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Jüdische Wochenschau · 1961-08-04 · 1899 (4.8.1961) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1899 (4.8.1961)
Date
1961-08-04
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viwne)-. 4 dtdt J9411 LA SEMANA ISRAELITA Aw XXII. — No. 1899 — 5 (Schluss) Ein christlicher Zuhörer richtete in seiner Begeisterung ein Gedicht an die Versammlung, das sie als „rüstige Streiter auf heiligem Schlachtgefild“ feierte und die Hoffnung aussprach mit ihnen dereinst das ...Siegesfest“ zu begehen. Di<> Wirkung nach innen , war freilich wenig ermutij gend. man stritt sich über i eine Fülle von Einzelfragen ■ und da man nicht zur Eini-! gung kam verwies man die meisten Fragen an Kommissionen. wo sie zumeist in der Versenkung versehwan-: den. zum Teil aber der im j folgenden Jahr stattfindenden Versammlung in Frankfurt a. M. vorgelegt wurden. Soweit Beschlüsse gefasst Van RABBINER Dr. NEUFELD wurden. kamen sie in . Kampfabstimmungen zu- I stände. bei denen die gemässigten Vertreter in der Minderheit blieben. Unter der Führung des .aus dem Osten stammenden grossen j Talmudisten Samuel Holdheim. der ein radikaler Reformer geworden war. wuri den Beschlüsse gefasst, die völlig mit dem Herkommen brachen, so die Erklärung, dass die Vermählung von; Juden mit Bekennern einer , anderen monotheistischen Religion religiös erlaubt sei und daher von einem jüdischen Geistlichen eingesegnet werden dürfe. Die grmässigten Vertreter wie Pbilippson konnten sich : «ich; durchsetzen und prak- I tisch.? Vorschläge, die von Abraham Geiger gemacht •wurden, wie die Schaffung einer jüdischen Fakultät; und einer Literaturgesell-1 schaff, wurden nur beiläufig behandelt. Und geradj sie hätten ein bleibendes Ergebnis -der Tagung sein kön- , neu. i ln der Gemeind? Stuttgart herrschte starker Unwille, wejl Maier eine solche Versammlung geleitet hatte, und es wurden sogar Unterschriften zu Protesten an die Oberkirchenbehörde gesammelt. Maier liess sich frelich durch diese Stimmung nicht von seinem Wege abbringen Sein Programm wurde der zweiten Versammlung in Frankfurt 1845 vorgeiegt, aber nur zur Kenntnis genommen. Im übrigen stritt man darüber, wieweit das Hebräische als Gebetssprache beibehalten werden solle. Da auch hier-die gemässigten Rabbiner bei den Abstimmungen in der Minderheit blieben, verliess Zacharias Frankel, der Vertreter des historischen Judentums. demonstrativ die Versammlung. Im folgenden Jahrzehnt konnte er sich anscheinend in Ruheden Arbeiten für die Gemeinde widmen, erst bei der Einweihung der Synagoge kam es wieder zu Unstimmigkeiten. Er gab aus diesem Anlass ein weiteres Gebetbuch heraus, das den liberalen Gebetbüchern der anderen Grossgemeinden wie B.eslau. Berlin. Frankfurt ähnlich war und sich an die bisherige Form anlehnte, daher sich durchsetzen konnte. Die Einweihungsrede ater erregte starken ‘Unwillen. Sie schloss mit den Worten: ,.Ja, Dir geliebtes Stuttgart, unserem Jerusalem, wünschen wir Heil“. Diese Anbiederung war an sich nicht neu. Zum Beispiel hatt« die Einweihung des Hamburger Tempels 1818 nicht vor den Feiertagen. sondern nachher, am 18. Oktober, dem Tage der Völkerschlacht, sfattgefunden. und der Hamburger Tempelprfdiger Kley hatte es sich nicht, nehmen lassen von der ..Offenbarung Gottes auf Leipzigs Gefilden“ zu sprechen. Aber inzwi- AMPLIO DEPARTAMENTO planta baja con jardín, 2 dormitorios, living, comedor, pza. serv., 2 baños VENDO CON FACILIDADES Tratar: ME LIAN 4008 t MALERARBEITEN * Günter Stern, H. Rosenhain =1= * * * * LEANDRO N ALEM 2530 MUNRO* j; T.-E.: 7958710 u. 740 1925 | *_?******'ä!