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Jüdische Wochenschau · 1966-11-11 · 2193 (11.11.1966) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2193 (11.11.1966)
Date
1966-11-11
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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I Vier*«*, 11 *e N»riemfc« ** 1»«« LA SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — N? 2195 — 5 Herzl - Franzos - Servaes ron JOSEF FRAENKEL Theodor Herzl, bevor er •eine Broschüre „Der Juden- •t»»t“ (1096) veröffentlicht hatte war vor allem Schriftsteller und Theaterdichter Beine Beiträge erschienen In Zeitungen und Zeitschriften in Budapest und Wien, in Hamburg und Berlin. Sein Ziel war, Mitarbeiter der „Neuen Freien Presse“ und im Burgtheater aufgeführt zu werden. Beides hatte er erreicht. Im Jahre 1885 brachte die „Wiener Allgemeine Zeitung“ ein Feuilleton des 25jährigen Herzl. und zwei Jahre später wurde er, wenn auch für kurze Zeit, Feuilleton - Redakteur. Er hatte schon einige Theaterstücke geschrieben und wollte sie auf die Bühne bringen oder veröffentlicht haben Sein Lustspiel „Seine Hoheit“ batte er Karl Emil Franzos übergeben, der Redakteur der Zeitschrift „Deutsche Dichtung“ war. London hatte Israel Zang- Will und Berlin Karl Emil Franzos (1848—1904). Zangwill schilderte das Whitechapler Ghetto und Franzos das Ghetto seiner Heimatstadt Czortkow. Er wurde einst viel gelesen, mehr als Zangwill. In der alten österreichisch - ungarischen Monarchie und in Deutschland gehörte Franzos zu den bekanntesten Schriftstellern. Zuerst war er in Wien Redakteur der „Neuen Illu strierten Zeitung“ (’880 bis 1886), und dann gab er in Berlin die Zeitschrift „Deutsche Dichtung“, (1886—1904) heraus. Die Ghetto-Romane von K. E. Franzos, wie „Die Juden von Barnow“ „Der MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mil der grössten Auswahl SARMIENTO 1147 _ T E 35. 7033 CABÍLD0 2614 PAMPA 4979 Zahlungserleichterungen fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung Pojaz“, „Moschko von Parma“ und „Judith Trachtenberg‘, wurden ins Englische und Russische übersetzt, viel besprochen, gelobt und getadelt. Während Israel Zangwill sich mehr dem Judentum genähert hatte, lehrte K. E. Franzos seine jüdischen Leser, dem Deutschtum und der Menschheit zu dienen. Franzos revoltierte gegen die Traditioin und gegen das Judentum. Er glaubte, dass eine neue Zeit ohne Mauern gekommen wäre und wollte die jüdische Jugend mit der europäischen Kultur vereinigen. In seiner Zeitschrift „Deutsche Dichtung“ erschienen oft die ersten Erzählungen und Gedichte von talentierten Jugendlichen, die Franzos der Oeffentlichkeit vorgestellt hatte, aber auch von Dichtern, die schon einen rühmlichen Namen hatten. Zu den ersten, die Franzos um Beiträge für seine Zeitschrift ersucht hatte gehörte auch Max Nordau. Der Verfasser der „Paradoxe“ antwortete am 27. Juni 1886' „Ich bin gerne bereit, mich mit Prosabeiträgen an Ih - rem Unternehmen zu beteiligen. Nicht als ob ich nicht auch wie jeder richtige Deut sehe lyrisch freveln würde aber einstweilen sind das geheime Sünden und sie wer den mal einst nach Jahren veröffentlicht werden.“ K. E. Franzos sollte „Seine Hoheit“ bringen, da erhielt Herzl von der Direktion des Wallnertheaters in Berlin die Zusage, dass sein Lustspiel gespielt werden würde. Einen Tag bevor Herzl aus der Redaktion der „Wiener Allgemeinen Zeitung" austrat, schriet er am 14. Juli 1887 an Franzos: „Soeben erhalte ich die Mitteilung, dass mein Stück „Seine Hoheit“ in Berlin zur Aufführung angenommen ist. Aus diesem Grunde sehe i ich von der Veröffentlichung i in der .Deutschen Dichtung; ab und bitte Sie, mir das i Manuskript sobald als mög- | lieh zurückzusenden.