Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 15 (8.4.1892)
- Date
- 1892-04-08
- Page
- Seite 176 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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176 deren in der Selbstbiographie Genannten in einer Note angegeben. Gestorben ...; aber Zunz nennt ihn nicht, erwähnt ihn auch nicht in seinen „Monatstagen". Es ist ein sonderbares Zusammentreffen, daß zur selben Zeit, da Bing von Dukes geschmäht wird, eine kleine Schrift das Andenken an ihn anffrischt. Herr Rabbiner Dr. Bamberger in Schwersenz veröffentlichte nämlich unter dem Titel DTTCN p“D7 die handschriftlichen Noten Bings zum Orach Chajim, welche er mit ausführlichen Erklärungen und einer allerdings sehr kurzen Biographie Bings versah?) Abraham Bing wurde im Jahre 1752, also zehn Jahre früher als Moses Sofer in Frankfurt a. M. geboren und gehörte einer alten Frankfurter Familie an. R. Michael Bing, vielleicht ein Bruder seines Vaters, war dort Rabbinats-Assessor und deffen Sohn Juda (st. 1777), der in der Gemeinde in großem Ansehen stand, verfaßte einen bisher ungedruckten Kommentar zum Pentateuch, verbunden mit Bemerkungen zur Geschichte und zum Ritus der Frankfurter Gemeinde'). Schüler R. Nathan Adlers, durch Frömmigkeit und talmudische Gelehrsamkeit ausgezeichnet, wurde er zum Klausrabbiner in Offenbach a. M. ernannt, kehrte aber nach fünf Jahren nach Frankfurt zurück, wo er die Stelle eines Rabbinats-Assessors bekleidete, bis er im Jahre 1796 zum Rabbiner des großen Würzburger Kreises erwählt wurde. Er hatte seinen Wohnsitz in Heidingsfeld, bis sich in Würzburg eine Gemeinde bildete, und er im Jahre 1816 dorthin übersiedelte. Er stand seinem Amte vierundvierzig Jahre vor. bis er sich seines hohen Alters wegen 1840 ins Privatleben zurückzog. Nahezu neunzig Jahre alt, starb er Montag den 9. Adar 5601 — 1. März 1841") und wurdeiu Höchberg bei Würzburg bestattet. Sein Schüler und Nachfolger im Amte, der auch schon Heimgegangene Rabbiner Seligmann Bär Bamberger, und sein ältester Sohn, Beer Bing, der an der deutschen Uebersetzung von Heidenheims Machsor mitarbeitete, hielten ihm Leichenreden. Abraham Bing, der wegen seiner Gelehrsamkeit und seiner Frömmigkeit von seinen Zeitgenossen, von Moses Sofer in Preßburg Wolf Hamburger und Mendel Kargau in Fürth und Anderen hochverehrt wurde, sammelte sowohl in Frankfurt a. M., wie in Heidingsfeld und besonders in Würzburg Hunderte von Schülern um sich, von denen viele Männer von Namen und Ruf wurden. Herr Dr. Bamberger führt namentlich an: R. Jakob Ettlinger, Oberrabbiner in Altona, der die talmndische und rabbinische Litteratur durch mehrere Schriften vermehrte und deutsche Predigten veröffentlichte, den viele Rabbiner der Gegenwart als ihren Lehrer lieben und verehren, und Dr. Nathan M. Adler, der als Chief-Rabbi von England erst im vorigen Jahre das Zeitliche segnete. Viele Andere seiner Schüler werden von Herrn Dr. Bamberger mit Stillschweigen übergangen. Einer seiner ältesten Schüler in Würzburg ivar der erst vor wenigen Monaten in Kopenhagen verschiedene Oberrabiner Dr. A. A.Wolfs, an den, wie wir vermuthen, auch das von Bamberger mitgetheilte Gutachten Bings über das Bartabnehmen am Chol-ha- Moed gerichtet ist?) Auch Wolfss Nachfolger in Gießen, Landesrabbiner Dr. B. L ev i, der Nestor der jetzt lebenden Rabbiner, genoß den talmudischen Unterricht Bings. Biele junge Leute aus Süd- 0 Preßburg, 1892. s) M. Horowitz, Frankfurter Rabbinen, ll l. (Frankfurt a. M. 1884) S. 60. 3) Auf dem vor 23 Jahren renovirten Grabstein Bings steht irrthiimlich “Hk n- Wäre er am 5. Adar 5601 — 26. Februar 1841 gestorben, so hätte er nicht Tags darauf, wie Dr. Bamberger angiebt, “ßpil imntt1?, begraben werden können, denn der 5. Adar 5601 siel auf einen Freitag. Er starb, wie richtig von Jost Annalen (1841, S. 96 — incht 25 wie bei Bamberger), Montag den 1. März, d. i. 8. Adar 1841. 