsche Schrift/eichen Übertraget! ist. Die Brautbriefe sind vollständig gegeben, einige Briefe aus der Ehezeit, aus..denen .»•.::: auch FrosttCr Sum Sciiicihcrin kennenlernt, sind in einem Anhang angeschlossen. Mit diesem Band ist die Nummer 50 im Aufbau der „Bächerei des Schocken-Verlags" erreicht, und das hat der Verlag zum Anlaß* genommen, der Ausstattung des JubUäumsbandes mit Bildern besondere Sorgfalt zuzuwenden. Auch werden die Doppel bände der Bücherei von diesem Buche an in Ganzleinen gebunden. Moritz Zobel: Das Jahr des Juden in Brauch und Liturgie. Berlin 1936 (Schockcu-Bücherei 55 5b). üertie und Julius Stern: Das jüdische Jahr. Betrachtungen, Schilderungen und Erzählungen. [Jüdische I esehefte (Herausgegeben von A. Leschnit/er Nr. 8| Berlin 1935 (Schocken Verlag). S. Müller. Leo Hirsch und Manfred ^«'32T?nsky haben i" ihren Buchern Einführungen in das jüdische Brauchtum gegeben, wie sie heute von vielen, der religiösen Dhuiig Entfremdeten und I reindgcbiic benen gesucht werden, um sieh auch in der Wahrung alter Ausdrucksformen jüdischen Lebens in die Gemeinschaft einzuordnen. Sie verbanden mit der Darstellung eine Sinngebung, die eine innere Vertrautheit mit den äußeren Formen vermitteln soll. Die beiden vorliegenden Schriften greifen die Arbeit von anderen Gesichtspunkten aus an. Zobel unternimmt es, den lebendigen jüdischen Brauch der (legenwart kompendienartig, meist unter genauer Angabe der Quelle, unter dem Aspekt des Jahresablaufs darzustellen. Mit verläßlicher Sicherheit, Schlichtheit und zuverlässiger Treue besehreibt der kundige Führer in gleicher Weise die in einzelnen Landstrichen entstandenen oder von Linzeinen eingeführten Sitten wie die allgemein gültigen und allgemein geübten religiös-nationalen Lebensnormen der jüdischen Gesamtheit, soweit sie für die Gestaltung der Jahresabschnitte und Festzeiten kennzeichnend sind. — Das von Qertk und Julius Stern bearbeitete Leseheft hat sich die andere Aufgabe gestellt, zu jedem religiös bedeutsamen Lage des jüdischen Jahres eine lebendige Schilderung der Leier aus altem und neuer.; jüdischen Schrifttum zu bieten. So finden sich neben Stücken aus Agada und Mischna, solche von Scholem Mechern, l'erez, Schalom Asch u. v. a. Sie sind mit gutem Geschick gewählt und schaffen jeweils gemütvolle Eindrücke von der Lrcude und der Trauer, in der einst und heute diese bedeutsamen Zeiten des jüdischen Jahres begangen wurden und werden. Beide Schriften gewähren wertvolle Handhabe, an die Übung des Brauchtums heranzukommen. Neuerschienene Bücher. Nationalbibliothek in Wien. Katalog der Ausstellung von Neuerwerbungen aus den Jahren 1Q'30—1935. Wien 1936 (Herbert Reichner Verlag). Hü::! Ht-Mtiinra CntW' Die ]üdischc Geschichte._Ein vjang durch Jahrtausende. Berlin 1936 (Jüdische Buch-Vereinigungj. H. Frumkin: Krise in Palästina? Tatsachen und Perspektiven der Palästinawirtschaft auf Grund der Ergebnisse \un 1932^1935. Berlin 1930 (Hechaliu-Verlag). Konzert und Theater Kulturbund Vortragsabend. Wenn zwei ausgezeichnete Vortragskünstler wie Jenny und Otto Bernstein solch ein abwechslungsreiches, durchdachtes Programm bringen, dann kann der Erfolg von vornherein als gesichert gelten. Und wirklich, wir erlebten einen Kulturbund-Abend, der uns innerlich bereichert hat und den wir so schnell nicht vergessen werden! So z. B. von Chaim Nachman Biaiik das lyrische erdnahe Gedicht „im Leide" oder von Scholem Alejchcni „Die drei Köpfchen", in denen er das bitterernste Leben der Großstadtkinder im Qhetto schildert. Und Jenny Bernstein- Schaf fer gestaltete liebevoll und gab feinste Nuancen, so dal! die Werke den Hörern zu Herzen gingen. Otto Bernstein, der in seiner Vortragskunst mehr zum dramatischen Charakter neigt, gab mit dem Werk „Die Geburt" (aus den Geschichten Jaakobs) aus der Trilogie von Thomas Manu Zeugnis seiner hohen Meisterschaft. Die beiden Oedichte von Richard Beer-Hofmann „Altern" und „Schlaf - lied für Mirjam" erinnerten in der Tiefe und Eeiuheit ihrer Sprache an K. M. Rilke. — Der zweite Teil war der heiteren Muse gewidmet und Jenny Schaffer verstand es ausgezeichnet, im reizenden Leopold Sthmeidler Balkare! u. Konditorei, Norristr. 25 Frankfurter Str. 11, Tal. Nr. 255 68 Plauderton von Hans Chr. Andersen „Der Halskragen" und „In der Kinderstube" nns vorzutragen. Otto Bernsteiu brachte hzchok Leih!'.... „Liü Zwiegespräch umi „Chassidische Geschichten" von Martin Buber mit feinsinnigem Humor. — Dali geistreicher Humor ein Publikum zu fesseln vermag, bewiesen die Zugaben, die beide Künstler uns spendeten, und wir wollen hoffen, in unserem Leipziger Kulturbund diesen vortrefflichen Künstlern öfter zu begegnen. tt. