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Jüdische Wochenschau · 1963-12-06 · 2041 (6.12.1963) · p. [Seite 9]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2041 (6.12.1963)
Date
1963-12-06
Page
[Seite 9] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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Viernes. 6 île Diciembre de 1963 JÜDISCHE WOCHENSCHAU A fio XXIV. — No. 2641' — 9 Ereignisse der Woche Rabbi Abba Hillel Silver gestorben Ziffern auf die Vorteile, die diese Bewegung dem Land gebracht hat. Hierauf ergriff Herr José Alor.ßo, Generalsekretär der CGT, das Wort, der die Rol- (Schluss der Ereignisse von Seite 5) Ueberraschung1 eine grosse Rolle gespielt haben und manches entschuldigen. Hervorgehoben verdient die Begeisterung aller, die sich in den Dienst einer edlen Aufgabe gestellt haben, nämlich zusätzliche Mittel für daß jüdische Krankenhaus zu schaffen, das weit über die Kreise der jüdischen Bevölkerung hinaus eine wichtige soziale Funktion erfüllt. Stundenlang arbeiteten freiwillige Helfer, wobei der grosse Anteil der Damen unseres Sektore unterstrichen werden muss. Obwohl dae Wetter nicht sehr günstig war, kühlte sich die Begeisterung weder bei den Helferinnen noch beim Publikum ab. Mit einem WTort: es war ein eindrucksvoller Erfolg für eine gute Sache. Dialog über Kooperativ-Wesen Die DAIA veranßtaltete am vergangenen Wochenende wieder eines ihrer monatlich stattfindenden Esisen, an dem bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, -wie Dr. Luis Rabinovitz Mantover, Unterstaatssekretär für soziale Sicherheit, Dr. Antonio Garibaldi. Naticnaldirektor für Kooperativen, der Abgeordnete Hugo Minßk und Vertreter der Handelswelt und Gewerkischaften, sowie zahlreiche geladene Gäste teilnahmen. Nach dem Essen richtete der Präsident der DAIA Worte der Begrüssung an die Anwesenden, die er um eine Minute Schweigens im Andenken an den ermordeten Präsidenten Kennedy bat. Der Redner verurteilte die Anhänger der Segregation und die Urheber dee Hasseß unter den Menschen und bezeichnete die Kooperativ-Bewegung als die möglicherweise geeignete Antwort auf die Vereinheitlichung des menschlichen Strebens zur Ueberwindung der Besonderheiten der Einzelnen. Herr Antonio Di Rocco, Präsidetn der Agrar-Föderation Argentiniens, analysier- 1 aufgenommen te verschiedene Aspekte des Kooperativ-Wesens und verwies aufgrund statistischer le deß Kooperativ Wesens bei der Lösung bestehender Probleme hervorhob und die zu einer Aussprache von der DAIA gebotene Gelegenheit begrüsste. Unsere Rabbiner zur Situation C. W.: — Die zu einer Konferenz hier weilenden auswärtigen Herren Rabbiner sprachen am Dienstag dieser Woche zur Oeffentlichkeit über wichtige Fragen. Herr Rabb. Harf leite te den Abend, welcher in der Art einer ,,Mesa redonda“ vor sich ging. Als erßter Redner sprach Rabb. Manfred Lubliner, Santiago de Chile, der einige politische Gedanken zum Ausdruck brachte: Man müsse bei Betrachtung unserer Lage in Lateinamerika die Gegenüberstellung von Massenelend auf der einen und unermesslichem Reichtum auf der anderen Seite nie ausser acht laßsen. W7ir Juden, als wirtschaftlich vorwiegend zur Mittel- und Oberschicht gehörend, müssten immer mit den starken Kräften der Agitation von ganz links und ganz rechts rechnen und alles tun, waß in unserer Kraft liegt, zur Beseitigung sozialen Unrechtß beizutragen, Der Redner wies u. a. auf das Wiederaufflackern der Nazipropaganda in Chile angesichts der bevorstehenden Präsidentenwahlen hin. meinte aber, dass dennoch kein Grund vorhanden ßei, an der jüdischen Zukunft auf diesem ßüdlichen Kontinent zu zweifeln. Ein« Ergänzung zu diesen Ausführungen waren diejenigen von Rabb. Winter, Montevideo, der auf das Verhältnis