Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1932-03-25 · 12 (25.3.1932) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
12 (25.3.1932)
Date
1932-03-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2629891-2630438-2630450--4127-2636238
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 2 JÜDISCHE FRESSE Nt. 12 ' find seit 1870 die betten Fabrik: Wien» XV., Staglgatte 10 bei Marlähllfefstf. 148 Tel. R*35-8-47und R-38-5-38 setzeit sich aus denselben Rassenetementen zusammen wie die übrigen Bewohner Deutschlands, nur kommt noch ein erheblicher Anteil an westlich-mediterranen Bestandteilen hinzu, Auch solche Schlüsse gelten nur unter Vorbehalt, denn es ist durch keine wissenschaftliche Methode möglich, aus einem Rassengemisch mit bekannten Eigenschaften jemals festzustellen, welche Eigenschäften ursprünglich, d. h. in den Aüsgangsrassen, zu־* sammengehörten. So ist es zurzeit wieder zweifelhaft, ob die sogenannten ״nordischen Merkmale" überhaupt Von einer Rasse stammen. Ganz sinnlos sind die Schlag- Worte von der ״Höherwertigkeit“ bzw. ״Minderwertigkeit" von. Rassen. Für den Wert von Rassen gibt es nur einen einzigen, biologischen Maßstab, die Erhaltungsfähigkeit. Ist eine Rasse gut, so erhält sie sich, ist sie minderwertig, so geht sie zugrunde. Ist also die ״nordische“ Rasse wirklich so hochwertig, wie behauptet wird, so dauert sie fort, auch ohne alles Rassengerede. Besteht die Gefahr ihres Unterganges, so können ihre sicher auch'vorhandenen guten Eigenschaften nur in der Mischung, Kreuzung erhalten werden. Rassenreinheit kann es nicht geben, da bei einer größeren Anzahl von Verschiedenheiten zweier Ausgangsrassen die Kombinationen der Merkmale so vielfältig und zahlreich werden; daß die ganze Zahl der lebenden Menschheit noch nicht ausretchcn würde, um auch uns in einem einzigen Exemplar die ursprünglichen . Eigenschäften zusammen zu verwirklichen. 101 Nachrichten־ l@) Rabbi Jizchok Hager ז״ל Montag, den 21. März d. J. (Taanith Esther), verschied in Wien im 64. Lebensjahre der in chassidischen Kreisen sehr bekannte Rabbi Jizchok Hager. Der Verblichene war ein Bruder des״ Wiznitzer •Rebbe und mütterlicherseits ein Enkel des Rishiner. Er selbst hatte in Storozynetz (Bukowina) und zuletzt in Wien,' II., Aus- Stellungstraße, gewohnt und daselbst auch ein eigenes Bes Hamidrasch innegehabt, das von vielen Chassidim ’ besucht worden war. Die Bestattung fand Dienstag (Purim) mittags vom Bes Hamidrasch aus unter großer Beteiligung statt. חנצב״ה Ein Volltreffer! Nicht umsonst hat ״Schomra“־Konsumräbatt in alen Schichten der jüdischen Bevölkerung einen starken Anklang gefunden. . ״׳״ »,Schömfa“-Konsümfabätt bietet die Gewahr für Qualität, güte Bedienung und Billigkeit. Die angeschlossene« Eitmen: , Barakef Jakob, Mute,' It, Ef-anz-Hochedlinger- Gasse 9; Baumgarten Ernestine, Wäschesalon, II., Herminengasse 6; Belf Josef, Büdhhändlung, I., Rabensteig Nr. 5; Bogner Arfur, Parfümerie, I,, Mare-Auret-Straße Nr. 3; Bogner Jakob, Parfümerie, II., Hollandstraße I; Braun Irene, Modistin, II., Karmelitergasse 1; Dermer Leib, Uhren, Juwelen, II., Taborstraße 50; Diekmann N., Uhren, Juwelen, II., Liliertbrunngasse 14; Duldner und Deutsch, Seidenwaren, VII., * Netlbaügässe 10; Engel Franz, Tuch waren, I.» Gölsdorfgasse 1; Fenster Schaje, Tapezierer, II., Große Pfarrgasse 3; Fink Markus, Damenmäntel, II., Haidgasse 2; Flintenstein S., Uhren, Juwelen, II., Taborstraße 21; Goldschmied Koppel, Buchbinder, II., Hollandstraße 8; Heschel Abraham, Papierwaren, II., Taborstraße 50; Adolf u. B. Hofbauer, Seiden- und Modewaren, I., Tuchlauben 20; Hofbauer S., Seidenwaren, II., Praterstraße 9; Kohn Ferdinand, Möbel, II., Taborstr. 