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Jüdische Rundschau · 1934-09-04 · Heft 71 (4.9.1934) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 71 (4.9.1934)
Date
1934-09-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU ח): ' Ci! PALÄSTINA - WIRTSCHAFT N* 71. 4. SEPTEMBER 1934 r!*״ ־'|t- {::in Mo« I: nü M-fe,!.;׳er.;־ ויי; r ן ח;< nt -. ־ r- Mdic; %k \ :CO-;־; m* ■; k’ri! ■«!!; ׳;)ng :illii;'?me i!cr;fwa Ter, :To;feut 'lach;;ich«;Jbt.! frn, t|mi Tn•!im ficht Wes |)ie 1k- Tics fi ft ״!!!er >lcr; j Der Palästina - Markt ii Monatsbericht > Von Dr. J. Adler, Tel-Awiw. 1 iHras-frädtie Tel-Awiw, Ende August 1934, •I [)je kommerziellen und technischen Vorbereitungen für I die im November beginnende Fxportsaison 1931/33, in der 1 man rund b'a (I1• 33/il: 5'/.׳) Millionen Kisten wird absetzen j -jisscn, sind umfassend eiiigeleitet. Die Repräsentanten der I führenden Zitriis-Lxportfirmcn Palästinas bereisen gegen- I ״jrtig England und eien Kontmeiit. Dem Vcrnebincn nncli (st es ihnen gelungen, den Umfang der festen Verkaufs- ו ,(,Schlüsse auf dem englischen Markte nicht imhctrachtlich zu erweitern, wodurch das spekulative Risiko des Konsignationsgeschäfts (Verkauf durch die Frucht-Auktiouen in London, Liverpool, Glasgow) entsprechend eingeschränkt ־ würde. Was den Kontinent betrifft, so vermutet man, daß der deutsche Markt, dessen Interesse für die Paliijlina-Orange dauernd wächst, diesmal mindestens 2 (i. V. 1,3) Millionen Kisten beziehen wird. Hinsichtlich der technischen Vorbereitungen sei erwähnt, daß in der kommenden Saison sich der Zitriis-Lxport in der Hauptsache in Jaffa konzentrieren wird, wo ein jetzt im Bau befindliches neues ) Lagerhaus für zwei Millionen Kisten spätestens bis Dezemher; vollendet werden soll. In Rechowoth, dem Zentrum der 1 südlichen Orangenzone, werden von privater Seite neue; Pack• und Lagerhäuser mit Bahnanschluß gebaut; in Chedera, dem nördlichen ()rangenZentrum, hat die Bahnvcrwal- * taug selbst den Bau eines grollen Lagerhauses unternommen. I Zu bedauern ist nur, daß der seit langem geplante Bau eines f Anschlußgleises von der jetzigen bisenhahn-Kopfstation Jaffa I Ms mm Hafen Jaffa auch für die Zwecke dieser Saison i sich nocli nicht verwirklichen wird. fl 1 Gt/rcide und luitcrmittel : Da die sehr reichliche Ernte in Weizen zur Deckung 1 te Inlandsbedarfs wohl mindestens bis zum Jahresende : genügen wird, so dürfte es wahrscheinlich auch über den , 31. September hinaus bei der (zunächst bis zu jenem Zeitr tikfc verfügten) Sperre der Einfuhrlizenzen verbleiben. | Wie der Weltmarkt, tendiert auch der palästinensische Markt 1 anhaltend fest. Pro siidnalästincnsischcn Kantar (288,15 kg) zahlt man (wie im Juli) .CP 2,700 bis 2,750. Der ebenfalls sehr stattliche Ernte-Ertrag in Gerste wird dank des Zollschut/cs und der festen internationalen Haltung zu guten Preisen verwertet, sowohl auf dem Inlandsmarktc, der pro Kantar CP 1,400 und mehr bewilligt, als auch im Export, der in letzter Zeit weitere 1500 Tonnen nach England absetzte. In Mais haben die günstigen Ernte-Erwartungen *ich neuerdings befestigt. In Dürr a H (in Europa auch ״Dari״ genannt) sind von der glänzend begonnenen Ernte nunmehr die ersten Zufuhren auf dem lokalen Markte erschienen und werden mit CP 1,250 bis 1,350 pro KarPar bezahlt; man rechnet mit größeren