Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1933-02-24 · 8 (24.2.1933) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
8 (24.2.1933)
Date
1933-02-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2629891-2630489-2630497--4378-2636534
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

10 entity mentions

Sitte. 2 ums Nr. 8 Brüder und Schwestern! *0* *eörgättisterte Erez**nsf0eL2efttrftte anäfrLntfälttiitg einer großzügigen Agudas Jisfoel für Oesterreich schreitet Es soll für handwerkliche üttd iaitdwirtschaftliehe ' Ausbildung der Interessenten; eventuell im Einvernehmen mit anderen Landesorganisationen der Agudas Jisroel, ge■* sorgt werden. Eine eigene Abteilung wird auf Grund eingehender Prüfung der Lage in Erez Jisroel jeder* mann jede gewünschte Auskunft zu erteilen haben. Mittellosen Erez-Jisroel-Wanderern werden Reisebeiträge gewährt werden. Brüder und Schwester!!trägt die Mizwoti von Jischmv Erez Jisroel Ewigkeitscharakter und haben zu a 11 en Zeiten rCll* giöse Juden aufopferungsvoll an der Verbreitung und Stärkung des religiösen Jischuw im heiligen Lande gearbeitet, so ist diese Mizwoh im jetzigen Augenblick von ungleich größerer Bedeutung als jemals zu vor. Wir orthodoxen Juden sind davon überzeugt, daß der Aufbau von Erez Jisroel ohne Gesetzes* treue eine Zerstörung ist, sind durchdrungen von der Wahrheit, daß wir ״um unserer Sünden willen aus unserem Lande ins Exil gehen mußten“ und daß daher die Rückkehr nur auf Grund* läge der Thora, und ihrer Mizwos geschehenkann. Ere z * JI s ro el ■ T ä fl g k eit Wollt Ihr, daß Erez Jisroel wieder ein Land von Thora und jüdische Wahrheit werde, Wollt Ihr, daß jüdische Siedlungen geschaffen werden, die auf Basis der Thora und Üeberlieferung stehen, Wollt Ihr, die Errichtung und Erhaltung von Institutionen, die die Ansiedlung religiöser Juden e r m ö g l i c h e n, ihnen die A r b e i t s s u c h e e r 1 e i c h t e r 11 und für.die ersten Bedürfnisse der Ankömmlinge sorgen, Wollt Ihr, daß die jüdischen Kinder im heiligen Lande im Geiste unserer Tradition in r e 1 i* giösen Schulen erzogen werden, D 3 II H fördert den Keren Hajischuw der Agudas Jisroel! Spendet für den Keren Hajischuw! Meldet euch zur Mitarbeit! Die Sammeltätigkeit mittels ״Rosch-Chodesch-Spenden“ und Sammelblocks hat bereits begonnen. Für die weitere Arbeit ist eine Uebersicht über die sich für eine Auswanderung nach Erez Jisroel intercssierenden Personen erforderlich. Interessenten werden daher eingeläden, sich in unserem Sekretariat, Wien, II., Leopoldsgasse 16, mittels der dort auf liegenden Formulare in den Amtsstunden anzumelden. Erez-Jisroel-Zentrale der Agudas Jisroel für Oesterreich Wien, II., Leopoldsgasse 16, Tel. A-48-4-15, Postspark.־Kto. D-33-406 und D-113.621. Großrabb. Abraham Jakob Friedmann-Sadagora, Präsident. die sittliche Schlammflut, die vom Juden tum aus die Welt zu überschwemmen drohen. ״Jud bleibt Jud!