Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 15 (8.4.1892)
- Date
- 1892-04-08
- Page
- Seite 175 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3227931-3227947--48742-3269394- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
175 das atimi utbe, eiiionl »ßachkuchei dem SBe^| sich haktt für wahr> . welche er len, bestieg Eilwagen.j nem Zovi;e an den och waren : begangen es heiligen erden, Han! Drohunn itere Aueicha S. 41 tm zweiten der Sta-i Zohn eine? em Gürtel c knüpften sie führten er an sich fürchteten nämlichen en ihn ein, an eineni nan grvnc Kelohmmo. gen Tagen 'es, wo der pürten, ie äßen einen u ihn dorl )ie Hunde, uni ihn zu ebft feinen eführt von m, wo die - Stelle zu men Sohn rschrei und gen haben fein, denn ß er schon tau re oder viele au?; erzählten sonders in rern Blüh sicht kamen> ging von wurde, die caten und ctes diese-? . mit einer schwingeid^ t in dieser tuen xvarn m, so daü chmied, ü>l xen hatten. >en Halle, chon hall'| rachen, so :n. wisse», | iaf? es in meinem Gesetze keine grausame Vorschrift giebt, doch aber ^lgen sie, ich wolle mit menschlichen Gliedern ein Opfer darbringen, io hätten doch daran denken sollen, daß es für das Schlachten eines Huhnes eine Vorschrift giebt, die sagt, daß es mit Schonung geschehen lulle, um wie viel weniger dürften Geschöpfe getödtet werden, um mit Ihrem Blut den Gottesdienst herzurichten. Das wäre doch verrucht unb rboteu. (Weitere Ausführung des von Josef Hakohen Emek habacha 78) aus dem Jahre 1456 kurz erzählten Falles). 111. Buch 187. In Wien, einer Stadt in Deutschland, sah ich xmter r Regierung des Kaisers Friedrich Folgendes: Es war nämlich in Folge der in jenen Ländern herrschenden gilnmigen Kälte ein großer Teich zugefroren und drei kleine Knaben gingen hin, um sich, wie es dort Sitte ist, auf dem Eise zu belustigen, as Eis brach aber mit ihnen ein und sie gingen unter. Als nun die inder überall in der Stadt und außerhalb derselben gesucht wurden, tme daß man irgend etwas über ihren Verbleib in Erfahrung brachte, schuldigte das Volk die Juden, daß sie die Kinder getödtet hätten, um iiit ihrem Blute ein Opfer zu bereiten. Es erboten sich auch Zeugen, i! bestätigen, daß sie die Knaben in jüdische Häuser hätten eintreten chen. Um aber ihr falsches Zeugniß noch zu bekräftigen, äußerten sie bei dieser Gelegenheit, den Juden sei jede Schlechtigkeit zuzutrauen, denn sie hätten in Erfahrung gebracht, daß im vergangenen Jahre ein durch bH'Ib bestochenes Christenmädchen einem Juden die Hostie überbracht |l)ötte, die dann von ihnen übel zugerichtet worden wäre. Als das Gerücht voll diesen beiden Beschuldigungen zu Ohren des Kaisers kam, dessen iiüithe mir übelgesinnt waren, ließ er alte Juden, die in seinem Reiche aufzufinden waren, ins Gefängniß werfen und war schon nahe daran, cm schreckliches Morden unter ihnen anzurichten. Das göttliche Erbarmen isidoch bewirkte, daß er seine Wuth nur an 300 israelitischen Seelen kühlte, die er öffentlich verbrennen ließ. Bald nachdem diese Grausamkeit Tiber mich ergangen war, thaute der Teich vollständig auf und die Binder, welche darin ertrunken waren, kamen tobt an die Oberfläche, hieraus erkannte man, wie falsch mir jenes Verbrechen aufgebürdet war!ü'd Viele sagten offen, jene 300 verbrannten Juden wären an der ihnen lin- Last gelegten That unschuldig. Aber weh' mir Unglücklichen, dadurch n'urde der Jrrthum nicht ungeschehen gemacht, konnte auch nicht mehr iungeschehen gemacht werden. (Weitläufige Ausführung des von Josef Takohen, Emek habacha S.43 kurz erzählten Ereignisses. Vgl. Mendelssohn, 4>ettung der Juden, von Manasse b. Israel.) Kommen wir zu dem Buche des Herrn Prof. Strack zurück. 7 er Verfasser, welcher den Gegenstand ohne Voreingenommenheit üeurtheilt, hakte ein Recht, jenen Schwätzern scharf entgegen zu treten, welche in neuerer Zeit das traurige Märchen wieder in Erinnerung brachten. Nur mit ernsten Gründen und mit Beweisen weist er sie ab (Kap. 14) und führt uns eine große Reihe Kirchenüirsten und höchst angesehener christlicher und jüdischer Gelehrter vor, welche die Blutanklage auf das Nachdrücklichste verdammen. Mit demselben Eifer, mit derselben Gluth der Ueberzeugung, mit welcher die Chronisten des Mittelalters gegen die schmähliche Anklage brotestiren, lehnten sich einst die Kirchenväter gegen die heidnischen Minner auf, die