Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1986 (16.11.1962)
- Date
- 1962-11-16
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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8 — Viem»s. 18 rte Noviembre de IS62 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. No. 1!»« EIN RUECKBLICK Während ich diese Zeilen schreibe, sind die Delegierten, die am 4. Kongress der Centra in Santiago teilnahmen. wieder auf der R'ick leise in ihre Heimatorte. Auch wir. die wir m Santiago de Chile leben^ sind in unsere Häuser zurücKgekehrt. Drei Tage lang haben i wir in unserem Gemeinde- ’ haus gelebt. Drei Tage befanden wir uns in der Welt unserer Probleme und suchten Wege zur Lösung unse rer Fragen. In oft erregten und erhitzten Debatten wurde die ..Orientierung unserer Arbeit“ für die nächsten zwei Jahre diskutiert. Am Montag, den 29. Oktober. eröffnete Herr Dr. Hans Reich. Santiago de Chile, die Tagung in einer öffentlichen Veranstaltung. Am Donnerstag, den 1. November, wur-; de sie mit einem Festban | k.'tt. das der Hausherr —: die Sociedad Cultural Israe-1 lita ..B‘ne Jisroel“ — ihren i Gästen gab, abgeschlossen. 1 In diesen drei Tagen schwebten über den Aus- ‘ sprachen zwei Wolken. —; wie Dr. Alfred Hirschberg aus Sao Paulo es treffend kennzeichnete — die Gefahr drohende Wolke des neuen Atomzeitalters und die uns durch die Geschichte begleitende Wolke vom Sinai. Ständig standen der lateinamerikanische Kontinent mit seinen Problemen, Me dinat Israel mit ihrem Licht und unsere Gemeinden mit ihren Aufgaben vor unserem geistigen Auge. Zu dem Thema der Tagung: ,.Die Orientierung unserer Arbeit“ hielten {üe Herren Rabb. Dr. Lemle, Dr. Alfred Hirschberg und Dr. Hardi Swarsensky die Haupt referate. Die Eröffnungsveranstaltung wurde durch die Ansprachen der Herren Botschafter Eliezer Dorön. Mi guel Maldavsky. Präsident der Federación Sionista, und Gil Sinai, Präsident des Comité Representativo de la Colectividad Israelita zu ei. ner Manifestation der Einheit des chilenischen Jischuw in allen seinen Sektoren. Von Beginn bis Ende der Tagung begleitete uns ständig die Erinnerung an den Mitarbeiter der Centra dessen Name über die Gren zen Chiles hinaus zum Inbegriff jüdischen Verantwortungsbewusstseins geworden ist: Dr. Siegfried Landau. So intensiv war die Arbeit während dieser drei Tage, dass viele der Delegierten von Santiago de Chile nicht viel mehr kennengelernt haben als den Weg von ihrem Hotel zu unserer Gemeinde. Der Kongress wurde von Herrn Dr. Hans Reich (Santiago de Chilel als Präsidenten und den Herren Dr. Fe dor Hirschlaff (Montevideo*. Dr. Hardi Swarsensky (Buenos Aires), Dr. Hans Feuereisen (Sao Paulo) und Federico Sommer (Buenos Aires) als Vizepräsidenten sowie Kurt A. Hofmann Im Hafen von Haifa HOTEL DAPHNE IHR HOTEL IN : HAIFA - Israel j VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM \ HAIFA. Hadar Hakarmel, Nordaustr. ♦ ► ♦ « HOTEL ARMON i ♦ ISRAELS SCHOENES TOURISTENHOTEL j Die beste Küche j Angenehmer Aufenthalt; «Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 23711 « ♦ ♦ 4 (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt erforderlich) (Santiago de Chilel als Generalsekretär geleitet. Im I Mittelpunkt der Debatten j standen auch die Rechenj schaftsberichte, die von den! Herren Dr. Rudolf Hirschj feld und Hans Leschnitzer j aus Montevideo über die in den vergangenen zwei .Jahren geleistete Arbeit abge geben wurden. Als wichtigstes Ereignis darf die Durchführung des vierten Sommerlagers der Jugendführer in Teresopolis : (Brasilien) unter Leitung i von Rabbiner Dr. Lemle, die Gründung des lateiname- , rikanischen Rabbinersemi- : nars in Buenos Aires unter der dynamischen Leitung von Rabbi Marshall T. Mey- : er und die Anstellungdes