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Jüdische Wochenschau · 1962-08-24 · 1974 (24.8.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1974 (24.8.1962)
Date
1962-08-24
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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/lernes, 24 de Agosto de 1962 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1974 — 5 Die neuen jüdischen Gemeinden in Brasilien II. Sw.: — Was von den jüdischen Einwanderern in Brasilien während der letzten Jahrzehnte geschaffen worden ist, dürfte man als erstaunlich und anerkennenswert bezeichnen können. Wahrscheinlich gilt dasselbe auch für den Aufbau des jüdischen Lebens in Argentinien, der nur wenige Zeit früher begonnen hat. Allerdings gibt es zumindestens zwei Faktoren, die wesentliche Unterschiede in der Struktur der Gemeinschaftsarbeiten bedeuten., Zunächst einmal sind nach Argentinien eine weit grössere Anzahl Einwanderer aus allen europäischen Ländern gekommen, sodass wir heute in Buenos Aires die zweitgrösste jüdische Gemeinde überhaupt, abgesehen von Israel, haben. Ob in der Proportion der Kopfzahl hier mehr erreicht worden ist, als beispielsweise in Brasilien, mag dahingestellt bleiben. Ein mindestens ebenso wichtiger Faktor ist die grössere Geschlossenheit. Dies gilt für alle Sektoren des jüdischen Lebens, besonders aber für die zentraleuropäischen Juden. In Rio de Janeiro und San Paolo haben wir Einheitsgemeinden nach dem Muster der allen Gemeinden Berlin oder Wien, die abgesehen von Splittergruppen, die gesamte jüdische Gemeinschaft repräsentierten und umfassten. Demgegenüber haben wir z. B. im zentralearopäischen Sektor in Buenos Aires eine Mehrzahl von Gemeinden, die sich kaum in ihren religiösen und allgemein-jüdischen Auffassungen unter scheiden (mit Ausnahme der auf dem Beden der Orthodoxie stehenden Gemeinde Achduth Jisroel. Um sich über das jüdische Lehen in Rio de Janeiro zu unterrichten, dürfte es immer richtig sein, zunächst einmal eine Unterhaltung mit dem Rabbiner Dr. Heinrich Lemle zu führen, auch wenn man keine persönlichen Beziehungen zu ihm hat. Diese*' werden sehr schnell hergestellt sein. Wir kennen Herrn Rabbiner Dr. Lemle noch aus seiner Tätigkeit als Jugend- und Gemeinderabbiner in Frankfurt am Main, aus jenen dramatischen Jahren des deutschen Judentums, wo es in seinem Untergang zu neuer Kraftentfaltung gelangt". Heute ist Dr. Lemle eine weit über den jüdischen Kreis bekannte und geschätzte Persönlichkeit, Professor für die Hebräische Sprache und Wissenschaft an der Universität von Rio. Offensichtlich ist das jüdische Baufieber, das auch hier eine allgemeine Erscheinung ist, für die südamerikanischen Juden typisch. Tatsächlich müssen die adäquaten Räume geschaffen werden, um dem inzwischen gefestigten jüdischen Leben die Möglichkeit weiterer Entwicklung zu geben, besonders aber für die Jugend diejenigen Räumlichkeiten bcreitzustellen, die sie braticht, wenn sie innerhalb unserer Gemeinden ihre gesellschaftliche Arbeit leisten soll. Die Asscciagäo KÜRZER BESUCH IN BRASILIEN g-e Halle, der hohe Raum, in welchem bald die Synagoge ihren Einzug halten soll, ist imponierend. Hier ist Platz für ca. 2.000 Menschen. Besonders stolz sind die Bauleute auf das grosse Hängedach. Der Bau selbst ist an einen der vielen Berghügel Rios angelehnt, sodass man einige Etagen mit dem Fahrstuhl fährt und auf der anderen Seite sich doch wieder in einem „Erdgeschoss“ befindet. Die vielen Räumlichkeiten für Schule, Jugend, Sitzungszimmer, Rabbinat und Verwaltung sind hochmodern, praktisch und doch wirkungsvoll durch ihliegt der Rückschritt, hierin die mangelnde Entwicklung. Weder die modernen Hochhäuser noch die grossen Fabriken, weder die vielen neuen Automobile r.oeh die Eleganz luxuriöser Badeorte, weder d?r nach aussen ln Erscheinung tretende Ueberiluss an Lebensmitteln noch der verbreitete Handel und die aufstrebende Industrie können darüber hinwegtäusehen, dass Südamerikas soziale Probleme keiner Lösung nähergsbracht worden sind. Neben dem blendenden Reichtum kauert