Exportverkäufen nach verschiedenen Ländern des europäischen Kontinents. Für Pferdebohnen ist nach längerer Stille jetzt wieder etwas Nachfrage zu bemerken.!3)0• it11' ).pur fl 11- Me n {)aut •sider lj er Ü ist Uekt |fon IN, iuf• Mehl Die Preise für Auslandsmehl ziehen hei lebhaftem Ge- Kh.ift weiterhin kräftig an. Loko pro Tonne erzielen amerikanischrs Mehl XP 18 (Ende Juli lö'/z) und australisches Mehl CP 15 (13). Einheimisches Mehl verkehrt noch ungefahr auf Vormonatsbasis, pro Sack (86,4 kg) etwa XP 1,200, Reh Im Hinblick auf den kommenden Herbstbedarf und auf Internationale Befestigung ist neuerdings das Geschäft sehr lebhaft geworden, so daß bei kleinen Vorräten anziehende Preise zu beobachten sind. Pro Tonne cif Jaffa/Haifa fordern gegenwärtig■ ägyptischer Reis .CP 6 bis 10, siamesischer Reis von CP 0 aufwärts, Patna-Reis XP 7 bis 9, sonstiger inbischer Reis CP 7 bis 8*/״. Da große Zufuhren noch unter- »egs sind, erscheint ein künftiger Druck auf das jetzt erreichte Preisniveau nicht ganz ausgeschlossen. heker Der Markt hat sielt unter dem Einflüsse stärkerer iml»rte um eine Kleinigkeit abgeschwächt. Doch erhofft man vom stärkeren Konsum für die bevorstehenden jüdischen Feiertage eine neue Belebung. Augenblicklich wird, pro Tonne loko, gemahlener Zucker mit XP 17 und Würfelzneker mit CP 20 umgesetzt, beides gegenüber dem Vor- ״lonat so gut wie unverändert. Das Interesse für gemahlenen Zucker bleibt stärker als für Würfelzucker. foffee, Tee, Kakao Der Markt für Kaffee konnte sich in den letzten jochen wieder etwas erholen, vom Weltmärkte her wie auch durch die Dispositionen des konunenden Herbst- und Winter• geschältes angeregt. Die Offerten cif Jaffa/Haifa bedingen?fgenwärtig pro Tonne für ״Rio Nr. 5“ XP 53 bis 54 (Ende uh: 52), für ״Santos Bourbon Prime“ LP 56 bis 58 (55). '«imiings befestigt hat sich bei zunehmenden Umsätze״ *uch der Markt für T e c; die in Palästina fast ausschlicß- »dt marktgängige Ceylon-Provenienz ״Orange Pccco Nr.5“ »« ihren Preis pro englisches Oewichtspfund (453,3 g) cif 1״a/Haifa auf 15 (Ende Juli: 13 bis 14) Pence erhöht. ”Kakao bleibt der Markt still, bei abbröckelndcn Preisen ™ *1'Schlüsse an die Londoner Accra-Noticrung. 8“«er und Käse ,D'c palästinensischen Notierungen für Butter haben j, ׳ aus reichlichen Zufuhren noch große Bestände in ” Kühlhäusern lagern, dem steigenden Welt-Preisniveau nicht anpassen können. Gegenwärtig erzielen, pro . ״R loko, litauische und lettländische Ware XP 4,800 bis 5, «'״rcichische Butter XP 5, australische Ware XP 5 bis '.?*י׳ dänische Butter bis XI» 5,300, andererseits argentißaekbuttcr XP 3 bis 3,50« — durchweg gegenüber If״ ״Vorn10nat unverändert. Die einheimische jüdische Mol- ]”'״“her, die nur in relativ begrenzter (und daher den ImE? . ״״entbehrlich machender) Menge auf den Markt ,".?1י“ und dank ihrer Qualität hauptsächlich der Kinder- ״ünken-Ernälmmg dient, erzielt gegenwärtig pro sud- ^'1"eisischc Okia (240,6 g) XP -,060 bis -,064. Das di««*** ’״ Käse bleibt noch in engen jahreszeitlich be- Pma ״ו Grenzen; neben holländischen und lettländischen ich1 ״ . interessieren in gewissem Umfange auch feinere D-. '!2””•sehe Spezialitäten — alles zu Weltmarktpreisen. Hs /1,״äeiinjselie Weichkäse notiert pro Okia nach wie vcfr Eier -.025. itis * * Zufuhren aus der Türkei sind gegenwärtig knapp» und .,ftyPten und Syrien nur unregelmäßig lind unbedeutend!io» *“'1י dje Anlieferungen der Tnlandsproduktion nur ge* *' *° daß auf der ganzen Linie ein Anziehen der Preise V.