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Jüdische Rundschau · 1934-09-04 · Heft 71 (4.9.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 71 (4.9.1934)
Date
1934-09-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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fl Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU N4 ,71 .־׳. IX. 1934 יי^1 u0% \imiP t --׳ itJ* W״«'׳«״ w der 11» der von Graf Wochenschrift ״R cichswart׳ f)ie Diskussion um die künftige Gestaltung der z e 11 ■ f r a I c n Instanzen des deutschen Judentums wird in der jüdischen Presse mich in den letzten Tagen fortgeführt. Das Gemeinde b 1 a11 der Berliner Jtidisehen Oe 111 ei ndc hat cs für notwendig gehalten, gegen die von uns von jeher und auch in der letzten Zeit vertretene Forderung, daß in der Zusammensetzung des Berliner Oe• meindevorstandes den veränderten Zeitverhältnissen Rechnung getragen werden müsse, zu polemisieren. Sie verbindet diese Polemik mit der Erklärung ihrer Bereitschaft, die Autorität der Reiclisvcrtrctung als der Ocsamtorgaiiisation der deutsehen luden organisatorisch und finanziell zu unterstützen, und läßt dabei mehr oder weniger deutlich durchblicken, daß sic die der Reichsvertretuiig und deren Instanzen gegenüber bestehende finanzielle Position hei diesen Verhand• liuigen stark in die Waagschale zu werfen gedenkt. Es Ist bedauerlich, daß von dieser Seite immer wieder der Versuch gemacht wird, die neuen Formen Organisator!• sehen Lebens, die im deutschen Judentum in der jüngsten Vergangenheit entstanden sind, mit den Mitteln zu unter• drücken, die einem bestimmten Kreis auf Grund einer heute durchaus zufällig .wirkenden Parfeikomdcllation in der groß• ten Gemeinde zur Verfügung stehen Noch merkwürdiger ist, wenn der Versuch, unter allen Umständen von der eigenen Machtposition nichts abzugeben, mit Fricdenssdialmeien ausgcschmiickt wird, wobei sich hinter diesen Worten der Wunsch versteckt, den innerjüdischen Gegner zu treffen, wo man nur kann. Wie anders soll man 7. ß. jene Stelle in dem erwähnten Aufsatz des Berliner Gcmcindcblattes auffassen, die sich mit der Aufgabe der Reichsvertretuiig zum Einschreiten bei unfairen inn c r j üd i s c h e n Auseinandersetzungen beschäftigt lind in diesem Zusammenhänge u. a. folgendes sagt: י ״Auch mimosenhafter Empfindlichkeit gegenüber innerjüdischen Auseinandersetzungen «)11 hier nicht, das Wort geredet werden! cs ist vom zioniuisvhen .Standpunkt aus begreiflich, daß man das DeuUehsem vieler Juden in der Vergangenheit and das Hingen um die WicdcraiH'rkennung dieser Tatsache nielit gellen lassen, hoch- »lens nls Illusion werten will: und cs ist ebenso vom deutsch-jiiilisehen Siuinlpinikt aus verständlich, daß inan ah Vatciland des Zionisten die jiidischnuliunalc llcimsliilte in FnlUstiim befruchtet. Das alles sim! vertretbare Ansichten, und wer der Ucsamtnrgaiii• salion raten ■würde, liier zu richten, der würde itir einen sehlceh• teil Dienst erweisen, würde sie in den jüdisch-politischen Meinung»- kämpf himihzcrren." Es ist bedauerlich, daß das Gemeiiidcblait dazu be• nützt wird, eine derartig parteiliche Verzerrung der Standpunkte zu lancieren. So nebenbei werden liier in einem Organ der alle Juden umfassenden Gemeinde Anschuldigungen gegen große Teile