Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2087 (23.10.1964)
- Date
- 1964-10-23
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, 23 de Octubre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — N? 2667 r Ereignisse der Woche Der Centra-Kongress Der 5. Centra-Kongress hat Inzwischen ln San Paolo (.Brasilien) unter reger Teilnahme der Delegierten aus Argentinien, Uruguay, Chile, Peru und Brasilien stattgefunden. Den Gegenstand der Beratungen bildete die bisherige und die künftige Centra-Arbeit und die Tätigkeit der angeschlossenen Gemeinden. Auch eine Reihe von Rabbinern nahm an den Beratungen und Diskussionen teil, unter ihnen die Rabbiner Di Lemle und Dr. Pinkus (Rio bzw. San Paolo), Dr. Rosenberg und Dr. Natan Bfum ibeide Buenos Aires), Rabbiner Dr. Winter (Montevideo) und Rabbiner Loewenstein (Santiago de Chile). Zwei junge Rabbiner, die Herren Leipziger (Brasilien) und Assa (Buenos Aires) griffen auch gelegentlich in die Debatten ein. Im Mittelpunkt der Beratungen standen der Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden der Centra, Herrn R. Hirschfeld, und ein Referat von Dr. Hardi Swarsensky (Buenos Aires). Auf einem sehr hohen Niveau standen die beiden Referate über Kulturarbeit, die von den Rabbinern Dr. Rosenberg und Dr. Pinkus gehalten wurden. Auch die Berichte über einige Einzielfragen seien hervorgehoben wie die Darstellungen von Herrn C. Wilk über das Leo Baeck-Institut, die von Dr. Loewenthal (London) ergänzt wurden, und von Herrn U. Lewinsky über das Rabbiner-Seminar in Buenos Aires. Eine lange Generaldebatte beleuchtete noch einmal alle Aspekte der Centra-Arbeit. In Anerkennung der geleisteten Arbeit wurde die bisherige Centra-Leitung, die Herren Hirschfeld und Hans Leschnitzer nochmals gewählt. Die weiteren Wahlen ergaben kaum neue Gesichtspunkte. Dennoch wäre es unrichtig zu behaupten, dass dieser Kongress nichts Neues erbracht und gezeigt hätte. Vor neuen Aufgaben Professor Ernst Simon, dessen nicht vergessene Vorträge der Arbeit aller Centra - Organisationen neue Impulse und Anregungen gegeben batte, gab seinerzeit die Parole vom „Erbe des deutschen Judentums“ heraus, das Sinn und Inhalt unserer Arbeit bilden müsse. Inzwischen wird immer klarer, dass diese Parole nicht mehr oder nicht mehr allein die | Grundlage der Tätigkeiten sein kann, die von unseren i Gemeinden ausgeübt werden müssen. Man kann nicht nur als Erbe leben, wie dies auf , dem Centra-Kongress so treffend gesagt wurde, jeder Mensch muss auch aus einer . Erbschaft etwas Eigenes erstehen lassen. Wir aber können umso weniger nur als ' Erben leben, weil die nächste, bereits hier geborene Generation keine Beziehungen mehr i zu der Erbschaft hat, die uns! von deutschen Juden hinterlassen worden ist. Hierbei; handelt es sich vielleicht auch, aber durchaus nicht nur um das Problem der neuen Sprache. i Eine ganz neue Zeit ist gekommen, in der die alten , Werte nur seilen den gleichen Einfluss auf das Leben auszuüben vermögen. Aus i deutschen Juden sind Juden in Lateinamerika, vielleicht sogar schon lateinamerikanii sehe Juden geworden. Jedenfalls haben die meisten aufgehört, deutsche Juden zu sein, die jüngere Generation ist dies niemals gewesen. Das ist eine neue Situation, die mit einer ständig wachsen- ■ den Deutlichkeit geklärt und gelöst werden muss. | Aus dieser Situation ergibt sich als dringende Aufgabe,! nunmehr die erste Genera- ■ tion, die Generation der Pioniere, abzulösen, die ihre Misi sion im jüdischen Leben ge-! meistert und glänzend erfüllt hat, nunmehr aber von de- | nen abgelöst werden muss, 1 die stärkere Bindungen zum neuen