Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1964-10-23 · 2087 (23.10.1964) · p. [Seite 5]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2087 (23.10.1964)
Date
1964-10-23
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9616703-9614256-9614688--3570-9614693
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Viernes, 23 de Octubre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — N? 2087 Bei den Olympischen Spielen 1936 Bei den jetzt stattfindenden Olympischen Spielen in Tokio sollte man auch der Spiele gedenken, bei denen zum ersten Male politische Gesichtspunkte in sie hineingetragen wurden: den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Der ausschlaggebende Umstand hierbei waren wir Juden oder klarer ausgedrückt: die Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten und Ausschaltung jüdischer Sportler aus den deutschen Olympia - Mannschaften. Aus diesem Grunde wollten die Nordamerikaner nicht an den Spielen teilnehmen. Auch einige andere Nationen betrachteten die Diskrimination durch die Rassenverfolgung als gegen den olympischen Geist verstossend. Die nationalsozialistische Regierung hatte bereits grosse Ausgaben gemacht, die olympischen Stätten ganz gross herzurichten. Zudem wurden die Spitzenkandidaten mit voller Unterstützung des Staates herangezüchtet. Es kam für sie darauf an, der Welt den grossen Fortschritt Deutschlands unter Ihrem Regime unter Beweis zu stellen. Andere diktatoriale Regierungen haben das Beispiel des „Dritten Reiches“ übernommen und erreichten eine gewaltige Leistungssteigerung der Sportler, wie in Russland und den Oststaaten. Es ging von damals an nicht mehr um die reine sportliche Leistung um des Sportes willen, sondern die Sportmannschaft vertrat und vertritt auch heute noch die „Ehre“ der Nation. Auf diese Propaganda wollten die nationalsozialistischen Führer nicht verzichten. Man versicherte dem Ausland gegenüber, dass man nur gewisse Massnahmen gegen die Juden durchgeführt habe, aber keine allgemeine Rassendiffamierung betreibe. Man erinnerte daran, dass der Führer betont habe: „Wer einen Frontsoldaten angreift, gehört ins Zuchthaus!“ Und tatsächlich verlieh der „Führer und Reichskanzler“ noch im Oktober 1938 den jüdischen Frontkämpfern das Frontkämpferkreuz — damit sie später den Gastod starben! Doch dav(mi Sportlehrer EDWIN HALLE! mals dachte noch niemand daran, dass es jemals so et- , was geben könnte. | Es wurden alle judenfeindliche Aufschriften an Wänden und Mauern entfernt, alle Plakate überklebt. Die Schilder in den Restaurants usw. mit der Aufschrift: „Juden unerwünscht!“ verschwanden. Schnell wurden die Spitzenkönner der jüdischen Sportorganisationen zu einem vorolympischen Kurs zusammengestellt und im Juli 1935 nach Ettlingen bei Karlsruhe ins olympische Trainingslager gesandt. Die Ausbildung nach den Richtlinien der Obersten Sportleitung des Reiches wurde Sportlehrer Riissmann übertragen. Ich wurde ihm als jüdischer Assistent beigegeben. Aus dem Kursus kamen zwei Sportlerinnen für die eigentliche Auswahl zur olympischen Mannschaft in Betracht: Gretel Bergmann aus Laupheim und Inge Mello aus Berlin. Inge Mello schied wegen ihrer Jugend (sie war damals 17 Jahre alt) aus; sie wurde später argentinische und südamerikanische Meisterin im Kugelstossen und Diskuswurf und stellte argentinische