Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 15 (1898)
- Issue
- 1 (7.1.1898)
- Date
- 1898-01-07
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 1 Vr. Vloch'« WochrnptzrM Seite 17 Vermischtes. Wie». (Iubiläu m.) Am 1.-Februar d. I. wird es fünfundzwanzig Jahre, daß der Secretär der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, Herr Dr. Theodor Lieben, in den Dienst der Gemeinde trat. Herr Dr. Lieben erfreut sich in Folge feiner persönlichen Liebenswürdigkeit, seiner umfassenden Bildung, seiner humanen Gesinnung, seiner nrbanen Umgangsformen und seiner Pflichttreue der allgemeinen Sympathien, und gewiß werden alle profanen Factoren sowie zahlreiche Glaubensgenossen gerne diesen festlichen Anlaß benützen, um dem verdienten Manne ihre Werthschätzung und Zuneigung zu bekunden. Wien. (B e r l o b u n g.) Der Journalist Herr Albert Kulka hat sich mit Frl. Therese Toch verlobt. Wien, 2. Jänner. Im israelitischen Bethausverein Brigittenau wurden bei der letzten Generalversammlung als Controlore die Herren Adolf Feuer und Adolf Weiß gewühlt. Wien. (Elite - Costüme - Kränzch en „W v h lthätigkeit aus Pietät.") Zn Gunsten dieses Kranken- und Witwen-Unterstützuugsvereines veranstaltet ein den besten Bürgerkreisen angehöriges Comitö auch in diesem Jahre ein Elite-Co st üm-Kränzchen a m 2. F e b r n a r im BallsaaleRonacher, zu welchem bereits die umfassendsten Vorbereitungen getroffen wurden. An der Spitze des rührigen Comites steht Herr Siegfried Beer als Obmann und Frau Clotilde Fried als Präsidentin eines liebenswürdigen Damen- Comites. Wie». Der Geselligkeitsverein „E i n t r a ch t" veranstaltete am 26. v. M. in Wr.-Neustadt im Saale des Hotel „goldener Strauß" eine Chanuka-Unterhaltung unter gefälliger Mitwirkung des Herrn Binder vom Neustädter Stadttheater, zu welcher unsere Glaubensgenossen sehr zahlreich erschienen. Das Vortragsprogramm, welchem ein solennes Tanzkränzchen folgte, war ein vorzüglich gewähltes. Von den Mittvirkenden seien Frl. Paula Weiß, sowie die Herren Fritz Maier, I. Weiß und Isidor S ch m a d w a u s rühmend genannt. Wien. Im Verein jüdischer Mädchen „Hadassa".-sprach am 26. v. M. Herr Landau über ein Drama „Blut für Blut", und hat mit diesem Vortrag außerordentlichen Erfolg erzielt. Der programmgemäße Vortrag am 9. d. entfällt wegen der Wahlen im Vereine. Wien. (F e st g o t t e s d i e n st). Anläßlich des Geburtsfestes Sr. Majestät des S u l t a n Abdul H a m i d II, findet Sonntag den 9. d. M. ',412 Uhr Mittags im türkisch israelitischen Tempel, II., Circnsgasse, ein feierlicher Gottesdienst statt. Wien. (Todesfall.) Samstag den 1. d. M., Morgens, verschied nach kurzem Leiden im Alter von 55 Jahren der Buchhändler- Herr Jacob Schlesinger, Inhaber der bekannten Firma Jos. Schlesinger, Wien, I., Seitenstettengasse 5. Der Verstorbene, ein Enkel der berühmten Rabbinen Rabbi Akiba Eger in Posen und Rabbi Moses Sofer von Preßburg, war nicht allein eine durch hohe talmndische Gelehrsamkeit und innige Frömmigkeit, sondern auch durch strenge Rechtlichkeit und gewissenhafte Geschäftsthätigkeit auszeichnete und in aller Welt bekannte Persönlichkeit, verehrt und hochgeachtet von Allen, die ihn kannten. An der Bahre des Verewigten trauern eine tiefgebeugte Witwe und dreizehn Kinder. Das am 3. d. M. in Mattersdorf unter lebhafter Vetheiligung stattgefundene Begräbniß gab Zengniß von den Sympathien, welcher sich derselbe in weiten Kreisen erfreute. Ung.-Brod. Vor 72 Jahren starb zu Jvanowitz in Mähren der hochselige allgemein verehrte Rabbiner Josef Pinchas Halber st adt; es ist natürlich, daß der Grabstein vom Zahne der Zeit hart mitgenommen wurde. Da zeigt sich nun die Liebe der Schüler zu ihrem einstigen Lehrer! Auf Vorschlag Sr. Ehrwürden des Rabbiners Herrn L. E i s l e r zu Jvanowitz wurde von der dortigen Cultusgemeinde der einhellige Beschluß gefaßt, ihrem einstigen Seelsorger einen neuen Grabstein zu stellen. Lemberg. Am 29. December v. I. verschied inr 61. Lebensjahre der hiesige Cultusrath, Ehrenmitglied des Handwerker- Vereines „Jad Charucim", Herr Osias Zattel Menkes. Die große Betheiligung an seinem Leichenbegängnisse zeigte, in welch' hohem Ansehen der Verblichene gestanden, wie in dem ihm vom Oberrabbiner Herrn Jsaac Schmelkes gewidmeten Nachrufe hervorgehoben wurde. Dem