der Berliner Ju• denlicit erhoben, die zu ihrer Diffamierung führen können und die Fingst nls widersinnig bezeichnet worden sind. Es ist keineswegs ,,vom zionistischen Standpunkt aus“, sondern unter den allgemein bekannten Tatsachen eine ״lllusioti“, vom ״Dcutschscin“ der Juden in dem heute geltenden völkischen Sinne zu sprechen; dagegen ist es sclbstycrständlieh, daß die deutschen Juden die Wiedereingliederung 'in den deutschen Staat, wie er in unserer Zeit mm einmal geformt worden ist, anstreben. Es waren zuerst und niit größter llimlriiiglichkeit Zionisten, die für diese Eingliederung öffentlich aufgetreten sind, und cs ist höchstens eine Illusion, wem! es im deutschen Judentum Menschen und Gruppen gibt, die nicht sehen, daß die Zeiten sich geändert haben, und daß daher diese Eingliederung mit anderen Formen und mit anderen Zielen er* folgen muß, als es im demokratisch-parlamentarischen Staute der Vergangenheit oder aucli im Deutschen Reiche der yorkriegszeit möglich war. Nicht weniger diffamierend wirkt in der Stellungnahme des Gcmcindcblattes die Behauptung, cs sei ״vom deutseli-jfidisclicn Standpunkt aus verständlich, daß inan als Vaterland tlcs Zionisten die jüdisch-nationale Heimstätte in Palästina betrachtet“. Man weiß nicht, beruht dieser Satz auf Nichtverstchcnwollen oder Nichtvcrsteheiikönnen! Das Vaterland des zionistisch gesinnten Juden in Deutschland Ist dasselbe Vaterfand wie dasjenige des niclitzionistischeii Juden, nämlich das Land seiner Gehurt und seines heutigen Lebens. Damit steht nicht im Widerspruch, daß er für das jüdische yolk als solches den Aufbau eines Landes anstrebt, das Mittelpunkt dieses Volkstums ist und naturgemäß auch für diejenigen Ju• den, die in ihm wohnen, das Vaterland im normalen Sinne darstellt. Daß cs nicht notwendig ist, in der Art, wie cs das Barliner Genieinüeblatt tut, gegen Juden, die eine andere Aulfassung vom Judentum haben, zu polemisieren, zeigt der Aufsatz eines liberalen Führers, Dr. Ludwig Holländer, den dieser — gewiß kein Freund des Zionismus — in der ״Jiidiscli-Libcraleu Zeitung“ veröffentlicht hat. Er schreibt u. a. folgendes: ״Schon seit vielen Jahren mußten wir jmlischliberalcn Männer uns drigegon wehren, daß itinn t io nls tisch gesinnten Menschen die Vaterlandsliebe absprach. Die l’»ychologic der Vulcrlnnddicbu beweis(, daß sic nur nach der Tat und nicht mich iheoreiisclien Auffassungen beurteilt werden kann. Wenn inan in Jalirzrluitcn den Zionismus kennengelcrnt und stark kritisch!«'handelt bat, und wenn man weiß, wie man selbst mit dculschein Wesen und deutscher Kultur und deutscher Zukunft innerlich verbunden ist, dann kann man ermessen, wie unangebracht es ist, einer jüdischen Riehluttg von vornherein den Makel der Vaterlandslosigkeit aulmcrlegcn. K» gibt leider überall Men- »eben, «lenen die Anhänglichkeit und der Wille *um Vaterland« fehlt, solche Menschen werden nie in Bereitschaft stehen, wenn es sich darum lundell, für «Ins Vaterland cüuutrclcn. Es wird gewiß uucli unler uns Juden Menschen gehen, denen die Vaterlands• liebe ubzusprechcn ist — wie cs solche Menschen leider in allen Kreisen der Bevölkerung gibt —, über etwa die Anhänger des Aufbaus L’allistiims »19 mangelnde Patrioten *u bezeichnen, ist völlig unangebracht und innerlich ungerecht. Man mag die Rieh• tung bekämpfen, man sollte aber von Verdächtigungen dieser Art unler ullcn Umstünden Abstand nehmen, weil sic den Weg in die Irre bedeuten.