das Elend. Neben dem Prachtbau der Wolkenkratzer mit den mo¬ DIE ALTE SYNAGOGE DER ARI Brücke über den Suezkanal Religiosa Israelita, die heute keineswegs nur Juden aus unserem Sprachkreis umfasst, hat die überwältigende Mehrheit der zentraleuropäischen Juden organisiert. Dem Zeichen und den Tendenzen der Zeit entsprechend hat man den Namen aus den Anfangsbuchstaben ARI gebildet. Die ARI xist im allgemeinen jüdischen Leben Brasiliens ein bedeutender Faktor. Ihre Vertreter sitzen im Zentralrat. Gottesdienst, Schule, Jugendurd Bildungsarbeit sind die zentralen Aufgaben d'eser Gemeinde, die sich heute eine Synagoge baut, henswert ist. Das jetzige Gemeindehaus das all die Jahre hindurch der Mittelpunkt des jüdischen Lebens der ARI war, befindet sich in einer Wohngegend, deren Aspekte mit Belgrano verglichen werden könnten, wie es vor zehn Jahren war. Kleine, meist im Kolonialstil gebaute Häuser. Die Synagoge dagegen ist räumlich klein, aber sehr eindrucksvoll. Die übrigen Räume sind überaus einfach Bonn. — Die Firma Krupp in Essen hat von der ägyptischen Regierung den Auftrag erhalten, bei El Ferdan eine Brücke über den Suezkanal zu bauen. Es soll 1 und spiegeln die Jahre de: die grösste ausschwenkbare j Anfangs, des Neubeginns wi- Brücke der Welt werden. Sie 1 der- Demgegenüber stellt wird 20 Millionen Mark ko-j der neue Tempel oder bassten und soll in etwa drei I -er. g3Sagt, des neue Cc- Jahren fertiggestellt sein. meindehaus einen Pracht- (AWZ) dar. Schon die gewalti- ISRAEL - BRIEFMARKEN : I KA VTIEDERVERKAEUFER _ ALLE NEUAUSGA- ‘ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS « < Agencia Filatélica cficial [ del Estado de Israel, Í VIAMONTE SSO, I/B — Butmo, Aires, Bsp ArpenliM ." JUAN JULIUSBURG [ MALERARBEITEN i 73-1148 BLANCO ENCALADA 1846 i’e Einfachheit. Jedenfalls wird hier ein Gemeindehaus geschaffen, wie es keine Organisation oder Gemeinde unseres Sektors in Buenos Aires besitzt. Diese Synagoge mit Gemeindehaus ist ein prachtvoller Bau. Das Wort „Prunkbau“ ist nicht richtig, aber es ist auch nicht falsch. Es liegt am Rande eines Hügels, auf dessen Rücken sich eine grosse Favella hinzieht, eines der vielen Elendsviertel, die von weitem so malerisch ausseh?n, und die ein schweres soziales Problem darstellen, die se- Man spricht viel von der unsicheren politischen Situation und der schwierigen wirtschaftlichen Lage der lateinamerikanischen Länder. Die Unruhe nimmt mit der Verschärfung der vielen ungelösten Fragen zu. Aber weder die Politik noch die Wirtschaft stehen eiegentlich an erster Stelle. Es ist das soziale Problem, das nicht geklärt worden ist. Hierin dernsten Einrichtungen der Technik steht ein halbvei’- fallenes baufälliges Haus, in welchem viele Familien und zahlreiche Menschen auf engstem Raum in -unvorstellbarer Armut hausen. Die riesigen Wohn- und Geschäftshäuser sind für die südamerikanischen Millionenstädte nicht charakteristischer als die Elendsviertel, ob sie nun „villa miseria“ oder Favella heissen. Was hat das aber mit dem jüdischen Leben, besonders mit dem Leben in Rio zu tun? Die Antwort lautet: leider mehr, als uns selbst angenehm sein mag. Bleiben wir beim Beispiel Rio de Janeiro. Der monumentale Bau des Gemeindehauses, der gewaltige Summen in Anspruch nimmt, die im wesentlichen von den Mitgliedern aufgebracht werden müssen, sticht in einer eindrucksvollen Weise von der Favella ab, die völlig ohne jeden 1 Uebergang neben diesem Bauwerk beginnt. „Ohne jeden Ue hergang“ dürfte die treffende Bezeichnung zwischen den krassen sozialen Gegensätzen (nicht nur dort, sondern in ganz Südamerika) sein. Der sehr kluge D.