Madrich - CENTRA Moshe Amiram betrachtet werden. Für die nächsten zwei Jah- ¡ re wurde der Sitz der Cen tra in Montevideo unter der Í Leitung von Dr. R. Hirsch-! feld und Hans Leschnitzer : erneu, bestätigt. I Während dieser drei Tage i trafen sich elf Rabbiner, die! in der „Unión de los Rabinos; en Latino-América“ zusam! mengeschlossen sind. Auch 1 über ihren Verhandlungen; schwebten die beiden Wol-! ken vom Sinai und unserer I Gegenwart. In oft erregten und interessanten Debatten wurde versucht, die Gegen* I wartsaufgaben zu klären. , die sich aus der geschichtli- ■ eben Bestimmung des jüdi- : sehen Volkes ergeben. Darüber hinaus wurde selbstverständlich auch in diesem Kreis über das neugeschaffene Rabbinerseminar ge-! sproehen. j I Vielleicht darf aLs wichtigj! stes Ereignis der Beratun-j j gen der Beschluss angese ¡ j hen werden, sich naéh Mög- 1 ¡ iichkeit alljährlich zu tref- I j fen. Im Juli 1963 soll in Monj | tevideo eine Lernwoche mit! I dem Thema ..Die Anpassung | unseres Gottesdienstes und I unserer jüdischen Erziehung in Uebereinstimmung mit den Bestrebungen unserer Juden“ stattfinden. In ihrem Mittelpunkt steht der Aufruf an den Jischuw des la'einamerikanischen Kontinents, sich seiner jüdischen Verantwortung nach innen und aussen bewusst zu sein. i Die Verwaltung der Ge- | schäfte der Arbeitsgemein- ¡ Schaft der Rabbiner wurde; für die nächsten zwei Jahre j Herrn Rabbiner Dr. Winter | (Montevideo) und dem Uni terzeiehneten übertragen | Auch unsere Jugend traf sich in diesen Tagen, um über die Probleme der Jazit Noard Darom Americait (Frente Juvenil Judío Latino-Americano* zu beraten. Ben Gurion mil seinem Beamtenslab im haifaer Hafen, wo er der Ankunft von Neueinwanderern beiwohnte, die das ZIM-Schiff „Moledet" nach Israel brachte. INCOBA INVESTMENT & TRUST. Co. Ltd. INDUSTRIAL & COMMERCIAL BANK (ISRAEL . LATIN AMERICA) LTD. ASOCIADO CON BANK HAPOALIM TEL AVIV — ISRAEL 1IV CO B A INVESTMENT & TRUST Cia. (GALERIA DEL OBELISCO) Ay. CORRIENTES 1145 T. E. 35-8586 Neben vielen Fragen der Arbeit standen auch ideologische Probleme zur Diskussion. Ueber diese wurde — entsprechend dem Sehnen * einer echten Jugend nach Klärung — oft stundenlang debattiert. Das 4. Jugendführerlager der Jazit wurde vorbereitet, das im Februj ar 1963 in Chile stattfinden soll. Einer der schönsten! Augenblicke dieser Tage i war für den Schreiber die- ses Berichts das Gespräch mit dieser Jugend. Die Heri ren Rabbiner Dr. Laemle. : Paul Hirsch und ich wurden , eingeladen, dieser Jugend die Frage zu beantworten: : „Wie kann die Jugend der : Religion nahe gebracht w£r-; den?“. Ueber dieser halben \ Stunde mit ihrem Suchen nach einem religiösen Weg 1 stand bestes Erbe einer Ju gendbewegung. Jugend . aus j Brasilien. Paraguay. Uru j guay. Argentinien. Chile und; Perú traf sich — trotz aller .Strukturdifferenzen — in dir Suche nach einem gemein-! samen jüdischen Weg. Wir ¡ dürfen dieser Jugend dankbar sein dafür, dass sie uns j hilft, die Zukunft des Juden- | tums auf diesem Kontinent zu sichern. Wir dürfen abschliessend fiststellen: In Santiago de j Chile hat ein Kongress der Centra stattgefunden, der unseren Gemeinden zur Etu re gereicht. Dieses Suchen nach einem geistigen Weg w'ar bestes Erbe unserer Väter. Wenn es uns gelingt, in diesem Geist an der Schaffung des lateinamerikanischen Judentums von Morgen mitzuwirken, haben wir das Erbe des einstigen Judentums in Deutschland be. wahrt. Mit Recht sagte mir nach Abschluss der Tagung einer der Delegierten: ,,Es war für einen, der sonst nur im Berufsleben steht, ein Herausgerissenwerden aus dem Alltag.