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Jüdische Presse · 1933-02-24 · 8 (24.2.1933) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
8 (24.2.1933)
Date
1933-02-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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m? feite נ JiÄchök Grüntaum hatte defiReyieiöfiiatefi ״vor* gewörfeft״ daß sieihfe« Kaffipf gegen dl# Agüda* um mt":\-ptm. def Sübvefitiöäierüfig eine* ״Beta*“- Schule durch dÜ ägucüälisehe Warschauer Ktiltusgemitttd# #lfiß00t6Mt hafte«, öle retfisioöiMtoehe kafidei־ leitung erläßt jetzt eine« Aufruf, 1a welchem sie de« .rlfiehweii״ füftiHb daß öftihftüm seilet v6a der a#udi-l s tischen Kehilla Warschau Subventionen entgefenti״ aemmen hat und daß Dr.Werüer Senator, eia eagit freund Grünbauias, anläßliehseiner Anwesenheit in Warschau» dem agudistisefte«i1Kehi11aßfäse§ Masur einen Besuch aftgestattet hat, während der revisionistische Führer Br. Soskin dies aus politischen Gründen aicht gfttan liät#* Dieser bezeichnende Verfall spricht für sich selbst, In ihrer Loyalität und Gerechtigkeit gewährt die agudistische Kehillamehrheit in Warschau auch den gesinnungsgegnerischen Institutionen entsprechende Subventionen. Zur gleichen Zeit läßt die zionistische Minderheit kein Mittel unversucht, um die Arbeit der orthodoxen Mehrheit zu s a bot i e r e n. Ünd das Ende 1 Die zionistischen Richtungen — es gibt deren einige Dutzend — bekämpfen sich gegenseitig wegen der angeblichen ״Annäherung" an die Aguda. Von der Badener Agnda. Kurze Zeit ist es erst seit der Reorganisierung der Badener Aguda. Und doch können wir mit Freude eine lebhafte Tätigkeit in unserer Organisation konstatieren. Besonders auf dem Gebiete des Limud Hathora., Unser Daf-Jömi-Schiur unter Leitung der Herren Rappaport und Rosenfarb erfreut sich eines zahlreichen Besuches. Vor kurzem haben wir eine סיום -feier auf ממניא «aas veranstaltet. Herr W e 1« b e r g 6 r hielt bei tisch ein Referat er#!#!« sang schöne Lieder. Herr Jona RöSenfarb hält Jeden Schabbos-Uachmittag einen Vortrag über die Sidfä, Diesem Vortrag beizuwöhne«, ist ein geistiger Genuß, — Der neue Beschluß der Wiener Rultusgeöieinde, nämüch die Einführung des Frauenwahlrechtesr hat auch in der Badener Orthodoxie große Verstimmung gegen di# Zionisten hervorgerufen, ׳ B, K, wmM. Jubiläumsfeier der Poäle-Agudas-Jisroel in Kieice. Vorige Woche fand in Kiele# anläßlich des zehnjährigen Bestandes der Boale-Agüdas-Jisroel eine Jubiläumsfeier statt. Neue Kurse im Beth-Jakob-Zentralinstitut in Krakau. Mit Beginn des neuen Schuljahres fanden 60 Kandidatinnen Aufnahme im hiesigen Seminar. Außer .den regulären Kursen wurde auch ein Lehrgang zur Ausbüdung von Kindergärtnerinnen eröffnet. Von den Kandidatinnen, die Ende Dezember nach bestandenem Examen die Anstalt verlassen haben, haben bis heute mehr als 40 bereits Stellen in der polnischen Provinz gefunden. Eine in der heutigen Zeit allgemeiner Stellenlosigkeit einzig dastehende Tatsache. Beth-Jakob-Bewegung in Podkarpatska Rtis. In den letzten Monaten hat die Propaganda zur Schaffung von Beth-Jakob-Schulen mit erhöhter Intensität eingesetzt. Beth-Jakob-Schulen wurden ins Leben gerufen in Uzhörod, Sevlus, Hust, Slatinske Doly, und mit den Absolventinnen des Wiener Seminars besetzt, Eine ״Aufklärung“!... , Als am 16. Jänner d. J. vöm neugewählten Kultus- Vorstand, die Aenderung des Wahlrechtes und die Einführung des passiven Frauenwah!rechtes beschlossen wurden, war die ״Jüdische