Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2193 (11.11.1966)
- Date
- 1966-11-11
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, 11 de Noviembre de 1966 Año XXVII. — N’ 2193 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Ereignisse der Tage der CENTRA-A rbeit Der Besuch des Rabbiners Dr. Max Nussbaum in verschiedenen Ländern Südamerikas, in Perú, Chile, Argentinien, Uruguay und Brasilien, sowie seine Teilnahme am 6. Kongress der CENTRA in Montevideo waren eine grosse Bereicherung unseres jüdischen Lebens, nicht allein deswegen, weil Dr. Nussbaum überall dort, wo er sprach, die Menschen zu fesseln verstand, sondern w'eü er gleichzeitig wichtige Anregungen für die Arbeit geben konnte. Ueber sein Wirken in Buenos Aires gaben wir bereits in der vorigen Ausgabe der Jüdischen Wochenschau einen umfassenden Ueberblick, sodass wir abschliessend hierzu »ur noch über den „Cocktail“ berichten wollen, den die CENTRA-Buenos Aires gemeinsam mit der DAIA und der Exekutive des Jüdischen Weltkongresses dem Gast in den Räumen der Loge gegeben hat. Trotzdem es (Sonntag war, hatten viele Interessierte dem Ruf Folge geleistet, unseren Gast auf diesem Wege zu ehren. Dr. Nussbaum wurde in drei kurzen Reden begrüsst, vom Vorsitzenden der CEN¬ TRA in Buenos Aires, vom Generalsekretär der DAIA. Herrn Herzl Gesang, und vom Präsidenten der südamerikanischen Weltkongress-Exekutive, Dr. Moisés Goldman. Aus allen Reden und Worten klang der Ausdruck einer echten Freundschaft. die nicht nur die drei Redner, sondern viele der Anwesenden mit Herrn Dr. Nussbaum verbindet. In allen Worten kam der Willer zur Zusammenarbeit aller Teile des argentinischen Judentums und des jüdischen Volkes zum Ausdruck, der durch die drei Veranstalter sichtbar nach aussen demonstriert wurde. Ueber die sprachlichen, gesellschaftlichen oder sonstigen Unterschiede hinaus, die vorhanden sind, muss der Wunsch zur Zusammenarbeit mit allen positiven und konstruktiven Elementen und Kräften immer wieder gefördert und unterstrichen werden. Im gleichen Sinne äusserte sich Dr. Nusbaum, der versicherte, dacs diese Reise trotz ihrer Anstrengungen und Schwierigkeiten für ihn selbst einen Gewinn bedeute Denn überall habe er gleichgesinnte Menschen getroffen, alte Freundschaften gefestigt ¡ und neue geschlossen. Diese j persönliche Bindung sollte I der sachlichen Arbeit und der Lösung unserer gemein- samen Aufgaben nutzbar gei macht werden. Allen Anwesenden war anschliessend an diesen offiziellen Teil noch die Möglichkeit einer Unterhaltung mit Dr. Nussbaum gegeben. Kongress in Montevideo Der 6. Kongress der CEN¬ TRA. über dessen Bedeutung in den vergangenen Wochen zu wiederholten Ma,en berichtet worden ist, wurde in Montevideo mit einer allgemeinen Veranstaltung in der Synagoge der Nueva Congregación Israelita de Montevideo, der Einheitsgemeinde, der zentraleuropäi- 1 sehen Juden in Montevideo, i eröffnet. Mehr als eine Stun-! de dauerte es, bis der Haupt-! redner der Veranstaltung j und Ehrengast des Kongres- \ ses, Rabbiner Dr. Nussbaum.! das Wort ergreifen konnte. I Die Veranstaltung wurde von; Gesängen umrahmt, einlei-! tend begrüsste der Präsident : der NCI, Montevideo, Herr i Altmann, den Kongress, der | vom Vorsitzenden für eröff- I net erklärt und von vielen | Rednern, unter ihnen Veri treter der Israel-Botschaft, der DAIA, des Zentralcomi- I tés der uruguayischen Juden 1 usw. in seiner Bedeutung ge- , würdigt wurde, i Sicherlich