“ Aber es ging nicht nur darum, sondern vor allem um die Orientie rung unserer Arbeit. Sie zu finden, war nicht leicht. Sie hängt auch weitestgehend von der allgemeinen politischen und sozialen Zukunft der Länder ab, in denen wir leben. Wir verabschieden uns vom 4. Kongress der Centra und seinen Delegierten mit dem Wunsch, dass wir uns im Jahre 1964 in Sao Paulo in einer Weit der IJuhe und des Friedens Wiedersehen. Dann wird die drohende Wolke des Atomzeitalters der Wolke der Verwirklichung der Ideale vom Sinai weichen. Rabb. K. I. Loewenstefa» Besorgnis um russische Juden Der Oberrabbiner von Mosi kau. Räw Levin, hatte dem [ Korrespondenten der „New York Tynes“ ein Interview gegeben, und ihm Andeutun gen über die Aktivitäten des Schwarzen Marktes gemacht, die sich angeblich in den moskauer Synagogen abspielen und vor allem durch grusinische Juden.getätigt werden sollen. Diese Aeusserungen riefen in der jüdischen Oeffentliehkeit Nordamerikas eine Welle schwerster Besorgnis und Erregung hervor, da es den Anschein hat, dass der Raw seine Worte unter Zwang und schwerem Druck sagte Den bedrückendsten Ein druck machten die Worte des Raw, soweit sie sich auf die Juden aus Grusinien bezogen, da sie als Auffor<jprung zur Gruppenfeindschaft aufgefasst werden müssen. Seine Aeusserungen in die ser Richtung sollen anscheinend einen Keil zwischen die grusinischen und aschkenasischen Juden treiben, und die ersteren. soweit sie in den Städten des europäischen Russlands ansässig sind, vom Besuch der Syn! agogen abhalten, denn sie i sind gerade treue Hüter der; jüdischen Tradition, i Bittere Gefühle erregten in Washington die Worte des! Raws, dass er noch weiter | Formulare für Wohnungszuteilungen für die Schüler der moskauer Jeschiwa ausi fülle. In Wirklichkeit exi- I stiert diese Jeschiwa nicht! mehr. Raw Holland aus New | York, der kürzlich die So wjetunion besuchte, gab an, 1 dass er anlässlich seines j dortigen Besuches einen ein- ¡ zigen Schüler vorfand. Die! grossen jüdischen Organisai tionen in USA erwägen er- I neute Interventionen zugun sten der Stellung der jüdischen Religion bei den Behörden der USSR. In letzter Zeit hofften die jüdischen Kreise Nordamerikas auf eine Verbesserung in der Lage der sowjetischen Juden. Diese Hoffnungen stützten sich auf beruhigende Aeusserungen der sowjetischen Botschaft in Washington zu einer Abordnung des Rates der „Vereinigten Synagogen in den USA“. Die Sowjets hatten auch wohlwollende Briefe an den „Arbeiterring“ und an andere jüdische Organisationen Amerikas geschrieben und Material über die fortschrei tende Wohlfahrt der Juden in der Sowjetunion veröffentlicht. Alle diese plötzliche Aktivität machte den Eindruck, dass die Sowjets der jüdischen Weltmeinung nicht gleichgültig gegenüberstehen. Aber die letzten Ereig nisse haben bewiesen, dass alle diese Aeusserungen keine reale Grundlage haben, und keine Besserung in der Lage der Juden Sowjetrusslands eingetreten ist. Ebenso erschütternd wirkte die Art, mit der die Sowjetpresse den Czernowitzer Prozess veröffentlichte. Nur die Namen der Juden unter den Angeklagten wurden erwähnt und hervorgehoben. Aehnlich reagierte auch die jüdische öffentliche Meinung Amerikas auf einen kürzlichen Artikel der „Krashaja Swejsda“, in dem Israel als amerikanischer Satellit bezeichnet wird, weil man weiss. dass jeder russische Angriff an die Adresse Isra eis sofort seinen Schatten auf die russische Judenheit wirft. Camper- Weltorganisation München. — Der unlängst in Ruhpolding in Oberbay ern tagende 23. Weltkongress der „Federation internationale de Camping et de Caravaning“ (FICC) hat Israel und Gibraltar als neue Mitglieder in die Weltorga nisation der Camper aufgenommen. (AWZ) Dr. MAX FLESCH Berater für Investitionen und Finanzgeschaefte in Israel — Lang* und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israol — 18, George Elliet Str.