“ „Seine Hoheit“ wurde in Berlin, wie auch im Carltheater (Wien), Lobetheater (Breslau) und im Deutschen Theater (Prag) mit Erfolg gespielt. Man hat heute Karl Emil Franzos einst so populär und zitiert in der deutschen Literaturgeschichte, beinahe oder fast ganz vergessen. Von ihm stammt der Satz: „Jedes Land hat seine Juden, die es verdient“ Seine Ghettobilder aus Galizien haben heute nur noch einen kultur - historischen Wert, obzwar viele auch das verneinen werden. Auch Karl Emil Franzos war Mitarbeiter der „Neuen Freien Presse“. Br hatte den zitierten Satz („Jedes Land hat die Juden, die es verdient“) zuerst in der „Neuen Freien Presse“ (1875) veröffentlicht. Später mag er die Sinnlosigkeit dieses Schlagwortes erkannt haben, aber er hatte nicht die innere Kraft, einen neuen Weg, den von Herzl und Nordau, zu gehen. II. Theodor Herzl hatte sich im literarischen Wien als Schriftsteller und Verfasser von mehreren Theaterstük ken durchgesetzt. Im Wiener Burgtheater wurden einige seiner Lustspiele gespielt, und im Jahre 1891 wurde er Pariser Berichterstatter der „Neuen Freien Presse“. Auch Moses Hess und Heinrich Heine waren -in Paris Berichterstatter für deutsche Zeitungen. Im Jahre 1895 beschäftigte sich Herzl mit der Idee der Schaffung eines Juden Staates, und im selben Jahre kehrte er nach Wien zurück, wo er Feuilletonrec'akteur der „Neuen Freien Presse“ wurde. Max Nordau übernahm nun die Berichterstattung in Paris für die „Neue Freie Presse“, und Herzls Broschüre Der Judenstaat“ erschien in Wien im Februar 1896. Vergebens versuchte er Moritz Benedikt und Eduard Bachei, die Herausgeber der .Neuea Freien Presse“, für den Zionismus zu gewinnen. Sein aufregender Kampf und Konflikt mit Benedikt und Bacher dauerte Jahre eigentlich vom Jahre 1895 bis zum Jahre 1904. Die „Neue Freie Presse“ verschwieg die zionistische Bewegung und brachte kein Wort über den Zionisten Herzl. Dagegen gelang es Herzl, einige Mitarbeiter der „Neuen Freien Presse“, Juden und Nichtjuden, für den Zionismus zu interessieren. Als Herausgeber der zionistischen Wochenschrift „Die Welt“ hatte Herzl eine Reihe von Studenten zu jüdischen ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidal 1575 fast Ecke Pino Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Tep pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2083 TEL.: 52~2993 4 Quader von Station Uxquiza CARLTON- Kleidung ist Kleidang guten Stils sie ist meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewoehnliche Kleidung. ★ Dieser Satz ist mehr als Slogan. 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Wir bringen jetzt Sonntags Local Entre FUets Vielleicht gelingt es Ihnen, dafür Taugliches zu schreiben. Welches genre ich haben möchte? Poetzl (Eduard Poetzl war der Verfasser von Wiener Skizzen). Nicht das blöde Wienerische, sondern das Wienerische gutmütig satirisch aufgebaut, wie es Poetzl trifft. Im Ihnen den Versuch zu erleichtern, bleiben Sie zunächst anonym. Ich werde alles Unbrauchbare, was Sie mir eventuell schicken. Ihnen zurückgeben. Nur die gelungenen Würfe zeige ich den Herausgebern, ohne Ihren Namen vorläufig zu nennen “ Franz Servaes stammte aus Deutschland und erwarb sich zuerst einen Namen als Theater- und Kunstkritiker der „Vossischen Zeitung“. Seit dem Jahre 1898 gehörte seine Feder der „Neuen Freien Presse“. Im Mai 1903 wollte Herzl wieder einem Schriftsteller helfen. Deshalb ersuchte er Servaes, dass er einen Ro man (Manuskriupt) den er erhalten hatte, lesen solle und „dann stellen wir beide ihm ein Zeugnis aus womit er einen Verleger finden kann.