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Jüdische Wochenschau · 1962-11-16 · 1986 (16.11.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1986 (16.11.1962)
Date
1962-11-16
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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* — Viernes, 16 de Noviembre de 1962 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1986 Rabbi Mosche So fer Im Jahre 1762, kurz nach Rosch Hasehana. ist in Frankfurt a. M. der kleine Mosche, Sohn des Gemeindeschreibers Samuel Sofer zur Welt gekommen. Er ent stammte einer sehr guten, alten Familie, die ihren Ursprung auf Raschi zurück- /»hrte, und fiel schon in zar- 1er Kindheit durch seine gei stigen Fähigkeiten auf. Die damals an ihn geknüpften Hoffnungen erfüllten sich später in vollem Masse, als er im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts — neben seinem Schwiegervater Rabbi Akiba Eger — als die führende rabbinische Autorität anerkannt und verehrt wur de. Er galt — wie ihn ein Biograph nannte — als „das Licht vom Westen“. Zwei Lehrer hatte er in seiner Vaterstadt. Zunächst Rabbi Nathan Adler, der nicht nur ein bedeutender Talmudist war, sondern auch dem Studium der Kab bala oblag und in manchen Dingen von den in den deutschen Gemeinden üblichen Sitten und Gebräuchen abwich. Er schuf sich eine eigene chassidische Ideologie und versuchte, sein Leben nach der Geheimlehre ein zurichten. Sein zweiter Lehrer war Rabbi Pinchas Ha Jevi Horovitz, nach seinem Hauptwerk ,,Baal Haflaah“ genannt, der aus Polen nach Frankfurt kam. Er gehörte als Chassid dem Kreise des Rabbi Bär Meseritsch an. gelobte jedoch durch Handschlag den Führern der Frankfurter Gemeinde, die chassidische Idee in der neu en Heimat nicht zu verbreiten. Mosche war beiden Lehrern innig zugetan, doch galt seine besondere Zuneigung Rabbi Nathan Adler, und als dieser wegen seiner kabbalistischen Neigungen mit dem Bann belegt wurde, schwäch te dies nicht im geringsten von Dr. YßMTÖV LUDWIG BATfi seinen jugendlichen Eifer für den geliebten Meister ab. Als nachner Rabbi Nathan zum Rabbiner in Boskowitz (Mähren) gewählt wurde, konnte er sich von ihm nicht lossagen, und da sich dieser weigerte, ihn nach der fernen Gemeinde mitzunehmen, lief Mosche, wie er selbst erzählt, hinter der Kutsche des Rabbi Nathan her, bis dieser, von der Treue seines Schülers beein druckt, ihn nach Mähren mitnahm, wo der ^Frankfurter Bocher“ fünfzehn Jahre verblieb. Zuerst kam er nach Prossnitz, wo er trotz seines jugendlichen Alters die Jeschiwa leitete, nachher wurde er in Strassnitz und 1797 in Mattersdorf, einer der Schewa Kehillot, zum Raw gewählt. Im Alter von 43 Jahren, 1806, wurde er nach Pressburg, damals der grössten Gemeinde in Ungarn berufen, wo er 33 Jahre wirkte Vor allem baute er die Je schiwa auf, die in kurzer Zeit Weltruf erlangte und im Laufe von fast anderthalb Jahrhunderten viele jüdische Gemeinden in allen Teilen der Welt mit geistigen Führern und Gelehrten versorgte. Erst den Schergen Hitlers gelang es. die ses Bollwerk des traditionstreuen Judentums zu zerstören. ★ In der Kindheit Mosche Sofers fühlte man noch sehr deutlich das Nach wehen der Schwärmerei für den falschen Messias Schabbatai Zewi, die früher die Judenheit in ihrem Banne hielt, dann loderte die Flamme des Chassidismus auf, die die jüdischen Herzen im Osten erwärmte. Als jedoch Mosche Sofer nach Pressburg kam, erfassten ganz andere Probleme die jüdi sehe Welt. rr TEL AVIV POB OLAMENU rr 3002 ISRAEL' NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES | Prof. Dr. H. Sternberg: Zur Geschichte der Juden in Czerncwitz Reich illustriert Prof. Kaniilo Lundmann: •srael und die Juden der Weit SUBSKRIPTIONS-EINLADUNG: Kart. 3 —. Kart. 2—' | GESCHICHTE DER JUDEN; t IN WIEN ) 1 Herausgegeben von HUGO GOLD Í Gewidmet dem Andenken von Prof. Dr. Zwi Perez Chajes Unter Mitarbeit der hervorragendsten Kenner der ] Geschichte der Wiener Juden. ' ERMAESSIGTER SUBSKRIPTIONSPREIS:; VOR Erscheinen.