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Jüdische Wochenschau · 1963-09-06 · 2028 (6.9.1963) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2028 (6.9.1963)
Date
1963-09-06
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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TOR und KUNST f \ it;cJ*n Gt««i nnä u j?*® Konzen.? in u. *eser und zahlfcTaU4 ¡¡nst. Simon ira “ ’ieine3 Vortrader grundle “kme, zunáclw! er Amerikaner, Negern und der allgemeinen Arbeiterbewegung, einschlieeßlich der Kommunisten, relativ schwach. Hass und Selbsthass sind die vorherrschenden Elemente dieses Problems. Die Kinder sind ausseordentlich frühreif; der Referent zog in dieser Hinsicht Parallelen mit den jüdischen Kindern der Nazizeit, die die Last des ' 'Zeichnungen fuer Chagalls beruehmte r in der Synagoge des Hadassa-Hospi- •■usttlem gehoert dieser Loewe von Juda r Maehne in Form von Laubwerk, der Meer liegt- Oer Vogel und der Fisch (fliegen in der Naehe der Sonnenzum Himmel auf. Ausgestossenseiis und die Sorge vor der Unsicherheit des nächsten Tageß kernen gelernt haben. Der weisse Mann gilt als Weal, das Schwarze ist Symbol des Schlechten, man identifiziert sich mit dem Angreifer — eine ähnliche Situation, wie sie z. B. in den KZ-Lagern bestand. Der ,.Helle“ hat den höchsten Wert in der Negergemeinschaft, man entwürdigt sich im Grunde, indem man ßich der Väter zu schämen beginnt. In Abwehr des Vorwurfs eine3 angeblichen ..Negergeruchs“ ist der aufsteigende Neger äusserlich besonders gepflegt; er ist gegen Kritik übet empfindlich. Professor Simon gab eine Schilderung Harlemß und der Konzentration einer Negerbevölkerung, in der der persönliche Erfolg zu einer Art von pseudo-messianischem Symbol geworden ist. Wer im Leben draussen an prominenter Stelle steht, dem gilt aller Enthusiasmus, etwa einer Persönlichkeit wie Dr. Bunche. Auch hier liegen die jüdischen Parallelen nahe. Die Emanzipation erscheint als das ..Gelobte Land“, die Negro- Spirituals sind Ausdruck dieser geistigen Situation. Die Erinnerung an Afrika dagegen tritt immer mehr zurück. Den in Amerika auftretenden Neger-Diplomaten aus Afrika gilt nich; immer besondere Sympathie, da sie teilweise NachKommen derer sind, die einst in Afrika ihre eigenen Landsleute -in die Sklaverei verkauft haben. Im Mittelpunkt aber steht die Frage, ob es überhaupt eine Negertraditicn gibt, um derentwillen e,3 sich lohnt, die eigene Identität aufrecht zu erhalten, auch gegen die Schwierigkeiten der Zeit Es besteht zweifelsohne eine gewisse Strömung gegen die Assimilation, die man gelegentlich mit dem Schlagwort ,,Neger-Zionismus“ bezeichnet hat. Ernst Simen childerte sodann die sogenannte Bewegung der ,,Black Moslemß“ mit ihren radikalen Lösungen, die die Wertskala umkehren, für die Zukunft die Herrschaft der Neger Voraussagen und die Weissen diffamieren. Für sie ist der Weisse die Inkarnation des Teufels. Sie eind zugleich antisemitisch und höchst radikal gegen Israel eingestellt. Hier zeigt sich eine gewisse Parallele zu der so erfolgreichen Missionstätigkeit des Islams im schwarzen Afrika. Für dieße Gruppe ist die Farbe keine rassische, sondern eine politische Wirklichkeit. Im letzten Teil seines Vortrages erörterte Ernst Simon das Problem der Juden, vor allem die Stellung der von Juden gegründeten und zum Teil von ihnen entscheidend beeinflussten