“ Es sollte nicht mehr nötig1 sein, über diese Frage immer wieder zu reden. Diese unerquickliche Debatte ist Schuld der* jenigen, die sich über Parteipolitik auch Im inncrjiidischcn Leben nicht erheben können. Wem es um den Frieden im deutschen Judentum ernsthaft zu tun ist, der sollte sich vor Diffamierung des innerjüdischen Gegners hüten. Wir hoffen, daß auch die maßgebenden Männer der Berliner Jüdischen Gemeindc solcher Objektivität fähig sind lind daß solche Entglcisutigcn künftig unterbleiben. Ohne die innere Bereit• schaft, mit den übrigen’ vorhandenen Partnern in den zentraten Instanzen des deutschen Judentums zusartimcnzuarbciten, kann man die Autorität der Rcichsv ertretung nicht so stärken, daß sic In jeder Weise den kommenden großen Aufgaben gewachsen ist. Die Finanzen von Frankfurt Gelegentlich der Vorlage der Jahresrechnung der Stadt Frankfurt a. M. für das Haushaltsjahr 1933/34 wurde von dem Finanzdezernenten Staßtkämmercr Dr. Lehmann in einer Pressekonferenz erklärt, daß die bereits im letzten Jahre an anderen Orten und Stellen festgcstelltc Aufwärtsbeweguntj der Steuereinnahmen in Frankfurt noch nicht eingetreten sei. Er fand, wie wir berichteten, eine Erklärung für diese Erschcimmg darin, daß die durch die Belebung der Wirtschaft vorhandene Tendenz zur Steigerung der Steuereinnahmen In Frankfurt ge 11 ein int sei durch den auch jetzt noch a n h n 11 e 11 den Sc 11 r 11 in p f u n gspro z,eß an j üdi sehen Firmen, von denen monatlich eine ganze Reihe liquidiere, und durch die A b w a ri - <1 c r u 11 g jüdischer Einzclpersönlichkcitcn. Auf Grund dieser Feststellung ist mm lt. ״Frankfurter Zeitung“ vom 2. 9. anscheinend infolge einer irreführenden Reutermckhmg in einem Teil der auswärtigen Presse, und zwar gerade auch in maßgebenden Organen Englands, Hollands und Frankreichs in großer Aufmachung behauptet worden, daß sich die Finanzlage Frankfurts durch diese jüdische Abwan• derting sehr verschlechtert habe. Der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt wendet siel! in einer Erklärung nachdriicklieh gegen eine• solche Entstellung des Tatbestandes. Er erklärt, die finanziellen Verhällnissc Frankfurts seien von seinem Aintsvorgiinger und dessen Kämmerer in Unordnung hinter* lassen worden und erst jetzt in Ordnung gebracht worden. Trotz der Abwanderung jüdischer Firmen stelle Frankfurt geldlich weit besser da als vor zwei Jahren. «Judopliobic* E. Reventlow her vom 2. 9. ein Leitartikel unter der Ucbcrschrilt ״Die Juden' in wahn und Angst‘* mit der Genfer jüdischen w 1 kenfereiu. Im Rahmen dieses Aulsatz.es kommt der c!' genannte Verfasser u. a. auch auf Palästina ah nsi״•^ n le Heimstätte des jüdischen Volkes zu sorerh«.״ sagt folgendes: c״ u»<! ״Die ,Nationale II « 1 m *tat t*1, 111 , * 1« ׳ n , deulet im Grunde nur ein Triuniplucielien für den jmtuctie9 ״ de•* Weltkrieg!״», Paliislina IhiIcijIcI «len anspruchsvoll,-,, ’’ «n «'er dicken goldenen Ulirkctlc, die sich über ,|cn;״•1״’,ן,״ Bauch spannt, ein Symbol 1 •1 r das jüdische \f'וי'”" |> r e » t i g e. Wenn jUdiwhcrsi ih Möglichkeit ״ml Wille be,,''*' «ri e* Palästina, sei es ein andere« Lau«! mm y ק lande »chlerhihin zu machen, so würden wir di« **,י di.che Frage »e 1 b » I vtr s I ä n d 1 i c 11 gan* י’’«״ betrachten und dem jüdischen Volke nicht clcrs gegen über stehen ati irgendeinem V o 1 kc.