$ 15-~ Nach Erscheinen. $ 20.; Alle Zuschriften u. Anfragen sind ausschliess- ' l’ch an den Verlag, Tel Aviv, P.O.B. 3002 Osraei) I zu richten.! Die Preise sind in USA “Dollar angegeben. Unter dem Einfluss der Ideen Mendelssohns und des aufklärerischen Zeitgeistes war die Zahl der Juden in stetem Wachsen begriffen, die sich von der althergebrachten Jiidisehkeit lossagten. Ihr Bestreben war. im Wirtsvolke völlig aufzuge hen oder sich ihm bis zur Unkenntlichkeit anzupassen. Die jüdische Religion sollte von Grund auf reformiert werden, damit sich ihre nach aussen sichtbare Form, die Synagoge, von der Kirche nicht zu auffallend unterscheide. Die jüdische Na tion wollten sie nicht gelten lassen, von einer Rückkehr nach der alten Heimat durfte auch nicht mehr die Rede sein, und die Rolle der hebräischen Sprache hätte eine nur symbolische sein dürfen. Sagte doch Abraham Geiger noch viel später, dass die Juden nach hun dert Jahren selbst die Form der hebräischen Buchstaben nicht mehr kennen würden. Rabbi Mosche Sofer erkannte die grosse Gefahr, die der Thora und dem Bestehen des Volkes drohte, und stürzte sich mit vollem Eifer in den Kampf gegen die religiöse Reform. Seine Gegner bezeichneten seinen Standpunkt in religiösen Fragen als extrem, aber ebenso extrem und kompro misslos war auch seine nationale Ideologie, weil er darin die wirksamste Waffe in der Bekämpfung der Assimilation erblickte. Für ihn ist die von der Reform verworfene hebräische Sprache nicht nur die äussere Hülle, sondern ein überaus wichtiger, unzertrennlicher Bestandteil der jüdischen Ideenwelt. Er ist durchaus nicht gegen die Verwendung der deutschen Sprache, approbiert selbst ein deutsches Handbuch der religiösen Gebote, spricht sich jedoch gegen die Men delssobnsche Bibelübersetzung aus. Nicht etwa, W'eil er der deutschen Sprache gegnerisch gegenüberstünde oder Mendelssohn verurteilte, nein, nennt er ihn doch jiechacham Rabbi Mosche Dessau“, sondern weil er befürchtet, dass sich das Volk mit der fremsprachigen Uebersetzung zufrieden geben und dem hebräischen Urquell entfremden würde. Er hat nichts gegen die Pfie ge der weltlichen Wissenschaften einzuwenden, hat er doch selbst in seiner Jugend Naturkunde, Matbema tik und Astronomie studiert und lässt in Pressburg seinen Sohn Juspa durch Gabriel Südfeld, den späteren Vater von Max Nordau, in die exakten Wissenschaften einführen. Mit ganzem Herzen hing er an Erez Jisrael und der Idee der Erlösung. Als 1832 einige liberale Abgeordnete im ungarischen Landtag in Pressburg den Gedanken der Gleichberechtigung der Juden zur Sprache bringen, äussert Rabbi Mosche seine Einstellung in origineller Weise: ..Wir waren Soldaten im Kriege gegen die Römer für die Selbständigkeit unse rer Heimat und kamen dann als Kriegsgefangene unter die Völker. Seit wann erhalten Kriegsgefangene bürger liehe Gleichberechtigung? Das gebührt ihnen gar nicht. Ueber das selbe Thema sprach er einmal in der Synagoge, wobei er seine Idee in Form eines Gleich nisses nach der Art der Midraschim kristallklar zum Ausdruck brachte. ,,Ein König — sagte er — vertrieb seine Söhne, die nachher von Land zu Land irrten, wobei sie viel Unbill erlit ten; allein sie bauten felsenfest darauf, dass der Tag kommen würde, an dem sie ins väterliche Haus zurückkehren könnten. Endlich erbarmte sich der Vater seiner Söhne und sandte ihnen Geld und Handwerker, damit ste ihnen in der Verban nung ein fürstliches Palais bauen. Daraufhin schrieben die Söhne dem Vater und dankten ihm für die ihnen erwiesene Wohltat, insgeheim weinte aber ihr Herz, denn sie sagten: All* das Leid, das wir erlitten, ist nichts im Vergleich mit dem, was wir jetzt ertragen müssen. Stets hofften wir bisher, dass der Tag der Be freiung und der Rückkehr kommen werde, und siehe da, nach so viel Schicksalsschlägen geht unser Vater daran, uns ein Heim in der Verbannung zu bauen. Wir danken — fuhr Rabbi Mosche fort — den herrschenden Kreisen, die es gut mit uns meinen und unser Los mildern wollen, müssen uns jedoch fragen: Wie lange noch sollen wir in der Zerstreuung verbleiben und der Rückkehr nach Zion harren?