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Der Orient · 1849-08-25 · 34 (25.8.1849) · p. Spalte 537-538

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Journal
Der Orient
Volume
1849
Issue
34 (25.8.1849)
Date
1849-08-25
Page
Spalte 537-538 (sequence 5)
Language
German
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538 Studien. Die Komposition dec Pirke Abot. 537 h ad-r ian i schen Krieges an. 17 — Sollen also die Sendschreiben auf faktisch darzubrkngende Opfer Bezug nehmen, so bleibt in der Tbcrt kein anderer Ausweg, als mittelst der ebenso wahrscheinlichen als höchst ingeniösen Auslegung Ra p aports R. G. l.. und R. Simeon b. G. l. als die Eclassec der Sendschreiben zu erklären.18 — (Schluß folgt.) Die Komposition der Pirke Aboi. Von Ad. Jellinek. (Fortsetzung.) 'Dl WD min hzp nwü> Die Betonung des Gesetzgebers Moses ist echt essäisch. Daher erscheint auch die Frage der Kommentatoren, warum es nicht heiße, Gott habe dem Moses das Gesetz übergeben, ganz müßig. — ML dem Momente der Tradition, das Ln diesem Satz liegt, verhält es sich anders, als es, auf Veranlassung der Reform-- streirigkeitm, bis jetzt erörtert wurde. Dem philosophischen Geschichtsforscher erscheint es gewiß, daß die mündliche 17) Talm. jer. Tcsianit IV. erzählt R. Simeon b. G. II. er sei das einzige -©0,"} rrOE pirn, welches nach der Zerstörung Bittars zurückgeblieben. Nach dieser Stelle sollte man meinen, daß die Notiz c)Df2J O? nicht streng historisch zu fassen sei, da ja R. Akiba riach Rapaports richtiger Beweisführung (Kerem Chemed 7. S. 186) sogar noch vor dem Untergange Bitmrs umkam, wo atfo R. Simon, der Vater des R. Iehuda ein p^'57 war. Allein man kann unter p^n einen schon heran gewachsenen Jüngling verstehen. Die Söhne des N. Chijja /'>p]rp rnirp sitzen als HlpUTI am Tische des Rabbi, und sagen demselben witzige Sarkasmen, die kleine Schulkuabrn nicht einmal verstehen würden. Ebenso erführen nip^Ti die Doppelbuchstaben des Alfabets In Mischna Sota 48 a theilt N. Simeon ein Zeugniß des R. Josua mit und letzterer starb ja noch vor der Katastrophe Bittars. Es muß demnach R. Simeon zur Lebenszeit des R. I. schon ein Jüngling gewesen sein. In welchem jugendlichen Alter sie damals heiratheten. zeigt Midr. rabba Anfang Die angeführte Notiz Er, welche fast der einzige Leitfaden zur Bestimmung der Lebenszeit des R. Iehuda Ha-Nasi ist, kann demnach ihre chronologische Bedeutung behaupten. Vergl. die angeführte gediegene Abhandlung Rapaporls. 18) Auch R. Abraham b. Daoud hält R. G. syn. für den Verfasser des Sendschreibens, ohne aber das nn3)n M erklären, s. Kabbala S. 34 6. Jost in seiner Geschichte Bd. 3. S. 170 Anh. n. 38 setzt ebenfalls ohne Rechenschaft zu geben, unser Sendschreiben unter R. G. I.; während er aber in demselben Bande S. 21? die Handlung des R. Iehuda G>, Batera Pesachim 3b zur Zeit des hadrianischen Krieges vor sich gehen läßt! Daß unser Historiker, dessen bedeutende Verdienste iich vollkommen anerkenne, hier etwas unklar war, ergibt sich daraus, daß er wieder Bd. 4. Anh. S. 223 die Sendschreiben nach der Zerstörung entstehen laßt. Tradition älter als die schriftliche ist. Jede Disziplin wird früher lebendig dann schriftlich gelehrt. Allein die Fixirung der Tradition als Dogma setzt voraus, daß der Lehrinhalt der Schrift verschiedenartig gedeutet wird. So lange die Gemeinde in voller Ueberemstimmung mit der Schrift oder dem allgemeinen Religionsbegriffe lebt, fällt Schrift und Bewußtsein, oder das Objektive und Subjektive zusammen, und man kennt keine Tradition als ein dem schriftlichen Worte gcgenüberstehendes Moment.. Erst bnm Eintritt der Reflexion über den Lehrinhalt, wodurch eine Verschiedenheit der Auslegung entsteht,^ tritt tm Tradition alsDogma auf. Das Tiradirionsdogma haben wir den Essäern zu danken, theils als Gegensatz zu den Zaddukäern, theils als Schranke gegen willkürliche Interpretationen. Es liegt aber in diesem Satze zugleich die Abwehr gegen die Zumuthung, als enthielte die Schrift unechte Bestandtheile (vergl. Gnosticismen und Antignosticismen), und die Berechtigung für die Männer der großen Synode, den Kanon zum Abschluß zu bringen.* Eine schr passende Analogie bietet uns das Verhältniß von Schrift und Tradition in der Kirche. Siehe Baur, Lehrbuch der christlichenDogmengeschichte S. 80: „TIciQdSoöLg, oder Tradition, uc spcünglich der Inbegriff der christlichen Lehre überhaupt. Unterscheidung der Tradition von der Schrift und bestimmtere Bedeutung des Begriffs derselben aus Veranlassung des Streites mit den Häretikern. JlN. Gegensätze gegen sie wurde das Prinzip der Tradition die Übereinstimmung der Mehrheit, welche man sich ohne die Voraussetzung einer ursprünglich apostolischen, in ununterbrochener Succession treu überlieferter Lehre nicht erklären zu können glaubte. Ungeachtet der Einwendungen der Gnostiker gegen den so bestimmten Begriff der Tradition galt die eool^jarstiLa prervdieatiu allgemein als der objektive Inbegriff und der Kanon der christlichen Wahrheit, und im Verhältnisse zur Schrift wurde sie so sehr als Las Substanzielle betrachtet, daß schon Irenaus die Möglichkeit einer Tradition auch ohne eine Schrift sich dachte. Abgesehen von dem Streite mit den Häretikern, harte die hohe Bedeutung der Tradjrion schon in. der ältesten Zeit ihren Grund 1) in der natürlichen Priorität der Tradition vo-c der Schrift z 2) in d?r dem Alterrhume überhaupt eigenen Vorliebe für ein esoterisches Wissen, das Äs geheime Ueberlieferrrng weder die Wahrheit zum GemeingMe Aller macht, noch auch seine Quelle nur in der subjektiven Meinung der einzelnen hatte, weswegen besonders auch die allegorische Schristectlärung als Gegenstand der Tradition betrachtet wurdez in einem eigenen Mißtrauen gegen die Schrift, als ein unsicheres Mittel zur Mittheilung d,cr Wahrheit, wie sich Lies bei Papias und besonders dem Vers, der p s e u d o cl e m t n t L n i s che ir Homilien ausspricht." — Die Tradition war es auch, welche das Judenthum gegen- 4) Man muß auch berücksichtigen, daß der Talmud die Redaktion des Kanon auf die rpr^n nDJ2 HtOK zumcksührt.

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