“, so lautet die Parole in der Praxis und kennt keinen Unterschied zwischen konservativen glaubenstreuen Juden und destruktiven freigeistigen Elementen. Und weil wir diesen Grundsatz so vielfach erfahren haben, pflegen wir orthodoxe, konservative, strenggläubige Juden, die einen unerhört schweren Kampf gegen diese destruktiven Elemente innerhalb des Judentums führen, diesen Kampf als unsere interne Angelegenheit aufzufassen; Daher schweigen wir vor der Oeffentlichkeit, wenn ein Teil des Judentums destruktiv, dekadent, revolutionär, entartet ist. Denn es ist unsere tiefste innerste Ueberzeugung, daß ihre Entartung, ihre Dekadenz, ihre Revolution nicht vom Judentum her ist, das seine religiösen Sittengesetze jedem Juden vorschreibt, sondern gerade aus ihrer Assimilation an die nichtjüdische Umwelt. Wir rufen alle strenggläubigen Menschen auf zum Kampf gegen Unsittlichkeit, Entartung und Freigeistigkeit. Wird aber von jüdischer Dekadenz, von jüdischer Entartung gesprochen, selbst von so hoher Seite wie Bischof Gföllner in Linz, so trauern wir tief, wir gläubige Juden, daß Führer von gläubigen Katholiken so weit irren können. Und harren des Tages, wo alle G-ttesgläubigen vereint den Kampf gegen den Unglauben führen und. ihm zum Sieg verhelfen werden. Wolf S. Jacobson in Prag. Auf Einladung der Prager Freunde hielt am Mittwoch, den 15. d. M., Herr W. S, Jacobson, Berlin, in der Prager Agudas Jisroel einen Vortrag. Im Zusammenhang mit dem 100. Geburtstag des ר׳ מרדכי עמרם הירש זצ*ל des gewesenen Prager Raw, entwickelte der Redner die Ideologie der Agudas Jisroel. Prof. Dr. Eugen Lieben führte den Vorsitz in der Versammlung. Hoffen wir, daß auch in Prag nun ein größerer Kibbuz thoratreuer Juden den Weg zueinander und den Weg zur Agudas Jisroel findet. Wohne behaglich! Schmücke dein Heim! Die Wohnkultur hat in den letzten Jahren einen bedeutenden Auf* schwung genommen und die Möbelindustrie gezwungen, sich den Verhältnissen anzupassen. Die Möbel von heute sind praktikabel, vornehm-einfach gehalten und aus in-, bzw. ausländischen Edelhölzern erzeugt. Ihr glattes Aeußeres ermöglicht leichte Instandhaltung. Unsere Leser und Leserinnen haben die Möglichkeit, sich von Vorgesagtem in der Möbelschau, II., Taborstraße 75, zu überzeugen. Reizende Schlafzimmer, entzückende Speise- und Wohnzimmer, ideale Küchen- und Vorzimmermöbel sind dort zu zeitgemäß bi 11 igen Preisen in reicher Auswahl erhältlich. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Notizen sind durch ein nachgesetzes E gekennzeichnet. Ein Schriftstellerjubiläum. Am 1. März 1933 sieht S. Schachnowitz auf eine 25jährige Wirksamkeit als erster Redakteur des ״I s r a e- 1 i t“ in Frankfurt zurück und! kann damit auch sein 25jähriges Schriftstellerjubiläum feiern, da er zur gleichen Zeit mit der Herausgabe seiner Bücher, die zuerst in Fortsetzungen in seiner Zeitung erschienen sind, begann. Schachnowitz, der auch unser gelegentlicher Mitarbeiter ist, ist der einzige orthodoxe Romanschriftsteller, dessen Erzählungen dem wahren jüdischen Gedanken dienen. Sie schöpfen aus den Tiefen des jüdischen Gemütes und appellieren wiederum an das jüdische Herz und Gemüt. Insofern wäre Schachnowitz der natürliche Nachfolger und Sachwalter des geistigen Erbes von Marcus Lehmann זצ׳ל nicht allein in der Redaktionsstube des ״Israelit“. Aber Schachnowitz brachte seine eigene Note aus dem Gemütsreichtum des östlichen Lebens, des Chassidismus ünd des Mussar, mit und befleißigt sich in Form und Stil einer ganz modernen künstlerischen Schreibweise, die seinen Büchern auch die Beachtung der kritischen nichtjüdischen Presse und des großen nichtjüdischen Publikums