“ Er glaubte nicht an die Emanzipation und sah nur eine Möglichkeit für die Rettung des Volkes: in der Rückkehr nach Erez Jisrael. Und so eiferte er seine Schüler an. ihr Haus im Lande der Väter aufzubauen. Er selbst konnte seine Jeschiwa nicht verlassen, erlebte jedoch mit Genugtuung. dass so mancher sei ner Schüler, seinem Rate folgend, sich in Jerusalem niederliess. ★ Rabbi Mosche war einer der gelehrtesten und scharfsinnigsten Talmudisten seiner Zeit. Als talmudische Autorität genoss er Weltruf und seine halachischen Entscheidungen, die unter dem Titel ,.Chatam Sofer“ ver öffentlicht wurden und nach denen er selbst genannt wird, sind heute noch normativ. Er verfasste auch einen Band Gedichte, die — offenbar unter dem Einfluss seines ersten Lehrers, des Rabbi Nathan Adler — einen deutlichen kabbalisti sehen Einschlag aufweisen. Sein Andenken lebt heute noch lebendig im Volke und in Erez Jisrael, dem Lande, das er so geliebt hatte, halten verschiedene nach ihm benannte Institutionen sein Andenken auch weiterhin wach. «♦«♦♦♦♦* muuwutuivuuv L0NG-PLAY-5 PLATTEN ] ¡I berühmter Chasonim j ¡¡ Mordechai Hershman Í «; Moishe Oysher $ <» Familie Malawskl “¡Í J¡ Pinchas Borenstein ¡I Spezial-Long-Play-Platt* < ¡ für Chanukka.;; RADIO LEON:: SÍLAVA1LE 2 7 6 0 jf wwuiwwwiwnwv MUSIK IN BUENOS AIRES BRUNO BANDINI VERAB¬ SCHIEDET SICH. ABSCHLUSSKONZERT DES LKA-KONZERT-ZYKLUS Das Saison-Schluss - Konzert des Nationalen Rund funk-Orchesters, das allwöchentlich Gratis-Konzerte in der Aula der Rechtsfakultät gibt, fiel mit dem Abschied von Bruno Bandini zusam men, der seinerzeit — jm Jahre 1950 — die Eröffnungsveranstaltung mit demselben Klangkörper auf dem gleichen Podium dirigiert hatte. Der Abend gestaltete sich zu einer rührenden Feier und Sympathiekundge bung für den scheidenden Meister, der in unserem Musikleben eine historische Persönlichkeit geworden ist. Gebürtiger Italiener und Bratschist von Beruf, kam er seinerzeit mit Toscanini und dessen Orchester auf einer Tournee hierher und siedelte sich an. Viele junge Künstler, zum grossen Teil im Saal anwesend, danken Bandini ihre Chance, die er ihnen gerade in diesem Kreis gab, zum ersten Mai vor ein Auditorium treten zu dürfen. Der Konzertmeister überreichte in der Pause im Aufträge des Orchesters dem scheidenden Jubilar als äusseres Zeichen seiner Anerkennung und Dankbarkeit eine goldene Plakette. Das Programm nannte ,,Preludio y Fuga al estilo de Bach“, und Klavierkon zert e-moll des 1945 im Alter von 38 Jahren verschie denen Arnaldo D'Espösito; der Solopart wurde von Alma Melgar sicher gespielt. „La Sacra Rappresentazione Di Abramo e d'Isaac“, Oratorium von Hildebrando Pizzetti, ist nicht das bedeu tendste Werk aus der Feder des greisen italienischen Komponisten. Der „Polyphonische Blindenehor“, einstudiert von Carlos Larrimba, sang überraschend gut, und unter den Vokalsolisten traten besonders Raquel de Sir kin (Sopran), Ada Albrecht (Alt) und Armando Beilin (Tenor) hervor. Bruno Bandini, der das sich besonders ins Zeug legende LRA-Orchester leitete, zeigte, dass er geistig jung geblieben ist. und der Nationale Rundfunk wird ihn nicht als Beirat verlieren. NichtendenwoHender Beifall zeigte dem scheidenden Dirigenten, welcher