0 Sichren Abraham, S. 11, 63. deutschland, die bedeutende Rabbinate bekleideten, besuchten, während sie an der Universität Würzburg studirten, auch die talmudischen Vorlesungen Bings, so: L. Bodenheim er, der als Oberrabiner i» Krefeld starb, Elias Millstätter, nach dem Tode des Oberrabbiners Ascher Löw mehrere Jahre Rabbinatsverweser in Karlsruhe, Salomo» Fürst, Bezirksrabbiner in Heidelberg, und dessen Schwager Hirsch Traub, Rabbiner in Mannheim, L. Adler, der spätere Landesrabbiner in Kassel. H. Schwarz, Rabbiner in Hürden, Samuel Mayer, der als Rabbiner und Jurist in Hechingen lebte, I. Löw enstein, derber orthodoxen Richtung huldigend, gegen Creizenach schrieb, auch B. Wechsler, Landrabbiner in Oldenburg, und sei» Bruder, der als Rabbiner in Schwabach starb, M. Heß, Landrabbiner in Eisenach, und viele Andere nannten sich mit Stolz Schüler Abraham Bings; sie Alle besaßen talmudisches und rabbinische- Wissen, Alle wußten Deutsch, ja schrieben ein besseres Deutsch als der selige Leopold Dukes und so Mancher, der sich auf seinen Stil viel zu gute thut. Was wohl Herrn Dr. Bamberger veranlaßte, diese Männer mit Stillschweigen zu übergehen? Abraham Bing war bei aller seiner Frömmigkeit tolerant. Er duldete als Siebzigjähriger, daß seine die Universität besuchenden Schüler einen Rednerverei» bildeten und abwechselnd jeden Sabbath predigten. In der Geschichte des Judenthums wird der Name Abraham Bings stets mit Ehrerbietung genannt werden. 9 FEUILLETON Heimweh. Erzählung von Eduard Kulke. (Fortsetzung. > Jossef war ein stiller, sinnender Mensch. Scholl als Knabe zeigte er ein träumerisches Wesen. Mit dem Lernen wollte es bei ihm nicht recht vorwärts; der Lehrer beklagte sich oft über seine» harten Kopf, in den nichts hineingehen wolle, und so hatte ihn der Vater frühzeitig aus der Schule entfernt und in sein Geschäft genommen. Dieses Geschäft des Vaters, ein ziemlich ausgebreiteter Ochsenhandel, war so recht nach dem Sinne des Knaben. Er hatte es hier nicht mit tobten Waarenballen zu thun, die man in die Kisten hineinpackt und aus den Kisten wieder herauspackt, die man in das Gewölbe oder in das Magazin hineinstopft und aus deni Magazin oder Gewölbe wieder herausnimmt, die man auf den Markt führt und vom Markte wieder heim bringt; er hatte es hier mii einer Waare zu thun, die ein Lebendiges war, wie er selbst, die sich regen und bewegen koiinte, wie er, die ihren Hunger stillte, wie er; mit einer Waare, der, wie er es oft erfahren, eine fürchterliche, entsetzliche Kraft innewohnte, eine Kraft, die groß genug wäre, eine Welt zu vernichten, wie ihm seine vielbelesene Mutter selbst gesagt; und diese Kraft sah er gebändigt von einem Knaben, unterthan sich selbst; sein Ruf genügte, diese merkwürdige Stück Natur zu leiten und zu führen, wohin er wollte. Dies waren Betrachtungen, die e, oft im Stillen anstellte, und die ihm das Geschäft seines VaterS äußerst anziehend erscheinen ließen. So ging er denn, nachdem er der Schult mit Lust den Rücken gewendet, mit noch größerer Luft an die Aufgabe, die der Vater ihm anvertraute. Er ging mit dem Vater auf den Markt, gab genau acht auf die verschiedenen Eigenschaften der gehörnten Thiere, die er als Vorzüge oder als Mängel kennen lernte, und wonach sich der Werth und der Preis derselben richtete. In wenig Jahren verstand er alle diese Dinge so gut, daß (r manche viel zu gut diesen Din llrtheil de- Diejem bas jid) bald i ständiger ' awas Lei Verkäufer wußten, < es ließ si Andern, l sich, daß Ochsen b fckeischbär Nirg er eben j, mit seinl möglich c anderen vier abe (file zu I Geschäft Aachhcuü er auch, des Nied nicht ai öonza, Himmel erfreuen, darf, so ganz an gehrlichk Sohn d Aerger Auge c und hä: er sich ' Was w bequem die Fre unange eiil Jü Hl war, h ivelche allfgeri zeitige ander spät t pflegte samme vergas spreche sich zv möchl ohneh lvllrde Joffes Frage