was es nicht mög- ’ lieh, weniger Begrüssungsan- | sprachen halten zu lassen. Í Es müsste jedoch ein Weg gefunden werden, dass ein „Ehrengast“, ein Mann, der viele tausende Kilometer gereist ist, um zu dieser Veranstaltungzu kommen. nicht Reden in einer Sprache anhören muss, die er nicht versteht. Aus diesem Grunde sei LUACH—(KALENDER) 28. Marcheschwan 29. Marchesehwan Freitag, den 11. November Sonnabend, den 12. November Scbabbat TOLDOT — Haft. 1. Buch Samuel. Kap. 2 Sonntag, den 13. November 30 .Marcheschwan 1. Tag Rosch Chodesch angeregt, in Zukunft eine Lösung für diese Situation zu finden. Da es sich nicht um eine Veranstaltung der NCI in Montevideo, sondern der CENTRA handelte, muss darauf hingewiesen werden, dass die religiösen Gefühle anderer nicht übersehen werden sollten. Es musste schon jeden liberalen Juden eigenartig berühren, dass das Publikum in einer Synagoge Beifall klatscht. Entweder sollte ein grosser Saal gemietet oder der Aron Hakodesch durch einen Vorhang abgetrennt werden, w’ie dies in vielen Orten üblich ist, wenn es auch keine ideale Lösung darstellt. Hierauf wurde der Berichterstatter vom Reformrabbiner Nussbaum hingewiesen... Die Rede Nussbaums Mit der gleichen grossartigen Rhetorik, die wir schon in Buenos Aires kennenzulernen Gelegenheit hatten, behandelte Dr. Nussbaum das weite Thema: „Das einzigartige Schicksal unserer Generation — Von Tragödie zu Triumph“. Muss man nicht das Schicksal einer Generation als einzigartig bezeich: nen, die durch die Tiefen von Auschwitz gegangen un i auf die Höhen der Erlebnisse eines neuen jüdischen Staates gelangt ist? so frag te Dr. Nussbaum Aus seinem überraschend vielseitigen und reichhaltigen Wissen schöpfend, gliederte der Redner sein Thema auf. benutzte Stellen aus unserem Schrifttum, aus der Bibel, aus dem 5. Buch Moses und dem Propheten Arnos um zu beweisen, dass die Problematik unserer Tage nicht neu sei, und die Antworten auf die Fragen unseres Lebens dort, in den Erkenntnissen der Grossen unserer Vergangenheit gesucht werden müssten. In atemloser Spannung wurden die Ausführungen gehört, die auf alle einen tiefen Eindruck machten Denn Dr. Nussbaum verstand es.; Vergangenes mit Gegenwär-; tigern zu verbinden und : auf Kommendes hinziweisen! Von tiefem zionistischen : Glauben getragen trat der Redner für die Zusammenarbeit aber Teile des jüdischen Volkes ein, um im Triumph eine glückliche Zukunft für unsere Kinder zu sichern. — Eventuelle Ueberlebende des Deportationszuges aus dem Konzentrationslager Guts (Pyrénées!, der am Abend des 1. Maerz 1943 (und nicht am Abend des 2. Maerz 1943) die Bahnstation Oleron verliess, werden herzlich gebeten, sich mit einem Mit-Insassen dieses Zuges moeglichst umgehend in Verbindung zu setzen. Das Schicksal dieses Zuges soll in einer groesseren literarischen Arbeit festgehalten werden. KURT KAISER-BLUETH, 3. RUE DE L'ESCRIME, BRUXELLES 19 (BELGIEN) Der Kongress Montag, den 14. November 2. Tag Rosch Chodesch 1 Kislew Dienstag, den 15. November 2 .Kislew Mittwoch, den 16. November 3. Kislew Donnerstag, den 17 November 4. Kislew Freitag, den 18. November 5 Kislew Sonnabend, den 19. November Schabbat WAJEZE — Haft. Hosea 6. 