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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-06-13 · 24 (13.6.1913) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
24 (13.6.1913)
Date
1913-06-13
Page
– (sequence 16)
Language
German
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KUUlUJUSWÜff Sette 444 Dr. Vlochs Wochenschrift. m. 24 „Wenn du durch Wasser schreitest. So bin ich mit dir. Wenn du durch Feuer gehest. Die FlamMe zündet dich nicht an. Denn ich, der Ewige, bin dein Gott, Der Heilige Israels dein Erretter. Iesaia." Kiteratur. Exkursionshuch. Im Aufträge des k. k. niederösterreichischen Landesschulrates herausgegeben von Hofrat Dr. Ignaz G. W a 11 e n t i n, k. k. Landesschulinspektor, Wien 1913, A. Pichl e r s W i t w e u. S o li n, V., Margaretenplatz 2. Für dieses Buch, das alles Wissenswerteste über Wien und das übrige Niederösterreich in Taschenformat auf 41/2hundert Seiten zusammendrängt und in dem neben den Naturwissenschaftlern und Mathematikern auch der Historiker ebenbürtig zu Worte kommt, ist die Bearbeitung des Kapitels „Zur Geschichte und Kunstgeschichte der Juden in Wien und Niederösterreich“ vom Landesschulrat dem Wiener Rabbiner Herrn Dr. Max Grunwald übertragen worden. Auf 14 Seiten (S. 200ff) werden hier a) Die erste Wiener Judenstadtrings um den Juden platz, b) Der alte jüdische Friedhof in der Seegasse 9, c) Das Wiener jüdische Museum, d) Die Synagogen in der Seitenstettengasse 4, der Tempelgasse 3 und Zirkusgasse 2 6, e) Jüdische Friedhöfe in Wien, f) Spuren jüdischer Niederlassung in Nieder Österreich außerhalb Wiens behandelt. Es dürfte wenige Juden Wiens geben, die aus diesen Seiten, nicht willkommene Belehrung schöpfen könnten. Besonders dankenswert sind Hinweise, wie S. 210: „Jeder Gegenstand in der Synagoge ist zu besichtigen, keinem wohnt irgend eine mysteriöse oder dogmatische Bedeutung inne“. Man bedenke, daß das Buch hauptsächlich für christliche Lehrer und Schüler unserer Mittelschulen bestimmt ist. Sehr zu wünschen wäre eine besondere und erweiterte Ausgabe dieses speziell dem Wiener Judentum gewidmeten Abschnittes! R. Studies in Jewish Literatur«. Issued in honor of Prof. Kaufmann Köhler, Ph. D. Berlin 1913, Georg Beimer, M. 6. Wenn es' nicht schwarz auf weiß dastünde, kein Mensch, außer den Nächststehenden, würde es glauben wollen, daß auch dieser jugendlich Frische und beweglich Anregende das Jubiläumsalter erreicht hat. Die Festgabe eröffnet, für den Gefeierten gewiß die größte Freude, sein eigener Sohn. Als Berufenster liefert er eine Biographie des Vaters. Israel Abrahams behandelt, wie immer gründlich und erschöpfend, den Dekalog in der Kunst und weist u. a. auf die Tatsache hin, daß in hebräischen Handschriften, nicht nur in der Haggadah von Sarajevo, sondern auch sonst die Gottheit dargestellt ist. Köhlers Standpunkt als Reformjude wird von David Philippson lichtvoll gezeichnet. Bacher stellt die ältesten Belege für den Ausdruck Halaeha l’Mosche mi — Sinai zusammen, E1 b o g e n ist durch Bemerkungen zur alten jüdischen Liturgie vertreten. Außerdem haben Poznansky, Krauß u. v. a. zu diesem schönen Jubelgeschenk beigetragen, das eine Fülle des Wissenswerten bietet und des Jubilars sich würdig erweist. Judaica. Festschrift zu Hermann Cohens 70. Geburtstage. Berlin 1912. Bruno Cassirer. M. 16. In diesem stattlichen Bande wird einem jeden, der jüdischen Fragen sein Augenmerk widmet, eine Menge des Interessanten geboten. Gegenstände von allgemeinster Bedeutung finden sich hier neben Themen eingehendster Spezialforschung, alles von Meisterhand behandelt. „Die philosophische Begründung des Judentums“ von Keller mann, „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ von J. Horovitz, ,>,Die Nächstenliebe im Judentum“ von Ko hier, „Erklärung einiger biblischer Stellen“ von Maybaum, darunter eine neue Auffassung des biblischen Gebotes der Nächstenliebe, u. a. Aufsätze sichern dem Buche die Aufmerksamkeit der jüdischen Allgemeinheit. Tiefdringende Untersuchungen, wie E1bogen: „Die messianische Idee in den alten jüdischen Gebeten“, Phil. Bloch: „Spuren alter Volksbücher in der Agada“, Blau: „Zur demotischen und griechischen Papyruskunde“, Jakob Guttmann: „Die Beziehungen der maimonidischen Religionsphilosophie zu der des Abraham Ibn David“, Bacher: „Joseph Ibn Kaspi als Bibelerklärer“, Steckelmacher: „Die Psalmen in der Beleuchtung einiger ihrer älteren und neueren