Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2087 (23.10.1964)
- Date
- 1964-10-23
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9616703-9614256-9614688--3568-9614691- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
flerBM, 38 de Octubre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — N» 2087 — 8 Malta in der jüdischen Geschichte Die kleine jüdische Sied. Jung auf Malta, die im 13. Jahrhundert entstanden sein dürfte, wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts vertrieben. Und nun, so unglaublich es auch klingen mag, hat das jüdische Volk seither bis zum Jahre 1800 zu Malta Beziehungen unterhalten, die sehr traurige Erinnerungen wachffufen. Und das kam so: Kaiser Karl V. hat im Jahre 1530 die Insel Malta dem geistlichen Ritterorden der Johanniter geschenkt. Die edlen Ritter im geistlichen Ornat etablierten sich als Piraten, befuhren die Meere kreuz *md quer, und wehe dem Schiff, das in ihre Hände geriet. Es wurde ausgeplündert und seine Besatzung sowie die Passagiere als Sklaven Verkauft. Am meisten litten darunter die Juden, die im levantiniachen Kaufmannsstand stark vertreten waren und dadurch in grosser Zahl Opfer der geistlichen Piraten wurden, die sich sehr wenig darum lächerten, dass in der Heiligen Schrift (2. Buch Moses, 21,16) der Menschenraub unter Androhung der Todesstrafe verboten ist. Die Dinge entwickelten sich in einer Weise, dass den Juden Malta allmählich als das Symbol der Grausamkeit erschien. Diese Verbitterung offenbart sich auch in einer messianischen Prophezeiung vom Beginn des 17. Jahrhunderts, ln der vorausgesagt wird, dass mit der Erlösung gleichzeitig auch der Sturz der vier gottlosen Königreiche — darunter in erster Reihe der Herrschaft über Malta — erfolgen werde. Rabbi Josef Hakohen erwähnt 1558 in seiner berühmten Chronik „Emek Habacha“ (Das Jammertal) zum ersten Mal die Malteser Seeräuber: „Die Schiffe der Malteser Mönche — schreibt er — sind auf ihrer Plünderfahrt im Jahre 5312 (1552) auf ein Schiff gestossen, auf dem sich 70 jüdische Passagiere befanden, die aus Saloniki kamen. Das Schiff ■wurde gekapert und nach Malta verbracht, wo die unglücklichen jüdischen Gefangenen gezwungen wurden, von Dr. YOMTOV LUDWIG BATO MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäf te mit der grössten Auswahl. SARMIENTO (147 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterun gen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. sich nach aller Welt um Hilfe zu wenden, um das von den niederträchtigen Mönchen geforderte Lösegeld aufzubringen. Erst nachdem sie das Blutgeld bezahlt hatten, durften sie ihre Fahrt fortsetzen.“ Der Genius und das gute Herz des jüdischen Volkes versuchten, ein Heilmittel für die Folgen der Piraterie zu schaffen. In Venedig, der Handelsempore des Mittelmeeres, entstand zum Loskauf der Gefangenen die Vereinigung „Chewrath Pidjon Schewurim“, die bald in der Diaspora grossés Ansehen genoss. In dringenden Fällen wandte sie sich an die Gemeinden in London und Amsterdam, und ihr Hilferuf fand stets Widerhall. Die portugiesische Gemeinde in Hamburg hatte einen eigenen Hilfsverein „Camara de Cautivos de Venezia“, und auch die deutschen Juden trugen zu den Sammlungen bei. Das Arbeitsgebiet der Vereinigung war ein ungeheures, denn, ausser den Gefangenen auf Malta wandten sich auch andere Rettungsbedürftige an sie. So die Juden, die 1686, als die christlichen Heere Ofen von den Türken zurückerobert haben, von den kaiserlichen Truppen als Sklaven verkauft wurden. Ferner die jüdischen Galeerensklaven in der Adria und im Tyrrhenischen Meer, die Gefangenen irj Marseille und Xanthe, die im Orient in den Händen der Tataren befindlichen und die im fernen Persien leidenden jüdischen Sklaven. Die „Parnassim dos Cautivos“ taten alles, um die armen Brüder zu retten. Infolge der grossen Entfernung ernannte die Vereinigung einen in Malta residierenden einflussreichen christlichen Kaufmann zu ihrem „Konsul“. Kam ein jüdischer Gefangener auf die Insel, so empfing ihn der Konsul im Namen der Vereinigung mit einer