“ Von der ״Wesideuisdien Kaufhof A.-G.׳״ Wie die ,,Frankf. Zeitung“ vom 31. August mitteilt, scheiden nunmehr bei der Westdeutschen Kaufhof A.-G. aus dem Vorstand Franz Levy und Julius Schloß, aus dem Aulsiclitsrat R.-A. Dr. Elicl (Köln), Kommerzienrat Theo• dor Frank (Berlin, DD-Bank), und der frühere Generaldirektor Dr. A. L. TieU (Amsterdam) aus. Zu stellvertretenden Vor- *tandsmitglieüei n wurden H. G. Lange und H. Lilfers bestellt, *um Vorsitzenden des Vorstands Dr. Otto Baier. In den Aufsichtsrat soll Dir. J. B. Ralli (DD-Bank) gewählt werden. Damit ist, wie der Bericht des Aufsichtsrats zum Ausdruck bringt, die seit dem Frühjahr 1933 int Gang befindliche Neuordnung der Führungsverhäitnisse abgeschlossen, Die in unserer letzten Ausgabe auf Seife 4 gebro«±1fe Anzeige betreffend verbilligtes Rundschau-Abonnement als Fesfgeschenk ist durch ein bedauerliches Versehen zum Abdruck gekommen. Sonderangebote sind lauf Bestimmung desWerberafs unzulässig. and '111 Hierzu sei dem Verfasser gesagt, daß durchaus der im., schütterliche Wille des jüdischen Volkes besteht T nationale Heimstätte in Palästina zu schaffen. Es war eine der Erkenntnisse des Zionismus und insbesondere TW *‘"•י die Schaffung der nationalen Heim statte die Position des jüdischen Volkes den anderen Volk,״ gegenüber auf eine neue Grundlage gestellt würde und hierdurch eine Normalisierung der Be 71 ehun zwischen den Völkern und den Juden eintreten müsse di! S<« zwangslaufi» des des Wenn schließlich in dem Aufsatz gegen die Vcrwcnduitr Wortes ״Diaspora“ für den gegenwärtigen Zustant jüdischen Volkes polemisiert und dieses Wort als ״Maske'• der Juden bezeichnet wird, so scheint hier etwas gesucht zu werden, was nicht vorhanden ist. Diasnoo — Zerstreuung des jüdischen Volkes, bedeutet nichts weiter als daß nach dem Untergang des jüdischen Staates im Jahrei die Gesamtheit der Juden über alle Länder der Welt imtrwt worden ist, und daß cs heute keinen Mittelpunkt gibt nach dem sich die Augen aller Juden richten, bzw. wo das jüdische Volk im eigenen Lande und in eigenem Gemeinwesen lebt Hinter dieser rein tatsächlichen Feststellung etwas Geheimnisvollcs, gegen die anderen Völker Gerichtetes zu wittern, scheint uns in das Gebiet jener einst von Pinsker so treffend gekennzeichneten Judo phobic zu gehören, einer Oespra- •tccfurcht, die dort, wo es nichts Unbekanntes zu willen gibt, im Juden das Geheimnisvolle an sich sieht und dadurch zu ganz absurden Konsequenzen gelangt. Japan und die Juden In der ״Deutschen Zeitung“ vom 30. August veröffentlieht Dr. Johann von Leers einen Aufsatz über die Ercig* nisse im Fernen Osten unter der Ucbcrschrift: ״Die jü• dische Einkreisung Japans“. Er schreibt hierzu U. a. folgendes:. ״Die «mtljapimische Tfciic in «kr großen Juden ptes*« «ler Weh war Schon seit Jahren im Steigen. Da» Aul kommen eines machtvollen Sl.mu-s, in dem weder Juden noch Freimaurer irgend, eine Holle spielen, der geistig und religiös in siidi selber ruht, dessen Kaiserreich von den Göttern, dessen Kaisertum von der