׳*•׳/ ןייךיץ ךןיךן׳3 י -.־; S JiM. W . 4 Mut i. -4 ״Ji Um״■ Von Max Tischler I-.1ut palästinensischer RcgieriingsMatistik sind im Laufe des Jahres 1933 323(1 Personen mit einem Zertifikat Kate* Korie A I nach Palästina eingewandert, d. 11. von jedem dieser Einwanderer wurde ein Mindcstkapital von X 1000 in das Land gebracht. Im Jahre 1932 war die Zahl der Ein- Wanderer dieser Kategorie 727. hi den letzten beiden Jahren ist also eine sprunghafte Steigerung der söge nannten Kapitalisten- Alij a h c i 11 g c t r c t c 11. Der Großteil dieser Einwanderer ver* fugt über ein Kapital von £ 1000 bis 2000, muH also als Kleinkapitalist bezeichnet werden. Eine kleine Schicht — besonders aus angelsächsischen Ländern — wandert jedoch l״lt . so großen Kapitalien ein, daß als Durchschnitt ein Kapital von x 3000 pro Kopf erreicht wird. Bei äußerst vorsichtiger Annahme kann die Zahl der 1 m m igraute 11 mit einem Kapital bis £ 2(X)0 mit 60 ״/» der G c s a in t c i n w a n d c r u 11 g der Kategorie AI ge- ״au״» werden, so daß allein im Jahre 1933 fast 2000 derartige Einwanderer ins Land g c ko m - in c 11 s i n d. Die Erfahrung zeigt, daß die wirtschaftliche Einordnung von Einwanderern dieser Schichten im allgemeinen 3 bis *1י;ח0!ף י” dauert. Die Tatsache dieser anscheinend ״laugen“ f inordnungszeit sowie bestimmte Schwierigkeiten beim Linordmiiigsprozcß haben in der Öeffentlichkcit den Eindruck erweckt, daß die Einordnung von X 1000 Kapitalisten im allgemeinen sehr schwer oder fast unmöglich sei. Wie hegen die Verhältnisse mm tatsächlich? Die erste wichtige Frage bei der Einordnung dieser Schicht ist das Problem: Stadt oder Land. Naturgemäß tendiert der Großteil der Neueinwanderer dieser Kategorie nach seiner Herkunft, seiner Ausbildung und nach seinem Lebensstandard zu einer städtischen und mittclständischcn Betätigung. Und sofort entsteht die Frage: Kann die palästincusiselic Wirtschaft überhaupt derartige Mengen m iitclstä n d is c h c r Elemente in ihrer städtischen Wirtschaft verdauen? Bei einer Bevölkerung von 1,2 Mill. Seelen beträgt die Zahl der Konsumenten, die nach europäischen Gesichtspunkten als Käufer in Frage kommen, nicht mehr als 300 000. Es ist klar, daß auch bei Berücksichtigung der gegenwärtigen Aufbauperiode und der — bisher nicht sehr stark entwickelten — Position Palästinas als Transit- und Exportland, die palästinensische Wirtschaft nur eine begrenzte Zahl von Klein- Kaufleut eil, Klein-Industriellen usw. z 11 s ä t / lieh so verdauen kann, daß weder tür den Einzc!Interessenten noch tür das Land nachtci« ligc Folgen entstehen. Schon bisher war der Handel in Palästina durch Juden, Araber, Griechen, Armenier •usw. gut besetzt. Wenn auch mit der neuen Einwanderung neue und gesteigerte Bedürfnisse ins Land gebracht werden, so steht clöch die Möglichkeit, sich bei deren Befriedigung eine inittclstiiiulisrhe Existenz in der Stadt zu schaffen, in einem starken Mißverhältnisse ׳zu der Gesamtzahl der ciuwattdcrmlen Klciiikapitaiistcn. Die Niederlassung in der Stadt erfordert also eine besonders vorsichtige Prüfung der Bedingungen und der persönlichen Forderungen. Wichtig ist — besonders