Leben besitzen. Die | Generation des Ueberganges, i die alle Grundpfeiler des neuen jüdischen Lebens im neul en Lande legrte, sollte freiwil- 1 Jig abtreten, bevor man sie; verabschiedet. I Wie weit dieser „Schicht-! Wechsel“ der Centra gelingt, , bleibe dahingestellt. Jeden- I falls wird die Erweiterung des Centra - Kreises durch Aufnahme von Gemeinden, j die nicht zentraleuropäischen I Ursprungs sind, im wesentlichen hiervon abhängen. Altes und Neues Centra - Kongresse führen stets Menschen zusammen, die eine gemeinsame Vergangenheit haben, und von denen man annehmen darf, dass sie auch eine gemeinsame Zukunft haben dürfen. Die persönliche Bindung der führenden Menschen der Centra untereinander ist eine Voraussetzung ihres bisherigen Erfolges gewesen. Was wird an die Stelle dieser un- Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 41: PAER LAGERKVIST: Gast bei der Wirklichlichkeit (Roman) Nr. 42/43: HERMANN WEBER, Konflikte im Weltkommunismus (Eine Dokumentation zur Krise Moskau-Peking) Nr. 44/45: WILHELM v. SCHRAMM, Aufstand der Generale (Der 20. Juli in Paris) Nr. 46: MARQUIS DE SADE: Verbrechen der Liebe (Ausgewählte Erzählungen) Nr. 47: LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tauwetter, Neueste Russische Erzählungen. Nr. 49: ALDOUS HUXLEY: Affe und Wesen, Roman Nr. 50/51: RUMER GODDEN: Immer und einen lug, Roman. Nr. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun. Roman. Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80; Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München sichtbaren Gemeinsamkeit! treten? Diese Frage verdient ein I ernsthaftes Studium. Man kann einem Verband einen praktischen Inhalt geben: die Förderung der Jugendarbeit, die Unterstützung aller kulturellen, religiösen und erzie herischen Funktionen unserer Gemeinden, Mitwirkung beim Aufbau des Rabbinerseminars oder ähnlicher Institutionen usw„ das alles sind echte und lohnenswerte Aufgaben für die Centra oder einen anderen Gemeindeverband. Das ist auch sicherlich der Weg der Centra, wenn sie ihre Absicht verwirklicht, ein lateinamerikanischer Gemeindeverband 2U werden. Ob das genügt, wird eine künftige Auseinandersetzung zeigen müssen. Jedenfalls bedeutet Centra heute in unserem gemeindlichen Leben einen grossen Aktivposten. Wenn es die Leitung versteht, neben ihrer praktischen Tätigkeit auch die Aussprache zu fördern, dann wird die Centra allmählich auch von einer zentralen Bedeutung im Sinne lebendiger Gestaltung werden können. — Vortrag Bamberger Im Rahmen der Eröffnungssitzung hielt der Gast der Centra, Herr Prof. Dr. Fritz Bamberger einen Vortrag über das Thema „Neues Denken im religiösen Judentum“. Es war kein glücklicher Griff, dem Vortrag eine überaus lange Reihe von Begrüssungsrednern vorauszuschicken, die sich im wesentlichen nur gegenseitig feier ten und ihre gegenseitige Bedeutung unterstrichen. Auf diese Weise kam Dr. Bamberger erst in später Nachtstunde zu Wort, als die Aufnahmefähigkeit des Publikums bereits gelitten hatte, um einen Vortrag von diesem Niveau verarbeiten zu können. ■Prof. Bamberger gab einen kurzen Ueberblick über die Möglichkeiten neuer Betrachtungsweisen und über die Formen eines neuen Denkens im religiösen Judentum. Er führte seine Hörerschaft weit zurück, sprach über Philo und den gewaltigen Einfluss der aristotelischen Philosophie auf die Denker des Mittelalters, erwähnte Maimonides und andere .Klassiker* der spanischen Epoche, stellte die Lyriker in Spanien den nüchternen Denkern im übrigen Europa gegenüber und führte langsam in das neue Denken ein. wobei er Rosenzweig erwähnte. Man darf annehmen, dass