kleinen Geldspende, damit er seine dringendste Not lindern könne. Ueberdies erhielt der Gefangene ein Goldstück in der Woche, ferner noch einen Betrag, damit er die Feiertage und namentlich Pessach begehen könne. Langten neue Gefangene an, sandte der Konsul einen Beauftragten nach Venedig mit einem Bericht über die Zahl und Namen der Neuangekommenen, sowie über die von den Johannitern geforderten Lösegelder. Damit gingen dann die Ver handlungen über den Loskauf der armen Gefangenen an. Da zeigte sich in ihrer ganzen Nacktheit die Grausamkeit der Menschenräuber. Mit aller Gewalt und unter Anwendung aller Mittel versuchten die geistlichen Herren, immer grössere Lösegelder den Parnassim von Venedig zu erpressen. Einmal nahmen sie fünf Juden gefangen und töteten sogleich einen von ihnen, um für die anderen höhere Lösegelder fordern zu können. Für Rabbi Jizchak Moreno aus Belgrad, der mit Frau und drei Kindern in Gefangenschaft geriet, waren die Parnassim 1675 bereit, 300 Piaster zu zahlen, die Ritter verlangten aber 575 Piaster. Da schrieben die parnassim dem Konsul, „die Malteser irren, wenn sie glauben, für einen arbeitsunfähigen alten Mann, eine kranke Frau und drei Kinder, von denen das eine! blind ist, mehr verlangen zu j können.“ Darauf antworteten I diese mit der Drohung, sie würden das eine Kind mit Gewalt taufen. j Zu jedem Loskauf, den; man offiziell „Verkauf“ nanni te, war eine notarielle Ur- | künde und die Bewilligung des Grossmeisters des Ordens erforderlich. Oft 'schickte man die unglücklichen Gefangenen auf Galeeren hin j aus, sodass die Parnassim j Gelegenheit hatten, die Ga j leerensklaven in Venedig losj zukaufen. Im Jahre 1706 bat die Gemeinde Livorno um die Hilfe von Venedig, da sie tausend Dukaten benötigte, um drei Galeerensklaven zu befreien, „deren Leiden gTau-; enhafter seien als der Tod“ Auf der Insel gab es einen jüdischen Friedhof und eine! Synagoge. Oft wurden die Gefangenen gezwungen, am , Schabbat und an jüdischen LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE B». Aires — PUEYREDON 219«, 1* izq-T. E. 83-2613 23. Oktober 1964 17. Marcheschwan 5725 Feiertagen zu arbeiten. In jedem einzelnen Falle schrit ten die Parnassim unverzüglich ein. So ersuchten sie am 3. März 1673 die Gemeinde Rom, bei der Vorgesetzten kirchlichen Behörde des Johanniterordens gegen die Uebergriffe der Malteser Ritter Schritte einzuleiten. Die Intervention W’ar von Erfolg begleitet. Der Inquisitor von Malta erliess ein Verbot, jüdische Gefangene an ihren Feiertagen zur Arbeit zu zwingen. Als sich 1796 die Insel Malta den Franzosen ergab, nahm die Herrschaft der geistlichen Ritter und damit auch der schandhafte Menschenraub ein jähes Ende. Die noch auf Malta befindlichen jüdischen Sklaven wurden am 15. Mai 1800 auf freien Fuss gesetzt. Das jüdische Volk, des ln der Gola so unendlich viel gelitten hat, verg-ass allmählich das Leid, das ihm die Malteser Ritter zugefügt haben. Nur im Gebetbuch firv* den wir noch eine leise Erinnerung an die qualvolle Zeit. Nach der Thoravorlesung am Montag und Dortnerst^g heisst es im Gebet: „Unsere Brüder, das ganze Haus Israel, die sich in Not und Gefangenschaft befinden, auf dem Meere oder auf dem Festlande . . . der Ewige möge 9ie aus der Knechtschaft zur Erlösung hinausführen, bald und ln naher Zeit!“ Das ist die traurige Geschichte der jüdischen Ge. fangenen auf Malta und der! Bemühungen um ihre Befreiung, eine Geschichte, die et. ne der schönsten und er ha)* bensten Aeusserungen jüdischer soldiratiät bildet. Nachrichten aus Russland WARUM SYNAGOGEN GESCHLOSSEN WERDEN Die sowjetische Zeitschrift für die wissenschaftliche Bekämpfung der Religion gab drei Grundsätze bekannt, nach welchen Synagogen, Kirchen und andere Gebetshäuser geschlossen werden. Wenn es nicht genügend Gläubige gibt, die bereit sind, ihr Gebetshaus zu unterhalten, haben die Behörden die Befugnis, die Gemeinde aufzulösen und sie im Register zu streichen. Wenn die sowjetischen Gesetze über Sekten verletzt oder die ursprünglichen Verträge zum Betrieb der Gemeinden nicht eingehalten