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Der ietzte Sonntag war..fast-nur-4er--Leichtathletik vorbehalten," auf neiden "Platzen konnte sich an dem ersten herrlichen Sommertag die Jugend so recht nach Her/fnslust austoben. Daß bei den Vereinsmeisterschaften des ,,Bar Kochba" keine besonderen Resultate Zustandekommen konnten, liegt an dem bisherigen Mangel au Trainingsmöglichkeit; denn über das Wetter können wir eben noch nicht nach Wunsch bestimmen. Wie dankbar besonders die Jugend für alles ihr Oebotene ist, zeigte ihre überaus grobe Teilnahme bei dieser Veranstaltung, für sie ist das scheinbare Spiel heiliger Ernst. Die beste Leistung des Tages war entschieden der 0,11 m-Weitsprung von Sierad/ki, der damit bis auf einen Zentimeter an die Siegerleistung bei der vorjährigen deutschen Makkabi-Meisterschaft herankam. Auch Wasserlaufs 1,53 m- Hochspruug war schon ganz respektabel, ebenso der 3(KK) m-Sieg von Freund mit der r.•<•!,♦ annehmbaren Zeit vor, U),jo Minuten, zweiter wurde hierbei Rosengarten, ein Bruder des uns allen bekannten deutschen Makkabimeisters über 5000 m. Von der wirklichen Jugend sei noch der Weitsprung von Lisa Wydra hervorgehoben, die mit 4.20 m noch 15 cm weiter kam als die Beste einer älteren Abteilung. Natürlich wird man jetzt tüchtig an die Arbeit gehen, um für die Mitteldeutsche Makkabi-Meisterschaft am 5. Juli bestens gerüstet zu sein. In Thekla beim Bundessportfest des „Ring" lag das Hauptgewicht nicht in der Linzelleistung, sondern in der Einsatzbereitschaft einer Gruppe, weshalb also auch nur die Letztere für den Sieg gewertet wurde. I )ennoch müssen zwei Leistungen aus dem groben Rahmen herausgehoben werden: der 1,62 m-Hochsprung von Hans Nathan und Hans Levys Kugelstoben mit 11,40 m. Das am Anfang über die Jugend Gesagte gilt in gleich starkem Mabe auch hier; wie richtig ist es doch, jetzt die Leichtathletik mehr zu Wort kommen zu lassen, in welcher Form es auch immer sei, Beweis: der starke Besuch auf dem Schiidpiatz. Wenn Kinder s ch freuen, bewirkt dies stets eine ebensolche Freude bei den Eltern. Leider kann nui gani kurz der verlaut dieses Lcstcs skizziert werden, neben den obligatorischen Läufen, Staffeln und Sprüngen gab es Tauziehen, Völkerballspiele, röm. Wagenreimen und Hindernisläufen, immer wieder kam es auf die Oruppenleistüng an. Die Jugend üiuil Hans Weißenstein für diesen Tag besonders dankbar sein, er selbst konnte ja zur größten Freude neben auswärtigen Lreunden auch den hiesigen „Habonim" und „Misrachi" begrüben. Die Teilnahme der beiden Letzteren gibt uns das freudige Bewußtsein der weidenden kameradschattlichen Zusammenarbeit der gesamten jüdischen Jugend. Morgen herrscht an Wettkämpfen Ebbe, am übernächsten Sonntag treten dann die hiesigen jüdischen Schulen mit ihrem Sportfest auf den Plan, das in doppelter Hinsicht die giölite Beachtung verdient. Mit ihm r.nll ein Überblick über die snorHichc ArhHt Her .v. ...... IM iiM'^lUt 5l<- Iii Uli Lage kommen, recht vielen ihrer unbemittelten Kinder Lernmittel zur Verfügung stellen zu können. Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Schiiftleitung: Oemeinderabbiner Gustav Cohn I *l«"'gC I, Wsltsr B'.ütr.cl-Slr. 10, III. Anzeigen: Vertag Elsa Uoldlreund Leipzig Cl, Hainstraße 16, Zimmer 304 Tel. 167 72 Anzeigenteile!-: Frnst Ooldfreund, Cichoriusstraße 2a. Tel. 60771 für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen und für telefonisch aufgegebene Anzeigen wird keine Oewülir übernommen. Druck: Jordan & Cramberg vorm. Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig, Brüderstr.19 l). A. I. 36. 3660. Pr. L. Nr. 5. Für den Inhalt der Inserate übernehmen Gemeindevorstand und Schriftleitung keine Verantwortung. Vereinsnachrichten. Jüdische Lesehalle und Bibliothek. Die Bibliothek der Zionistischen Vereinigung wird mit der Gemeindebibliothek vereinigt und nach Neuordnung der jüdischen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aus diesem Anlal! bitten wir I. sämtliche entliehenen und noch nicht abgelieferten Bücher u m g e h e n d im Sekretariat, Keilstr. 4, abzugeben, 2. die noch in unserem Bcsiti befindlichen Pfandbuch er spätestens bis zum '30. ds. Mts. gegen Abgabe der Lesekarte abzuholen. Die Pfandbficher, die innerhalb dieser Lrist nicht abgeholt werden, verfallen zugunsten unserer Bücherei. Verein polnischer Kaufleute und Gewerbetreibender e. V. Leipzig. Am Sonnabend, der. 27. Juni IviG, veranstalten wir im groben Saal

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.