die Vorträge des Herrn Prof. Bamberger, die für Buenos Aires vorgesehen sind, das Interesse eines breiten Publikums finden werden. — Dr. Illia sagt Erscheinen zu Der Präsident Argentiniens, Dr. Arturo niia, empfing eine Delegation des Festcomit6s für die Feiern zum 75. Jahrestag der jüdischen Koav"A'% 1*59 64 ÎTOO JS ARCOS 2319 FESTWOCHE NCI siehe Veroeäentlichung unter V ereinsnctchrichten | Ionisation im Lande, das von der DAIA und AMIA gebildet wurde. i Die Delegation, an deren! Spitze Dr. Moisés Goldman stand, überbrachte dem Präsidenten eine offizielle Einladung zur Teilnahme an der Grossveranstaltung, die anlässlich dieses Jubiläums am Sonntag im Cine ,Mitre“ stattfinden wird. Im Laufe der herzlichen Unterhaltung zeigte sich Dr. Illia an vielen Einzelheiten 1 der jüdischen Kolonisation | interessiert und stellte eine I Reihe von Fragen. Auch erklärte er, er sei sehr günstig von einem Bericht beeindruckt gewesen, den ihm der Gouverneur der Provinz Santa Fe, Dr. Aldo Tessio, über den Verlauf der Festveranstaltungen in Moisés Ville gesandt habe, und bedauerte, verhindert gewesen zu sein, persönlich daran teilzunehmen. Dr. Illia brachte zum Ausdruck. dass er gern der Einladung Folge leisten werde falls es ihm seine schon frü. j her eingegangenen Verpflichtungen gestatten sollten, in I jedem Fall aber erscheinen werde, und sollte es nur für einen kurzen Augenblick sein. Bankett der Israel-Botschaft Der israelische Botschafter General Joseph Avidar und seine Gattin Jemima Avidar veranstalteten in den Räumen der Israel-Botschaft ein Bankett zu Ehren des Vizepräsidenten der Republik Argentinien, Dr. Carlos Perette. Zu den Gästen zählten der Botschafter von El Salvador, Dr. Armando Peña Quesada und Gattin, der Botschafter Brasiliens D. Decio de Monra, der Botschafter der USA Mr. Edwin Martin und Gattin, der Direktor des Staatszeremoniells, Botschafter Antonio M. de Apellaniz und Gattin, der Generalstabschef der Armee, General Jorge A. Shaw und Gattin, Brigadier Carlos M. Galina und Gat. tin, der Botschaftsrat der Botschaft Kanadas, Mr. Morley Byron Bursey und Gattin, der Präsident der DAIA, Dr. Isaac Goldenberg und Gattin, sowie der Botschaftsrat der Israel.Botschaft, Dr Aba Gefen und Gattin. Bazar der W1Z0 Mit grossem Erfolg wurde der diesjährige WIZO-Bazar zur Durchfürung gebracht. Erstmalig fand diese Veranstaltung in den schönen Räu. men der David Wolffsohn- Schule statt, wodurch im wesentlichen zu dem Erfolg beigetragen wurde. Zahlreiche Stände mit sehr schönen importierten Israel - Gegenständen und ein Blumen. Wir betrauern mit seiner Frau und seinen Kindern das Ableben unseres guten Freundes, Herrn Ernst Lewinberg der vor wenigen Tagen von einem lgngen Leiden erloest worden ist. Diesem aufrichtigen und treuen Menschen der seine Kraft dem Dienst des Aufbaus eines neuen jüdischen Lebens gewidmet hat, werden wir stets ein ehrendes Andenken bewahren. SEINE FREUNDE Buenos Aires, im Oktober 1964. stand der Schwesternvereinigung der Loge fanden ein kauffreudiges Publikum, das auf diese Weise zum Gelingen des Bazars beitrug. Ein grosses un<j reichhaltiges Buffet sowie der angenehme Aufenthalt machten diese WIZO - Veranstaltung zu einem grossen gesellschaftlichen Ereignis. Die Eröffnung fand in feierlicher Form durch die Gattin des Israel-Botschafters in Argentinien, Frau Jemima Avidar, statt, die sich von der geschmackvollen Anordnung des Bazars und dem Enthusiasmus der veranstaltenden Frauen beeindruckt zeigte. Kongress gegen Antisemitismus Die Einheitsfront gegen den Antisemitismus (FUCA) gab auf ihrer letzten Sitzung bekannC dass der Erste