Gewerkschaften, gegen die eß heftige Angriffe aus Neger kreisen gibt, die ihrer Führung vorwerfen, sie Ständen den jüdischen Arbeitgebern näher als den schwarzen Arbeitern. Jüdische Radikale setzen sich für Neger ein, vor allem auch in Südafrika, wo die Liberale Partei im wesentlichen Juden zu Führern hat, die sieh damit aufs äuß.serste gefährden. Man darf aber nicht übersehen, dass sowohl in Südafrika wie in den Vereinigten Staaten ein erheblicher Teil der Neger antisemitisch eingestellt ißt. Ernst Simon betonte, dass an den Aktionen der .^genannten „Freedom Riders“ in den amerikanißchen Südstaaten auch eine Reihe von Rabbinern, meist der Reform angehörig, teilgenommen haben. Er unterstrich warnend die Tatsache der besonders gefährdeten Situation der südafrikanischen Juden, die in einem „goldenen Käfig“ leben, aber bei einem ernsten Ausbruch der , Leidenschaften am stärksten gefährdet wären. Der Referent schlcßs seinen inhalts- und gedanken-, reichen Vortrag mit dem Bekenntnis, dass die Begegnung mit Juden und Negern in der Diaspora ein zionistisches Grunderlebnis erster Ordnung sei. — Die den Vortrag gespannt verfolgenden Hörer dankten Ernst Simon mit reichem Beifall. (Ai-ß dem Mitteilnngss blatt des Irgun Olej Merkas Europa in Tel Aviv). Ausstellung in Israel , Wien. — Für eine in Israel geplante Ausstellung über die Verfolgung tschechoslowakischer Juden wird Material zusammengestellt. Eine Wander - Ausstellung über Theresienstadt wird in vielen tschechischen Städten gezeigt. Künstlerischer Nachlass Der künstlerische Nachlass von Ernst Stern, 700 Bühnen - Ausstattungen und Kostüm-Entwürfe von Aufführungen in Berlin, Paris und London während der Jahre 1929 bis 1945 sind der englischen Theatersammlung von Raymond Sander und Joe Mitchenson übergeben worden. Ernst Stern hatte als junger Mann mit Reinhardt gearbeitet. Dialog in Israel Dr. Joachim Prinz teilte unlängst mit, dass der zweite „Dialog in Israel“ des American Jewish Congress in Jerusalem und Tel Aviv stattfinden werde. Von amerikanischer Seite werden Shad Polier als Chairman und bekannte Schriftsteller und Professoren teilnehmen, so Max Lerner (Brandeis Universität), der Kritiker Neue Bücher Die IVIischna auf Deutsch. Verlag Töpelmann, Berlin 30. Die Mischna wurden in ihrer vorliegend :n Form von Rabbi Yehuda Manassi um das Jahr 200 redigiert. Sie enthält alle Vorschriften über das nachbiblische jüdische Leben und bildet die Basis für die talmudische Diskussion, di-s die in der Mischna enthaltenen Gesetze aufgrund der ihnen zugrundeliegenden Motive ausbaut. Während eß sehr schwer ist, im Meer des Talmuds und seiner Abstraktionen sich zurechtzufinden, ist die Mischna in anschaulicher, klarer Form abgefosst, deren Lektüre reizvoll und belehrend ist, wenn sie cachgemäss erfolgt. Deutsche Mischna-Uebersetzungen erschienen sehen im 18. Jahrhundert (Y. Y. Rabe) und im 19. Jahrhundert (M. Jost); klassisch wurde die von Hoffmann- Baueth. H. L. Strach hat im Institutum Judaicum der Berliner Univerßität einige Mischna-Traktate übersetzt. und kommentiert. Eine volkstümliche praktische hebräisch-deutsche Ausgabe besorgte in den zwanziger Jahren Raw Kaniel, die leider nur selten noch zu finden ist. Der Giessener Verlag Töpelmann hat vor einem halben Jahrhundert unter Führung von zwei christlichen Gelehrten (Beer und Holtzmann) und von