Presse“ die' e rste, die gegen diesen Beschluß auf das entschiedenste protestiert und das Rabbinat der Kultusgemeinde -— mit Erfolg!. — aufgefordert hat, gegen diesen Beschluß, der einen schweren Verstoß gegen das Religionsgesetz darstellt, aufzutreten. Die ״Jüdische Presse“ war es, die als erste an die religiöse Judenheit Wiens die Frage gerichtet hat, ob sie sieb eine solche flagrante Verletzung ihrer religiösen Gefühle gefallen lassen wolle. Die Agudas Jisroel ist dem Ruf. gefolgt! Sie hat in einer Entschließung gegen das Frauenwahlrecht entschieden Stellung genommen und ״von allen Körperschäften, die den ^religiösen Gedanken hochhalten, erwartet, daß sie sich diesem Protest anschließen.“ Wer nun meinte, daß der ״Misrachi", der sich auch als ״religiöse" Körperschaft gibt, in den Chor der Protestierenden einstimmen werde, hat sich getäuscht. Der Misrachi hat es für besser gehalten, in einem Flugblatt Stellung zu nehmen ... gegen das Frauenwahlrecht? — Nein! Gegen die — Agudas Jisroel und gegen die ״Jüdische Presse"! Der Vertreter des Misrachi im .Kultusvorstand soll — so behauptet die misrachistische. ״Aufklärung“ — in der betreffenden Kultusgemeindesitzung nicht nur gegen, das passive, sondern auch gegen das aktive Frauen- Wahlrecht mit ״zwingender Logik“ aufgetreten sein. Hingegen — behauptet Misrachi — habe die Aguda nur gegen das passive Frauenwahlrecht protestiert. Und aus diesem Grunde kann der Misrachi in diesen Protest nicht einstimmen. ■ A kt ives Frauenwahlrecht zur י Kultusgemeinde gab es aber auch schon bis heute. Auch bisher hatten die selbständig erwerbenden Frauen das aktive Wahlrecht, nur sollen jetzt, im Sinne des ״allgemeinen“ Wahlrechtes, alle jüdischen Frauen — auch die nicht selbständig erwerbenden — das W ahlrecht erhalten, ebenso wie in Zukunft alle jüdischen Männer ihre Stimme werden abgehen können, ohne Rücksicht darauf, ob sie zu einer Steuerleistung herangezogen werden oder nicht. Somit konnte weder Herr Dr. Rosenberg gegen das aktive Wahlrecht mit ״zwingender Logik“ auftreten, noch hatte die Aguda irgend eine aktuelle Vor- : anlassung, gegen .das aktive Wahlrecht zu protestieren.; - .. Und warum noch kann der Misrachi mit dem Protest der Aguda nicht einverstanden sein? Weil die ״Jüdische Presse“ — wohlgemerkt, die ״Jüdische Presse“! — eine selbständige orthodoxe Gemeinde erstrebt uhd ״derartige Bestrebungen von dem ehemaligen Oberrabbiner von Lemberg (im Original fett gedruckt) ר׳ ארי׳ ליב בדודא וצ׳ל auf einer im Jahre 1882) חרמ״ב) stattgefundenen Konferenz der zeitgenössischen צךיקים וגאוניב als קלקול הדח bezeichnet wurden". ״ In Wirklichkeit sieht die Sache so aus: Bei der Rabbiner-Konferenz zu Lemberg im Jahre חרמ׳ב hat es sich nicht um den Austritt der Orthodoxen, sondern um den Ausschluß der N i c h t o r t h odoxen aus den Gemeinden gehandelt. Gegen diesen Vorschlag des Krakauer Raws ר׳ שמעון סופר וצ׳ל den Präsidenten der ״Machsike־Hadas"־Bewegung und Vorsitzenden dieser Konferenz, wurde — nicht nur von ר׳ ארי׳ ליב בדודא זצ׳ל — geltend gemacht, daß, solange die Orthodoxie die überwiegende Mehrheit der Gemeinden und ihrer Mitglieder zu den ihren zählt, ein solcher Schritt nicht notwendig sei. Wir machen dem Misrachi aus seiner Unwissen־ heit keinen; Vorwurf. Es ist schließlich nicht jedermanns Sache, Behauptungen, ehe man sie auf stellt, auf ihre Stichhältigkeit zu. prüfen Uebrigens״war 5^1. ר׳ ארי׳ ליב! בדודא; .Jahre חרנדב noch ein ganz junger Mann׳, und war nicht nur