Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2041 (6.12.1963)
- Date
- 1963-12-06
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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- Tunis 2× ep/1048155
- Haifa 1× ep/1047930
- Niger 1× ep/1824046
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* — Viernes, 6 de Diciembre de 1963 Afte XXIV. — Ne. 2041 LA SEMANA ISRAELITA Staats-Besuch aus Dahomey Der erste Besuch eines ausländischen Staatsoberhauptes ist — so gut er vorbereitet «ein und so sehr er eine bereits bestehende Freundschaft ausdrücken mag — doch immer ein Experiment. Man kann niemals mit absoluter Sicherheit Voraussagen, welche Eindrücke der Gast von dem Lande, das er besucht, empfangen und wie sehr «ein Besuch zu einer Stärkung der Freundschaft zwischen den beiden Ländern führen wird. Entschliesst sich aber ein Staatsmann zu einem zweiten Besuch in dem gleichen Lande, eo ist dies eine Bestätigung einer bestehenden Freundschaft. Dies gilt für den Besuch des Präsidenten der République du Dahomey, Hubert Maga. der Israel vor genau zwei Jahren zum ersten Mal besucht hat, und sich diesen Besuch zu wiederholen beschloss. Wie positiv die Eindrücke waren, die Maga in Israel empfing, geht aus Aeusserungen hervor, die er bei und nach Abschluss seine« voriger Besuches in Israel und in Paris gemacht hatte. Beim Abschied erklärte er damals: ..Israel ist der beste Instruktor, den man sich denken kann. Anderswo konnte man sn der Fähigkeit eines jungen Staaten, Erfolg zu haben, zweifeln. Hier gewinnt man den Glauben an diese Fähigkeit, und das Ist ermutigend.“ In Paris, auf dem Heimwege, sagte er: „Israel hat in einer kurzen Zeit auf allen Gebieten Erhebliches erreicht, und ich wünschte, dass alle joigen afrikanischen Staaten von seinem Beispiel lernten. VOM LEHRER ZUM PRESIDENTEN Hubert Maga wurde als Sohn von Bauern im Jahre 1910 geboren, und wie viele afrikanische Staatsmänner, die heute an führende Posten gelangt sind, begann er seinen Weg als Lhrer und trat damit in die Reihe der I neuen Elite ein, die die ’ Franzosen in ihren Kolonien entwickelten. Er gehörte zu | jener Zwischenschicht von : Afrikanern, die von franzö-! siecher Kultur so stark be- : einflusst und gebildet wurj den, dass man sie geradezu j als „schwarze Franzosen“ bezeichnete, und die eine j Brücke zwischen Afrika und; Europa bildeten. Vom Lehrer wurde Maga I sehr bald zum Direktor ei-! j ner Schule, und sein be«on- I | deres Interesse wandte er j i der Frage der Jugendorga- : j sation zu. So gründete er die j j erste Gruppe von Pfadfinj I dern in seinem Lande. Von , der pädagogischen Tätigkeit j; kam er in die Politik, nach- , dem die Franzosen 1946 die , Schaffung eines Parlament«,! von Parteien usw. gestattet hatten. 1951 wurde er als . | Vertreter Dahomeys in die französische Nationalver- , j Sammlung gewählt 1956 wie-! ' dergewählt und 1957—1958; i war er Staatssekretär im! j französischen Arbeitsmini- ' sterium in der Regierung i Gaillard, die, wie erinnerlich, «ehr viel zur Stärkung; der Freundschaft zwischen Frankreich und Israel beige- I tragen hat.! Maga stammt aus dem Inneren des Lande«, das in . einem gewissen Gegensatz ■ zu dem Küstenbezirk steht. Die Bewohner der Küstenebene hatten durch ihren stärkeren Kontakt mit den Europäern ein höheres Kulturniveau und einen höheren Lebensstandard erreicht I und versuchten, die Stämme im Innern des Landes zu be- : herrschen. Bei den Wahlen des Jahres 1957 siegte die republikanische Partei, die | vor allem die Bewohner des! Küstenstrichs vertrat, wenn I auch mit geringer Mehrheit,! und erhielt 35 von den 60 Mandaten des Parlaments in dem damals halbautonomen Lande. Aber die Opposition ars dem Innern des Landes erzwang schliesslich die Bildung einer Koalitionsregierung, und Maga trat als Arbeitsminister in die die Regierung ein. Im Jah- ¡HOTEL ARMONi ISRAELS SCHOENES TOURISTENHOTEL ♦ i Die beste Küche l Angenehmer Aufenthalt \ Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 2371 1 t re 1959 wurde er dann Ministerpräsident, und nachdem Damohey 1960 die Selbständigkeit erhielt, wur- I de er der ernte Präsident; des jungen Staates. j Maga ist Katholik und : aus einem vorwiegend von ■ Mohammedanern bevölkerj teil Teil des Landes. LAND UND LEUTE i Dahomey liegt nur wenig nördlich vom Aequator und hat ein tropisches Klima mit einer Durchschnittstemperateur von 27 Grad Celsius in der Ki'ötenebene. Die Küste des Landes hat eine Länge von 112 km (etwa , Naharia—Tel Aviv), doch erstreckt sich Dahomey als verhältnismässig schmaler Streifen 675 km ire Innere . de« Landes, das im Norden j eine maximale Ost-Westbreite von 320 km erreicht, j Auf einer Fläche von! 115.762 qkm leben annähernd , zwei Millionen Einwohner, j die zu den sogen. Sudauvölkern gehören, die nach ei- , ner alten Tradition aus dem j Norden eingewandert sein ' sollen. Die verschiedenen : Stämme sprechen eine Reij he verschiedener Dialekte,; deren wichtigster Ewe ist, j eine Sprache, die auch von ' Teilen der Bevölkerung von . Togo und Ghana gesprochen | wird Dahomey fühlt sich j durch die Expansionsbestrej bungen Ghanas bedroht und! hat zur Abwehr dieser Exj pansionsgelüste mit dem benachbarten Togo eine vollständige Wirtschafteunion : gebildet. | Die Mehrzahl der Einwohner sind Anhänger von Na- : turreligionen, etwa 12 Pro-; zent Christen und 7 Prozent j Mohammedaner. Die offi- : zielle Hauptstadt ist Porto Novo mit etwa 32.000 Einj wohnern, die grösste Stadt 1 des Landes aber Contonou j mit etwa 60.000 Einwohnern, j GESCHICHTE j Als erste Europäer gei langten im Jahre 1471 die Portugiesen an die Küste de« Landes, und Dahomey i wurde ein Teil der sogen. ' „Sklavenküste“, deren wichtigster Exportartikel für etwa 300 Jahre ihre ins Ausland verkauften Einwohner! wurden. Im Jahre 1851 errichteten die Franzosen ihren ernten Stützpunkt an der Küste und dehnten ihre Herrschaft allmählich aus, bie sie 1894. da« ganze Land annektierten. Die Einwohner von Daho mey waren immer tüchtige Krieger, und zu ihrer Armee gehörten auch gut ausg >bildete Amazonen. Die Leibwache der Könige wurden von diesen Amazonen gebildet. Dahomey gehört mit der Elfenbeinküste, Obervolta und Niger zu dem Verbände „Conseil d’Entente“, der einen Teil des sogen. Brazaville-Biock« und der „afrikanisch-madegassiuehen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit“ (O. A. M. C. E.) bildet. Es ist damit an die EWG?. «oziiert. Die wirtschaftliche Grundlage des Landes bildet die Landwirtschaft, und die wichtigsten Exportartikel sind Palmkerne und Palmöl (etwa 70 Prozent der Ausfuhr). Exportiert werden ferner Kokosnüsse, Erdnüose, Kaffee, Kakao. Baumwolle und Rizinusöl. Das Land ist reich an Wäldern, und im Norden sind Rinderzucht ur.d Schafzucht weit verbreitet. Die Industrie steht noch in ihren Anfängen. Ein grorße« Projekt ist die Schaffung eines Damms über den Mono, der mit dem benachbarten Togo gemeinsam errichtet werden soll. Zusammen mit Frankreich errich tete man eine Gesellschaft, die nach Mineralien gesucht und Lager von Gold, Chrom, Eisen und Phosphaten gefunden hat. Dem Betepiel Kenyas folgend errichtet man Hotels inmitten der grossen Wälder, . von denen aus die Gäste auf die Wildtierjagd gehen können. GADNA-NACHAL ALS VORBILD Der erste Besuch des Präsidenten endete mit dem Abschluss eines Vertrages der Freundschaft und der gegenseitigen Hilfe, auf Grund dessen Studenten aus Dahomey ihre Ausbildung in Israel erhalten und Fachleute aus Israel in Dahomey /*■ N* i* V, ,#¿v Unser Bild zeigt den Stapellauf des Faehrschiffes BI LU in einer französischen Werft. Dieses Schiff wurde in den Faehrdienst eingestellt, der seit einiger Zeit zwischen Europa und Israel eingerichtet worden ist. Bericht aus Frankreich NEUE ROLLENFUNDE (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt erforderlich); HOTEL DAPHNE ¡1 IHR HOTEL IN V HAIFA - Israel VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM * HAIFA. Hatfar Hakarmel, Nardaustr. * Dr. MAX FLESCH Berater für Investitionen and Finanigeschaefte in Israeli — Langand kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art :j TEL AVIV, Israel — 18, George Elliet Str. I > <; __ _ i iuWDWMIWMII**************4*44*********41 Tel Aviv. — Eine weitere i Tote - Meer - Rolle, die die , Psalmen 81 bis 85 enthält, j ist in der über dem Toten Meer gelegenen Festung von Massada gefunden worden, wo gegenwärtig Archäologen der Hebräischen Universität den Palast des Königs Herode« ausgraben. Die Ankündigung machte Prof. Jigal Jadin, ehemaliger Chef des Generaletabs der Israel-Armee und Leiter der Expedition. Die erste biblische Rolle aus der Zeit des Zweiten Tempels wurde zusammen mit einer zweiten nichtbiblischen Rolle im Innern der j nordöstlichsten Festungs-; mauer entdeckt Beide Rol- : len sind ar« Pergament Prof. Jadin erklärte, dass der Text der Rolle mit dem Inhalt der schon gefundenen Rollen identisch ist und dai her grosse Bedeutung für . das Rollenstudium hat. Fer-! ner wurden bei den Ausgra- ' bungen in der Festung Sil- , bernchekel aus der Zeit des! ersten jüdischen Aufstandes . -- . Eingewanderte 1 AnwaeJte Jerusalem. — Die Vorschriften für die Zulassung eingewanderter Anwälte zu den Prüfungen wurden dahin erleichtert, daes die vorauszugehende praktische Arbeit auch angerechnet wird, wenn sie vor der Einwanderung geleistet wurde. um die Zeit des Jahres 70 gefunden. Die Münzen tragen die Aufschrift „Israel- Schekel“ und „Das heilige Jerusalem“. Die Archäologen förderten auch Gefässe, Waffen und zerbrochene Schilde zutage, «owie Dutzende kugelförmig geschliffener Steine, die al« Wurgeschosse dienten. — (ITA) Es ist nun ein Jahr vorbei, seit der grosse Einwanderungsstrom aus Algerien, Tunis und Marokko nach Frankreich gelangt ist. Die Neueinwanderer haben das Gesicht des jüdischen Frankreich vollständig verändert. Die Probleme für die jüdischen Hilfsorganisationen beginnen erst jetzt, weil bisher von der Regierung Subsidien erhältlich waren. Frühere Staatsangestellte aus Algerien haben ähnliche Posten in der französischen Verwaltung erhalten. Ausserhalb der grossen Städte ist es schwerer, Arbeit zu finden. Die vielen ehemaligen Inhaber kleiner Ladeni tätig sind. Dieser Vertrag wurde im Dezember 1962 nach einem Besuch des Si-! cherheitsministers von Da-; homey ergänzt durch ein I Abkommen, auf Grund desi sen terael dem jungen -afrikanischen Staat bei der i Schaffung einer Organisaj tion nach dem Merster der! Gadna und des Nachal hilft, 1 Für Israel stellt dieser zwei- : te Besuch Hubert Magas ein! Beweis für den Erfolg «ei-! ner Bemühungen in Afrika I dar. geschälte haben besondere Schwierigkeiten, sich wieder neue Existenzen auf dem gleichen Gebiet zu schaffen, j In Algerien bestanden etwa 80 Gemeinden, um die die jüdische Bevölkerung I gruppiert war. In Frankreich leben die algerischen i Juden an über 1000 Orten, j Die völlige Assimilation an die französische Lebensweise ist naheliegend. Die algo! rische Einwanderung gal i den jüdischen Gemeinden ei-! nen stark sefardischen Ch» t rakter. Ausserhalb von Pa I ris hat sich das Zentrum i, die südlichen Städte wi« j Marseille verlagert.! Bisher haben die Algeriei i einen ihrem Charakter ent | sprechenden Lebensstil nocl nicht gefunden. Es wurden i zwar Anstrengungen ge! macht, sie in die französischen Gemeinden einzuglie dern, aber die Erziehungs Institutionen sind in vielen Fällen noch gar nicht von handen. Erstaunlich ist, dass auch ein Zusammenhang mit den aus Tunis und M» rokko eingewanderten Jir den fehlt. Die Algerier fühlen sich diesen gegenüber als französische Staatsbürger überlegen. NCOBA INVESTMENT & TRUST, Co. Lid. INDUSTRIAL & COMMERCIAL BANK (ISRAEL . LATIN AMERICA) LTD. AS8CIAOO CON BANK HAPOALIM TEL AVIV — ISRAEL IIV COB A INVESTMENT & TRUST Cia. (GALERIA DEL OBELISCO) Av. CORRIENTES 1145 t. E. 35-8186