bei industriellen Betrieben —, die Markifragc und eine genaue Prüfling der Kalkulation, da in manchen Branchen schon einige kleine Netuuiteriichmimgcn das Faß zum Ucbcrlaufcn bringen können. Außerdem muß aber auch damit gerechnet werden, daß infolge der niedrigen Zölle die Konkurrenz mit importierten Waren bei den heutigen Schleuderpreisen der Fxportindustrie fast aller Länder sehr schwierig ist. Was die Ansicülung von Miitelständlcrn auf dem Lande betrifft, war mau noch vor einem Jahr der Ansicht, daß sie ein Kapital von mindestens £ 1500—20110 erfordere. Heute schätzt man das Kapital beträchtlich niedriger. Zu dieser Verbilligung der Sicdltingskosten tragen nchcii rein technischen und organisatorischen Bedingungen vor allem der Wegfall des llodcnkaiifs bei Ansicdlung auf Nationalfonds-Territorien und in vielen Fällen auch die Bereitstellung von Krediten (Hilfsfonds für deutsche Juden) bei. Die notwendige Voraussetzung für eine solche An- Siedlung ist allerdings Arhcitscignung und Arbeitswille. 1111 allgemeinen kann gesagt werden, daß der Ansiedler entweder bei vollständiger körperlicher Gesundheit und normaler Konstitution nicht älter als 35 Jahre sein dar! oder aber — bei einem höheren Alter —, daß arbeitsfähige Kinder vorhanden sein müssen, wenn die Um- Schichtung mul Ansicdlung nicht scheitern sollen. Pie Eig- 1111 n g der Frau für die Führung des ländlichen Haushaltes und die Mitarbeit! 11 der Wirtschaft ist dabei von c n ts eh c i d c n d c r B c d e u t u n g. Ebenso wichtig ist die Frage der Fac 11 kc 1111111 isse. Für einen Fachmann, der seinen bereits außerhalb Palästinas erprobten Beruf in Palästina weiter betreiben kann, stellt ein Betrag von X 1000 ein ganz anderes Kapital dar als für den Ein- Wanderer, der in Palast Ina umsatteln muß. In diesem Zusammenhang ist es auch nicht erheblich, ob das mitgebrachte Kapital für einen Angehörigen der freien Berufe, wie Arzt, Rechtsanwalt, Architekt usw., für die Ucbcrgangszcit als Existenzmiltei und späterhin als Kapitalreserve mit Zinsertrag dient, ob es sich um das Einriclitungs- und Betriebskapital fiir ein handwerkliches oder kleinindustrielles Unternehmen eines Fachmannes handelt, oder ob cs schließlich für einen Kaufmann, der sein in Europa betriebenes Geschäft in Palästina fortfübrt, das Geschäftskapital darstellt, ln allen diesen Fällen bedeutet ein Kapital von X 1000 für den iicueingcwniidcrtcn Fachmann jenen realen wirtschaftlichen Wert, den eine solche Summe in Paiästina oder sonstwo in der Welt in den Händen eines sich entsprechend betätigenden Bodenständigen besitzen würde. Der Nachteil der mangelhaften Kenntnis des Landes und seiner Bedingungen wird meist durch die Kenntnis besserer Geschäfts- und Betriebsmetliodcn, internationaler Einkaufs- Verbindungen oder besserer Berufsausbildung ausgeglichen. Verschiedene Voraussetzungen sind allerdings für eine erfolgreiche wirtschaftliche Betätigung von größter WicldigKeit: a) gediegenes fachmännisches Können, das möglichst mit kaufmännischen Frfalirungcn gepaart sein soll; b) genaue Prüfung der Verhältnisse, ob für den gepianten Betrieb reale Existeirzclianccn bestehen; c) Fähigkeit zur Umstellung von europäischen auf palästincnsischc Verhältnisse, d. h. Berücksichtigung der geänderten wirtschaftlichen Bedingungen, der Mentalität, Sprachkeuntnisse, Elastizität