Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 94)
- Language
- German
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31 Weniger erfolgreich waren seine Bemühungen, in Deutschland überhaupt bei Umwälzung des altjüdischen Schulwesens dem hebräischen, insbesondere talmudischen Unterricht seinen Platz zu sichern. Wohl setzte er sich dieserhalb mit dem bildungsfreund־ liehen, ob seines reichen Wissens und seiner humanen Gesinnung hochgeschätzten imd einflussreichen, auch mit R. Moses Sofer befreundeten R. Aron MosesFuld in Frankfurt a. M. (17811847־) und durch dessen Vermittlung mit dem Baron von Rothschild in Verbindung. Doch scheint der Vorschlag des ersteren, dass R. Akiba Eger einen Normallehrplan, der sowohl die stufenmässige Fortbildung in Bibel, Mischna und Talmud wie den Eiementar-Unterricht in den bürgerlichen Wissenschaften, in der Landessprache, wie in fremden Sprachen berücksichtigen sollte, entwerfe und zu seiner Verwirklichung sich an die preussische Regierung wende, damals nicht zur Ausführung gelangt zu sein103). In Posen selbst aber nahmen die ursprünglich gegen die Wirksamkeit des R. Akiba Eger gerichteten Bestrebungen, wenigstens soweit sie gemäss § 5 des erwähnten Vertrages durch hohe Beiträge Anstalten zur Bildung jüdischer Handwerker schaffen wollten, zunächst noch ihren Fortgang, jedoch ohne sichtlichen Erfolg. Einerseits zeigte das Gros der ohnehin stark verschuldeten und belasteten Gemeinde keinerlei Neigung dafür, andererseits war die Popularität und Autorität des Oberrabbiners bald eine so grosse, dass nicht nur jeder persönliche Widerstand ausgeschlossen war, sondern auch die begeistertsten Wortführer seine Missbilligung scheuten. So berichtete der Polizeidirektor nach mannigfachen vergeblichen Bemühungen am 12. Januar 1819 der Regierung, dass jeder Versuch zur Errichtung der geplanten Er- Ziehungsanstalten aussichtslos sei, da ״die Eiferer für diese gute Sache nicht aus ihrer Anonymität heraustreten und, die grossen Hindernisse jetzt vor sich sehend, selbst zaghaft zurücktreten, während die Regierung bereits am 3. September 1818 beschlossen hatte, die Sache bei dem Widerspruche der Mehrheit der jüdischen tM) Siehe das Antwortschreiben von Aron Fuld an R. A. Eger in der die Biographie A. Fulds enthaltenden, von Dr. Horovitz verfassten Einleitung zum בית אהרן, S. V.־ und VI. Vergleiche auch den Nekrolog im Orient 1848, S. 18.