12 Kislew' Sonntag, den 20. November 7. Kislew» Montag den 21 November 8. Kislew Dienstag, den 22. November 9. Kislew Mittwoch, den 23. November 10 Kislew Am nächsten Tage oegann der eigentliche Kongress, dessen Beratungen sich über drei Tage ausdehnten Nach Anhörung eines Berichtes über geleistete Arbeit und über zehn Jahre CENTRA. der von dem Vorsitzenden. Herrn R. Hirschfeld, gegeben wurde, kamen die Herren Luis Schydlowski (Lima» und Klaus Oliven (Porto Alegre) zu Wort, die über „Probleme des Weiterbestehens der Kleingemeinden * und über „Die Arbeit unserer Gemein- ..mimnmme. LA den in künftiger Zeit“ sprachen. Die Ausführungen wurden mit Beifall aufgenommen. In der Debatte sprachen u a. Herr S. Kurz (Paraguay), der ein ergreifendes Bild von der Problematik und der Vereinsamung der Juden in Asuncion gab, das für die weitere Behandlung des Problems der kleinen Gemeinden den Ausschlag gab. Hierzu äusserte sich auch Rabbiner Dr. Winter (Montevideo), der in der letzten Geschäftsperiode der CENTRA einige der Kleingemeinder besucht hat. Rabbiner Dr Lemle Rio de Janeiro» sprach über seine Erfahrungen und Hilfeleistungen für die kleinen Gemeinden in Nordbrasilien, deren Isolierung ebenfalls unvorstellbar sei. Das Hauptproblem sei dort die Frage der Mischehen. — Auch weitere Redner nahmen zu den Schwierigkeiten Stellung, mit denen sich die Arbeit in den kleinen Gemeinden auseinandersetzen muss. — Ueber die allgemeine Lage der jüdischen Gemeinschaften in Lateinamerika hielt der Delegierte des Jüdischen Weltkongresses, Mark Turkow, ein ausgezeichnetes Referat’ das allerdings wegen Zeitmangel nicht diskutiert weiden konnte. Ueberhaupt musste die Generaldebatte. an der Delegierte aus allen vertretenen Ländern teilnahmen, abgebrochen werden. Es fand sich keine Zeit mehr, sie weiterzufüh ren, was allgemein bedauert wurde. Jugendprobleme Die von der CENTRA geschaffene und ihr zugehörende Jugendorganisation Jazit hielt eine eigene Tagung ab, auf der man beschlossen hat den Schritt zu einer Bewegung zu unternehmen. Die vorgelegten Resolutionen zeigen den Willen der Jugend, die Arbeit in allen Ländern zu verstärken, den Zusammenhang zu festigen und einen Weg der Verwirklichung und Erfüllung der Ideale zu besch reiten, die ein integriertes jüdisches Leben fordern und garantieren Der Schaliach der Jugend, der von der CENTRA-Leitung aus Israel im Einvernehmen und mit der Unterstützung der Jewish Agency für CEN- : TRA und Jazit tätig ist. Herr Nahum, stellte den i Weg und die Probleme der Jugendarbeit in fesselnder! Form dar. Vor ihm hatte | Rabbiner Dr. Finkus aus San Paolo in allgemeiner und kluger Form die Fragen der jüdischen Jugendarbeit in Lateinamerika besprochen. An der Debatte die diesen beiden Referaten folgten nahmen mehr als 20 Delegierte und viele Jugendliche teil, wobei auf die Bemerkungen der Delegierten aus Buenos Aires, der Herren Rabb. Harf, Heinz Braun, Alejandro Wohlgemuth und Manfred Lewin besonders hingewiesen sei, ebenso wie auf die beachtenswerten Beiträge, die von der 2. Generation der Vertreter der Montevideaner Gemeinde, der Herren Kaufmann, Stern, Sachsei u. a. rat der Frau Julia Jacoby (Buenos Aires) dar, die in einer lebendigen, anschauli chen Form über die Frage unserer Alten und Kranken zum Thema „Beschäftigungstherapie“ sprach, w'obei sie vom Beispiel des Eltern- und Krankenheimes in San Miguel ausging. Ihren Ausfüh rungen wurde grösste Auf merksamkeit geschenkt, die sie auch verdienten. Der Vorschlag, dieses Referat in deutscher, spanischer und portugiesischer Sprache herauszugeben und allen angeschlossenen Verbänden zugänglich zu machen, wurde einstimmig angenommen. Die Nachmittags- und Schluss-Sitzung, an deren Aussprachen sich u. a. Dr. Alfred