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Jüdische Wochenschau · 1963-09-06 · 2028 (6.9.1963) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2028 (6.9.1963)
Date
1963-09-06
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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8 — Viernes, 8 de Septiembre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Aäo XXIV. — No. 2928 IM KAMPF GEGEN SL UMS Unsicherheit in Algier ¡ _ . Uebervölkerte Elendsquartier.e in alten Stadttei’en and in überstürzt errichteten provisorischen Einwanderer- Schikunim müssen aus sanitären und sozialen Gründen schleunigst liquidiert werden, und ihren Einwohnern sind entsprechende neue Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Dies ist die Quintessenz der Empfehlungen der Arbeitskommission der Knesset, die veröffentlicht wurden, während im Plenum die mehrtägige Debatte über das Planungs- und Baugesetz stattfand, in der Kritik an den im Bauwesen herrschenden Zuständen zum Ausdruck kam. Zwischen den Wünsche« und den Erfordernissen einerseits und den Möglichkeiten und Mitteln andererseits besteht immer wieder die Kluft, die man nicht überspringen und die nur durch notdürftige Kompromisse überbrückt werden kann. In Israel sind es jetzt besonders die Entwicklungspläne der Munizipalitäten, oie wegen der Defizite der Stadt und Ortsverwaltungen zurückgeßtellt werde« müssen. Innenminister Ch. M. Schapira machte erst vor einiger Zeit die älteren Städte und Orte des Landes darauf auf merksam, dass sie ihre Entwicklungsprojekte auf .hre budgetären Möglichkeiten beschränken müssen, denn die Budgets der Munizipalitäten hatten im Jahre 1962—63 ein Defizit von 9 Millionen IL, daß sich im jetzigen Finanzjahr auf 20 Millionen IL erhöhen dürfte, so dass sich im März von MEIR FAERBER 1964 das Defizit auf etwa 30 Millionen IL steigern wird. Die Regierung kann lokale Entwicklungspläne uur im Negew und in Galiläa unterstützen, aber in den stark bevölkerten Teilen das Landes werden sich die bereits durchorganisierten, älteren Orte mit ihren eigenen Mittel« begnügen mvßsen. Die Regierung bewilligt diesen Munizipalitäten keine kurzfristigen Anleihen mehr sondern nur Kredite, die in den beiden nächsten Jahren nicht zurückgezahlt zu werden brauche«. In den letzten vier Jahren stiegen die Budgets der Munizipalitäten je des Jahr um 20 Prozent, und im laufanden Finanzjahr dürfen sie nicht um mehr als um 15 Prozent zunehmen. Ueber 50 Prozent der Bevölkerungsvermehrung konzentrierten sich seit der Staatsgründung auf dia Küstenebene. Die Regierung will die Bevölkerung streuen vermeidet aber Zwangsmassnahmen. Für die Errichtung von Wohnbezirken in de« übervölkerten Städten werden jetzt seitens der Regierung keine Erleichterungen gewährt. Sonderbehandlung soll aber die Auflösung von Slums gemessen. Ein Sonderausschuss der Arbei'ckommissic« der Knesset unter Vorsitz von Ghana Lamdan, der sich mit Tagesordnungsanträgen von J. Riftin (Mapam), J. Schofmann (Cherut) und E. Wilenska (Maki) zu befassen hatte, veröffentlichte seine Vorschläge, die vom HOTEL ARMON! ISRAELS SCHOENES TOURISTENHOTEL Die beste Küche Angenehmer Aufenthalt ♦ Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 2371 1 (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt erforderlich) HOTEL DAPHNE Plenum der Arbeitskommis sic« gutgehe'osen wurden. Die schweren Wohnverhältnisse, die erleichtert werden müssen, beschränken sich nicht auf die städtischen Slums allein, sondern herrschen auch in den Re-; sten der Maabarot und in! andere« Einwandererorten. ' Zur Losung dieses Problems j werden entsprechende Bo! denreserven