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Der Orient · 1849-08-25 · 34 (25.8.1849) · p. Spalte 535-536

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
34 (25.8.1849)
Date
1849-08-25
Page
Spalte 535-536 (sequence 4)
Language
German
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535 Studien. Opfer nach dem zweiten Tempel. 536 opfert wurde. Das 'Omer war aber, so wie das Paffalamm, ein notf plp. An die Darbringung des 'Omer knüpfte sich eine Verherrlichung der Tradition, während die Nichtdarbringung desselben eine erschwerende Anordnung nothig machte. Es unterliegt daher keinem Zweifel, daß, wenn das Paschaopfern stattgehabt hätte, die Darbringung des 'Omer sicherlich nicht unterblieben wäre. Da aber das'Omer unstreitig nicht geopfert wurde, so folgt zugleich mit unerbittlicher Konsequenz, daß auch nicht das Pa scha, so wie daß überhaupt gar nicht mehr geopfert wurde. Die Losafot Sukka 41 a ad voc. npruCW machen die feine kritische Bemerkung, daß auch in der Ansicht des R. Zosua, wonach auch ohne Tempel geopfert werden darf, das 'Omer dennoch nach der Zerstörung nicht geopfert werden konnte, weit auch R. Josua das Opfern ohne Tempel nur auf dem an seiner ursprünglichen Stätte wiedererbautmAltar gestattet; der Altar wurde aber nicht wieder erbaut.^ Die Tosafrsten schloffen also ebenfalls aus der Nichtdarbringung des 'Omer auf die Nichtexistenz des Altars und folglich auf die Nichtexistenz aller Opfer. — Die Lhatsache, daß das 'Omer unbedingt nicht geopfert wurde, führt uns wieder auf das Sendschreiben Sanhedr. 11 b, Las dadurch in ein neues Licht gesetzt wird. Der Hauptgrund des Sendfchreibeus für die Verschiebung des Festes besteht in dem angegebenen Umstand nbq nj?3T1, denn die übrigen auf das Pascha und andere Opfer bzüglichen Kriterien sollen und kennen nur das eigentliche Motiv wegen des 3^ unterstützen. Was ist aber unter :yn*n N3Q11 zu verstehen? Statt des ralmudischen •TOTO hat die Lofista Sanhedr. c. 2 joty \jdd HJQD > also für setzt die Lvsistr 3,ON. Dieser Sprachgebrauch ist auch in der traditionellen Auslegung 3 M. 2, i4 vollkommen begründet, da nach derselben schon das biblische 15) Die Tos. sprechen hier die schon oben begründete Lalmudifche Ansicht aus, daß ohne Wiederaufbau des Altars an seiner frühern Steile keinesweges geopfert werden dürfe. R. Chajim Cohen ist wohl identisch mit dem Tosafiften dieses Namens und hat sich demnach Megilla 10a Tos. \s*oi und Sebachim 60 b Tos. vorzüglich mit unserer Materie beschäftigt. Wie konnte er also im Jahre 1257 an die Möglichkeit des Opferns denken? Hat er etwa von der christlichen Milde jener Zeit erwarten können, daß ihm mit der Herrschaft des Christenthums in Jerusalem die Tempelstätte geräumt und der Aufbau des Altars erlaubt werden würde! Und woher wollte er OlpQ he raus sin den. Den Exulanten wurde dieser durch einen Propheten verkündet. Die Notiz von der Absicht rcnseres R. Chajim erscheint mir dadurch sehr verdächtig. Auffallend bleibt es, daß Parchi und Jaabez gegen das angebliche Vorhaben des R. Chajim nur Ln Bezug auf z^no WDD pm und DÜPE |rD kalkulirt haben! R. Moses Sofer unterhandelte ebenfalls mit seinem Schwiegervater R. Akiba Eger (am angeführten Orte bei Chajes) wegen der Opferrestcurratlon, und gedenkt gar nicht der Schwierigkeit Ln Betreff der Restauration des Altars! —?kp MN für i£>p steht. Man versteht nämlich unter ITON Aehren zum 'Omer. Die sonst dunkle Stelle (Menachot 66 a Ende) ^3 ^p 3'3N nt MN Vn ist auch nur so zu erklären, daß das erste 313^ soviel wie -oy heißt. In der Lhat wird auch MNH by iWH jMyD für by *")Diyn genommen. Die Einwendung, welche Raschi ad io* ccm 3^3^rj by gegen diese Erklärung macht, erweist sich bei einigem Nachdenken als bedeutungslos. Hingegen ist die Auslegung Raschis durchaus falsch, da 3^,-j by mit Rücksicht auf 2 M. 13 im Wesentlichen dasselbe wäre, wie nDipnn by vergl. Sanhedr. 13b Raschi ad voo. — Nach dieser Auseinandersetzung folgt mit Gewißheit, d^iß das nüD NMNI NJDH im Sendschreiben, soviel heißt; als „daß die Zeit der Aehren, d. i. des Dmer, noch nicht gekommen fei." Soll also unser Sendschreiben R. G. den zweiten zum Urheber haben, so genügt jetzt nicht mehr die Annahme, daß auch unter seinem Patriarchat das Paschalamm geopfert wurde, sondern man muß zu gleicher Zeit mit noch größerer Notwendigkeit auch die Fortdauer des 'Omeropfers behaupten, wegen dessen Darbringung hauptsächlich das Schaltjahr veranlaßt wurde.16 — Daß aber das 'Omer nach der Zerstörung nicht geopfert wurde, kann nach obigem. Nachweis unmöglich noch bestritten werden. Chajes hat übrigens bereits bemerkt, daß das Sendschreiben durch das auch auf Prwatopfer Bezug nimmt. Wenn daher das Sendschreiben von R. G. Li. verfaßt sein und dennoch auf faktische Opfer Be^ug nehmen sollte, so müßte man die Forcexistcnz sammtlscher Opfer nach der Zerstörung behaupten. Eine Konsequenz zu der sich weder Jaabez noch Chajes bekennen mochten. — Der terminus ad quem der Opferdauer, den Chajes in die Zeit des hadrianischen Krieges setzt, beweist sich gerade aus der Stelle der Sendschreiben als illusorisch. Soll der R. G. im Sendschreiben als ND^pn 'NEnp identisch mit R. G. II. sein, so muß dann auch der »?nrü jndes zweiten Sendschreibens Bl Simeon b. Gamaliel II, der Vater des R. Jehuda Ha-Nasie sein. Da nun R. Simeon b. G. in seinem Sendschreiben dieselben Beziehungen auf dieselben Opfer nimmt, wie G. in dem seinigen, so müßte noch zur Zeit des Patriarchats des R. Simeon b. G. II, geopfert worden sein. R. S. b. G. II. trat aber unstreitig sein Patriarchat erst nach derPacifiarung des 16) Jn dem Text de-s Sendschreibens Talm. jerus.Ma'ser Scheni V. ist das huq tob NMcO NJDT) weggeblieben. Aber sicher nur aus Inkorrektheit, da die Rücksicht auf 3,3^ das eigentliche Motiv des Schaltjahrs ist. Man könnte gegen unsere Deduktion einwenden, daß die Rücksicht auf "oy, welche das Sendschreiben enthält, nicht das 'Omeropfer, sondern nur das Verbot des ann betrifft, welches unstreitig auch später beobachtet wurde. Allein wenn das Fest nicht schon wegen nDipn verlegt wird und es demnach jedenfalls, im Frühlingsequinoctium fällt, so ist wegen win kein Grund mehr zur Verschiebung, da zu dieser Zeit gewiß in einem der drei Länder der 313^ gereift ist. Während der Nichtdarbrkngung des 'Omers, würde dies genügt haben.

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