in den ersten Jahrhunderten den Ritualmord den Christen, Vorwürfe,i. In seinem Schlußworte führt der Verfasser dies ausführlich aus und ruft das Volk auf, den alten verderblichen Aberglauben endlich fallen zu lassen. Wir können mit dem Herrn Verfasser nur wünschen, daß dieser Aberglaube ganz und überall falle. Fürwahr er nahm oft sonderbare Gestalten an. Der Einfluß dieses finstern Aberglaubens auf das Gemüth derer, die ihn theilen, spricht sich am besten in folgendem Histörchen aus. Ein uns persönlich bekannter jüdischer Arzt, bl Treusch in Wessely, hatte, da seine Frau kränklich war, ein älteres, christgläubiges Mädchen, welches ihm die Kinder erziehen half, längere Zeit im Hause. An einem Freitag-Nachmittag füllte der Medikus des kleinen Städtchens die Oellampe, welche am Abend benutzt werden sollte. Das Mädchen trug den Oelkrug herbei. Der Arzte sagte im Dialekt: „Gib dös Oel her." Das Mädchen stellte hierauf die Flasche vor sich hin, ging aus denk Hause und eilte dem Markte zu. Man holte es ein. Auf die Frage nach seinem sonderbaren Benehmen antwortete es: „Der jüdische Arzt habe zu ihr gesagt: „Gib dö Seel her." * Oberrabbiner Abraham Bing und seine Schüler. Von Dr. M. Kayserling. Die Pietät gegen die Hingeschiedenen war in Israel jederzeit heilig; Pietät gegen die Männer, welche für die Verbreitung der jüdischen Lehre und der jüdischen Wissenschaft gelebt und gestrebt haben, wurde immer von Alte» geübt. Die Pietät gegen Namen und Erinnerung verehrter Personen, insbesondere der alten Lehrer, hat zunächst wesentlich solche Leistungen gefördert, durch die uns die Aussprüche und die Schriften der Alten erhalten worden sind; ihr znm Theil verdanken wir die ersten Versuche zu einer Geschichte der jüdischen Litteratur, sagt Zunz, der dem „Gedächtniß der Gerechten" in seinem „Zur Geschichte und Litteratur" ein ganzes Kapitel widmet. Die Pietät gegen hochverehrte Lehrer in Israel wurde in jüngster Zeit aber in bedauernswerther Weise verletzt. Ilm das Andenken eines vor einigen Jahren Hingeschiedenen ungarischen Rabbiners zu ehren, veröffentlichte einer seiner Schüler einen Theil seines in der Jugend geführten Tagebuches, in dem sich dieser Rabbiner als Vachur über den Pester Oberrabbiner Löb Schwab, der einer der geistreichsten Darschanim seiner Zeit war, wegwerfend äußert. Man war darüber entrüstet, aber man legte dem Schriftchen, das nur von Wenigen gelesen wurde, leine Bedeutung bei und schwieg. In einer der jüngsten Nummer dieser weitverbreiteten, auch in orthodoxen Kreisen gern gelesenen Zeitung veröffentlichte Herr Professor Dr. David Kaufmann einige Berichte, welche der im August v. Jahres verstorbene Leopold Dukes an ihn gerichtet, und die Selbstbiogrnphie, welche er auf besonderen Wunsch Kaufmanns kurz vor seinem Tode geschrieben hat. Der uni die jüdische Wissenschaft verdiente Mann, der i» den letzten Jahren seines Lebens an Geistesnnd Gedächtnißschwäche litt, fällt in seiner Selbstbiographie über zwei gefeierte Lehrer in Israel ein geradezu vernichtendes Urtheil, und Herr Dr. Kaufmann hat es iiber sich gebracht, dasselbe zu veröffentlichen. Dukes behauptete nämlich, er habe drei Jahre bei R. Moses Sofer in Preßburg gelernt, „er habe das gelernt was andere gelernt haben, — nichts". Freilich, Moses Sofer wird auch von Zunz in den „Monatstagen" nicht gewürdigt, wofür ihm von dem seligen Lebrecht, der ein Schüler Sofers war, seiner Zeit eine scharfe Lektion ertheilt wurde. Selbst die vielen bedeutenden Rabbiner, lind es sind deren nahezu tausend, welche sich mit Stolz Schüler Sofers nannten und noch nennen, welche de» „Chatam Sofer" wie einen Heiligen verehren, sie Alle haben nichts bei ihm gelernt! Würde Jemand es nwgen, zu behaupten, daß die Schüler Zacharias Frankels nichts bei ihm gelernt, oder daß er es nicht verstanden hätte, die Liebe zum Studium des Talmud in seinen Schülern zu nähren — ein Schrei der Entrüstung würde von seinen Schülern, und mit Recht, erhoben werden. Noch weit ärger als mit R. Moses Sofer verfährt Dukes mit mit R. Abraham Bing und seinen Schülern. Abraham Bing war „ein Bauer" »nd seine Schüler waren „Invaliden ans der Fürther Jeschiba, von denen keiner etwas wußte, weder deutsch noch hebräisch." Abraham Bing ist wohl Herrn Dr. Kaufmann eine unbekannte Persönlichkeit; hätte er ihn gekannt, so hätte er wie bei dm meisten an