^*#*****;**^*******-**##*****‘*#? sehen waren vierzig Jahre! vergangen, die Zeit war ei-; ne andere geworden, j Tn Stuttgart empfand : man diese Würdelosigkeit j unangenehm. und es entj wickelte sich ein heftiger Schriftenkampf. In ver- | erschienen Aufsätze mit heftigen Angriffen-gegen die ■ Oberkirchenbehörde und ge- ' gen Dr. Maier.-Man scheute sich damals nicht, jüdische Streitigkeiten in aller Öffentlichkeit auszutragen. Besonders heftig war die ]i terarische Fehde, die sich dann zwischen dem unter ' dem Pseudonym Gabia ben 1 Psisa schreibenden Lehrer Ludwig Stern aus Freudenthal und dem Oberkirchenrat Dr. Maier entwickelte der unter dem Pseudonym Rabbi Schimon Hazadik .antwortete. Stern schrieb zunächst eine Broschüre: ..Wohin kommen wir? Ein Wort an die gesetzestreuen Israeliten Württembergs“ (Mainz, 1862). Dr. Maier antwortete: ..Antwort an Gabia ben Psisa auf dessen Frage: Wohin kommen wir?“ (Leipzig, 1864). Stern begnügte sich nicht damit, sondern wurde noch schärier mit einer Broschüre: ..Offene Zurechtweisung des Rabbi Schimon Hazadik. sonst Haman der Agagi genannt“- (Mainz 1864', und schrieb noch im s Iben Jahre eine etwas umfangreichere konstruktive Arbeit: „Was wollen wir? Ein Wort für die gesetzestreuen Israeli: c1 Württembergs“ (Mainz. 864) Dieser Schriftenkampf erinnert an die Streitschriften wegen des Hamburger Tempels, jedoch wurde damals der Kampf in klassischem Hebräisch geführt, während man vierzig Jahre später deutsch schreiben , musste, um überhaupt noch genügend Leser zu finden. Die Orthodoxie war damals gemässigt in ihrer Gutachtensammlung: ..Eile Divre Habrith“. während die radikalen Reformer unter Fiihjung eines ungarischen Talmudisten in schärfster Form unter dem Titel:; ..Cherev nckemet. nekam B.ith“ antworteten. Erstaunlich ist auch, dass der Lehrer der kleinen Gemeinde Freudenthal, die der Oberkirchenbehörde unterstellt war. es wagen konnte ‘-gegen seinen Vorgesetzten in dieser Weise vorzugehen und ihn gaF ais Haman schmähen konnte. Da seine! Schriften in Mainz gedruckt; waren, liegt die Vermutung; nahe, däss die wenige Jahre vorher in Mainz gegründete orthodoxe Zeitung ,.Der ¡Israelit.“ dahinterstand und dass Stern von''deren Herausgeber. dem streng ortho- | doxen Rabbiner Dr. Markus Lehmann, beeinflusst und gedeckt wurde. Diese Fehde : hat Stern, der sich als ben Psisa (schlagfertig) be-; zeichnete, nicht geschadet. Er kam noch im selben Jah- , re 1864 als Lehrer an das i orthodoxe Lehrerseminar in AVürzburg und wurde : 1872 zu seinem Direktor ge- , wählt. Dass die Führer der Orthodoxie, vermutlich auch Markus Lehmann, seine Wahl förderten, kann wohl nicht bezweifelt werden.! Wie schmerzlich Dr. Maier . von diesen Schmähungen' betroffen wurde, kann man sich vorstellen. Er verzichtete auf eine weitere Anti wort, vielleicht um noch! mehr Aufregungen zu vermeiden. In den letzten zehn! Jahren seines Lebens wur-: de es stiller um ihn. Er konnte sich eines ruhigeren,! nicht von Kämpfen erfüllten I Alters erfreoen und starb im achtzigsten Lebensjahr am 10. August 1873, Sein ' Grab befindet sich auf einem längst geschlossenen Friedhof, dem sogenannten Hoppenlauer Friedhof inmitten der Stadt Stuttgart, wo ein kleines Feld vorn ■ allgemeinen Friedhof als jüdischer Begräbnisplatz abgetrennt ist. j Wenn man auf den Lebensweg dieser Kampfnatur zurückblickt, so erkennt man., dass er, wie auch andere , Reformer jener Tage. zu weit gegangen ist. Die Vertreter der Tradition hatten ein ganz richtiges Empfinden. wenn sie den Begriff „Chukkat Hagoj“ häufig auf manche harmlose Neuerungen anwandten, die an sich vielleicht nach dem strengen Buchstaben des Gesetzes noch als