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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-03-01 · Heft 1 (März 1929) · p. Seite 21

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 1 (März 1929)
Article
Die Geschichte der deutschen Juden in der historischen Forschung der letzten 35 Jahre
Date
1929-03-01
Page
Seite 21 (sequence 9)
Language
German
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Adolf Kober. Die Geschichte der Juden in der historischen Forschung der letzten 35 Jahre. (1913), Tänzer: „Die Rechtsgeschichte der Juden in Württemberg" 1806 bis 1822 (1922), Gunzenhauser: „Sammlung der Gesetze, Verordnungen, Verfügungen und Erlasse betreffend die Kirchenverfassung und die religiösen Einrichtungen der Israeliten in Württemberg" (1909), A. L o e b : „Die Rechtsverhältnisse der Juden im ehem. Königreich und jetzigen Provinz Hannover" (1908); J. Freund: „Die Rechtsstellung der Juden im preuß. Volksschulrecht" (1908). Besonders eifrig ist die Wirtschaftsgeschichte der deutschen Juden im Mittelalter bearbeitet worden. Das schon erwähnte Werk von Caro hat das große Verdienst, erwiesen zu haben, daß die Juden des Mittelalters keineswegs die ausschließlichen Geldhändler und Wucherer gewesen sind. Es widerlegt die Mär von der überwiegenden Hinneigung der mittelalterlichen Juden zum Handel und speziell zum Geldhandel. Gewiß, es hat die einschlägigen hebräischen Quellen und vorzüglich die Responsenliteratur überhaupt nicht in Betracht gezogen, und so ist das Verdienst M. H o f f m a n n's in seiner Untersuchung über den „Geldhandel der deutschen Juden während des Mittelalters bis zum Jahre 1350" (Staatsu. sozialwissensch. Forschungen von Schmoller u. Sering, H. 152, 1911) sehr hoch anzuschlagen, weil er den wesentlichen Inhalt von nicht weniger als 246 rabbinischen Responsen des 11.—14. Jahrhunderts in deutscher Uebersetzung veröffentlicht hat. Das Werk Caros wird außerdem ergänzt durch Untersuchungen, die Täubler im Anschluß an das grundlegende Werk von Dopsch angestellt hat in seinem Aufsatz „Zur Handelsbedeutung der Juden in Deutschland vor Beginn des Städtewesens I. II." (Martin Philippson-Festschrift S. 370 ff.) In den kleinen Geldhandel des späteren Mittelalters führt uns „Das Judenbuch der Scheffstraße zu Wien (1389—1420)" herausg. von A. Goldmann 1908 trefflich ein. Die Wirtschaftsgeschichte der deutschen Juden in der Epoche des Merkantilismus ist, wenn auch indirekt, durch Sorabart „Die Juden und das Wirtschaftsleben" (1911) beeinflußt worden; denn Sombart, wie neuerdings auch Strieder -München, haben auf die Bedeutung der Juden in dieser Zeit des Merkantilismus hingewiesen. Durch die Finanznot des Staates zogen die Fürsten anfangs ungern, dann immer offener, im 17. und 18. Jahrhundert jüdische Bankiers heran. Mit dem Eindringen in das Kronfinanzgeschäft schufen sich die Juden die Plattform, von der aus sie allmählich auch in die übrigen Zweige der Wirtschaft zu gelangen vermochten. Der jüdische Hofbankier des 18. Jahrhunderts (Hofjude, Hoffaktor) ist der Schrittmacher für die Gleichstellung der Juden, nicht nur in wirtschaftlicher Beziehung geworden. Er wurde der eigentliche Vorläufer der Emanzipation. So ist die Geschichte der jüdischen Hoffaktoren in den Vordergrund gerückt worden und hat ihre Bearbeitung durch Max Grunwald „Samuel Oppenheimer und sein Kreis" (1913), P. Sundheimer, die jüd. Hochfinanz und der bayr. Staat im 18. Jahrh. (in Schanz, Finanzarchiv 41, 1924), durch einen kleinen Aufsatz von Max Freudenthal: „Aus der Zeit der Hoffaktoren" (Jahrb. f. j. Gesch. u. Liter. 1925) u. a. gefunden. Demnächst soll ein Werk von Selma Stern 21

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