\ Lemle beurteil); das Problem in gleicher Weise, das mir als dem Ortsfremden sofort auffällt, da ich mit keinen Vorurteilen oder lokalen Sentiments die Lage betrachte. Es gibt tröstende Einwände. Wir stehen gut mit den Leuten, die dort wohnen; wir geben ihnen das Wasser, was sie nicht haben und das sie heute von weit her heranschleppen. Und man si-eht Kinder, Männer und Frauen die grossen Wasserbehälter durch die Strassen auf die Berge tragen. Im übrigen erfahre ich, dass diese Favella nicht die ärmste ist. Die Leute haben sogar Television, nicht alle, aber manche. Aber das ändert’ doch nichts am Elend. Wann werden diese Menschen, oder wann werden skrupellose Volkstribuaen den Unwillen oder die Unzufriedenheit der Niehtbesitzenc’en auf die „reichen Juden“ lenken. Diese Menschen wohnen bereits seit vielen Jahren oder mehrere Generationen in den Elendshütten, aber die Juden, die dort zur Synagoge mit ihren eleganten Wagen fahren, sind erst vor 20 oder 25 Jahren dorthin gekommen. Alles andere ergibt sich von selbst. Die soziale Frage bedrängt diesen Kontinent. Sie bedroht auch uns. Dort wird es uns besonders bewusst. Wir besuchen noch eine Reihe anderer jüdischer „Sehenswürdigkeiten“, die uns von einem Gemeindemitglied bereitwillig gezeigt werden. Wir statten dem Altersheim einen Besuch ab, dessen Einrichtung den älteren Menschen einen angenehmen Lebensabend bereitet. Schöne saubere Zimmer, eine kleine Synagoge, Gemeinschaftsräume, Krankensaal, Konsultorium bilden den äusseren Rahmen hierfür. Das Heim ist zw’ckmässig, kann ab°r in keiner Weise mit San Miguel, dem Elternheim der argentinischen Juden zentraleuropäischen Ursprungs, verglichen werden. Der Stil und der Aufbau d?r Heifre ist verschieden. Das Heim in Rio liegt mitten in der Stadt, wenn auch in einem Aussenbezirk. — Die aschkenasische Synagoge, also die Synagoge, die von osteuropäischen Juden gebaut wurde, ist sehr eindrucksvoll, aber weist ein besonderes Merkmal auf: sie ist von Gemälden und Wandmalereien geziert, was man wohl nur in wenigen jüdischen Gotteshäusern antreffen dürfte. Uebcerhaupt hat man in Rio den Eindruck, dass der alte Satz „wie es sich christelt, so jüdelt es sich“ hier seine besondere Bedeutung erlangte. In einer sefardischen Synagoge öffnet sich eine andere — nichtjüdische — Welt. Dort finden wir eine Reihe von kostbaren Uhren in der Synagoge, wie sie in den türkischen Moscheen üblich sind. Der Ursprung dieser Sefardim liess sich also an ihrem Gotteshaus ursclnver erkennen. Im Stadtteil Copacabana, dem eleganten Badestrand Rios, mit seinem ungeheuer intensiven geschäftlichen Leben und Treiben, wohnen die meisten oder sehr viele europäische Juden. Dort befindet sich eine Anzahl jüdischer Klubhäuser. Von ungarischen Juden gebaut, steht dort eine orthodoxe Synagoge, deren Besichtigung jedoch aus technischen Gründen nicht möglich war. Für eine kleine jüdische Gemeinschaft von etwa 50.000 Seelen herrscht ein reges Leben mit all den vielen Organisatidnen, Institutionen, Vereinen, Jugcndgruppen und zentralen Stellen, die neben den Gemeinden dafür sorgen, dass unsere Tradition fortgesetzt lind der grosse Zusammenhang mit dem jüdischen Volk sowie mit Israel erhalten bleibt und gestärkt wird. (In einem weiteren Artikel soll über San Paolo berichtet werden.) Die olympischen Spiele in Djakarta Tel Aviv. — Der Präsident des israelischen Olympischen Cemités, Schaiom Zysman, reiste nach Zürich, um einen letzten Versuch zu unternehmen, mit dem Comité der asiatischen Olympischen Spiele in Verbindung zu treten, das die jetzt beginnenden Spiel« in Djakarta vorbereitet, zu denen die Israelis zwar eingeladen wurden, aber keine Visen für Indonesien erhalten konnten. Ihre dringenden telegrafischen Anfragen, X'on wem sie die Visen verlangen sollten, wurden nicht beantwortet. Sollten di? Auskünfte nicht befriedigend sein, so wird Israel von der beabsichtigten Teilnahme seiner 37 Athleten Abstand nehmen und möglicherweise, versuchen, die Rückerstattung der für Vorbereitungen zur Reise israelischen Soortier verausgabten Summen durchzusetzen. (ITA) uuKcuseí ULTIMAS OPORTUNIDADES Conozca Israel y participe de su vida cotidiana como si Ud. viviera en la Mediná! Venga con nosotros en la extraordinaria excursión de Rosh Hashaná de VIAJES BITTERMANN Quedan pocas plazas. Asegúrese la suya... ya mismo! Condiciones muy ventajosas. CORRIENTES 2063, of. 9, 10, 13, U y 16 f.E. 45-4957/7607 y 49-0433/1229/3491

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