zu unserer nichtjüdischen Umwelt einging. Wir Juden, so sagte der Referent, bilden für die Welt eine Art „Herausforderung“, die eine Auseinanderßetzuig der Menßchheit mit uns erheische. Man solle nicht vergessen, dass dieses Südamerika in weitherziger Weise die Tore geöffnet hielt, alß wir aus Europa verjagt wurden und proportioneil mehr Flüchtlinge als man eher angelsächsische Staat habe. Der Lateinamerikaner sei von Grund auf gut und tolerant, aber vielfach durch die Ex- ALFREDO STERN MALERARBEITEN ALLER ART Departamentos — Büros — Haeuser — Fabriken Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit T.E. 76-7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2639 DEPOSITO: V. de la Plaza 1779 JUEDISCHE WOCHENSCHAU in Montevideo/Uruguay Einzelnummer I. — $ urug, Jahresabono 50.— $ urüg. LUFTPOST VERSAND DURCH „PLUNA** ANZEIGEN-ANNAHME Librería Neulaender RIO BRANCO 1231 Tel. 838»7 Distribuidor: KIOSK TUREK CONSTITUYENTES 1757 Tel 42 640 tremisten von den äussersten Rechten uid Linker, verseucht worden. Man denke auch an daß Eintreten einiger dieser Staaten für die Schaffung des jüdischen Staates. Der arßtändigen und sauberen nichtjüdischen Umwelt sollten wir Juden helfen bei der Lösung sozialer und kultureller Aufgaben sowie bei der Sammlung aller positiv religiös eingestellten Kräfte im Kampf gegen den Atheismus. Rabb. Dr. Dießendruck, Sao Paulo, befasste sich mit unserer Stellung zu Medinat Jisraei: Eine völlige Verneinung der Golah lehne er ab. und mit „einer sozusagen auf den gepackten Koffern siezenden Jugend“ könne man keine Aufbauarbeit leisten. Kein ehrlicher Wille zur Alija dürfe unterdrückt werden, und man solle den Mut zur „doppelten Loyalität“ besitzen. Die Verbindung unserer Gemeinden mit Ißrael müsse eine sehr lebendige sein, und von jeder se.tier Reisen nach Israel wäre der Redner geißtig und selisch erfrischt zurückgekommen. Doch diejenigen, die in unseren Ländern zu bleiben wünschen, sollten mit beiden Füsßen auf ihrer Erde bei aller Opferbereitschaft für Israel stehen. Der folger.de Redner. Rabbiner Prof. Lemle, Rio de Janeiro, erzählte von Erscheinungen des jüdischen Lebens in Br&ßiliein, wo sich häufig das jüdbehe Erbe in der 3. und 4. Generation bemerkbar mache bei Menschen, die längst rieht mehr zum Judentum gehören. Wie vermeiden wir die innere Auflösung? Zunächst sollten wir selbst vom religiösen Wert unseres Judeseins durchdrungen sein, und beiläufig drückte Dr. Lemle in diesem Zusammenhang sein Bedauern darüber aus, dass der Posten des aßchkenasi ßchen Oberrabbiners vo i Israel nach Jahren noch nicht wieder besetzt worden sei. Ferner müssen wir zur neuen Generation ausschliesßlich in deren Landessprache sprechen, in die brennenden Zweifel furchtlos hineingehen und ernsthaft zu allen Zeiterßeheinungen rückhaltlos Stellung nehmen. Schliesslich sollten wir mit Mut und Offenheit, nicht aus Lust am Reformieren, daran denken, Freude und Freiheit in Synagoge und Kultus mehr alß bisher hineinzutragen, da die Religion häufig die Verbindung zum Volk verloren habe. Auf dieses Thema ging als letzter Redner des Abendß Rabb. Dr. Goldstein, Lima, näher ein. Dieser Referent verlangte gebieterisch eine „Beseelung der Materie“ und erzählte aufschlussreiche Einzelheiten aus den eigenen Erfahrungen, insbesondere von sieben Jahren in Perú, wo er ßo gut wie nichts an lebendigem Judentum vorgefunden und von Grund auf habe beginnen müssen. Dr. Goldstein vermittelte ein anschauliches Bild ßeiner Kleingemeinde, die dem Rabbiner alle nur denkbaren Gemeindefunktionen überlassen müsse, sprach vom erneuerten Freitag Abend mit den unzerstörbaren Traditionen und dem Neuen. Modernen, was er der Jugend gebe und zeigte an der Hand von Beispielen. wie m;n die