und südamerikanische Rekorde auf; sie vertrat Argentinien 1948 bei den Olympischen Spielen in London. Gretel Bergmann, die spätere englische und nordamerikanische Meisterin, kam schon während des Trainings in Ettlingen dem deutschen Hochsprungrekord nahe. Mittels Zeitlupen - Aufnahmen stellten wir einen Fehler bei der zweiten Streckung fest, wonach wir ihre Hochsprungleistung um VA Zentimeter verbessern konnten. Bei den folgenden süddeutschen Meisterschaften stellte sie den deutschen Rekord ein. Bei einem weiteren Versuch gelang es ihr, einen neuen deutschen Rekord aufzustellen. Der Lautsprecher verkündete schon die neue Leistung — als es plötzlich hiess, j die Latte sei gefallen. Dabei hatte Gretel inzwischen ih-! re Spikes ausgezogen und : den Trainingsanzug angelegt I und war mit uns schon einige Schritte weggegangen, als DEINE SPARKASSE CENTER Allenby AVIV die Latte noch fest auflag! Was nicht sein durfte, konnte nicht sein: eine Jüdin sprang deutschen Rekord! so wurde die Latte einfach „geworfen“! An den acht Tage später stattfindenden deutschen Meisterschaften wurde Gretel nicht zugelassen, weil es eine „rein deutsche“ Meisterschaft sei. Nein, es gab in Deutschland keine Rassendiffamierung. Leider konnten wir die Wahrheit nicht verbreiten, weil uns Schweigepflicht auferlegt worden war. Wir wurden scharf über- | wacht! I Kurz vor den Spielen ka-; men vom Nationalen Olymj pischen Comité zwei Freikar ten zu den Spielen, eine für; Gretel, die andere für mich | mit einem Begleitbrief, d: ss sie nicht in die deutsche | Mannschaft eingereiht wer- I den könne, da ihre Leistung nicht ausreiche! Wir sandten , die Karte von Gretel ohne 1 Kommentar zurück. Ich wohnte den Spielen aus beruflichen Gründen bei, erstens um Erfahrungen für meinen Beruf zu sammeln, und zweitens, um der jüdischen Presse laufend Kommentare zukommen zu lassen. Wie toste doch die Menschenmenge im weiten Rund des Olympiastadions, wenn an der Anzeigentafel deutsche Siege gemeldet wurden. Doch wie enttäuscht war sie, als die deutsche 4x100 Me ter - Damenstaffel durch Verlust des Stabes beim letzten Wechsel verlor. Wie konsterniert war sie aber, als an der Anzeigentafel nach dem Florettfechten der Fraued drei „Nichtarierinnen“, die Jüdinnen Schaeherer-Elek (Ungarn) als Siegerin und Ellen Preiss (Oesterreich) als Dritte, dazwischen die Halbjüdin, die „Blonde He“ (Helene) Mayer aus Offenbach a. M. angekündigt wurden! Niemand sprach aber von dem tragischen Geschick des Mannes, der überhaupt die erste Goldene Medaille der Olympischen Spiele für Deutschland gewann, in Athen im Jahre 1896: der jüdische Turner Alfred Flatow' (erster Sieger im Barrenturnen und zweiter im Recktumen!). Er sass 1936 als Ehrengast in einer der obersten Reihen des Sektors der ehemaligen Olympiateilnehmer. Durch einen Bekannten, lernte ich ihn kennen und sass eine Zeit lang neben ihm. Eherzählte mir viel aus seiner erfolgreichen Turnerlaufbahn, als Deutscher Meister 1898 in Hamburg, als stellvertretender Oberturnwart der Berliner Turnerschaft, von Athen, von seiner turnschriftstellerischen . Tätigkeit. — Die Olympischen Spiele 1936 waren vorbei. — „Sinn , Olympischer Spiele ist nicht Sieg, Ziel nicht Kampf, sondern Ritterlichkeit!