und Investii tionsmittel im Rahmen der i Landesplanung gebraucht. : Es geht nicht nur um Eva- | kuierung der städtischen I Elendsquartiere. Sendern! auch um Entwicklung und Rehabilitierung dieser Bezirke und um Zurverfügungstellung alternativer Woh nungen. Die Kommission »schlug der Regierung vor, baldmöglichst ein Gesetz vorzulegen, das den Erfordernissen dieser Problematik gerecht wird. Es soll eir.e oberste Behörde errichtet weri.en, deren Aufgabe sein soll, Projekte im Landesmißstab für die Auflösung von Elends- ' quartieren und die Lo<--ke rung der Wohndichte auszuarbeiten und vorzuschlagen, ferner sollen Bezirksbehör- | den unter Teilnahme des Ti- I nanzministeriums, der staatlichen Bodenverwaltung, des Bauministeriums und der Munizipalitäten eingesetzt werden. I Das Gesetz soll die Kompetenzen der Behörde und ] die Rechte der zu evakuiej renden Mieter festlegen. Die Behörde soll Grundlinien für I die Metrage der Wohnungen | nach Grösse der Familie | veröffentlichen. Als Ersatz für eine Mietswohnung soll eine andere Mietswohnung unter Berücksichtigung der | Kopfzahl der Familie zur | Verfügung gestellt werden, oder es soll der Familie ermöglicht werden, eine Eigenwohning zu erwerben, wobei über die Lage der Wohnung das Einvernehmen mit der umzusiedelnden Familie getroffen werden soll. Der Begriff „Wohnung“ soll sich in diesem Gesetz auch auf Geschäftsräume und Werkstätten erstrecken. Für Eigen Wohnungen sollen Geldentschädigungen gezahlt werden. Stellt man überdies eine Alternativwoh- Neuer Oberrabbiner nung zur Verfügung, oo ist ihr Wert von der Entschädigung abzuziehen. Im Falle von Meinungsverschiedenheiten zwischen | der Behörde und dem Ex , mittierungskandidaten ent- 1 scheidet der Richter. Es ' darf keine Exmittierung erfolgen und keine Baubewilligung für die einzureissenöen Häuser gegeb « werden, bevor eine richterliche Ver fiigung vorliegt. Der Eigent ümer eines einsturzgefährdeten Gebäudes wird verpflichtet, zur Beistellung einer Alternativwohnung für di« exmittierte Familie beizutragen. Nach Ansicht der Kommission verpflichtet der Ernst der Lage, die Bemühungen möglichst zu intensivieren und die Zeit der Sanierung der Armenviertel durch Mobilisierung aller Kräfte der Regierung und der Oeffentlichkeit, sowie der Bewohner der Slums selbst, abzukürzen, damit die Kinder dieser Familien in gürctigertn Wohnungsbedingungen aufwachsen lind sich gesund entwickeln können. Paris. — Die 12.000 noch; in Algerien verbliebenen Juj den erwarten die Verfüg« :g antijüdischer Massnahmen j nach der Enthüllung, dass ' der Ministerpräsident Ben i Bella durch ein angebliches Komplott gestürzt werden sollte, wie hier eingelaufene j Meldungen besag n. 1 Unter den Juden herrscht i Panik, so heisst es. und sie ’ ziehen es vor. das Land zu j verlassen, bevor der neue i Antisemitismus Gestalt gewinnt. Man nimmt an. dres die Regierung Bin Bella sich entschlossen habe, sich der Juden als „Sündenbock“ zu Ben Bella-Gegner Abdel Kader, der mit einigen seiner Guerillakämpfer verhaftet wurde, hegt, wie man weiss, Sympathien für Israel. Offiziellen Verlautbarungen zufolge sind genau die Hälfte seiner gefangenen Anhänger Juden. Der Informationsminister Mulud Beluane gab bekannt, dass die Frau Abd el Kaders eine „polnische Jüdin“ ist und dros eine der Verschwörerinnen, ein 20jähriges Mädchen namens Miriam Mekacuche, die Privatsekretärin von Ferhat Abbas war, der als Präsident der algerischen Natiobedienen und sie für die ponalversammlung abdankte, litisehe Zwietracht verant : wörtlich zu machen, die gegenwärtig Algerien erschüttert. Die Aufhebung der Aus reisevisen für Juden