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Jüdische Wochenschau · 1963-09-06 · 2028 (6.9.1963) · p. [Seite 9]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2028 (6.9.1963)
Date
1963-09-06
Page
[Seite 9] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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Viernes, 6 de Septiembre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA í ■<' . *'■' ’ ‘i (■ -J L ■ » ’l ¿J Aña XE!V. — No. 3023 — 9 n F 2190 : r -~J jJ L-_1 ' A r" 3T| Jir^ >4 y«»s#Gg¿sr*S;V ¿Í - '■ ■>. Ä-*-; , ' -V.. , ' 7 ■J /> 3 Vf . . ' '■■,''-,■■,1/ 'W-, ¡ 7 £*“•■ '’•••- W>-> i.. %A : f.,¡ "•'■ 1 ' ■'■■7-- ■'' : Y' ■ / 'c^,. 'W-V 4'% i ¿¿-o/ &k.£T I V.’vJ fcu-MJ- ¿£L~Ü»'l V nn .fc rm ,?T) Auf dieses Jahr, das „Jahr der ersten Pioniere“, fällt der 80. Jahrestag der ersten Emigrantenwelle aus Russland, Rumänien und dem Yemen. In dienern Zu samnienhang mag der Name Alter Wruyrrrcv. erwähnt werden, der mehr als irgend jemand zum Gedenken der ersten Idealisten getan hat. GESCHICHTE DES ZIONISUMS Druyanov eroberte sich einen Platz in der Geschichte als Forsch :r und Schriftsteller. sodann auch als Herausgeber des zionistischen Zentralblattes .Haolam“ und später der Tageszeitung „llaboker“. Gleichzeitig war er ein grosser Kenner jüdi scher Volkskunde. Er wurde vcm Odessa - Comité der „Choveve Zion “-Bewegung Äazu ausersehen, die Dokumente der ernten zehn Jahre der „Hibbat Zion“ zu sammeln und in Buchform herauszugeben. Druyanovs Sammlung wuchs zu einem wichtigen Unternehmen an. Er erkannte bald, dass die Archive von Pinsker und Lilienblum, die ihm in diesem Zuammenhang zur Verfügung gestelltxwurden, zu seiner Arbeit nicht ausreichend waren, und er begann, Material ai’ß anderen Quellen zusammenzutragen. Er beschränkte sich auch nicht : darauf, die Dökumente zu! verüfientlichen, sondern j versah sie mit Fussnoten und Kommentaren. Im Sommer 1914 schrieb Druyanov an Yehoschua Barsilai (Eäsenstadt): „Sie können sich sicher ein Bild von den Schwierigkeiten machen, die ich mit dieser Arbeit habe. Ich ertrinke in einem Meer ven Dokumenten; ich muss ein paar Körner aus der Spreu sichten undtiedes Dokument mit Er klärungen und Kommentaren versehen. Trotzdom bin ich froh, dass ich diese Arbeit tun kann. Ich durfte die wichtigßten Momente in der Geschichte dieser wun- derbaren Zeit, 'dem Beginn der Hibbat-ZiovB'Owegung, vor dem -Vergessen bewahren. Falls unsere Literatur mir nicht undankbar ist, wird sie mir dieses Werk zum Verdienst anrechnen und das Buch mir widmen, denn cime mich hätte es niema’ii das Licht des Tages erblickt. Pinskers Archive wären in den Kellern des Odessa-Comités verschimmelt (die Hälfte davon war zu meinem grössten Bedauern bereits ganz zerstört) und ein ähnliches Schicksal wäre auch den anderen Dokumenten widerfahren.“ Nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges verbot die russische Zensur die Herausgabe hebräischer Bücher. Druyanov aber setzte seine Arbeit fort, und sogar auch als Schriftsetzer. Je- .doch der Mangel an Burhßtabentypen während der russischen Revolution machte seiner Tätigkeit ein Ende. Es war ihm aber gelingen, einen Teil des Mate¬ Der 3. Aassprache-Abend Ehrung fuer Oskar Schwarz Der dritte Aussprache- Abend war dem langjährigen Vorstandsmitglied und zionistischen Veteranen CVskar Schwarz gewidmet, der vor einigen Wochen seinen 75. Geburtstag begangen hat und auch heute noch mit aller Aktivität an den Arbeiten unserer Organisation teilnimmt. Eine erfreulich grosse Anzahl von Mitgliedern unserer THG hatten sich neben einigen Freunden des Jubilars eingefunden. Der Präsident der THG, Dr. Hardi Swarser» ky, brachte in seiner Ansprache zu Ehren von