Hirschberg (Sao Paolo), die Herren Brück und Wilk sowie Rabb Loewenstein (Chile) lebhaft beteiligten. brachten Debatten über die Resolutionen, nachdem im Aufträge der Finanzkommission Herr Heinz Braun (Buenos Aires), der Resolutionskommission Dr. Sw'arsensky und der Wahlkommission Herr Dr Hans Feuereisen (San Paolo) die Berichte abgegeben hatten Die Leitung wurde wiedergewählt, eine Executive gebildet und ein Grosses Comité geschaffen, das im Laufe eines Jahres zu Beratungen zusammentreten soll. Im Abschiedsbankett, das die Montevideaner Gemeinde den Delegierten gab wurde von den vielen Rednern, die zu Wort kamen, immer wieder der Willen zu weiterer Zusammenarbeit ausgesprochen. Ob es ein guter Kongress gewesen ist, meinte Vorsitzender Hirschfeld, wird man später besser als im Augenblick beurteilen können, was allgemein akzeptiert wurde. Jedenfalls kann an der Lebensberechtigung der Organisation CENTRA kein Zweifel gehegt werden. — Besucher in B. A. Eine Reihe der Delegierten sind auf der Rückreise in Buenos Aires gewesen, wo sie Verwandte, Freunde und Organisationen besucht haben, unter ihnen Herr Mai aus Cordoba, S. Kurtz (Asunción), Dr. Hans Reich, der Präsident der grossen Gemeinde Bne Jisroel (Santiago de Chile), dessen geschickter Leitung der Generaldebatte der Kongress viel zu verdanken hat, sowie Herr Rabb. Egon Loewenstein, der eine Freitagabend- Predigt in der Gemeinde Bet Israel hielt. Zu Ehren des Herrn Rabb Loewenstein veranstaltete die Gemeinde Nueva Comunidad Israelita einen „Kabbalat Schabbat“ in ihren Räumen, an dem ausser den Vorstandsmitgliedern und geladenen Gästen der NCI erfreulicherweise die Präsidenten der ACIBA. Herr Manfred Ansbach, und Herr Wolf Wolf des Culto Israeli- < Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Unsere ge’iebte Mutter, Grossmutter, Ufgrossmutter und Schwiegermutter, Frau FANNY PORDES geb. ACKERMAN feiert s.G.w. im Kreise ihrer Familie und Freunde ihren 80 GEBURTSTAG Empfang: Samstag, den 19. XI. in Zavalia 2090, V. Stock von 18.30 bis 21 Uhr. GERTRUDE GOLOMB u. Familie KURT PORDES u. Familie ELSE GOLDSCHMIDT u Familie HILDE STERNBERG u. Familie Dl riiiniimiiii ühhiinnikiiüiiiHdiiH Der letzte Kongress-Tag Am letzten Kongress-Tag traten die Kommisionen zu ihren Beratungen zusammen. Den Höhepunkt dieses Tages stellte ohne Zweifel das Refe- Neuerscheinungen des Verlages „0LAMENU“ in TEL AVIV. POB 3002. ISRAEL Dr. E J. GOERLICH (Wien): RUTH. — Geschichte eines jüdischen Mädchens. Ein Wiener Roman aus der Nazizeit — Kart. $ 5.—. Prof Dr HARRY ZOHN (WaU-ham): Wiener Juden in der deutschen Literatur. Reich illustriert. Halbleinen $ 3.50 ZEITSCHRIFT FUER DIE GESCHICHTE DER JUDEN Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Abonnement nur ganzjährig $ 850. DEMNAECHST ERSCHEINT: HUGO GOLD: GESCHICHTE DER JUDEN IN WIEN Das Standardwerk der jüdischen Geschichte Wiens. Hunderte Illustrationen. Ermässigter Subskriptionspreis vor Erscheinen $ 20.—, nach Erscheinen $ 35.— IN VORBEREITUNG: „HISTORY OF THE JEWS IN AUSTRIA“ Ein Jahrbuch in deutscher und englischer Sprache Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN¬ GEMEINDEN DER TSCHECHOSLOWAKEI Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Er. scheint in zwei Bänden. I. Band Böhmen, Mähren und Schlesien. — II. Band Slowakei und Karpatorus. Alle diese Publikationen erscheinen im Rahmen des im Entstehen begriffenen CH A JES-IN ST ITUTS 482348234823485353235348482353230100085301