Errungenschaften unserer Zeit, Film, Television, Radio etc in den Dienst der Wiederge- Tel Aviv. — Die Nachricht j vom Tode des Rabbiners Dr. Abba Hillel Silver rief in Israel tiefe Trauer hervor. Die Liberale Partei berief sofort ihre Exekutive zu er ■ ner Sondersitzung. Die ZOA, auf deren Gebäude die israelische und amerikanische Flagge zum Zeichen der Trauer um den ermordeten Präsidenten John F. Kennedy auf Halbmast wehten, liess die Fahnen einholen und in der Eintrittshalle des Hauser, ein grosses Bild von Dr. Silver, von Trauerflor umrahmt, aufstellen, vor dem Kerzen entzündet wurden. Beßonders aber in Kfar Silver, der zu Ehren des grossen Führers der amerikanischen Judenheit errichteten Siedlung, herrschte allgemeine Bestürzung. Ministerpräsident Levi Eshkol kabelte der Witwe des Verstorbenen „die aufrichtige Trauer Ißraels um den Verlust eines geliebten Freundes und eines grossen Führers unseres Volkes in seinem Kampf um nationale Wiedergeburt und Unabhängigkeit“. Eshkol erwähnte im weiteren die tiefe Liebe Dr. Silveiß für die Thora und das jüdische Volk, seine dynamische Persönlichkeit und seine Gerechtigkeitsliebe mit denen er die Juden in Amerika und in der ganzen Welt für die zionistische Idee und den Kampf um die Freiheit begeisterte. BEISETZUNG IN CLEVELAND Cleveland. — Tausende von Menschen, darunter Führer der zionistischen Bewegung und hochgestellte Persönlichkeiten der Staatsbehörden und der Bundesregierung aus Washington nahmen an der Bestattung von Rabbi Dr. Abba Hillel Silver teil, der in den Morgenstunden des vergangenen Freitag im Alter von 70 Jahren einem Herzanfall erlegen war. Die Trauerandachten für den grossen zionistißchen Kämpfer und Amerikaner wurde in Anwesenheit einer 2500köpfigen Trauergemeinde in der Synagoge. in der er viele Jahre hindurch als Rabbiner wirkte, sowie am offenen Grabe abgehalten. Zu den Trauerrednern gehörten der an dem gleichen Tempel beamtete Rabbi Milton Matz, Dr. Emanuel Neuman, der Präsident des amerikanischen Sektor,3 des Jüdischen Weltkongresses, Senator Frank Launche von Ohio und Rabbi S. Freehof auß Pittsburgh. Das El Mole Rachamim sang Richard Tucker von der newyorker Metropolitan Oper. Beileidskabel liefen vom Präsidenten Israels Salman Shazar Ministerpräsident Levi Eshkol, Mitgliedern des israelischen Kabinettß und den Führern aller israelischen Parteien ein. Dr. Nachum Goldmann, der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, prieß Dr. burt jüdißchen Lebens stellen müsse. — Keine Frage, dass alle Redner eine Fülle wertvoller Anregungen zu geben vermochten, über die man im einzelnen noch diskutieren könnte. Der Grunriton hinsichtlich der jüdischer. Zukunft auf unserem siidli- „clnn Kontinent war optimistisch, die Bejahung der lateinamerikanischen Dit-ßpora eine hundertprozentige. An diesem Punkte könnten sich die Geister scheiden. Was dem Berichterstatter auffiel, war, dass keiner der Herren Rabbiner auch nur mit einem einzigen Worte daran rührte, welche ungeheure Bedeutung, von Israel aus gesehen, eine gute und veißtärkte lateinamerikanische Alija nach dort habe, wie der jüdische Staat so gern eine wohlvorbereiiete, freiwillige Einwanderung von hier aivs sähe. — Silver als ..hervorragenden Sprecher der amerikanischen Judenheit — einen grossen Amerikaner und einen grossen Juden“. Den Sarg trugen die bekanntesten Persönlichkeiten; aus dem jüdischen und nichtjüdischen Leben Ame- . rikas, u. a. Anthony Celebrecze, Minister für Gesundheit. Erziehung und Wohl- | fahrt; Dr. Keith Glennan, Präsident des Institute für Technologie; Dr. Nelson Glück. Präsident des Hebrew Union College; Israel- Botschafter Abraham Harman; der Bürgermeister von Cleveland Ralph Loche; der Dekan der Westtrn-Reserve-Universität; Rabbiner Max Nußsbaum aus Hollywood. Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas, u. v. m. Zu der Beisetzung kamen ferner der Präsident dr,3 KKL in den USA Max Bressler; der Repräsentant der Vereinigten Kampagnen für Israel. Dr. J. Teichman; im Namen der Liberalen Partei Ißraels und des Exekutiv- Ausschusseß von Kfar Silver, Dr. Sydney Marks, Exekutiv-Direktor der ZOA und zahlreiche bekannte Rabbi ner aus vielen Städten. Bsileidsbotschaften sandten u. a. Mosche Sharett, Präsident der Jewißh Agency; Rabbi Irving Miller vom nordamerikan'ßchen Zionistenrat; Dr. Israel Goldstein und Rose Halprin, die Kopräsidentin der Weltföderation der Allgemeinen Zionisten; Label Katz Präsident der Bne Brit.' ISRAEL TRAUERT Jerusalem. — Präsident Zalman Shazar sandte an die Witwe Abba Hillel Sil— vers daß folgende Kabel: „Ich bin tief betroffen von der traurigen Nachricht über das plötzliche Ableben dieser grossen Gestalt der Judenheit Amerikas, des geschätztesten und glänzendsten ihrer geistigen und politischen Führer, meines alten Freundes Rabbi Abba Hillel Silver. Die Geschichte des Zionismi'ß wird stets dieses tapferen Kämpfers gedenken, der in der entscheidenden Schlacht um die Errichtung des Staatee in den ersten Reihen stand. Die Bewegung der nationalen und kulturellen Wiedergeburt in oen Vereinigten Staaten wird für immer das Andenken ihres eifrigsten Streiters und Sprechers ehren. Ich spreche der trauernden Familie, dem seines Führers beraubten Zionäsmus und der amerikanischen Judenheit in ihrer Trauer mein Mitgefühl aus.“ Das Kabel deß Vizepremierministers Abba Eban lautet wie folgt: „Wir betrauern zutiefst den Tod unseres hochverehrten Freundes Abba Hillel Silver. Kein amerikanischer Jude hat eine so entscheidende Rolle in der modernen Geschichte Israeli gespielt. Wir werden sein Andenken stets ehren und seiner als eines Menschen votier Würde und Beredtsamkeit und vor allem als eines persönlichen Freundes immer gedenken.“ In Ißrael wurden die Fahnen in Kfar Silver für eine Woehe auf Halbmast gehisst, und viele Besucher trafen dort ein. um iilr F -ileid auszusprechen. (ITA) Gemeinschaftsreise nach Israel und dem Fernen Osten von Interlineas und B0AC Das bekannte jüdische Reisebüro ..Interlinear?“ und die britische Luftfahrtgesellschaft BOAC veranstalten eine grosse Gemeir.schaftsreise nach Ißrael und Asien, die die Teilt.ehmer nach China und dem Fernen Osten bringen wird. Die englische Luftlinie BOAC gehört zu den grössten und am "besten organisierten der Welt, die in Zusammenarbeit mit dem Re sebiiro „Interlíneas“ die vorteilhaftesten Pläne zur Reate ausgearbeitet hat und auch den Teilnehmern langfristige Kredite gewährt. Auf einer Pressekonferenz in den Räumen der BOAC in Buenos Aires sprach der Leiter von Interlineas, Herr Bernardo Fainmann, über die Reise, die die Teilnehmer in die entfernteßten sehensreiel sten Orte des Fernen Ostens und auch zum Abschluss nach Medinat Israel bringen wird, wo ihnen überall Führer zu Ausflügen zur Verfügung stehen. Der Verkaufschef der BOAC. Don Manuel Ortiz, ßprach über die verzweigte Organisation der BOAC und über die Möglichkeiten, di« die TeiV.ehmer haben, sich mit den jüd'ßchen Gemeinschaften des Fernen Ostens in freundschaftlichen Kontakt zu steilen Zum Abschluss der Konferenz wurde ein Farbfilm über Reisen der BOAC in den Fernen Cßten vorgeführr, der die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten zeigte, d.e die Reisenden erwarten. ’nhaber: Leo Kahn RIO CEBALLOS — SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 I j Auskunft in Buenos Aires: 70-2360 v. 8_10 Uhr HOTEL LAGO "ittT empfiehlt sein nun RENOVIERTES Hotel für die für die bevorstehende Temporada. 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