Oskar Schwarz klar zum Ausdruck, dass für uns jede Ehrung eines bewährten Zionisten zugleich ein Bekenntnis zur zionistischen Idee. Bewegung und Aufgabe ist. Beispielhaft hat Schwarz sein Leben hindurch für die zionistische Sache gekämpft. Nichts habe dies klarer zum Ausdruck gebracht, als der Brief eines Unbekannten, der in einer ebenso herzlichen Form wie vorbehaltlos die von Schwarz in seinem früheren Wirkungskreis geleistete Arbeit als massgebend und für sein Leben besrimmen<T"bezeichn?t hat. Wenn auch manche glauben. dass mit der Gründung des Staates Israel das Ziel der Zionistischen Bewegung erreicht eei, so habe dennoch unsere Bewegung und Orgrnisation auch heute noch wichtigste Aufgaben im jüdischen Leben zu erfüllen. Die Unbedingtheit der Verfechtung der zionistischen Idee, die an ihrer Richtigkeit und Notwendigkeit nichts eingebüsst habe, sei heute bedeutsam, wo man versucht, durch einen falsch verstandenen Amerikanvmus und durch „Sympathien“ für Israel unsere Aufgaben zu verkleinern oder zu verwässern. — Gerade die letzten Tagte haben bewiesen, wie wichtig die Zionistische Organisation als die Vorkämpferin fiiF das jüdische Volk und seine nationalen Aufgaben sei. Mit Stolz haben wir die Stimme Levi Eshko’ß vernommen, -eine Stimme des Rechtes und der moralischen Kraft, aber ebenso eine Stimme der militärischen Stärke. Israel kämpft für seine Rechte und mit ihm kämpft das Volk in der Galut, wie es vordem um seinen Staat gerungen habe. An diesem Prozess de« Wiederaufbaus des jüdischen Staates und der Wiedergeburt des jüdischen Volkes teilgenommen zu haben, mit Treue. Ergebenheit und seiner ganzen Kraft, das kann auch unseren Chawer Oskar Schwarz mit tiefer Genugtuung und mit Stolz an dieeem, seinen Ehrentage er- , füllen. — ‘ Noch ein Wort sei bei die- , ser Gelegenheit zu Frau Eise Schwarz gesprochen, bemerkte der Redner, die ein Leben hindurch die Arbeit ihres Mannes gefördert, unterstützt und für notwendig gefunden hat. Gewiss war eine solche Tätigkeit für die Gemeinschaft und Bewegung mit persönlichen Opfern verbunden. Wo Mann und Frau aber an einem gemeinsamen Ideal wirken, finden wir eine Harmonie, die dem einzeln-'» Genugtuung und der Gemeinschaft Erfolg bietet. — Abcchliessend bat Dr Swarsensky Frau Liesbet Wind als Witwe unseres langjährigen Sekretärs Wal ter Wind, d?ssen Andenken an diesem Abend anlässlich seines ersten Todestages geehrt wurde, dem gemeinsamen Mitarbeiter und Freunde im Namen des Vorstandes der THG ein Geschenk zur Erinnerung zu überreichen, was unter grossem Beifall geschah. — Nachdem Chawer Jose Brecher im Namen der befreundeten ACIBA einige Worte an den Jubilar gerichtet hatte, wurde der von unserem Vorstandsmitglied Jonny Meyer-Keit gedrehte Israel Fiim zur Vorführung gebracht. Hervorragende Aufnahmen, geschickt gewählte Motive und die wohl gelungene Zusammenstellung seiner Reise durch Israel fanden den freudigen Beifall und die unbedingte Anerkennung der Anwesenden. Dar Film ist, wenn man ihn bewerten soll, mit einem Wort gesagt; sehenswert. — Abschliessend sei bemerkt. dass selbstverständlich eine Sammlung zugunsten des KKL durch Durchführung kam. Theodor Herzl Gesellschaft Gottesdienst an den Hohen Feiertagen KARTENAUSGABE SONNTAG, 8. SEPTEMBER, 10—12 UHR MITTWOCH, 11. SEPTEMBER, 19—21 UHR SONNTAG. 