22; Neumann Franz, Seiden waren, I., Concordiaplatz 5; Redler Moses, Möbel, I., Wipplingerstr. 35; Reiser Rachel, Ajourier- und Plissier-Anstalt, II., Leopoldsgasse Nr. 33; Rumpler Pinkas, Kürschner, II., Komödiengasse Nr. 10; Saß Osias, Textil, Wäsche, Klosterneuburger-. Straße 43; Ing. Schächter, Elektrotechniker, XVIL, Veronikagase 36; Schächter M., Optiker, II., Glockengasse 25; Schaffer J., Textil, XX., Klosterneuburgerstraße Nr. 18; Schlängel Leon, Papierwaren, I., Fleischmarkt 17; Schneider J., Schuhmacher, II., Große Schiffgasse 5; Spitzer. Siegfried, Tapezierer, II., Schreigasse 4; Steinhof Elvira, Damenschneiderin, II., Nestroygasse 8; Sternenbettfabrik, I., Schottenring 12; Stroh u. Co., Hanf, Jute, Seilerwaren, II., Mühlfcldgasse 9; Teichteil David, Eisenwaren, Elektromaterial, II., Haidgasse 4; Walzer J., Bügelanstalt, Pützerei, II., Taborstraße 43; Weldler und Fürst, Herrenschneider, I., Rotenturmstraße 27; Ziegelheim ti. Co., Buchhandlung, II., Große Schiffgasse 18; Zuckermann, Haus- und Küchengeräte, II., Im Werd 7. Die Veröffentlichung der neuangeschlossenen Firmen erfolgt nächste Woche. שמחת הר נ. Die wahre Freude am Feste ist dem Juden schon längst abhanden gekommen. Es ist ihm nicht möglich, in frommen Pilgerscharen zum Heiligtum zu wallen, und nur die Feier in der Synagoge und am ■häuslichen •Tisch ist ihm geblieben. Aber ׳ an diesem Tisch kann er wenigstens etwas von dem Odem des heiligen Bodens in sich aufnehmen, wenn er den Erzeugnissen dieses Bodens den ihnen gebührenden Ehrenplatz einräumt, und unter diesen Erzeugnissen ist der Karmelwein, den . die Firma N. Spindel, Wien, L, Laurenzerberg Nr. 3, mit dem Hechscher des R. Chaim Sonnenfeld in Verkehr bringt, dasjenige, das jedem Juden beim Seder gewiß die größte Freude bereiten wird. Das Kincler-Maskcnfest der Talmud-Thoraschtile. Am 20. d. M. fand im Festsaal des Hotel Continental das von uns bereits angekündigte lustige Kmcter-iviaskcntest der lTaIjn1Kl-l Ifora-ocniiie" staii. oje Not der Zeit hat in diesem Feste einmal auch etwas Gutes hervorgebracht undlso konnten die Besucher des Festes einige vergnügte Stunden genießen, die kleinen Besucher mit freudestrahlenden Gesichtern die Du rm של SCHNIDT & CO _ _ _ . _* Welngfoafcaitdttma BRttTlSLAVA. LAMA<$KA 7 empfiehlt ihre anerkannt vorzüglichen KOS€MERW6IN6 bietuitgen ihrer alteren Geschwister bejhuibeln. Lehrer und Lehrerinnen und nicht zuletzt die mitwirkenden Kinder selbst taten ihr Bestes, den Nachmittag so genußreich als möglich zu gestalten. Pürimfeier in der Wiener Beth-Jakob-Schule. Die Wiener Beth-Jakob-Schüle veranstaltet am Sonntag, den 27. März 1932, um 4 Uhr nachmitags, im eigenen Heime, Wien, TL, Obere Donaustraße 12, .'eine Purimfeier. Ein neues Thorazentrum in Lettland. > Das kleine Lettland, das in Hinsicht auf Thora- Studium in den letzten Jahrzehnten stark verarmt ist, will zu seinem Teil doch auch an dem Wiederaufschwiing jüdischen Geistes in den Reihen des Judentums teilnehmen. In Dwinsk (Diinaburg), der Stadt, in der ein Rabbi Mcir Simcho זצ״ל wirkte, und die beute noch die '-•Stätte des ragendsten Geistesfiirsten der talmudischen Welt, des Rogotschower IIui» Rabbi Josef Rosen, ist, hat die Novarodokcr Jcschiwoh-Organisation neuerdings eine Bes-Josef-Thora-Leliranstalt errichtet. Den Stamm der Jcschiwoh bilden allerdings zahlreiche aus Sowjetrußland geflüchtete Bacluirim, die bislier in Polen kein Bürgerrecht erlangen konnten und deshalb nach Lettland gekommen sind. Die Jcschiwoh wird bereits von 100 Hörern besucht und es ist ihr eine Jcschiwoh Ketnno ungegliedert worden. Talmud-Thora-Oberrealschule in Hamburg. Trotz der ungeheuren Krise, unter der die deutsche Judenheit leidet, ist es vor kurzem gelungen, die mehr als 125 Jahre alte Talmud-Thora-Realschule in Hamburg, die älteste gesetzestreue Schule Deutschlands, zu einer Oberrealschule mit Berechtigung zur Prüfung durch den eigenen Lehrkörper auszubauen. Diese Anstalt ist nunmehr die einzige jüdische Oberrealschule, die als solche bewußt die modernen Kulturgüter in den Kernpunkt des allgemeinen Unterrichts anstrebt. Die Talmud-Thora- Schule ist endlich die einzige Institution in Deutschland, die in idealer Weise du.rch Personalunion des Direktors und der Lehrer eine achtklassige Volksschule und eine neunklassige höhere Lehranstalt zu einem einheitlichen Schulwerk vereinigt. Das Hochziel der alten Talmud- Thora-Schulen, wahrhaft jüdische Persönlichkeiten heranzubilden, deren Bildungsgut in dem Fundament der jüdisehen Tradition verwurzelt und harmonisch mit den modernen echten Kulturwerten verbunden ist, kann in der neuen Talmud-Thora-Oberrealschule vollkommener verwirklicht werden, da nun von Beginn der Schulpflicht bis zur Hochschulreife der junge jüdische Mensch die segensreiche Wirkung des einheitlichen Erziehungs- -willens zur. jüdischen Persönlichkeit genießt. I In Wien unter Aufsicht des Ehrw. Rabbinals der Israelitischen Kultusgemeinde, gezeichnet בשם אבד»צ וינה יוסף באבר ALLEINVERKAUF FÜR ÖSTERREICH: N. Spindel) Wien I, Laurenzerberg 3, Tel. R-29-7-34 אנוש Und noch größer ist שמחת החי» wenn• Sie zu Ihrem Sedertisch die weltrenommierten mm ׳ \m m m «me -■ benützen. Diese Weine stammen aus der Palastina-Karmel'ORIGINAL-Weme 1889 am Kam*! ,«״״ ״.״!״״״d we.t. ruf genießenden Firma S. Friedmann & Söhne« Haifa, Petach Tikwa, beaufsichtigt von den weltbekannten rabbinischen Autoritäten Rabbi Chaim Sonnenfeld und Rabbi Kook Mus *Vergangenheit und Qegenwart. Das Testament einer großen Jüdin. Am 18. Adar II. sind es 'hundert Jahre, daß in Preßburg Sari, die zweite Gemahlin des Chassam Sofer, die Mutter des Ksaw Sofer und somit auch die Stammmutter der Preßburger Rabbinerdynastie, im Alter von 44 Jahren starb. Kein Geringerer als der Posener Oberrabbiner Akiba Eger war ihr Vater gewesen und so war es glückliche Fügung, als Sari, die jugendliche Witwe des 1812 gestorbenen R. Abraham Mosche Kalischer sich mit dem gleichfalls verwitweten R. Moses Sofer am 23. Oheseh wah 1812 ׳in Eisenstadt verlobte. Die Verbindung war durch Vermittlung des Mattersdorfer Rabbiners R. Dunim Güns, des Bruders R. Akiba Egers, zustande gekommen, obwohl durch Verbreitung eines Gerüchtes über die Häßlichkeit der jungen Frau versucht worden war, die Verlobung zu IrintertreiibQn. Akiba Eger schätzte seinen neuen Schwiegersohn ■so «•hoch, daß er in seiner bekannten übertriebenen Beschßidenheit meinte, seine Tochter sei keine ־ .