n ich t Oberrabbiner von Lemberg, sondern bekleidete übe rh aup t keine Rabbinatsstelle in Lemberg. ““ Der Misrachi hat mit seinem Protest gegen die Aguda sein wahres Gesicht gezeigt. In anderen Ländern und sogar in Erez Jisroel haben die ״heiligen“ Misrachisten für das Frauenwählrecht gestimmt. Uüd wenn schon von קלקול הדת die Rede ist, sei dem Misrachi Folgendes zur Beruhigung' gesagt: Niemals ist ein קלקול הדת in der Agudas Jisroel möglich. Die Aguda untersteht in a 11 ihrem Tun und Lassen einem Areopag von größten tälmudischen Autoritäten,. dem R a bbini s c he n Rat, und nicht י einem nach ״demokratischen“ Grundsätzen Zusammengesetzten ״Kongreß“. Dieser bürgt dafür, daß alles, was Agudas Jisroel unternimmt, sich streng im Rahmen der Ueberlieferung und im Sinne unserer heiligen Lehre bewegt. Und diese Bürgschaft bedeutet uns mehr, als die unernste und unsachliche Demagogie des Misrachi! / —ד— .'■■■'•■•■■■■'.ר־׳■■ י kl. M Von Wodie zu Wodhe Redakteur 1 ״Express Wilensky״ in Wilna wurde tu Monaten Gefängnis verurteilt wegen Lasierung der jüdischen Religion in seinemßläite. ■: * Der j Ü d i s c h e italienische G eher a l Giulio M od ena erhielt eine der höchsten A u st ei eh* nun gen, die Italien zu vergeben hat und bisher nur sehr selten nichtkathoHschen Persönlichkeiten, verliehen wurde. Zum Leiter des Arbeit sbe sch aff tings* k o m missariat s in B ei gien wurde Herr Max Go t schalk ernannt. Gotschalk ist Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Brüssel und betätigt sich viel im jüdischen Leben, Naüotial Sozialisten z e r t r ü m m e r 1 e n in K r e f e I d drei Fensterscheiben der Stad ts y na go g e. Die zertrümmerten Fensterscheiben stellten künstlerisch loertoolle Glasmalereien dar. Der W a vs c ha u e v Magistrat hat die! Zuschüsse für die jüdischen Schulen und sozialen Institutionen teilweise um mehr als 60 Prozent her a b ge s etzt. Er beruft sicli hiebei auf einen Beschluß des Stadtrates, obwohl dieser eine •gl e ichmäßige Kürzung aller Subventionen des Magistrats um nur 40 Prozent angeprdnet hat. Unerkannt gebliebene Tater haben die wertvollen Fenstermalereien des T e mp eis in S t. P Ö11 en z er stört und die Nordseite des Tempelgebäudes stark beschädigt. ״ Drei 1 e 111 an di s che N atio n a Iso z i alisten, die einen jüdischen Klub stürmten, wurden zu schweren Gefängnisstrafen per urteilt. Es wird gegen sie der Vorwurf erhoben, eine gegen die Landesverfassung und die staatliche Ordnung gerichtete Tätigkeit entfaltet zu haben. Ein L o n d o n e r J u d e, der por Gerich t einen Eid abzulegen hatte, wurde voni Richter auf gefordert (!), den H u t a u f z u setze n. Er hatte vorerst nur die Hand auf den Kopf gelegt, was dem Richter jedoch nicht genügte. ~ ln T r embowia in Polen ist kürzlich ein Ch v is t gestorben, von dem sich nach seinem Tode herausgestellt hat, daß er Jahrzehnte hindurch alle jüdischen R eli gions ge s e tze heimlich heo b.a c.li t e t hat. Er pflegte an Sabbaten und jüdischen Feiertagen in einen Wald zu gehen und dort allein andächtige Gebete zum Allmächtigen zu richten. .. - ■ Einer der hohen B a h nb e a m i e n in W a rschau ist mit Frau und Kindern zum Jude 11tum übe r ge t r e t en und rüstet zur Uebersiedlung nach Erez JisröeL Der Ge^er Rabbi hat ihm seinen Segen erteilt. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Tel; R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe. ״; ״ E Gelegenheit schien mir günstig. Ich wartete, bis alle sich zur Ruhe begeben hatten. Auch meine Wächter sanken in tiefen Schlaf. Ich lauschte; mit angehaltenem Atem. Nichts führte sich in Haus und Hof. Da erhob ich mich, es war kurz vor Mitternacht, von meinem Lager und ' betete still und innig, daß G־tt mich erretten möge. Darauf schlich ich ־mich leise in den Hof, kroch vorsichtig in die Scheune, und von dort gelangte ich ins Freie. . Die Nacht war finster, so daß ich die Hand nicht vor den Augen sehen konnte. Ich ging in die Finsternis hinein und tappte mich mühsam vorwärts, (über Vertiefungen und Anhöhen hinweg, ohne des Weges kundig zu seih. Blindlings schritt ich . vorwärts, nicht wissend, ob es richtiger sei, rechts oder nach links zu fliehen.. Ich kam an. einen Fluß, der mir den Wegversperrte. Da setzte ich mich hin, um auszuruhen, und begann in meiner Ver־ ־ zweiflung bitterlich zu weinen. Vor mir floß der Strom, hinter mir fürchtete ich die Verfolger. Der Morgen begann zu dämmern, es wurde allmählich heller und bald ging die Sonne mit strahlendem Glanz auf. Aber in meinem Herzen war Furcht und Dunkelheit. ' Ich spähte umher, und sah in der Ferne Bauern,; die zu ihrer Arbeit gingen. Aber ich glaubte, es, seien meine Verfolger und * wäre vor Angst beinahe gestorben. Docft als sie häherkämen, sah ich, daß sie einen Pflug und Ackergeräte mit sich führten. Da ging ich ihnen entgegen und bat; sie flehentlich,, sie möchten mir den Weg näeh Oswiecira zeigen. Sie emiderten: ״Das, ist-nicht 1der ־ richtige-Weg. Du hast dich verirrt. Gehe nach rechts und du wirst bald an die Fahrstraße und dann an. die Brücke ' ^.koinmeh,*‘.';:ד ■־׳vv■״' I^h aber fürchtete, daß mich dort meine Vei^Qlger erreichen würden, und' sagte: ״Ich bitte euch, ,bergt, mir . ein Pferd, damit ich. über den Fluß komme, Ich werde es bezahlen. Denn ich kähn die Brücke nicht benutzen, ich 1!verde verfolgt»1* v ׳1•! ״:v׳;״■־;,...Dif Bauern merkten sogleich, wen sie vor sich . batten, daß ich der Jude sei, der vom Grafen gefangengehalten wurde. Sie batten Mitleid'mit mir, nabmen . swei Pferde und set&temmicb auf daa eine. Em das andere und sagte .mir; * ״Halte dich׳ nur recht fest, denn 'das Wasser ist tief, Aberhabe keine Furcht, Ich bin ortskundig und werde dich sicher hinüberbringen,“ Wir ritten durch den Fluß, der stellenweise recht tief war, so daß einmal das Wasser über mir zusammenschlug und ich beinahe ertrunken wäre. Aber wir gelangten glücklich an das andere Ufer. Ich zahlte dem Bauern seinen Lohn und er zeigte mir noch die Richtung, in der ich fliehen müßte. Dann trennte er sich von mir und ich eilte davon. Ich vermied die betretenen Pfade, um nicht bemerkt zu werden, und bahnte mir mühsam einen Weg durch Gestrüpp und Dornen. Unter Aufbietung aller meiner Kräfte keuchte ich vorwärts, bis ich ganz erschöpft War und mir der Atem ausging. Da hoffte ich, nun in Sicherheit zu sein, fing an, langsamer weiterzugehen. In der Ferne sah ich ein Dorf ünd schritt darauf zu. Bald batte ich es erreicht. Ich trat in eine Hütte und erhielt von den gutmütigen Bewohnern ein Stück Brot. Ich aß es und erquickte mich. Dort ,rastete ich etwa eine halbe Stunde, um neue Kräfte zu sammeln. Inzwischen war im Schloß des Grafen meine Flucht bemerkt worden. Als die Knechte am Morgen aufstanden und mich vermißten, schlugen sie Lärm. Der Graf geriet in furchtbaren Zorn, flüchte und wetterte ünd schwor, er werde mich töten, wenn er mich finge. Er sandte seine Knechte aus und dies# kamen bald auf י meine. Spur, Ich hatte