usw.; d) Wille zur Mitarbeit im ursprünglichen Sinne des Wortes, da die mit solchen Kapitalicn gegründeten Unternehmungen für eine nur überwachende oder leitende Tätigk c i t 111 den meisten Fällen nicht ausreichen. Im allgemeinen kann auf Grund der bisherigen Erfahrungcii gesagt werden, daß Fachleute mit einem Minimum an Kapital, besonders in Industrie und Handwerk, aber auch irti Handel bisher in den meisten Fällen Startmöglichkeilen gefunden haben. Schwieriger ist die Situation für den reinen ״Kapitalisten“, da hier eine besonders genaue Prüfung der Verhältnisse vor der Entscheidung notwendig ist. Von entscheidender Bedeutung für die Möglichkeiten des Einwanderers und auch für den Nutzen, den er dem Laude bringen kann, sind seine subjektiven Fähigkeiten, sein Alter, sein Elan, sein Temperament. Wer sielt mit der Frage der Einordnung der mittelst,indischen Schichten in Palästina beschädigt, Kann fast täglich feststellcn, daß Menschen — und hierbei handelt es sich nicht immer bloß um jüngere Leute—, die in Europa Katiflcute oder Akademiker waren, mit großem Schwung — und soweit es sich in dieser kurzen Zeit bereits feststellen läßt — auch mit Erfolg den Schritt zum Chauffeur, Mitglied einer Baumaterialien produzierenden Kooperative, zum tätigen Mitarbeiter eines Speditionsunternehmens usw. gemacht naben. Auch die Errichtung von guten Gasthäusern in den Kolonien wird vielfach mit Erfolg von Leuten versucht, die noch vor kurzem eine andere Tätigkeit ausgeübt haben. Man kann sagen, daß aus der großen Zahl der ״Tausendpfimdler“ sich viele, und zwar besonders jene, die Fachkenntnissc besaßen oder zur Landwirtschaft oder sonstigen physisclien Arbeit geeignet waren, fürs erste ohne Schwierigkeiten •uiitcrgekommcn sind. Die Frage, ob die endgültige wirtscliaftiichc Verankerung im Jisthuw gelungen ist, wird sich erst nach einigen Jahren entscheiden lassen. Kein Zweifel bestellt, daß gerade dieser Gruppe durch zweckmäßige Unter* Stützung, durch genaue Informierung, Intervention bei Bebürden, Kredite usw. viel geholfen werden kann. In den meisten Fällen ist für den Neucinwandcrcr der Weg ohne Unterstützung von Personen oder Instanzen, die das Land und seine Bedingungen genau kennen, doppelt oder dreifacli so lang als hei richtiger Anleitung. Klar ist, daß auch die beste Anleitung und Unterstützung dem Einzelnen nicht die Entscheidung und Verantwortung ahiielnncn kann. Ebenso muß auch dem Ncucinwamlcrer von Anfang an bewußt sein, daß cs kein Land der Welt gibt, in dem ilun die Aufgabe der Existen/griindung durch öffentliche Instanzen abgenommen wird und in dem er schon nach wenigen Wochen mit der^ Arbeit beginnen kann. Schwieriger ist das Problem für Menschen, die nach den oben angeführten Hauptgcsichtspunktcn weniger Qualitäten mithringen. Hier gibt cs überhaupt keine generellen Lösungen, und jeder einzelne Fall imiß individuell behandelt werden. Und vielfach könnte durch Kredite und fachliche Anleitung, durch Schaffung von Kooperativen, Kombination geeigneter Teilhaber viel von den zentralen Institutionen geholfen werden. Hierfür ist von seiten der offiziellen Instanzen, wie ewish Agency, Stadtverwaltung Tel-Awiw, Industriellenverand usw. mehr schöpferische Initiative und mehr Mut zu Handlungen als bisher notwendig. Ebenso wäre auch eine veränderte Oeltlpotitik