Verehrung der Nation gehalten ist, war seit jeher allen internationalen Klüften «ler Welt ein Dorn int Auge, Man fürchtete Japan, man hewuiulerlc es,-aber nnm haßte es hciinlidi. Um die Sonneiifuluie Groß-Japans ballte sieh iihnliehcr Haß zusammen wie um die llukenkrcnrfnhnr, das Soimenreielicn dr! neuen Dem xeltlartd. AU die praktischen Schwierigkeiten käme«» hintu, Japans in 11111t und Ho«Im begründclc Kultur ließ »ieh nicht *er. setzen «nid Irutrtc allen geistigen Versuchungen von außen, Japans immer «leiiilielier ausgesprochene Berufung rur Führung der Eigenstümlißkeit des o.stasinlisehcn Raume« erschien den tu Händlern gewundenen NVhfahren europäischer Eroberer alt Bedrohung — so zogen sieh diu Füllen um Japan ziuummeu.“ Die Kräfte, die Im Spiel der internationalen Politik a n t i j a n a 11 i s c h eingestellt sind, haben mit der Steilung der J11 (len zu diesem Lande nichts zu tun. Es gibt wohl auch kaum ein niulercs Land auf der Welt, demgegenüber jüdische Interessen so gering sind wie gerade Japan, in dem. cs nur eine ganz kleine Zahl cingewandcrter europäischer Juden gibt. Man muß es bedauern, wenn die großen weitpolitischen Verwicklungen, die auf ganz anderen Ursachen beruhen, dein Leser, der die Zusammenhänge nicht Übersicht, in einer Weise dargestellt' werden, die nicht nur anti jüdisch wirkt, sondern auch die notwendige Klarheit der politischen Vorstellungen 1mlergräbt, fit Deutschland, zu dessen Gegnern Japan im Weltkriege gehört hat, ohne daß deshalb die damalige Gegnerschaft auf ״jüdische Einflüsse“ zurückzufllhren war, sollle man dorn rüge Fehlkonstruktionen politischer Art leicht auf decken können. Eine Haifa-Beilage der ״Jüdischen Rundschau". Die Neiljalirs-Numrner unseres Blattes am 7. September bringt auch eine scchz.elmseilige Palästlnn-Bilderheilage, und zwar eine Sondernummer ״Haifa“. 111 über 50 Photos wird hier eine allseitig«• Reportage über den jüdischen Anteil In der Entwicklung dieser Stadt aufgebaut. Das vollkommen neue Bildmaterial stammt in der Hauptsache von dem Photo- Ijraphcn Kluger, Tcl-Aiviv, und enthält auch Aufnahmen von Schweig, jmisaiem, Gidal, Izakowicz, Haifa. Das Titclhild ist von Feigin, Haifa. Die Wiedergabe der Bilder erfolgt ln Kupfertiefdruck. Die instruktiven Artikel des Heftes sind von Dr. A. Granowskv, Jerusalem! Ch. Z. Klötzel, Dr. Marcus, Haifa, Dr. Ernst Meenner, Berlin. ״Die Schande von Kamen" Die ״W e st f ä li sc h e L a 11 d c s z e i 11111 gR 0 teErdt“ vom 2, September berichtet über eine Gt׳m« imk׳ratvälni11g i» Karnen, in der der Bürgermeister gegen einen Artikel «I« ״Stürmer“, ״Die Schande von Kamen“, Stellung miliin. Die ״Schande“, von der hier die Rede ist, besteht gemäß der Behauplung des ״Stürmer“ darin, daß der Bürgermeister des Ortes einen S. A.-Mann namens Lenkenhoff damit beauftragt habe, ״die Gräber auf dem J 11 d e 11 f r i c d 11 o f in Ordnung zu bringen". Aus diesem Grunde wurden der Bürgermeister und der Baurat schärfsten? im ״Stürmer“ angegriffen. Bei der Sitzung des Gcmcindcrates verließen die Mitglieder der tut«• nalsozialislisclteii Fraktion «len Saal. Der Bürgermeister gab dann die Erklärung ah, daß er und der Baurat nicht daliir verantwortlich seien, daß L. ״auf einem Teil des Kommunilfriedhofs, auf dem lediglich Grabsteine des