Beliebtheit er sich erfreut. JOHANN SEBASTIAN BACHS H MOLL-MESSE Schluss der offiziellen Colön-Saison Zeitlos, von marmorner Schönheit, ragt das Monumentalwerk barocker Orato rien-Kunst in den Himmel; inter- und überkonfessionell erhebt sich im Reich der Musik Bachs h-nioll Messe, erhabenster Ausdruck polyphonischer Choral und Orchester-Kompositionen. Sie gilt noch heute als Gipfelwerk und Schulbeispiel je ner. schöpferischen Epoche, die sich niemals mehr wiederholen dürfte. Es bedarf vieler, unumgänglicher Voraussetzungen um das Standardopus zum Leben zu erwecken; jeder einzelne Interpret und Integrant muss nicht nur einwandfreies technisches Rüstzeug aufweisen, ihm muss vor allem der gemeingültige Bach Stil geläufig sein. Wenn auch die Aufführung diese Anforderungen nur unvollständig erfüllte und das Prädikat der Mustergültigkeit nicht verdient, so darf sie dennoch als würdig und vielfach geglückt gewertet werden. Bei der h moll-Messe sollte man nicht improvisieren; wenn man die unumgänglich lange Probenzeit angesetzt hätte, die man ihr widmen muss, so w’äre zweifellos mehr erreicht werden. Man weiss, dass am Saisonschluss — und besonders nach einer so anstrengenden und fruchtbaren Spielzeit w’ie dieser — Chor und Orchester, die Haupt faktoren der Interpretation, ermüdet sein müssen. Die Exaktheit der Inslrumentalisten, besonders der freilich diffizilen Bach-Trom peten, liess manche Wünsche offen. Tullio Bonis grossartig vorbereiteter Chor sang. von einigen schrillen Sopranen abgesehen, ausgezeichnet. Das Solistenquartett: Jorge Algorta, ein wertvoller Opernsänger, trug seinen Part korrekt, aber ohne jegliche Stilkenntnis, vor; Eugenio Valori und Mirtha Garbarini zeigten sich durchaus auf der Höhe ihrer Kunst. Aber die einzige Oratoriensängerin von wirklichem Bachformat war Marga Hoeff gen. Der uns vom Vorjahr bereits bekannte Dirigent Berislav KJobucar leitete die unter hörbarem Probenmangel leidende Aufführung korrekt, wenn wir auch von einem in Europa geschulten und tätigen Musiker bedeu tend mehr erwartet hätten. c-n Die erste Reform-Synagcge Jerusalem. — Die erste Reform-Synagoge der Bewegung für fortschrittliches Ju dentum in Israel wurde vor kurzem in Jerusalem eingeweiht. (ITA) Allen meinen lieben Freunden und Be. bannten spreche ich auf diesem Wege meinen innigsten Dank für die mir so zahlreich erwie. senen Aufmerksamkeiten anlaesshch meines 90. Geburtstages aus. MARIANNE GAERTNER Tacuari 1147, 5 9 Dp. B. TEATRO COLON Viernes 16, a las 21.30 hs.: Espectác. Coreográf. extraord.: “Mouvements" (Fortner), “El Niño Brujo“ (Leonardo Salzedo) y “El Paja ro de Fuego“ (Strawinsky). Orq. Filarm. de Bs. Auenos Aires. Dir.: P. I. Calderón. Sábado 17 a las 21.30 hs.: Concierto Sinfónico a cargo Orq. estable del Teatro Co lón. Dir.: Berislav Klobucar. Solista: Marga Hoeffgen. Martes 22, a las 21.30 hs.: Concierto Sinf. a cargo Orq Filarm. de Bs. As. Dir.: Ju an E. Martini. Obras de autores argentinos. L U A C H (KALENDER) Freitag, den 16. November Sonnabend den 17. November 19. Marcheschwan 20. MarchesehwaD Schabbat WAYERA 1. B. M. XVIII 1 — XXII 24 Haftara II Könige IV 1 — 37 21. Mareheschwan 22. Marcheschwan 23. Marcheschwan 24. Marcheschwan 25. Marcheschwan Marcheschwan 26. 27. Marcheschwan Sonntag, den 18. November Montag, den 19. November Dienstag, den 20. November Mittwoch, den 21. November Donnerstag, den 22. November Freitag, den 23. November Sonnabend, den 24. November Schabbos CHAYE SARA 1. B. M. XXIII 1 — XXV 18 Haftara I Könige 1 — 31 Neumondankündigung Kislew Sonntag, den 25. November 28. Marcheschwan Montag, den 26. November 29. Marcheschwan Dienstag, den 27. November 30. Marcheschwan 1. Tag Rosch Chodesch Kislew 1 ' ísí; ■Î ♦ 4

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