mit der Entschuldigung, das.s die Regierung die Emigration nach Israel verhindern wolle, ist die von den Juden am meisten gefürchtete Massnahme. die angesichts der Wendung der Dinge, sehr wohl möglich sein könnte. Seit Frankreich sich aus Algerien zurückgezogen hat, sind etwa 140.000 Juden a«3- . gewandert. Der Führer der ISRAEL DEMENTIERT Jerusalem. — Ein Sprecher der Regierung lehnte es ab, zu den algerischen Anklagen, daso Israel i« den Kampf gewisser algerischer Guerilla - Gruppen verwickelt sei, einen Kommentar abzugeben. Er äusserte, es sei unmöglich, jede absurde Beschuldigung, die ausgesprochen wird, zu widerlegen. Die Beobachter haten den Vorwurf für unlogisch. ro dass sich ein offizielles Demeuti erübrige. Verluste für das Judentum von Dr. E. G. LOWENTHAL In Chikago ist kürzlich im Alter von 80 Jahren Mally Dienemann heimgegangen, die Witwe des letzten Rabbiners cer früheren L.-raeli tisch-:« Religionsgemeinde Offenbach a. M. Dr. Max Dienemann (geboren 1875 in Krotosehin, gestorben, nach seiner Entlassung aus dem K.Z., 1939 in Tel Aviv). Die Verstorbene war vor mehr als 15 Jahren die Verfasserin einer in England a’o Privatdruck erschienenen Gedenkschrift, in der dem Gelehrten und Schriftsteller dem Rabbiner und Kanzelredner, dem Lehrer der Jugend und dem Erwachsenenbildner ein Denkmal gesetzt wird. Die Schrift ist gleichzeitig ein kleiner Beitrag zur Geschichte der Ju den in denjenigen Städten, in denen Dienemann wirkte: Krotosehin, Ratitoor O.S. (1909—1919) und Offenbach schiedene Binnensehiffahrts- Experte, Vorsitzender des AuVJchtsrates der Rhenania-Schiffah'tsgruppe (Mannheim-Duisburg). Er stammte aus Gondelheim bei Bruchsal und war seit 1958 Ehrenbürger dieses Ortes. Nach Abschluss einer Bank lehre war er 1889 nach Ant- : werpen gekommen, wo er j die erste meiner später zahlreiche« Gründungen auf dem Gebiet von Lagerei, Spedition und Schiffahrt vornahm. 1908 legte er gemein sam mit seinem Bruder Hermann Hecht den Grundstock für den Rhenania - Schifffahrtskonzern; später folgte dann insbesondere die Neptm-Transport- und Schifffahrts-A.G. So hat Jacob Hecht seit mehr als einem halben Jahrhundert eine führende Rolle in diesem weitgreifenden, international verzahnten Gewerbe ge- 71 Jahren er- 1 H IHR HOTEL IN HAIFA - Israe VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM A I F A . Hadar Hakarmel, Nordaustr. (1919—1938). 1933/38 war er j cpielt. Dass er sich einen gu- Dozent für jüdische Ge- I ten Namen gemacht hat, be schichte an Bubers Frank- ¡ weisen auch die hohen Ausfurter Jüdischem Lehrhaus, ¡ Zeichnungen die ihm verliein der jüdischen Zeitungsj hen worden sind. Seit 1920 l und Zeitschriftenpresse war; war er in Basel ansässig, in den 20er Jahien Dienej Seine Söhne Werner und Rumanns Name oftmals zu finj ben leben in Israel. . j i den. lange Jahre war er der < . E°rÄ.i! Mithera usgeber der Monats - | Brüssel. — Zum neuen | Oberrabbiner Belgiens ist der 50 Jahre alte Rabbiner Robert Dreyfuss ernannt le Jüdische Konsistorium in Brüssel mit. Dreyfusß war Oberrabbiner im französischen Department Moselie. Von 1948 bis 1955 war er bereits Rabbiner in der belgischen Hauptstadt. (ITAi INDUSTRIAL & COMMERCIAL BANK (ISRAEL . LATIN AMERICA) LTD. TRUST. Co. Ltd. ASOCIADO CON BANK IIAPOALIM TEL AVIV — ISRAEL 1 jV t O BA INVESTMENT & TRUST Cia. i (GALERIA DEL OBELISCO) Av. CORRIENTES 1145 T. E. 35-8586 Zeitschrift „Der Morgen“ (Berlin), :« der Bücherei dss Schocken-Vc-rlages (Berlin) gab er zwei Bändchen, eines über das liberale Ju dentum und ein anderes über „Midraschim der Klage und des Zuspruchs“, heraus. Sein besonderes Interesse galt der Vereinigung für das liberale Judentum (Berlin) u.id der Weltvereinigung für fortschrittliches Judentum (London). Das seltene Alter von 97 Jahren hat Professor Dr. Georg Sobernheim erreicht, der unlängst in Grindelwald (Schweiz), wo er sich niedergelassen hatte, gestorben ist. Der geborene Berliner war 1907/18 der Direktor Von Benno Moiseiwitsch. dem Anfang April in Londc«. 