15. SEPTEMBER, 10—12 UHR IM SALON SARMIENTO 2523 WIR BITTEN, DIE RESERVIERTEN KARTEN UMGEHEND ABZUHOLEN. J I S K 0 R Wir bitten, uns die allen Teilnehmern zugestellten Formulare mit den Namen der Auizuruienden baldigst zuzustellen. rials im ersten Band seiner „Schriften zur Geschichte der Hibbai-Zion-Eewcgung“ zu veröffentlichen.; i Bald darauf ' v,'änderte Druyanov nach Ercz Israel aus; er nahm zahlreiche Doi kumenic mit, um seine Arbeit dort ferizivetzen. Es war Gicht leicht, sie vor den I wachsamen Augen der „Yevzetkia“, der jüdischen Kimi munisten, zu verbergen. Der , zweite und dritte Band seiner „Schriften“ wurde 1925; " resp. 1932 in Tel Aviv veröffentlicht. Diese drei Bände , sind wahre Schatzkammern zur Dokumentierung der ersten zehn Jahre der Ilibbat- Zicn Bewegung. ' i ZIONISTISCHE ARCHIVE i Druyanovs Haus in Tel Aviv verwandelte sich in ein Urkundenzentrum, in ein Archiv, wohin alle Schritten, die im Zusammenhang mit der Hibbat-ZionBewegung standen, ai’ß aller Welt hergesandt wurdin. Er machte , es sich jedoch klar, dass es über die Kraft eines einzel- . nen geht, die Funktion eines : Nationalarchivs auszuüben, und entschied sich, seine ' reiche Sammlung an daß zionistisch« Zentralarchfv, das 1933 von Berlin nach Erez Israel übersiedelt war, zu übergeben. Jetzt dient ' die Druyanov Sammlung in j di?sen Archiven als wichtigste Quelle zum Studium des j Zionismus von Herzl. Sie umfarßt auch interessante . Fotos der ersten jüdischen Siedler. Es wäre von Wichtigkeit, das ven Druyanov ins Leben 1 gerufene Werk fortzusetzen. j Sein Buch schliesst mit dem | Jahre 1890 und sollte wenig- : stens b!i; zum Jahre 1897, i dem Jahr des ersten Zioni-; stenkongresses, fortgeführt j werden. Neue Initiativen Es ißt eine betrübliche Tatsache, dass kulturelle Veranstaltungen nur ganz selten zahlenmässig ein Erfolg sind. Formal und inhaltlich ausgezeichnete Vorträ ge bleiben gewöhnlich nur schwach besucht und werden oft vor fast leeren Bänken abgehalten. Lehrkurse teilen daß Schicksal von Hochschul - Vorlesungen: selbst wenn sie zu Beginn der Reihe gefüllte Zuhörerräume haben, so lichten sich diese immer mehr. Redner mit grossem Namen über tau sende von Meilen hierherzubringen, ist schon finanziell unmöglich, abgesehen davon, dass es dabei vielen Anwesenden nicht um den Inhalt des Dargebrachten zu tun ist, sondern nur um die Sensation, einen berühmten Mann einmal gesehen und gehört zu haben. Das ist an sich kein verurteilenswertes Motiv, aber di-s Probleme unserer Gemeinschaften werden auf diesem Wege keineswegs gelöst. Man musste dringend neu? Formen .suchen, um die uninteressierten Mitglieder zur Beteiligung an der Arbeit zu gewinnen. (rC 6~, ■Tr k Seit der Slaatw-erciung Israels wird in zionistischen Kreisen über die norm Aufgaben der Zlonir .icchcn; Weltorganisation diskutiert. Die THG hat stets di? Auf- ■ fassung vertreten, dass eine starke zionistisch? Bewegung, die die Brücke zwischen der Galut und Israel bildet, notwendig ißt. Niemals hatte unsere Organisa- . tion die Ah-ichL ein Vero:n n-cbm anderen jüdischen Vereinen zu sein. Die THG ist eine jüdisch p-TNche Giuppe. die ihre Aufgaben kennt und sie nach ihren Möglichkeiten erfüllt hat. — -’•* In fl?n Jahren nach dem Krieg, ’ti der Zeit des Kampfes um die Proklamicrung des jüdischen Staates. traten wir mit unzähligen Veranstaltungen an die Oeffenflic-hkeit und die Menschen, die mit uns um die Erreichung unseres Zieles bangten, kamen in Massen zu uns. Israel wurde geschaffen und, in zwei Kriegen bewies es, dass es gcßchaffen wurde, um nie mehr unterzugehen. Di? Welt erkannte den jungen Staat an, auch wenn c£e Bereitschaft ihm zu helfen, off genug 1 von den Auseinandersetzungen zwischen O.st und West; abhängig ist. , > — * — i Die Welt hat Israel anerkannt! Die Welt bewunderf Israel um neinen Elan, se'nsn Fortschritt, seine j Tüchtigkeit, um seine wirkliche Demokratie. Aber; wir fragen uns: erkennen alle Juden Israel an? Sind nicht doch gewis.se Kräfte am Werk, jüdisch- Kräfte, für die Israel nur ein „befreundetes Land“.ist? — —; Die leider notwendige Bejahung dieser Frage stellt ■ lins vor neue Aufgaben, die wir zu erfüllen trachten. Wir werden jede Gelegenheit benutzen, um in rachlicher Forrn mit den ..Sympathisierenden Drae’s“, wo sie auch immer auftreten. zu diskutieren. Wir werden uns besonders an die*j¡inneren Menschewenden. um ihnen zu sagen, dass ..Svmpathie“ nicht ge- \ niigt. sondern d?