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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-02-10 · Heft 6 (10.2.1887) · p. Seite 94

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 6 (10.2.1887)
Date
1887-02-10
Page
Seite 94 (sequence 14)
Language
German
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94 werden konnte, erklärt sich durch den Gleichklang derselben mit dem lateinischen Namen Victor. Dagegen dürfte sich wissenschaftlich kaum etwas einwenden lassen. Ihre Hinweisungen auf I. Chron. 8, 31 und 9, 47 bestätigen nur meine Behauptung. Sie sagen: „Jedes neugeborene Kind erhält (zuerst) einen synagogalen Namen". Das bestreite ich gar nicht. Ich habe in diesem Theile meiner Aussage nicht von synagogalen, sondern hebräischen Namen gesprochen und erklärt, daß nicht jeder Jude den letzteren führen müsse. Zum Beweise habe ich mich auf den Namen Alexander berufen. Dies ist ein synagogaler, aber kein hebräischer Name. Ich habe endlich auf die Frage des Vertheidigers, ob es auch bei den Israeliten üblich sei, daß zwei Vornamen gegeben werden, geantwortet: Bei den Juden nicht minder wie bei den Christen. Dazu bemerken Sie: „Die Regel ist wenigstens in Deutschland, daß der Jude nur einen Boruamen hat". Auch das bestreite ich nicht. Aber daß es auch üblich sei, zwei Vornamen zu geben, auch in Deutschland, werden Sie zugeben. Ich finde auf dem Titelblatt der unter Ihrer Mitredaction erschienenen Bibelausgabe neben Ihnen, der Sie nur einen Vornamen führen, verzeichnet die Herren: Saul Jsak Kämpf und Benjamin Seeb Landau, beide geborene Deutsche, und weise noch hin auf Jomtob Lipmann Zunz, Jechicl Michael Sachs, Naftali Herz, Sohn des Jssachar Ben Wessely und tutti quanti, die sich unter den deutschen Juden Nachweisen lassen. Wenn ich die politischen Zeitungen, die meine Aussage ungenau und unvollständig mittheilten, unberichtigt ließ, so weiß man ohnehin, daß ich für dieselben keine Verantwortung zu übernehme» brauche. Es kann mir aber nicht gleichgültig sein, wenn in einer jüdischen Zeitung, zumal in Ihrem vielgelcsenen Blatte, Unrichtigkeiten und Ungenauigkeiten mir zugeschriebcn werden. Ich erwarte daher von Ihrer Loyalität die unverkürzte Aufnahme dieser Zeilen und zeichne hoch-! achtungsvoll ergebenst M. Güdemann. | Hierzu müssen wir bemerken, daß sich unsere Noten der j uns gedruckt vorliegenden Correspondenz anschlossen. Herr Di. Güdemann muß unseren Bemerkungen hinsichtlich der Namen Ariel und Avigdor an sich zustimmen. Er hätte also seine „Berichtigung" von vornherein gegen die Correspondenz selbst richten müssen. In dieser ist viermal, und zwar das erste Mal aus dem Munde des Präsidenten selbst, der Name „Ariel" angegeben, und nicht einziges Mal „Arjeh". Hinsichtlich Avigdor's ist lediglich die Ableitung von Victor angegeben. Ob Herr Dr. G. vor dem Gerichte die obige Erklärung mit den angeführten Citaten ganz gegeben hat, können wir nicht wissen. Unsere Sache war es, die Ableitung von Victor zu bestreiten. Auch in Bezug auf die Frage, ob die Juden in der Regel einen oder zwei Vornamen füh' ren, können wir uns nicht als wiederlegt ansehen. Die meisten der angeführten Beispiele nehmen eben den synagogalen und den deutschen Vornamen des Betreffenden in Anspruch; Zunz schrieb sich immer nur „Leopold Zunz" auf den Titeln seiner Schriften, ebenso Sachs nur Michael Sachs. Ueberhaupt können einige ivenige Beispiele nicht als Regel aufgestellt werden. In Wien selbst geben die Herren DDr. Moritz Güdemann, Adolf Jellinek, Gerson Wolf und wie viele noch den Gegenbeweis. Wir sehen uns im Kreise unserer Bekannten um und begegnen da nur sehr wenigen Personen, welche zwei Vornamen führen. Die Redakt. Pest, 21. Jan. (Literarische Notiz.) Wie Magyar- Jsido Szemle mittheilt, hat Dr. Jlia Lattes, Professor der Universität zu Mailand, einen Preis von eintausend (1000) Lire für die Lösung folgender Aufgabe gestellt: „Kritisches Vcrzeichniß der griechischen und lateinischen Lehrwörter in den Talmuden und Midraschim, nebst einer Untersuchung der phonetischen und morphologischen Gesetze ihrer Aufnahme". Die Arbeit ist in lateinischer oder deutscher Sprache zu liefern. Bewerber müssen jetzige oder absolvirte Hörer der Budapester Landes-Rabbinerschule sein. Der Termin läuft am 31. März 1889 ab. I e u i l l e t o n. > Mensch, dem man einen schlechten Platz angewiesen, aus! Rache plötzlich den Ruf „Feuer" ausstieß. In der Stadt lieber die bereits gemeldete Katastrophe in einem jüdi-! Sunderland kamen, wie erinnerlich sein wird, zweihundert schen Theater erhält die „Wr. Allg. Ztg." den folgenden,! Kinder um's Leben aus gleicher Ursache. Ein falscher Alarmaus London, 20. Januar datirten ausführlichen Bericht. i ruf in einem jüdischen Theaterverein des Ostendes von London Wieder eine Theater-Katastrophe! Wir hatten deren drei Chatte vorgestern hier eine Panik zur Folge, welche siebzehn in wenigen Jahren, und jede derselben wurde durch eine i Personen, einem Greise von siebzig Jahren und sechzehn grundlose Panik auf falschen Feuerruf hervorgerufen. In j Frauen und Kindern, das Leben kostete, indem sich die Masse Liverpool wurden zehn Zuschauer erdrückt, weil ein junger von fünfhundert Flüchtigen auf einem Treppenabsatz staute. Die Katastrophe in London

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