währenddessen mit meinem Gastgeber ..vereinbart, er solle mich gegen entsprechende Bezahlung nach Oswiecim begleiten, als, plötzlich draußen ״in gräflieber Knecht auftauchte״nach mir fragte ünd raich beira Hereintreten in die Stube sogleich bemerkte. Er packte mich. band mich unter Drohungen und Beschimpfungen und brachte mich in das Schloß des Grafen zurück. Dort Wären noch von gestern die Edelleute beisammen, die bei fleiii jGräfefl zu Gaste waren. •Sie unterhielten sich über den^: Fiflchtlibg ünfl? wären ^neugierig, pb ich wobl gefaßt Würde. Als ich in den Saal geführt wurde, sprang der Graf mit wutverzerrtem Gesicht auf ,und schrie mir entgegen: ״Warum bist, du, Treuloser,‘wie ein Spitzbube fortgelaufen?“ Er riß den Säbel aus der Scheide, holte wuchtig aus uöd wollte : ihn auf ^^meiü Räüpt niedersausen lassen. Doch einer der Edelleute fiel ihm in den Arm und sagte begütigend: ״Strecke deine Hand nicht gegen den Knaben aus und tue ihm niphts zuleide, denn er wird van nun an nichts Böses mehr tun!“ Ich wäre sicher in dieser Stunde, getötet, worden, wenn nipbt die Edelleute, ׳mich beschützt hätten, .? 1 Sie begütigten-den Rasenden, bis allmählich sein Zorn sich legte und er zur Besinnung kam. Er begann in ruhigem Ton zu mir zu sprechen und sagte: ״Kind, wenn du willig bist, werde ich dich reich beschenken und dich, glücklich machen. Doch wenn du in deiner Widerspenstigkeit verharrst, bist du des Todes.“ Ich aber erwiderte ihm nichts, sondern schwieg. Die Edelleute schrien mich an: ״Warum antwortest du nicht? Sage ja oder nein! Bist( du einverstanden oder nicht?“ Ich antwortete: ״Wenn ihr mich töten Wollt, so tötet mich auf der Stelle! Ich Will gern den Tod erleiden um der Heiligung des g-ttlichen Namens willen.“ Die Edelleute, welche vorher meine Partei ergriffen hatten, waren über meine Halsstarrigkeit erbittert. Sie schrien: ״Der Junge muß geprügelt werden, bis er völlig ist!“. Sie zögen mir die Kleider vom Leib und begannen mich furchtbar zu schlagen. Zwischendurch fragten;; sie mich: ״Wie steht’s? Bist du zur Raison gekommen? Bist du anderen Sinnes geworden? “ Und als ich das. verneinte, fuhren sie mit ihren Mißhandlüngen fort. :Endiiqh, als sie sahen, daß sie nichts ausrichteten, ließen sie von mir ab und sagten: ״Für heute ist es genüg.:Doch;wiese, diese? Prozedur wird zweimal täglich an dir vollzogen werden!" Die Edelleute reisten ab. Ich wurde nun auf •das schärfste bewacht und in der Nacht wurde ich an׳ Hand und Fuß mit einer Kette gefesselt. Am Tage wurde mir die Kette abgenommen. Jeder erneute Fluchtversuch war ausgeschlossen, da ich ständig yon zwei Leuten bewaeflt wurde, Wenn die Zeit des Gebetes kam, morgens, nachmittags qder abends, und ich die vorgeschriehenen Gebete sprechen, wollte, wurde ich daran gehindert. So blieb ich dort etwa zehn Woeben.' Während dieser Zeit sab tob keinen . Juden und nahm keinen Ver- ־ such wahr» Fürsprache für mich einzulegen, Mein Geschick verfinsterte sich von Tag zu Tag״ Ich kann die Leiden .ünd Seelenqualen, die ich erlitt, nicht beschreiben, G-tt allein blieb meine Zuyersicht und ich ergoß inbrünstig meineJ Seele im Gebet. Das hielt mich auffeebt, .Es wurde mir nicht mitgeteilt,, daß während dieser Zeit die Juden aus Oswiecim und ,ans Krakau ständig sich mühten und Bittsteller zum Grafen sandten, um meine Freilassung zu erwirken. Ihre Bemühungen blieben ohne Erfolg, (Fortsetzung, folgt.) ■ * . ’ -■ :.ss (®sä!

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