“ (Baron , de Coubertin). Einige Wochen später jag te sich Alfred Flatow eine j Kugel in den Kopf, weil ihm die Deportation ins Konzenj tratiorislager drohte! ■ Auch! das muss zu den Ergebnisj sen der prunkvollen Olympischen Spiele 1936 im Nazi-! Deutschland mit seinen Potemkinschen Dörfern gezählt werden. Der olympische Sport war politisiert worden. Der Start hierzu erfolgte 1936 in Berlin! Und das ist die Kehrseite bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936! Die Wahlen in England London. — Die Steilung der 450.000 englischen Juden dürfte von den Wahlen und dem Wechsel der Regierung unberührt bleiben. Die Labour-Fartei hat sich verpflichtet, eine Gesetzgebung gegen den rassischen und religiösen Hass anzunehmen. Fenner Brockvvay, ein alter Sozialist, der dieses Projekt neun Mul im Parlament vorlegte und jedes Mal von der konservativen Majorität zum Schweigen gebracht w-urde, hat seinen Sitz um 11 Stimmen verloren. Was Israel und den Mittelosten angeht, so steht kein Wechsel zu' erwarten. Zahlreiche Labour-Führer haben ihre freundschaftlichen Gefühle für Israel zum Ausdruck gebracht, ebenso wie die Gewerkschaftsführer ihre Verbundenheit mit der Histadrut kundgetan haben. Die Labour Partei hat sich für die gleiche Politik eingesetzt, wie sie die Konservativen verfolgten, d. h. für eine Neutralisierung des Mittleren Ostens, die Aufrechterhaltung des Status quo in diesem Gebiet und die Vermeidung eines Rüstungswettlaufs. Diese Vorhaben sind zwar gegenwärtig durch den Regierungswechsel in der. Sowjetunion in gewissem Masse in Frage gestellt worden. Die Juden stimmten allem Anschein nach zu gleichen Teilen für die Konservativen, Liberalen und Labour-Kandidaten. (ITA) JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTQ - REPARATUR . WERKSTATT BEN0” HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. Si - 2205 /9 BEÑO reignisse Ihr Begleiter im Beruf, für die Reise und bei Festlichkeiten Carlton-Kleidung * MASSKLEIDUNG * FERTIGKLEIDUNG * LOHNANFERTIGUNG €a\££cH Ernst Koppel Maipü 982 Tel 31-7845 (Fortsetzung der Ereignisse von Seite 4) wird, wurden folgende Meister genannt: Miguel Najdorf, Raúl Sanguinette, Raimundo García, Edich Eliska ses, Samuel Schweber und Héctor Rossetto. Die Teilnahme des bekannten Schachmeisters Miguel Najdorf, der soeben erst wieder die argentinische Meisterschaft errang, ist noch nicht gesichert, da Najdorf nicht gesund ist. Ebenso hiess es, dass auch Sanguinette nicht nach Tel Aviv reisen wird. Die Namen der Teilnehmer sollten in diesen Tagen von der Föderation bekanntgegeben werden. 1. Panamerikanische Makkabiade Wie bekannt gegeben, wird die 1. Panamerikanische Makkabiade am 27. Oktober eröffnet werden und am 1. November zum Abschluss gelan. gen. Die sorgfältigen Vorbereitungen sind im wesentlichen bereits beendet. Die fol- I genden Länder nehmen an dieser Makkabiade teil: Argentinien, Brasilien, Chile, Guatemala, Kanada, Mexiko, Paraguay, Perú, Uruguay, USA und Venezuela. , Die folgenden Sportarten werden durch Wettbewerbe ausgetragen: für Männer: Basketball, Fussball, Volley. „Miss Israel“ wurde Dritte Miami. — Bei den Wahlen zur „Miss Universum“ in Miami Beach wurde die israelische Schönheitskönigin Ronit Rinat im Reigen der schönsten Frauen der Welt mit dem ehrenvollen dritten Platz ausgezeichnet. (AWZ) Neues Flugzeug der EL AL Die israelische Fluggesellschaft EL AL hat von der Herstellerfirma der Passagierflugzeuge Boeing 707 ein