ßs die Juden in der ganzen Welt eine j Einheit sind. — * — Die Menschen der THG haben in den letzten Jahren in allen Institutionen unseres Sektors gearbeitet. Selbstverständlich und in erster Linie in den jüdischen Fonds wie in der Einheitskampagne' und im KKL. Ueberall dort, wo praktische Ißrael-Arbeit geleistet wird, sind wir dabei! So wie die Zionistisch? Organisation die politische Brücke zu Israel ist. so ist die Einheitskampagne das Instrument, durch das die Weltjudenheit die Einwanderung nach Icrael und die Einordnung der in das Land Gelangenden finanziell unterstützt. — * — Die THG wird wieder aktiv werden! Sie wendet sich besonders an die noch „Jüngeren“, die in allen unseren Organisationen fehlen, dem diese müssen die Träger der Arbeit werden. Schon in diesen Tagen begann die Arbeit dieser Menschen, die vor Jahren zur THG-Jugend gehörten. Aber darüber hinaus wenden wir URß an die grosse Zahl treuer Zionisten mit dem Appell, wieder zu uns zu kommen, zu unseren Aussprache-Abenden und zu anderen Veranstaltungen, die wir in Zukunft durchführen werden. T. H. G. NACHRICHTEN AUS ISRAEL ERHOEHTE BEITRAEGE In Frankreich wurde bei der traditionellen feierlichen Die Theodor Herzl Gesellschaft, die als politische Organisation keine „gemütlichen Beißammensein“ durchführen kann, veranstaltet Ausspracheabende, bei denen jeder einzelne zu Wort kommen, fragen und seine Meinung äussern kann. Die Teilnehmer sind interessiert. der Erfolg stellt sich ein, eine Ausdrucksform, die sich durchßetzt. Die ACIBA ist zu den Wurzeln ihrer Griindungs zeit zurückgekehrt: zum Gottesdienst und Beisammensein der Mitglieder. Sie hält am Freitag Abend, zu einer Zeit, da ihre Mitglieder be reits daheim ihr Abendbrot gegessen und (wie viele oder wie wenige!) auch Kiddusch gemacht haben, einen knapp gekürzten Gottesdienst a'b mit Chasan, Chor und Predigt. Danach folgen Kaffeetafel und ein kürßtlerisches Programm. Schon bei der ersten Veranstaltung, bei der kein Mitglied ahnte, dass eine erstklassige Opernßängerin israelische und jiddische Lieder bringen würde, war der grosse Saal voll. Man sah und eprach alte Bekannte, die lange nich* in die Räume der JKG gekommen waren. Beim zweiten Abend herrschte die gleich? Fülle und noch mehr S:nnmung: schliesslich sangen alle Teilnehmer gemeinsam hebräische Lied?r Sie werden alle wiederkommen. Dr. Karl Kost Eröffnung der Kampa gi am Unabhängigkeitsta; mehr als eine halbe Milii« NF gegenüber dem vorjä rigen Ergebnis von 310.0 j NF gezeichnet. Die Redn' •bei dieser Veranstaltung w ren Edgar Faure, ein eh maliger Ministerpräside j von Frankreich, der b rühmte Schriftsteller Josej Kessel und der ißraeliscl Gesandte Walter Eyta Unter den Anwesenden s; man die Barone Ely ui Alan Rothschild und Ado ral Kahn. Zu dem Erfo der Veranstaltung trugwesentlich der Präsident d Keren Hajessod in Fran -reich, Raymond Wallier u sein Direktor J. Baranbei. WOHNUNGEN FUER NEUEINWANDERER Anfang Mai wurde in Ne Ziona der Grundstein zu 1 nem neuen, 1.000 Wohr.u g 11 zählenden Wohnvie-t gelegt. Die dort zu erbaue den vierstöckigen Häussind in erster Reihe f Neueinwanderer bc. iimir In Asclikilon werden z Zeit 800 Wohneinheiion f Neuein Wanderer crricli- und sollen do': Mietern'En dieses. Jabr:s übergebi i werden.

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