כח ת״ח Viel von der sittlichen Höhe ihres Vaters ist aber auch auf Sari selbst übergegangen und das ehrenvollste Zeugnis stellte ihr auch ihr Gatte, der Chassam Sofer ,selbstTin seiner DTI2«דרשות• Band, S. 772, hevuusgeg'eben von Josef N. Stern, Seretli. Bukowina) Trauerrede aus. Und deutlicher als alle Würdigungen ihn schildern, können, spricht der Geist dieser hohen, einer echt jüdischen Frau aus dem Testament, das wir hier als charakteristisches Dokument zum erstenmal in deutscher Sprache wiedergeben: ־ ״Vor allem bitte ich meinen Mann, den Raw, um- Verzeihung^ daß nicht ich ihn betreuen konnte, wie es sich gebührt. G-tt hätte mein großes Zaar vor sich kommen lassen sollen, da meine Jissuviin zu groß waren, Niemand wußte von meinem großen Leiden und ich hoffe, daß ich dadurch viel abgebiißt habe. Nun bitte ich meinen Mann, an mich zu denken, daß für meine Seele etwas verrichtet werde, was, kann ich nicht vorschreiben, Ich konnte auf dieser Welt infolge meiner Schwäche nichts verrichte«. Ich bitte meinen Mann weiter, die treue Hand über meine Tochter Radiseh (aus .erster Ehe, spätere Gemahlin des Buchhändlers Josef Schlesinger. Ä«m. d. Red.) zu halten, und hoffe, daß er durch dieses S’chus bis hundert Jahre gesund und ״ stark bleiben wird. Er braucht nicht besser zu ihr seiu als bisher, da er ihr treuer Vater war, und ich ■hoffer daß es so bleiheu wird, Was unsere Kinder an- ■belangd hoffe ich, liehe Kinder, daß ihr euch בדיו הישר [fuhren werdet .wie bei eurem gebenschten Vater. Seht 5auf jede Kleinigkeit gut, zu beobachten, was zuQictypN^ gehört. So hoffe ich, daß השי״ח euch benschen und ge- &und lassen wird עמ״ש zu הורה ומצית. Das ist alles, was mein Wunsch ist, daß ähr G־ttes Willen erfüllt und nur in G-ttes Dienst zu sein suchet יי□ ולילה Dann wird euch השי״ח ( gewiß nicht verlassen. Ich bitite. euch, liehe Kinder,, euch meinetwegen nicht zu kränken; ich habe darum gebetet und hoffe, tla ich große Jissur'im gelitten, ׳*daß meine Geduld mir beistehen wird לעול□ הבא• Liebe Kinder, ich bitte euch, kein Jahrzeit zu fasten, ihr werdet an diesem Tage an m1׳cn denkenich bitte, meine lieben Kinder, für mien ein Perek Mischnajos zu lernen, und meine lieben Töchter, ihr werdet eure Männer erinnern, sie sollen auch für mich מתפלל sein. Ich hoffe, daß השי״ח euch benschen und kräftigen wird עמ״ש zu Thora und Jiroh, Verbleibe eure treue Mutter, die für euch beten wird zu allem Guten. שרל אשת הרב אביר רק״ק פ״ב יע״א• Siegeszug der Beth Jakob-Beweguiig. Am 19. März veranstaltete der Verein zur!Erhaltung des überlieferten Judentums seinen zweiten Vortragsabend in diesem Jahre. Der Dajan der Berliner jüdischen Gemeinde, Rabbiner Dr, J a k o h o v i t s hehandelte ״Die Stellung der Frau im jüdischen Relig'ionsgesetz". Ausgehend von der Rechtsstellung der Frau in, den anderen antiken Rechten, wies der Referent nach, daß — im Gegensatz zu diesen das jüdische Recht die Gleichachtung der Frau grundsätzlich und praktisch durchführt: Sie ist gleichberechtigte Ehegattin. Die Ehe ist reine Konsehsehe. Die Frau ist Rechtspersönlichkeit und aktiv und passiv erbfähig, auch Trägerin von Vermögensrechten. Dem Manne und Vater sind eine große Anzahl Pflichten. ihr gegenüber aiiferliegt. Andererseits obliegt auch der Frau die Beachtung einer großen Reihe wichtiger Mizwoth» noifalls sogar von solchen, die eigentlich dem Manne überantwortet sind. Beschränkt ist sie lediglich im öffentliehen