Prof. Samuel Krause (Verfasser der „Talmudischen Archäologie“) begonnen, eins Mischna in deutscher Uebersetzung mit eingehenden geschichtlichen Erklärungen herauszugeben. Vor 20 Jahren wurde die bis damals noch fragmentarische Ausgabe von Hitler verboten, und gegenwärtig wird dieses grandiose Werk fortgecetzt. Vor uns liegt der Traktat „Betza“ das Ei, das am Jomtow gelegt wurde, und dessen Genuss diskutier^ wird; im Zusammenhang damit geht die allgemeine Erörterung, welche Arbeiten am Festttag erlaubt und welche verboten sind. Der Kommentator ist Dr. W. E. Gerber (Univerßität Münster); er hat zum ersten Mal in einer solchen deutschsprachigen Misehna-Ausgabe die Autoritäten des neuen Israels herangezogen. Prof. Albeeks Untersuchungen, die Jerusalemer Talmud-Enzykoplädie eowie die Schriften von S. Liebermanr. sind zu Rate gezogen worden. Es ist zu hoffen, dass das interessante Werk bald fortgesetzt wird, um tieferen Einblick in die kulturellen Grundlagen unseres Volkes zu vermitteln. M. R. Schenkt Euren Kindern BUECHER IN SPANISCHER SPRACHE AUS DEM VERLAG EDITORIAL CANDELABR0 — Pasteur 35! Literarische Notizen und Schriftsteller LesRe Fiedler, der Schriftsteller Philip Roth und Professor David Boroff von der New York University. Die Themen lauten: „Der jüdische Intellektuelle und die jüdieche Identität“ und „Der jüdische Schriftsteller in Israel und Amerika“. Einladung nach Sidney Der bekannte israelische Fussballßpieler und Kapitän der Auswahlmannschaft, Nachum Steimaoh, hat eine Einladung des jüdischen Sportklubs Hakoa in Sydney angenommen und wird dort als Trainer und Spieler für zwei Jahre tätig sein. 75 Jahre alt Der aus Wien stammende Psychoanalytiker Theodor Reik wurde kürzlich in Amerika 75 Jahre alt. Reik war ein Schüler Freuds, lenrte während 22 Jahren bis 1938 in Wien, Berlin und Den Haag und war Sekretär der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung. Reiks Bücher, er schrieb fnshr.eondere über die Beziehung von Soziologie und Religion, über Bcer- Hofmann, Schnitzler, Fiaubert und über zahlreiche Sacbfragen, sind vielfach übersetzt worden. 80. Geburtstag Raobiner Dr. Arthur Loewenstein, der 22 Jahre der Gemeinde Spandau bei Berlin vorgestanden hat, wurde achtzig Jahre alt. In England, wohin er nach längerer Haft im Konzentrationslager entkommen konnte, war er bis 1956 Direktor der Gesellschaft für Jüdische Studien. Hebraeischer Unterricht ««.i) mn?1?*’. nirm ■’» np.nani naix n-aitfn n*?x n-xfoia .trni*?a -aa .aaan mns*7 Tivaa D^nax aaa1? cr^nn1? ü'q ni73ip?33 a^an oniTX» 113171*7 "13 ,0*71573 tnnx - T * : " ■ TT -JK31 D^pXS ID*?!?1’ DH DH .im nm TT *?# rri3»s3 fhnxn inns nssian -np *?y *75?isn »too pxtí nmo33 tfiattfr .*77372711 DH3 - : - vT ompnam niirpin nixxin nryp *iiip*7 o^ipon ,i*7*?n *7X*ifenz? nisirn nrmn ,nmns ana m3 Tvs* t * "; “ : »vT D*?ñm ’057 *73*7 71333*7 T T - T : T T : * .niari nrsm o^s^nan T . . ...... (TPBbiv rr-inr ivna nxxlm) t Í» ♦ M “T t EL CONCEJO NACIONAL DE INVESTIGACION Y DESARROLLO (Columna derecha) Los científicos de Israel y los instituios de investigación, que se fundaron en Israel en los últimos años, hicieron famoso a Israel como estado de gran capacidad científica. La investigación científica en Israel eetá dirigida por el “Concejo Nacional de Investigación y Desarrollo de la Oficina del Primer Ministro“. En el Concejo participan