neues verbessertes Modell gekauft, die 707-320B Intercontinental. Dieses Modell ist mit hochmodernen Motoren ausgestattet und besonders für Langstreckenflüge geeignet. EL AL plant, diese Maschine auf der von ihr regelmäsig beflogenen Route Tel Aviv—New York einzusetzen. Archaeologischer Fund Tel Aviv. — Eine dreitausendjährige Kupfermine wurde bei Timna gefunden. Die Entdeckung erfolgte durch eine archäologische Expedition, die drei Monate mit 30 freiwilligen Mitarbeitern ge. graben hatte. ball, Tennis, Schach, Yudo, Ringkampf, Schwimmen Hallen-Fussball und Tischtennis; für Frauen: Volleyball, Tennis, Schw'immen und Tischtennis. Die Wettkämpfe finden u. a. in den Stadien von River Plate, Atlanta, Macabi, Ha. coaj, Hebraica, Bet Am, Aciba usw. statt. Aus dem Programm Die offizielle Eröffnung der 1. Panamerikanischen Makkabiade geht am Dienstag, den 27. Oktober, um 20 Uhr, im Lunapark vor sich. Der Präsident Argentiniens, Dr. Arturo U, Illia, und Vizepräsident Dr. Carlos H. Perette haben, ebenso wie die Mitglieder des Diplomati, sehen Korps und die Repräsentanten hoher. Behörden, ihr Erscheinen zugesagt Nach dem Entzünden der Flamme der Makkabiade folgt der Vorbeimarsch aller teilnehmenden Delegationen. Für Freitag, den 30. Oktober, um 21 Uhr, ist im Gran Teatro Opera ein Kabalat- Schabbat unter Teilnahme hervorragender Künstler vorgesehen. Wir hoffen, dass auch aus unseren Kreisen zahlreiche Teilnehmer und Zuschauer diese grösste jüdische Sport. Veranstaltung fördern werden. Auskünfte werden durch i das Comité pro Macabiada, I Alsina 1573 (T. E. 46-5331) ' erteilt. | 1 Hebraeisch-spanisches Woerterbuch I | Der bonaerenser Verlag Je-; huda wird ein illustriertes hei bräisch spanisches Wörter-; buch herausgeben, das von; dem bekannten Verleger Jej huda Wojdeslawsky redigiert wird. Das Wörterbuch soll gleichzeitig ein Reiseführer durch Israel mit zahlreichen Informationen für Touristen sein, denn er wird alle wuchtigen Adressen von staatlichen Aemtern, Kibbuzim, Hotels etc. enthalten. Eis stellt auch ein Handbuch für : Techniker dar und bietet in 1 einem besonderen Teil die Wörter für jedes Handwerk l und Illustrationen von Kraftfahrzeugen und Maschinen jeder Art. Ein anderer Teil„ ■ ebenfalls illustriert, ist den# I menschlichen Körper gewidk; met. Ferner figurieren da-i« j alle wissenschaftlichen Ausdrücke für Akademiker und Studenten. Die Aussprache j aller hebräischen Worte! wird in phonetischer Schrift angegeben, so dass auch di« | der Sprache Unkundigen sielt! leicht zurecht finden können,! Das 300 Seiten starke Buch, das 170 Illustrationen enft. hält, befindet sich bereit* im Druck. Para importante establecimiento de trajes de caballeros se busca JEFE DE VENTAS de 35—45 años de edad. Se prefiere judío, ale. mán, que conozca el ramo. Unica oportunidad para persona dinámica, y emprendedora, que desea abrirse un buen porvenir. Se asegura con. trato de trabajo y pasajes. Enviar fotografía, re. ferencias y curiculum vitae. Dirigirse a TERNOS RECORD calle Jirón Camana 465, Lima . Rep. del Perú ALFREDO STERN MALERARBEITEN ALLER ART Departamentos — Büros — Haeuser — Fabriken Unverbindliche Kosten vor anschlüge für jede Arbeit T.E. 76-7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2638 DEPOSITO: V. de la Plaza 1779

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.