ehemaligen jüdischen Friedhofs aufgestcilt seien“, habe Unkraut jäten sollen. L. sei außerdem wegen seiner Vorstrafen aus der S. A. ausgeschlossen worden. Der Bürgermeister erklärte, er habe gegen den ״Stürmer“ Strafantrag gestellt. Für um ist diese Angelegenheit, mit der wir als Juden ja nicht direkt zu ־tun haben, insofern interessant, als es hier offenbar von allen Beteiligten als Entehrung und Schande angesehen wird, auch auf dem Teil des Friedhofs, wo jüdische Grabsteine auf* gestellt sind, Unkraut zu jäten. Hilfsbereitschaft und das «,Hohe Lied" Im ״Aerztcblatl für Sachsen, Prov. Sachsen, Anhalt und Thüringen“, Dresden, vom 15. August wird ein Aufsatz von Dr. Alfred Sccligcr über das Jodbad Tölz veröffentfleht. In diesem heißt cs bei einer Betrachtung über das Publikum dieses Bades u. a. wie folgt: ״Man sieht viele, sehr viele idle Ehrpaare, die aU«׳.h iw AI!« und in der Krankheit. Iren nisninniriihiilten; ergreifend und «׳ sctiilllernet die Treue und llilGhereilseliall, mit der die cinntnrn Galten sieh gegenseitig unterstützen. Ich Konnte mich wanrhmal nur mit Muhe der Rührung erwehren, wenn ich s.1h. »'!' fl" «Ile* verhärmte«, krufllo««, selber vor Schwäche *iUtiudc' schwankende« Frnurhr» aus dem ,Volk‘ ihren armer«, grlittmim Mnnn, den Gefährten «ler Jugend, «len (!«■lielilm von «•imt, ircuuaJ sorgsam »liltrte und die Wundclluille cnil.mg iulirle. Wa« i'j da» 1 n » t i v e, ä u S c r s t I r n g w II ז d i g e ,!lohe L i t i nt jüdischen *ogenn unten ,Alten Testi®«1״ gegenüber diesem wahren ,Hohen Licitc* urtMltgermanischrr Tr!« und llilfsbcreitschalt *wischen den alten, kranken, kralil״״״ Eheleuten? Die Leidenschaft Holt —-- aber die wahre echte Liebe bliebt“ Der Verfasser dieses Aufsatzes sollte als Arzt wissen, daß die Erhaltung der ehelichen Zuneigung bis ins hohe Alter hinein sich nicht auf einzelne Völker oder Rassen beschränkt, sondern daß cbcnsovicte Juden wie Arier das Glück haben, bis ins Oreiscnalfcr eng verbundene Ehepaare־zu bleiben. Zu seiner Kritik des Hohen Liedes der Bibel, einer der großartigsten lyrischen Schöpfungen der Weltliteratur, wollen wir uns nicht äußern. Der Verfasser kann darüber »« Goethe und Herder nachlescn, falls diese für ihn Autorität haben. Aus Anlaß des 60. Geburtstages von Prof. Dr. J. EI* bogen ist die August/September-Nummer der MitJei* lungen der Groß löge für Deutschland U.O. B. B. dem Jubilar gewidmet worden. Die Nummer enthält Beiträge von Max Freudenthal, Hermann Vogclstein, Max Wiener, Adolf Kober, A. Frehuann, Max Dienemann, C. Seligmann, Georg Herlitz, Max Etchclbacher und E, Finkei. HaupUchriftlciteri Dr. Robert W e 11 * c h, Berlin-Charlottenburg t Stellvertreterl Kurt Loewenitein, Berlin VV 15. VcrantwortHd'״ Schriftleiter für den gesamten redaktionellen Teil: Kurt Loewe»• (t e I n, Berlin W 15. Anteigcnlcilcrln und verantwortlich für Anteijjentelli Helene Chinciner, Berlin N 54, Verlag und A°־ *eigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Mcinckt«»• W D.-A. Juli 37011 E*pl Druck; Siegfried Scholem, Bctlm-Schündx'f u% scUäft&s n/,*l (focUettk W u% JluHd&ckm - und uns schafft es neue sffindige Bezieherdenn wer unser Blaff einige Wochen regelmäßig Uesf, 111/>ד es dann rvlchf mehr missen

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