73jährlg. hiugeschiedenen grossen Pianisten, schrieb die „New York Times“ vor nahezu acht Jahren, er habe aus dem Gebilde von Drähten und Saiten, das sich Flügel nennt, einen Mittler der Poesie gemacht. Damals, an seinem 65. Geburtstag, hatte Moiseiwilsch in der Carnegie Halt in New York ein Bach-Schumann-Chopin Programm geboten. Er war in Odessa geboren und seit 1908 in Lonj don ansässig. i ★ | Der Bankier Dr. Einest! H. Stern, in jungai Jahren nacheinander Referent im! Reichs Emährungs- und der Bakteriologischen Abteij Reichs-Wirtschafts - Ministe- Medizinalamts in , rium und im Statistischen lung des Berlin und bis 1935 Professor an der Universität und wissenschaftlicher Leiter des Schweizerischen ¿erum- und Impfinstitutr in Bern. Aus seiner Feder stammt eine Reihe grundlegender Arbeiten auf dem Gebiet der Im munität.ilehre. Zu seinem 70. Geourtstag war eine Festschrift erschienen. ★ Noch bis wenige Wochen vor seinem Tode war Jacob Hecht, der kürzlich im 84. Lebensjahr ln Basel ver- Reichiamt in Berlin, vor 40 Jahren in die damals geschaffene Reichskreditge Seilschaft berufen u«d von 1933 an 20 Jahre lang Mitarbeiter der bedeutenden Union Corporation in London, ist unlängst in der britischen Hauptstadt gestorben. Der internationale bekannte und i anerkannte Finanz- und Währungsexperte und Wirtschafts - Schriftsteller, der auch zu den Mitarbeitern des Council of Jews from Germany gehörte, hat das Alter von reicht. ★ Der am 9. September 1893 in Bamberg geborene Dr. Siegfried Saalheimer, zuletzt Vorsta«dsmitglied der Bank Leumi, ist in Tel Aviv gestorben. Von 1920 bis 1934 gehörte er zum leitenden Stab der Darmstädter und Nationalbank in Berlin, Wien und Köln. ★ Dr. Lee« Roth, der frühere langjährige Achad-Haam Professor für Philosophie an der Hebräischen Universität in Jerusalem und deren Rektor im Zeitraum 1940/43 ist in England gestorben. Er war 1896 in London geboren. Mit ihm ist ein hervorragender Forscher und akademischer Lehrer und ein vielseitiger, fruchtbarer Autor dahingegangen. Seine Akademische Lehrtätigkeit hatte 1928 in Manchester begonnen. Sein um ein Jahr jüngerer Bruder ::«>t der bekannte jüdische Historiker Dr. Cccil Roth, Oxford. ★ Der Versicherungs-Wissen schattier Professor Dr. Alfred Manes, der im April in Chikago heimgegange« ist, war vor etwas mehr als 85 Jahren in Frankfurt geboren. am 27. September 1877. Dadurch, dsos er Theoretiker und Praktiker io einer Person, nicIP nur in Deutsch land. bis 1933 als Honorarprofessor an der Berliner Handelshochschule, sondern später auch :« Süd-, Mittel¬ und Nordamerika sowie in der Schweiz (Handelshochschule St. Gallen 1946/47) lehrte, überall viele Schüler hinterlresen hat, wird sein Werk lange fortleben. Ge meint sind damit seine Mitwirkung an der Versicherungs-Gesetzgebung, an der internaticnalen Regelung der Sozialversicherung, im Internationalen Arbeitsamt in Genf, abeauch sein reiches Schrifttum; zu ihm ge hören u. a. die „Grundlagen des Versicherungswesen;;“ (5. April 1932, auch russisch), das „Versicherungslexikon“ (1930), Fachkommentare, Denkschriften. IHR INSERAT in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU bringt immer Erfolg Auskunft: 83-2613 8419

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