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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1929-03-01 · Heft 1 (März 1929) · p. Seite 20

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1929-1930
Issue
Heft 1 (März 1929)
Article
Die Geschichte der deutschen Juden in der historischen Forschung der letzten 35 Jahre
Date
1929-03-01
Page
Seite 20 (sequence 8)
Language
German
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Adolf Kober. Die Geschichte der Juden in der historischen Forschung der letzten 35 Jahre. Anteil der jüdischen Freiwilligen an den Befreiungskriegen hat M. Philippson in mustergültiger Weise (in der MS. 1906) dargetan. Die Veröffentlichungen über die Geschichte der Juden in den einzelnen deutschen Städten sind Legion, und manch treffliche Arbeit ist darunter; andererseits fühlt sich auf diesem Gebiet jeder berufen; hier begegnet man am meisten der Verwechselung von Geschichtsschreibung mit Aufzählung und Aneinanderreihung mancher interessanter, vielfach auch uninteressanter Tatsachen und Urkunden. Von Quellenwerken seien genannt: M. Stern, Die israelitische Bevölkerung der deutschen Städte III: Nürnberg im Mittelalter. (1894—96); J. Krac a u e r, Urkundenbuch zur Geschichte der Juden in Frankfurt a. Main von 1150—1400, (Fr. a. M. 1914). A. Süßmann, Das Erfurter Judenbuch (1357—1407) in Mitt. des Gesamtarchivs 1914, A. Kober, Grundbuch des Kölner Judenviertels 1135—1425. Von den ausgezeichneten „Quellen und Forschungen zur Geschichte der Juden in Deutsch- Oesterreich" kommt die Mehrzahl der Geschichte der Juden in Wien zu gute; so G o 1 d m a n n, „Das Wiener Ghetto. Seine Häuser und seine Bewohner" (1908). B. Wachstein, „die Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien". 2 Bände (1912,1917). A.F.Pribram, „Urkunden und Akten zur Geschichte der Juden in Wien 1526—1847", die die Gesetze und Erlasse der österreichischen Herrscher enthalten, die sich auf die Gesamtheit der in Wien wohnenden deutschen Juden beziehen (1918). Keiner Stadt hat sich also der Forscherfleiß so eifrig zugewandt, wie Wien. Das Ergebnis ist in der Geschichte der Stadt Wien V (1913) gezogen durch die Darstellungen von Schwarz (bis z. J. 1625) und durch Grunwald, der die Geschichte der Wiener Juden bis 1740 bearbeitet hat (für die Schuljugend bis 1914 i.J. 1926). Ich nenne nur noch das Lebenswerk J. Kracauers, Geschichte der Juden in Frankfurt a. M. (1. Bd. 1925; 2. Bd. 1927), das bis z. J. 1824 gediehen ist; schade, daß die religiösen Verhältnisse nicht so eingehend wie die politischen und sozialen gewürdigt worden sind. Ich komme zu einzelnen Zweigen des geschichtlichen Lebens. Die Rechts- und Verfassungsgeschichte der deutschen Juden hat zahlreiche Bearbeiter gefunden. Für die Zeit des Mittelalters hat die Arbeit E. Scherer's: „Die Rechtsverhältnisse der Juden in den deutsch-österreichischen Ländern" (1901) manches neue Resultat über Stobbe hinaus gezeitigt.12) Zahlreich sind die Werke über die Rechtsgeschichte bezw. Rechtsverhältnisse der Juden in der neuen und neuesten Zeit.13) Außer dem erwähnten Werk von Freund seien genannt: Heimberg er, Die staatskirchenrechtliche Stellung der Juden in Bayern, 1893,2. Aufl. 1912, S. W o 1 f f : „Das Recht der israelitischen Religionsgemeinschaft des Großherzogtums Baden" 12) vgl. auch A. Kober, Das Salmannenrecht und die Juden 1907; das erwähnte Grundbuch; die rechtl. Lage der Juden im Rheinland während des 14. Jahrh. im Hinblick auf das kirchliche Zinsverbot (Westd. Zeitschr. f. Gesch. u. Kunst, 1909). 1S) vgl. auch F. Lazarus, Das Königl. Westfäl. Konsistorium der Israeliten 1914 (in M. S. 58). 20

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