“ Und er fügte hinzu: „Dies die Absicht, ich arbei- LA SEMANA ISRAELITA semanario INDEPENDÍENTE B«. Aires - PUEYRREDON 2190, 1* izq. - T.E. 83-2613 Novembre 1966 28. Marohesohwan 5727 11. te den grössten Teil meiner , Antisemiten hetzen Zeit für andere.“ I _ . Es scheint, dass Franz Serj Quebec. — In Quebec isfr vaes einen Verleger für das Buch interessiert hatte, denn es Adrien Arcand der versucht, die antijüdische Trommel zu rühren. Es gelang ihm, 600 Personen zu einem Bankett zu vereinigen. Seither wurden ihm die öffentlichen Versammlungslokale nicht mehr zur Verfügung gestellt. Bei seiner letzten Versammlung waren noch 150 Personen anwesend Jedoch ist in Quebec die „Social Credit Party“ aktiv, die ihren Hauptsitz in dieser kanadischen Provinz hat. Sie vertritt zum Teil antijüdi- Herzl schrieb (Juli 1903): „Ich glaube, Sie haben da ein gutes Werk getan, und es ist selbstverständlich, dass ich mich Ihren Bemühungen mit bestem Bestreben anschliessen werde, sobald die Sache so weit ist, wie Sie mir schreiben.“ Servaes hatte wahrscheinlich Herzls Roman „Altneuland“ in irgendeiner Zeitung besprochen und ihn verständigt. Am selben Tage am 18 ^encjenzen November 1902, da er an Leopold Greenberg nach London wegen El Arisch telegraphiert und an den Sultan geschrieben hatte, fand er Zeit und Geduld, um Servaes zu antworten: „Ich möche jedoch mit meinem Dank für Ihren so liebenswürdigen Briet und die eingesandte Besprechung auch nicht ein Stunde zögern. Es war mir ein um so grösseres Vergnügen das zu jäten, als ich bei Ihnen überhaupt kein Interesse für die zionistische Bewegung vorausgesetzt hatte. Eigentlicn Gegen Rassenhass Ottawa. — Der kanadische Justizminister hatte vor einiger Zeit ein Spezial-Comité zur Untersuchung der Hasspropaganda und zur Vorlage von Gesetzesanträgen eingesetzt. Es wurde von Prof. Maxwell Cohen von der Mc- Gill-Universität geleitet und hatte sieben Mitglieder. Der Bericht des Comités wurde von der Presse nicht einheitlich aufgenommen, weil mit jeder Massnahma eine Einschränkung des freisollte ich jetzt nicht in Wien en Wortes verbunden ist Der bleiben und eine bessere Luft aufsuchen, aber ich weiss wirklich nicht, ob ich dazu kommen werde.“ Herzls „Das Neue Ghetto“ wurde im Wiener Carltheater, wie auch in Berlin und Hamburg, aufgeführt. Ein Freund gratulierte ihm und Herzl antwortete (Januar 1898): „Herzlichen Dank für Ihre freundlichen Worte. Und die .Neue Freie Presse“, dev ich doch seit Jahr und Tag nicht schlecht diene, d. h. wenigstens so gut ichs kann, hat dem Erfolg ihres Mitarbeiters kein Feuilleton bewilligt! In Eile mit herzlichen Grüssen für Sie und Ihre liebe Tochter, die mir, wie es scheint, wohlwill.“ Franz Servaes hatte als Bericht dürfte im Parlament besprochen werden. Kunstkritiker auch Verständnis für jüdische Maler. Er war wie ein Richter, der ein entscheidendes Urteil über Künstler verkünden konnte. Servaes hatte auch Beiträge über jüdische Künstler veröffentlicht. Ueber die Maler Lesser Uri, von dem er noch „Reines und Grosses“ erwartet hatte, und Max Liebermann, Martin Buber hatte im Jahre 1903 eine Arbeit über Jehudo Epstein von Servaes in seinem Buch „Jüdische Künstler“ aufgenommen. Als Herzl am 3. Juli 1904 starb, wurde Franz Servaes zum „Feuilletonredakteur der „Neuen Freien Presse“ bestimmt. ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS V SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltungen - Miets-, Zivil- und Handelssachen T. E,: 80 - 6930 PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS

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