científicos de la Universidad Hebrea, de ia Escuela Técnica de Haifa y del Instituto Weizmann de Rejovót, y también representantes de los ministerios e institutos de investigación. Este Concejo decide sobre el orden de importancia para el Estado en los proyectos de investí gación. El Concejo Nacional de Investigación y Desarrollo realiza experimentos en todo lo relacionado con ia agricultura en el desierto, tal como plantas acuáticee que no necesitan (Columna izquierda) tierra y también la desalineación de aguas subterráneas saladas. Estos te nas son de especial importancia para el desarrollo del Neguev. Del mismo modo se trata aclimatar en el Neguev plantas de zonas eemejantes en disUntas partes del mundo, a fin de saber si se adaptan al clima y al suelo. En el laboratorio de física del Concejo se está construyendo últimamente un motor alimentado con rayos solares para e! uso en aldeco sin corriente eléctrica. Los resultados de estos experimentos e investigaciones clest Va'os para resolver problemas urgentes por los que Israel lucha en su desarrollo, traerá beneficie a todos los pueblos del mundo empeñados en la solución de problemas semejantes. nnnyn n:?n snxyian insn ■’sftx -pintí snTani “ipjisn tosí niannxn ras *7X“iiT3 is -: - t * t ~ t : * *7X“iör nrqa ~ ‘’snp “v¿3 n*7573 nrins .n*?yö *7ynftr3 apnan -x*7n nxyian ’t *?y pa t*?$ mnp^i “)pTn3*7 rrp -1733 .n*7K77373n mi -nfro - t t : v “ - : * 5h?3 •’«fax n^y ,m357n ntro-mixns ]13737p1 HD'n3 ]Ís33Dna p? ,ni3in“l3^ niiDiQi n*7Etoan it rrax1? n^yin .*ij?na npitfn n*xt7i3 n’px nypip .npn*? & nr-1732 npn73*7 rrax*?n nsyian *733 o^iDi n3*iiy nins^ t : v v “ * : ]113 ,*13*1733 í11X*7pn*7 yiÚl D'D’IK DrX27 CO ,l713J t T ” V - - “ ’ NATIONAI RAT FUER FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG (Rechte Spalte) Israels Wissenschaftler und Forschungsinstitute, die in Israel während der letzten Jahre errichtet wurden, erwarben dem Staat Israel den Ruf eines Staates von erstrangiger wissenschaftlicher Kapazität. Die wissenschaftliche Forschung wird * in Israel durch den „Nationalrat für Forschung und Entwicklung beim Büro des Ministerpräsidenten“ gelenkt. An ihm beteiligen sich Wissenschaftler von der Hebräischen Universität, dem Technion' in Haifa, dem Weizmann-Inetitut in Rechowot und auch Repräsentanten der Ministerien und Forschuqgs-Institute. Dieser Nationalrat bestimmt die Rangordnung der für den Staat wichtigen Forschungsprojekte. Der Nationalrat für Forschung und Entwicklung stellt Experimente auf allen Gebieten an, die die Landwirtschaft in der Wüste betreffen, z. B. Waseerpflanzen, die keine (Linke Spalte) Erde brauchen. Entsalzung von salzigem Grundwasser. Diese Themen sind besonders für die Entwicklung des Negew von Bedeutung. Ebenso versucht man im Negew, Pflanzen aus ähnlichen Zonen in verschiedenen Weltteilen zu akklimatisiei en, um gewahr zu werden, ob sie sich an das Klima und den Boden anpassen. Im Physik-Laboratorium des Rates entwickelt man letztens einen von Sonnenstrahlen gespeisten Motor zum Gebrauch m Dörfern ohne Elektrizität. Die Ergebnisse dießer Experimente und Forschungen, die dazu bestimmt sind, dringend« Probleme, mit denen Israel in seiner Entwicklung ringt, zu lösm werden allen Völkern der Welt, die mit ähnlichen Problemen ringen zum Segen gereichen.

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