oder Anordnungen der Behörden nicht befolgt werden, können Kirchen und Synagogen geschlossen werden. Mhn glaubt, dass dieser Grund bei der Schliessung von Synagogen in Charkow, Kiew und Odessa vorgeschoben wurde. In einigen Fällen wurde auch verlangt, dass die Leitung der Synagogen in andere Hände übergehe. Als dritter Grund werden Bauprojekte angegeben, um die alten Synagogen durch Wohnhäuser zu ersetzen. Dies war zum Beispiel zuletzt in Minsk der Fall. Dazu wird bemerkt, dass die Gemeinden durch ein anderes Gebäude entschädigt werden sollen, aber praktisch war dies bisher nicht der Fall. Michael Borodin, der frühere Redakteur der in englischer Sprache erschienenen „Moskau Daily News“, der im Jahre 1949 den stalinistisehen Reinignungsaktionen zum lischen Lebens und dazu in verzerrter Form darstellen. Vor fünf Jahren wanderte die Familie Morris Block aus den USA nach Russland aus. Opfer fiel, wurde durch ei- | Es waren fanatische \Komnen Artikel in der „Prawda“ , munisten. Nun wurde die Farehabilitiert. Borodin gehörte j milie wegen chinesischer Pro- Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKKÜPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. EigMM Fabrikaiien — UiiTerbindliehe Vorfuhromq Auf Wunsch Zahlungserleichter»mgen MASCHINEN TEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GR O ESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag Fw» •—W Uhr in» Ausstellungsbaus CaBe AfOONAEGUI 2883 Teii: 52-3893 4 Quaker von Station Urqujza in seiner Jugend zum „Bund“ trat aber schon im Jahre 1903 der Partei Lenins bei. Von 1923 bis 1927 war er Berater Chinas. ET wurde 1949, im Laufe der Aktion Stalins gegen die jüdischen Intellektuellen, „liquidiert“. ANTISEMIT VERURTEILT Das Gericht in Moskau verurteilte Valentin Ryskov, den Leiter des Ringes zum Verkauf pornographischer und antisemitischer Literatur, die er aus München, Madrid und New York bezogen hatte, zu fünf Jahren Zuchthaus. ENTSCHAEDIGUNGS- VERHANDLUNGEN Zwischen England und Russland finden Verhandlungen über die Entschädigung für Vermögen statt, die von Russland übernommen wurden. Es handelt sich um Vermögenswerte in Gebieten, di« nach dem Krieg an Russland gefallen sind. Damals hatten auch Juden solche Verluste zu erleiden, die das Bürgerrecht des damaligen Palästina erworben und von England ausgestellte Palästinapässe hatten. Es geht um die Frage, ob diese Rechte als Bürger Palästinas bei der Gründung des Staates Israel bestehen geblieben sind. Juristen in Israel bejahen diese Frage, und sie verlangen, dass diese Forderungen in die Verhandlungen einbezogen werden. Eine vorläufige Zusammenstellung der Forderungen ergab 1,75 Mio englische Pfund. „SOWJETISCH HEIMLAND“ Das jiddische Magazin „Sowjetisch Heimland“ hat eine Auflage von 25.000 Exemplaren. Es soll mm 160 Seiten stark herauskommen. Das Blatt hat etwa 100 Mitarbeiter, darunter auch eine Anzahl im Ausland. Bisher gab es auch Beiträge über Israel, die aber pflichtgemäss nur die Schattenseiten des israepaganda aus Odessa ausgewiesen. Der Vorwurf wird von Morris Block bestritten. ET habe seit zwei Jahren das Ausreisevisum verlangt, aber erst jetzt erhalten. Die Familie befindet sich auf der Rückreise nach den Vereinigten Staaten. Europa en este moderno ■if V lujosp transatlántico israelí. ' PROXIMAS PARTIDAS DCSoT BUENOS AIRES 27-12-64, 8-3-61, 14-6-85 Consulte a su agente de .viaje« o a / S ALUJAS t * ^/«AIFA* 6*12-84; * /NAPOLIS: 0-12-64 WAR SILLA:, Í0-Í2-64 LISBOA« 13-12-64 «SCALAS m Madeira Río „ .Santo? Montevideo llegando b. -Sueros Aire» el 27-12-64 ZIM&'N flSXAU NAVieATWM 60. IfR MAIPU 666 - T«|. 32-7465 7823 BUENOS AIRES N Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ★ ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung ★ BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG ven 16—18 Uhr T. E.: 83-2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y* SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege ~ Verwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen« T. E.: 80 * 6930 PUEYRRED0N 2190 esq. Av. LAS HERAS