Verblichenen, welcher eine lange Reihe von Jahren Spitalsrath, Ehrenverwalter im Siechenhause war, ist es auch znzuschreiben, daß das hiesige israelitische Waisenhaus eine Zierde der hiesigen Gemeinde geworden. Friede seiner Asche! — Die Regierung hat die von der Cnltusrepräsentanz vorgelegten Statuten für die hiesige Cnltusgenleinde vollinhaltlich bestätigt und werden die Neuwahlen von 30 Cultnsrüthen, 6 Ersatzmännern und 30 Vertrauensmännern für Februar l. I. ausgeschrieben. Trvppau im Jänner. Am verflossenen Sabbath-Chanuka fand im hiesigen Tempel beim Muffas - Gottesdienste der C h i n u ch des S e f e r - T h o r a statt, welches unser langjähriger verdienstvoller Tempelvorsteher Herr Marcus Sonnenschein anläßlich seines 70jährigen Geburtstages der hiesigen Cultusgemeinde gespendet hat. Zu dieser schönen Feierlichkeit sind die Gemeindemitglieder sehr zahlreich erschienen. Herr- Marcus Sonnenschein wurde zur Thora aufgerufen und es wurde ihm aus denk neuen Sefer vorgelesen, woraus Herr Cantor Herz einen sehr schönen, von ihm selbst verfaßten, hebräischen Mischeberach über den hochherzigen Spender sprach, welch' Letzterer bei dieser Gelegenheit verschiedene Wohlthätigkeitsanftalten und den Armen namhafte Spenden zukommen ließ. Sodann nahnl unser Rabbiner Herr Dr. Blüh Gelegenheit, dem geschätzten Spender den Dank des Vorstandes und der Gemeinde in innigen herzlichen Worten auszudrücken. Der Herr- Rabbiner führte aus, daß unsere Gemeinde an diesem Tage ein doppeltes Weihefest begehe, und hob hervor, wie der geehrte Spender stets ein warmes Herz für das Judeuthum bewiesen habe, und mit welcher warmen und innigen Anhänglichkeit er der Thora zngethan sei, beweise dieses kostbare und heilige Geschenk des neuen Sefer-Thvra! Nnn knüpfte der Herr Rabbiner in herzlichen Worten noch den Wunsch daran, es möge dem hochherzigen Spender gegönnt sein, noch viele, viele Male das Sefer bis zum Schluffe vorlesen zu hören, damit er noch oft wahre Simchas-Thora feiern möge! —n. Hülle»», 2. Jänner. Euer Wolgeboren! Bezugnehmend auf den in Ihrem Blatte Nr. 53 vom 31. v. M. erschienenen Bericht über die Cultusgemeiudewahlen in Kremsier, erlaube ich mir richtigzustellen, daß ich die Wiederwahl in den verstärkten Ausschuß ans verschiedenen Gründen nicht angenommen habe, wovon ich seinerzeit unseren allverehrten Herrn Carl Liebmann sofort verständigte. Hochachtungsvoll Gerfon Kien. Nikolsburx. Bei der Constituirnng des neugewählten Ausschuffes der hiesigen Jsraelitengenreinde wurden folgende Herren gewählt: Zum Bürgermeister Adolf F r a n k f u r t h e r, zu Gemeinderäthen Jacob Fehl, Adolf K o h n, Emanuel K e l b l (neu) und Moriz A b e l e s (neu). Von der neugewählten Vertretung kann man der Erwartung Ausdruck geben, daß sie eine für das Gemeindewohl ersprießliche Thätigkeit entfalten werde. Hollefcha», 3. Jänner. (Todesfall.) Am 1. d. M. verschied hier in dem hohen Alter von 81 Jahren der hebräische Lehrer an der hierortigen Talmud-Thoraschule, Herr I. Forell, nachdem er durch 60 Jahre bis wenige Tage vor seinem Tode in mehreren Gemeinden — hier lehrte er seit 20 Jahren — segensreich gewirkt hatte. Neutra. (W a h l.) Die Repräsentanz der israelitischen Cultusgemeinde hat in ihrer am 30. December stattgefundenen Sitzung die Wahl eines ungarischen Kanzelredners, der zugleich die Secretariatsagenden versehen soll, vollzogen. Als gewählt erscheint Herr N. Himmle r, von dem wir soviel wissen, daß er seine rabbinischen Studien in Frankfurt a/M. absolvirte. Agram, 2. Jänner 1898. Am 31. December wurde die Gemalin unseres verehrten Herrn Oberrabbiners Dr. Hozea I a c o b i, Frau Hulda I a c o b i, im 54. Lebensjahre zur ewigen Ruhe bestattet. Die Beerdignngsseier begann um halb 3 Uhr Nachmittags im Trauerhause mit der Absingung eines ergreifenden Chorals unter der Leitung des Obercantors Josef R e n d i. Unter tiefer Bewegung aller Anwesenden hielt nun der ehrwürdige Gatte seiner treuen, nach 30jähriger Ehe von seiner Seite abberusenen Gefährtin mit von Thränen erstickter Stimme die Grabrede. Der Familie find aus allen Kreisen zahlreiche Zeichen der Theilnahme zugekommen. Koftel. In der hiesigen Gemeinde hat dieser Tage ein edles Werk unter der Aegide des Herrn Josef Rosenzweig, israelitischer Bürgermeister allhier, stattgefuuden. Es wurden