verschafft. Sein erster Roman ״Merelaika“ ist vor bald einem' Vierteljahrhundert' erschienen. Es folgten bald darauf zwei Romane ״LuftmenschenV und ״Jenseits“, ersterer schildert die Leiden der russisch-jüdischen Studenten in Deutschland, während der zweite Roman ein ^ergreifendes Dokument aus der jüdischen Lebenstragödie im zaristisehen Rußland ist. Schachnowitz׳ späterer Roman ״Im Judenstaate der Chasaren“, der den Uebertritt der Chasaren zum Judentum behandelt und die Philosophie des Kasari popularisiert, wurde schon gleich nach־ seinem Erscheinen vom Omonuth-Verlag ins Hebräische übertragen und dient heute an vielen Schulen im Osten' und in Erez Jisroel als Schullektüre in den höheren Klassen. Damit hatte sich Schachnowitz auf das Gebiet der historischen Erzählung begeben. Es kamen in kurzen Abständen heraus ״Die Messiasbraut“, ״Feuerzeichen“ und ״Abraham Sohn Abrahams“, eine Art Trilogie, die den Abschnitt der jüdischen Geschichte von 1600 bis, 1750 künstlerisch erfaßt und dabei alle jüdischen Ereignisse und Geschehnisse in dieser der Emanzipation vorangehenden bedeutsamen Epoche in spannende Darstellungen bannt. Diese Reihe wird zur Zeit durch eine im ü mm ■■ Lebensversicherungs- D U K 311 Gegründet Gesellschaft!ft* n V 11 I A 1982 Versicherungsbestand Ende 1931 . . , . . . . . . .... . . , . . . . . . 2775 Millionen Schilling Prämien* und Zinseneinnahmen im Jahre 1931 ... 182 Millionen Schilling Garantiemittel Ende 1931 , ... 472 Millionen Schilling Auszahlungen an Versicherte im Jahre 1931 . . ... 43 Millionen Schilling Am Ende des Jahres 1931 warea bei der Gesellschaft 836.664 Personen versichert. Tätigkeitsgebiet; Oesterreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Spanien, Italien, Tschechoslowakische Republik, Polen, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Türkei, Aegypten und Rleinasien. Ersauft unter Autilch* «hmafdi9<t11 H<mn ftabbineri H.f( -*־ BEACHTEN SIE DIE BLAU *WEISSEN WURFELSCHLEIFENI SCHENK ״Israelit“. in Fortsetzungen erscheinende FrääUung ״Licht aus dem Westen“,, die das Leben von Rabbi Nathan Adler, das Chasam Sofer, Rabbi Akiba Eger, sowie alle Strömungen und Verwicklungen, die um diese Zeit Juden und Judentum bewegten, in lebendiger Dar- Stellung festhält, fortgesetzt. Von den kleineren Büchern Schachnowitz’, die die meiste Verbreitung fanden, seien genannt: ״Skizzen aus Litauen", ״Im Schatten des Weltkrieges", ״Der Rabbi von Suwalki“. Vor einiger Zeit kam als Frücht seiner Erez-Jisroel-Reise das Büchlein ״Zwischen Ruinen und Aufbau in Erez Israel" heraus, das einiges Aufsehen in jüdischen Kreisen erweckt hat. In seiner publizistischen und journalistischen Tätigkeit ist Schachno witz in weiten Kreisen bekannt. Obwohl seine Woche für Woche . erscheinenden Artikel politischer und belletristischer Art keinen Namen und auch selten nur Initialen tragen, erkennen die Leser gleich seine Feder am angenehmen leichtflüssigen Stile Und der geistvollen humordurchwürzten Darstellung. Schachnowitz steht im 59. Lebensjahre, ist im Memelland an der ostpreußischen Grenze geboren, hat in der Jugend bedeutende litauische . Jeschiwo besucht, erhielt seine erste Profanausbildung in Königsberg in Ostpreußen. Schachnöwitz ist auch ein glänzender Redner und hat als einer der beliebtesten Dozenten