Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 93)
- Language
- German
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30 in Schulen gänzlich verboten. Daraufhin veranlasste der für die religiöse Vorbildung seiner Gemeindekinder besorgte R. Akiba Eger den damals noch nicht 80jährigen Salomon Plessner zur Herausgabe seiner Schrift ״ עדות לישראלSendschreiben über die Autorität der rabbinischen Schriften“, welche, gestützt auf die Aussprüche und Gutachten christlicher Gelehrter, dartun sollte, wie wohltuend für die Israeliten es sei, ״wenn sie nach den Vor- Schriften der mündlichen Lehre, der Schwester der schriftlichen, lebten“. Die Einsendung dieser, von einer Eingabe begleiteten Schrift an das Kultusministerium bewirkte, dass der Talmudunterricht für die Schüler wieder freigegeben wurde11״). Auch regte R. Akiba Eger, um in der damaligen versuchungsreichen Zeit die jüdische Allgemeinheit, namentlich das weibliche Geschlecht, in ihrer Glaubenstreue zu stärken, um 1885, gleichfalls durch Vermittlung Plessners, zur Herausgabe des חזוק אמונה (Befestigung im Glauben) mit Übersetzung an, die später David Deutsch besorgte 102). mission aus der Mitte der Schuldeputation zu ernennen, die das Schulwesen der Posener Juden in eine zufriedenstellende Lage bringt. (Posener Archiv XVIII, 38.) m) Siehe Nachgelassene Schriften von Salomon Plessner S. 9 und den hebräischen Teil 'rh כה von Elias Plessner. Vergleiche auch S. Plessners eigene Worte in dessen ״Predigten“ S. 199 nebst Anmerkung daselbst, wo auch das darauf erfolgte Dankschreiben des R. Akiba Eger an Salomo Plessner ausführlich mitgeteilt ist. — Im Jahre 1829 hatte Posen 801 schulpflichtige Kinder jüdischer Abkunft. Nach dem Berichte der städtischen Schulkommission vom Dezember 1829 bestanden in der Posener Gemeinde: a) 5, später von der Regierung genehmigte Vorschulen für Kinder bis zum 7. Jahre, in denen 5 Stunden täglich nur Hebräisch unterrichtet wurde von Lehrern, die der Rabbiner für tüchtig befunden hatte, b) 8 Vorbereitungsschulen für den ersten Elementarunterricht im Hebräischen, Deutschen und Polnischen, c) 4 öffentliche, höhere Elementarklassen. Die Winkelschulen wurden aufgehoben, der Talmudunterricht aber wird (von Guhrauer) zur Genehmigung vorgeschlagen. (Posener Staatsarchiv C XV1I1, 56) י0ו) Siehe חזדק אמונה, ed. von David Deutsch, Einleitung S. IV und Nachtrag zu den Anmerkungen ah die Aufforderung des R. Akiba Eger an Plessner, den in Breslau befindlichen hebräischen Text mit deutscher Ueber- Setzung und deutschen Lettern drucken zu lassen, ״damit auch das weibliche Geschlecht und die grössere Masse darin lesen können“,