Nationalkongress gegen den Antisemitismus vom 20. bis 22. November in Buenos Aires stattfinden wird. Der Kommission. die die Vorarbeiten für diesen Kongress durchführt, gehören zahlreiche bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Argentinien an. Ueber 150 Organisationen im ganzen Land sind zur Teilnahrñe aufgefordert worden. Folgende Institutionen haben bisher ihren Anschluss erklärt: der Verein der Anwälte von Buenos Aires, die Federación de Partidos del Centro, der Partido Demócrata Progresista, die 32 demokratischen Gremien, die Asociación Amigos de Mayo, die Bene Brith, die Campaña de Educación Cívica und der Verband demokratischer Journalisten. Auch verschiedene Senatoren und Abgeordnete haben ihren persönlichen Anschluss erklärt. Die Themen, die auf diesem Kongress behandelt werden sollen, beinhalten alle Aspekte des Problems, so die Ursachen des Antisemitismus, seine Ziele und psychologischen und sozialen Wurzeln, seine Konsequenzen, die Demokratie als Antithese des Antisemitismus, die Verantwortung des Staates, der politischen Parteien und Institutionen, sowie die Erziehung der Jugend und der Zionismus im Zusammenhang mit dem Antisemitismus. Der Präsident der FÚCA, Neue Briefmarke Zum 2. November 1964, dem 47. Jahrestag der Balfour - Deklaration, erscheint in Israel eine Briefmarke zur Erinnerung an die sogen, illegale Einwanderung. Herr Juan A. Torino Battollä, teilte ferner mit, dass der Internationale Verband der Widerstandskämpfer und Deportierten, dem die FUCA angeschlossen ist, zur gleichen Zeit in Belgien einen I Kongress veranstalten wird, der sich mit dem Wiederauf-! leben des Antisemitismus in j internationalem Masstab be- I fassen soll. Schliesslich gab; er das Erscheinen der Zeitschrift „Comunión Democrática“ bekannt, die sich die Bekämpfung des Antisemitismus zum Ziel gesetzt hat. Schach-Olympiade in Israel Am 2. November wird das 16. Schach-Welttoumier in Israel eröffnet werden, zu dem Delegationen aus aller Welt ihre Teilnahme zugesagt haben. Es kommen die grössten russischen Meister wie Tigran Petrosian, Michail Botwinnik, Paul Keres, Boris Spassy, Michael Thal und Wassili Smyloff; aus den Vereinigten Staaten Robert Fischer, Larry Evans, Samuel Reschewsky, Paul Bank und William Lombard. — Auch Argentinien wird sich an diesem Spiel beteiligen. Die argentinische Schach- Föderation hat die argentinischen Meister Oscar Panno, Julio Bolbochán, Carlos Guimard und Hermán Pillnik ausgeschlossen, weü sie in den letzten drei Jahren nicht in argentinischen Meisterkämpfen gespielt haben. Für die argentinische Mannschaft, die aus vier Spielern und zwei Ersatzsspielem bestehen (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) LUACH — (KALENDER) Freitag, den 23. Oktober Sonnabend, den 24. Oktober Parschat WAYERA 1. B. M. Haftara II Könige Sonntag, den 25. Oktober Montag, den 26. Oktober Dienstag, den 27. Oktober Mittwoch, den 28. Oktober Donnerstag, den 29. Oktober Freitag, den 30. Oktober Sonnabend, den 31. Oktober Parschat CHAYE-SARA 1. B. M. XXm 1 Haftara I Könige II — 31 Neumondankiindigung KISLEW Sonntag, den 1. November 26. Marcheschwan Montag, den 2. November 27. Marcheschwan Dienstag, den 3. November 28. Marcheschwan Mittwoch, den 4. November 29. Marcheschwan 17. Marchesehwan 18. Marcheschwan XVIII 1 — XXII 24 IV 1 — 23 19. Marcheschwan 20. Marcheschwan 21. Marcheschwan 32. Marcheschwan 23. Marcheschwan 24. Marcheschwan 25. Marcheschwan — XXV 18 ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WÏEDERVERKAEUFER — ALLE NBVAVMA- BEIf ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VLAMONTE 566, I/B — Bmm« Mm, Ar««