christlichen Interpreten“, Abrahams: „The Tobit Drama in the sixteenth Century“ u. a. bedeuten ebenso eine wertvolle Bereicherung der Wissenschaft, wie ihre Lektüre dem Fachmann einen erlesenen Genuß bietet. Eines aber unterscheidet diese Festschrift von vielen anderen. Es durchzieht die meisten dieser Abhandlungen ein neuer Geist, eine philosophische Ergründung und Begründung des Judentums, für die Hermann Cohen ganz neue Bahnen gewiesen hat. Kellermanns „Philosophische Begründung des Judentums“ wird dieser Bedeutung Cohens als Logiker, Ethiker und Aesthetiker nach Gebühr gerecht. Hier wird Cohen zutreffend als „der philosophische Begründer des prophetischen Judentums“ bezeichnet und von ihm gesagt: „Diese Universalität der kulturellen Rechtfertigung (des Judentums) ist bis jetzt noch von keinem philosophischen Interpreten versucht, noch viel weniger verwirklicht worden.“ Hier liegen in der Tat die Keime zu einer „Weiterbildung“ des Judentums, indem man es in sich selbst neu erzeugt und aus. den tausend Spiegeln der herrschenden Weltanschauungen und Lebensauffassungen seinen unverlierbaren Ewigkeitsgehalt siegreich wiederstrahlen läßt. 8. Gronemann, Genealogische Studien über die alten jüdischen Familien Hannovers, Berlin 1913, Louis Lamm, brosch. Mk. 6,. geb. Mk. 7. Das Buch greift in die Forschungen zur Geschichte unserer Wiener Judenheit so oft und tief ein, daß es auf diesen Blättern besondere Empfehlung verdient. Die Familien Oppenheimer und Wertheimer, Jaffe-Schlesinger und Hirschei u. a. standen mit den Juden Hannovers vielfach in verwandtschaftlicher Beziehung. Ein Erbstück aus dem Hause Simson Wertheimers, ein Chänukkaleuchter mit dem kaiserlichen Doppeladler, hat sich bis vor kurzem in der Familie des bekannten Synagogenerbauers Baurat Oppler erhalten (8. 60), ein Oelbild David Oppenheimers befindet sich noch heute in Hannover in Privatbesitz. Auch über die Familie Heinrich Heines, über die Rothschilds u. v. a. erfahren wir Neues, u. a. auch (S. 133) von einem „Babbiner im Monde“, einem „Rabbi Levi“ benannten Mondkrater. 8. 25, 60 und sonst hätte eine Bekanntschaft des Autors mit den neueren Arbeiten über die Hamburger und Wiener Juden ihm manchen wertvollen Dienst geleistet. Elbogen J., Ludwig Philippsohn. Rede. Gustav Fock, Leipzig 1913. Eine vortreffliche Einführung in die Zeit des gefeierten Helden und eine gediegene und erschöpfende Darstellung seines Wirkens. _ Curt Bürger, Lichterfelde. Deutschtum und Judentum. Preis 75 Pfennige (bei Entnahme von größeren Partien entsprechend billiger). Berlin 1913. Verlag: Verein zur Abwehr des Antisemitismus. Dr. F. Feilclieinfehl, Schwerin, Landesrabbiner von Mecklenburg-Schwerin. Kurzgefaßtes Lehrbuch der jüdischen Religion für Schule und Haus. Vierte, vermehrte und verbesserte Auflage. Neu herausgegeben von Dr. Samuel Freund, Babbiner in Hannover. Verlag von J. Kauftmi an n, Frankfurt a. M. Einunddreißigster Bericht der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin (N. 24, Artilleriestraße 14). — Inhalt: I. Jahresbericht des Kuratoriums für 1912. II. Antrittsrede des Dozenten Dr. T ä u b 1 e r. — Berlin 1913. Dr. S. Eppmstein. Beiträge zur Geschichte und Literatur im geonäischen Zeitalter. Preis Mark 4.—. Verlag Louis Lamm, Berlin C. 2. „Ost und West“. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Organ der Alliance Israelite Universelle. XIII. Jahrgang. Heft 6. Juni 1913. Inhalt: Arthur Silbergleit: Die moderne Jüdin. — A. Warszawski: Die Lehrerin (Schluß). — Rabbiner Dr. Max Grunwald, Wien: Das neue Palästina (mit 28 Illustrationen). — N. M. Gelber: Dow Ber Meiseis (mit Porträt). — Mitteilungen des Zentralkomitees der Alliance Israelite Universelle: Berichtigung. — Oberrabbiner Dr. Wolf Feilchenfeld, Posen. — Die Juden in Rußland (Falsche Anschuldigung). — Die Israeliten der Balkanländer. — Literarische Rundschau. — Inserate. — Verlag „Ost und West“ Leo W i n z, Berlin-Charlottenburg, Knesebeckstraße 32. Dr. 8. Samnel, Rabbiner in Essen. Zur Weiterbildung des Judentums. Eine Würdigung der »Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum« und Kritik der gegen sie gerichteten Angriffe. Verlag von M. Poppelauer, Berlin, Neue Fried riehst raüe 59. Professor Dr. Ludwig Stein. Weltbürgerlum, Nationalstaat und internationale Verständigung. Verlag der Schlesischen Buchdruckerei v. S. Schottländer A.-G., Breslau HI.

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