der Lern- und Jügendvereine in der Frankfurter Hirschgemeinde sein treues großes Auditorium. (Möge Herr Red. Schachnowitz, der auch als edler und feinfühlender Mensch sich der Achtung weitester Kreise erfreut, noch lange Jahre in vollster Körperfrische und Schaffenskraft für den jüdischen Klall, der Menschen von seinem Schlage so dringend benötigt, tätig sein. Redaktion.) Ein jüdischer Kleinschreibkünstler. Der junge Zeichner, Mosche Grünberg, Mitglied der Zeire-Agudas-Jisroel in Polen, hat einen R ekord im Kleinschreiben aufgestellt. Das erste Werk des jungen Künstlers, das ihm Weltberühmtheit eingetragen hat, war ein Bild des Raw m' L o d i, das er aus dem 30.000 Worte umfassenden ״Tanjo" zusammengestellt hat. Später hat Grünberg auch ein Porträt Jakob Rosenheims mit dem gesamten Inhalt seiner ״Gesammelten Schriften“ gemalt. Letzthin ist es dem begabten Künstler gelungen, ein Bild des Marschall Pilsudski zu zeichnen, das aus mehr als 100.000 Buchstaben der von dem Unterstaats- Sekretär des Marschalls verfaßten Biographie Pilsudskis zusammengestellt ist. Grünberg hat das Bild dem Marschall überreicht und hat nun von diesem ein sehr herzlieh gehaltenes Dankschreiben hiefür erhalten. Wie wir von einem führenden Mitglied des Geselligkeitsausschusses der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe Wien, II., erfahren, ist das. Interesse für die Purim-Feier sehr rege. Wegen der heuer neuerlich herabgesetzten Preise rechnet man damit, daß wieder viele Personen keinen Einlaß werden finden können. Es ist daher sehr zu empfehlen, sich die Karten rechtzeitig zu besorgen. a Von Woche zu Woche M Russische Banditen hüben am, Jom- Kippur clen Juden Seherin in C har hin en tführ t und ihn jetzt gegen ein Lösegeld von 50.000 Dollar freigegeben. Die Menschenräuber versuchten, auch andere angesehene Bürger Charbins zu entführen. * Die Eröffnung des neuen Hafens in Haifa soll zwischen dem 15. Oktober und 15. November erfolgen. Ein gi’oßer Teil des dem Meere abgewonnenen Bodens wird parzelliert und verpachtet, ebenso wird ein Zollamt und ein Speicher erbaut werden. * Nachman Kahan aus Bustino (Tschecho- Slowakei) hat einen Plan ausgearbeitet, einen jiidisehen Radio send er aufzustellen, der Wissen um Juden und Judentum verbreiten soll. * In dem Malalon-Levin - Or an genhain in Erez-Jisroel ~kam es zwischen jüdischen Arbeitern und Arabern zu einem Zusammenstoß, bei dem drei Juden verletzt wurden. Die Araber waren mit Stöcken und schweren Knüppeln bewaffnet. * Eine arabische Zeitung verbreitet die Nachrieht, daß die Erregung wegen der transjordani sehen Bodenverkaufsfrage so groß ist, daß die Regierung den Belagerungszustand verhängt hat. Die Nachricht ist vollkommen aus der Luft gegriffen, Der Korrespondent wird wegen Verbreitung beunruhigender Nachrichten vor Gericht gestellt werden. * Die Rabbiner in Erez-Jisroel haben beschlossen, den 25. März (Jom-Kippur-koton) als Fasttag zu begehen wegen der Torturen, denen die religiösen Juden in Ru ßland ausgesetzt sind, In den Synagogen werden Bittg-ttesdienste ab gehalten und an den Völkerhund wird eine Resolution abgesandt würden, * H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Tel, R*42*366־, Atelier für feine Herrengarderobe׳ E

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.