unserer flanken gegenüber der 111chistric, eine Förderung des Konsortialgcschaftcs und ein aktives Vorgehen der nationalen Geldinstitute bei Neugründungen von Industrien, statt des Rückzuges aus den bereits bestehenden Bindungen, von großer Bedeutung für die Einordnung dieser Schichten. Konstruktive Vorstadtsied- 11111g in Verbindung mit Heimindustrie, Zusammenfassung einzelner zu Kooperativen und ähnliche Pläne können nicht von den Ncucingcwanderlen, sondern müssen von den verantwortlichcn wirtschaftlichen Instanzen des Jischuws ge* startet werden. Es muß von seiten des Jischuws jede An* strciigimg unternommen werden, um das Schicksal der ■C 1000-Kanitalistcn mehr als bisher zu beeinflussen. Wer gesellen hat, welche Art von Ratschlägen tagtäglich Z, T. von wohlmeinenden, z. T. von verantwortungslosen Leuten, die aber beide hierzu nicht berufen sind, dauernd an diese Einwanderer gegeben wird, wird verstehen, daß hier rasche und umfassende Arbeit nottut. Der X 1000-Kapitalist, eine willkürliche Schöpfung der palästinensischen Verwaltung, bedeutet bis zu einem gewissen Grade einen Prüfstein für unsere Wirtschaft* liehe Befähigung und Bewährung in P a 1 ä stina. Wenn cs uns nicht möglich ist, diese Einwanderer, die mit ihren Kapitalien in jedem anderen Einwanderungsland der Welt nicht nur mit offenen Armen begrüßt würden, sondern auch zweifellos auf den Gebieten, auf denen wir sie liier cinzuordncn haben, sich Existenzen schaffen könnten, untcmibringeii, so ist dies ein bedenkliches!Zeichen für eine mangelhafte schöpferische Fähigkeit in der Wirtschaftsgestaltung. Es muß von seiten des Jischuws und der jewish Agency alles geschehen, um diese wichtigen Elemente und ihre Kapitalien so zu leiten und im Lande zu verwurzeln, daß ein befriedigendes Resultat im Einordnungsprozeß er* reicht wird. wahrzunelimcn ist. Für türkische Eier zahlt man pro Kiste (1440 Stück) heute XP 3 bis 3,500 (Ende Juli: 2,500 bis 3), für arabische Inlaiidscicr pro 100 Stück XP —,300 bis —,320 (—,280), für jüdisciie Inlandscier (la. Trinkei) pro 100 Stück je nach Größe XP -,400 bis -,600 (-,350 bis -,500). Konserven Auf dem Markte der kondensierten Milch, den gegenwärtig bei anhaltend flottem Geschäft dänische, hol- Ländische, irische und kanadische Marken beherrschen, wer• den neuerdings auch Versuche zur Einführung ncusecländischer Produkte gemacht. In Fisch konserven weicht allmählich die Sommerruhe den Vorbereitungen für die kühlere Jahreszeit. Die Dispositionen erstrecken sich be* sonders auf portugiesische und norwegische Sardinen! japa• nischcn und sowjetrussischen ״Salmon“, englische ״Kippers“, lettländischc Sprotten und portugiesische Anchovis. In Oe. müsekonserven zeigt sich etwas Interesse für Südfranzösische Erbsen und kalifornische Spargel. Still liegen Obstkonserven, mit Ausnahme einer gewissen Nachfrage für Ananas-Packungen. Vollständig geschäftslos sind vorläufig noch Fleisch konserven (Leberpastete und Gulasch), die ausschließlich im Winter gehen. Holz Die Tendenz für Bauholz hat in den letzten Wochen erheblich angezogen, was einesteils mit der Kursversteifung der für den Holz-Import maßgebenden Gold-Devisen zusammenhängt, andernteils mit der Verteuerung des inner» palästinensischen Transports. Die Regierung will in den

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