Leben, aber auch; dort nur, soweit es ihrer körperlichen, geistigen, u^d seelischen Struktur entspricht. Ihrer Berufstätigkeit steht, soweit infolge der Industrialisierung das Haus ihr keinen vollen Wirkungskreis mehr bieten kann, reüigionsgesetzlich nichts im Wege. Bei sachlicher Prüfung bleibt also you all den Vorurteilen gegen den moralischen und Zeitwert des Eherechts in unserer Lehre nichts übrig• ' , it;': Der zweite Redner, Gericht$assessor James R 0 s ent h a l,, sprach über ,Lebensfragen des fhoratreuen Judentums in Welt und Gemeinde“. Er ging' davon aus, daß gerade das überlieferungstreue Judentum gleich den anderen großen Gruppen im Judentum mehr als bisher die Notwendigkeit erkennen müsse, über den gewohnten lokalen Rahmen hinaus zentrale Aufgaben, deren erste die Erziehung ist, zentral zu lösen und hieraus frische Impulse für die Gemeindearbeit zu ziehen. Die erste Verwirklichung dieser Idee sieht der Vortragende in der von Jakob Rosenheim, der auch von der Gemeindeaiibeit ausging, gegründeten ״Agudas Jisroel“, vor allem in ihren kulturellen Einridhtungen: ״Keren Hatbora“ und, ״Beth Jakob“. Redner schildert die Entstehung dieser Organisationen, ihre Ziele und ihre Leistungen. Auf ihr Konto mit geht die Erhaltung der bedeutendsten Jeschiwoth und die Errichtung der Jesehiwath Ghachme Lublin, vor allem die Erhaltung des Lebenswillens bei Lehrern und Schülern dieser Hochschulen, ferner der ohne Vorbild begonnene und heute bereits der Vollendung entgegengehende Aufbau eines großen Mäcleheuerziehungswerks, dessen Programmgestaltung und Leitung in den Händen des Berliner Schulmannes Dr. Leo Deutsch-!ander in Wien liegt; Ist es im Osten, gelungen, die Chassidim von dem Wert der Mädchenb'ildung zu überzeugen und die Chassidim-Rabbisf mit den Häuptern der litauischen Jeschiwoth, den Nachfahren des Gaons von Wilna, auf diesem Boden zusammenzufülhren, so muß das Erziehungsproblem auch bei uns als vordring־ ,lieh erkannt und angepackt werden. Den Ansatz zu seiner Lösung in unserem Kulturkreis sieht Referent im Schulwerk der Adass Jisroel, das mit!letzten Kräften um seine Existenz riiigj. Er appelliert an d׳ie Gesetzestreuen in der Großgemeinde, beizeiten eine Atmosphäre vorzubereiten, in der ׳beide Gemeinden sich zur Erhaltung dieses mit so viel Einsatz von Energie und Opfern geschaffenen Werkes — unter Wahrung seines Charakters als Pflanzstätte des Thora-Geistes — zusammenfinden können. Abschließend beschäftigt sich der Vortragende mit der neuesten Form des Abfalls vom Judentum, dem Hinneigen vieler, gerade wertvoller Teile der jüdischen Jugend zum Kommunismus unter Verleugnung ihrer jüdischen Seinsgrundlage. Er weist auch hier dem thoratreuen Judentum die Aufgabe zu,. nicht das Problem durch Ablehnung neuer Ideen in Wirtschaft und Gesittung gleichsam äbzuwürgen, sondorn neuen Lebensformen mit neuer Synthese vorzuiarbeiten, wie aueih im aufstrebenden bürgerlichen Zeitalter es das thoratreue Judentum gewesen ist, des durch Samson Rafael Hirsch haltloser Assimilatipn und Abfall Einhalt gebieten konnte mittels harmorpcüer Einordnung des zeitlos gültigen jüdischen Gesetzes und . der Treue zu ihm in eine von fremdem Rhythmus be-!stimmte Zeit,; Gesänge der Oberkantoren Al h 1 be e k und Schreiben, die traditionelles Ohasonuss zu Gehör brachten, umrahmten die Vorträge.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.