erlaubt brtrachtet werden konnten, für deren Einführung aber; die eigentliche Triebfeder . war. sich in nichts von der Umgebung -u unterscheiden Darum ist in jener Zeit der Zusammenhang mij Zion und Jerusalem gelockert oder gar gelöst worden, da-I rum stellte man die Be-; hauptung auf, dass man sich nur durch die Religion, durch nichts anderes von der Umwelt unterscheidet, und die Ausdrucksformen der Religion wurden dann 1 auf ein Minimum reduziert. Eine neuere Zeit hat es verstanden, modernes religiöses Judentum mij bewusster Betonung des National-Religiösen und mit der Rückkehr nach Jerusalem zu verbinden. i Kongress jüdischer Studien Jerusalem. — Der ¿bitte Kongress für das Studium des Judentums, dem über 1.000 jüdische und nichtjüdisch? Teilnehmer aus Ost und West, darunter auch Delegierte aus einigen mohammedanischen Ländern 1 eiwohnen, wurde in Anwesenheit von Präsident Ben Zwi eröffnet. Ministerüräsident Ben Gurion sprach auf der Eröffnungssitzung. bei der ebenfalls Moshe Sharett. Präsident der Exekutive der Jcwish Agency, und Prof. Nelson Glueek. Präsident des I-Tebrew Union College in Cincinnati. un,d Prof. Nafta- 1. Tur-Sinai. der Präsident aes Kongresses, das Wort ergriffen. (ITA) David E. Goitein gestorben Jerusalem. •— David Edward Goitein. Richter des Obersten Gerichstofes von Israel und ehemaliger israelischer Minister in den Vereinigten Staaten, verschied im Alter von 60 Jahren. Goitein wurde in England geboren und liess sich 1934 in Israel nieder. Zwei Jahre hindurch war er Direktor des Palestine Bulletin, einer englischen Zeitung, die von der Jüdischen Tele- BFBEL - WETTBEWERB Am kommenden Sonntag, den 6. August, beginnt um 11 Uhr 30 übet den Kanal S der 2. Nationale Bibehvettbewerb, der aus einer Reihe von Fragen und Antworten über die folgenden Kapitel der Bibel besteht: Pentateuch, Jcsua. Richter, Samuel und Könige. Dej- GiW’inner wird mit einer Rei.se nach Israel prämiiert, um dor* am 2. Internationalen Bi belwctl bewirb teilzunehnlen. der in Jerusalem unter Teilnahme von 53 Ländern .stattfinden wird. Der Ccwinner wird bei dieser Gelegenheit auch die historischen Stätten des Heiligen Landes besuchen. Die Jury setzt sich aus bekannten jüdischen und christlichen Persönlichkeiten zusammen. graphenagentur herausgege- Ltn wurde. Er praktizierte als Rechtsanwalt, bevor er im Jahre 1949 zum Gene- 5 alkonsul und 1950 zum Botschafter in Südafrika ernannt wurde. Von 1951 bis 1953 war er israelischer Minister in Washington und wurde dann nach Israel als Richter am Obersten Gerichtshof zurückberufen. Er war Korrespondent in- und ausländischer Zeitungen. Ihn überleben seine Witwe i.nd zwei Söhne. (ITA) Ilumfer Kindermaerchen ROTKAEPPCHEN ein heiteres Maerchenspiel von R. 8UERKHER Sonnabend 12. Äug. •-15.15 Sonntag IS. Aug. -— 15.15 Dienstag 15. Aisg. — 15.15 \ Restaurant »Paso l Paso 452 (al fondo) — 1. E. 87-9259 | Unter Aufaicbt defc Vaad Harabonina der Kehilla MITTAGS- und ABKNDT1SCH von jetzt an auch Sonntag abends gsöHnet Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten FZZVZIBZ77/777777/7,7777777737.- Israel - Marken! und Marken aller Laender — Neuigkeiten ~ “Tematicos'\ WKSS^SStpL iiSriSc!? KiSE?'J VÖLLSTAENIMGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG j ALFONSO MORITZSON SOLO DESDE; LA Los lugares que desde la pantalla le emocionan, le maravillan, le "transportan”, VEA¬ LOS, CONOZCALOS, VIVALOS... USTED MISMO. Guanacaclie 2351, dep. esq. CABILDO EXCURSIONES "EXODO" DE VIAJES íl: A M ■ CORRIENTES 2063 - PLANTA BAM, 0f, 9, 10,14 y 16 T. £, 49-3491 /45-4957/49-0433/45-7607/49-1229

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