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Jüdische Wochenschau · 1961-03-14 · 1860 (14.3.1961) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1860 (14.3.1961)
Date
1961-03-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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[IR .m KUNST * Dr. Levi Herzfeld Zolin Jahre „1TIM bhlert>r,M' ESCHELBACHER Form; f ber hinaus 5 ers‘e Habirg dies« ah unBrau”- ehalten. oie »nngsortes al 'orkampfer ev:eSu"g war. als Prediger, Pheten im Ta e'n Amtsnach. 1 seiner Babre nhtlscbe Wirk. er darüber Es wurde 'bmt, dass er vieler wohltäen und VereL nschweig und leinden gewe. Me acht Kim ■ dadurch sein aufgeschlossen uden und die gend. So sehr 'orseher in sei Veit lebte, war zur Schwelle len zugänglich, den Abschnitt ns, als ein der Mann, zog ich selbst zu- >t er fort als ustoriker unse. t. Sein Haupt-; grosse „Ge- Volkes Israel” de der Zerstö. en Tempels bis äerzeit. 600 bis länden. 1847 bis irhunderte, die und dargestellt m Dunkel. Uefrühere Ge. errichten uns der Bibel, die a und Richter, die Bücher der r aus der Zeit wir in der Bi. Bücher Esra und die Chrolen später die i Josephus und anderer zer- . len kommest*' lat den ganzen u seiner Zeit chforscht und i und in einer ■beit aus ungcmenten ein Geworfen. Seine abei in der Under Einzelheir in ihrer l!meinem lebendi- Seither sind gefunden wollenen er noe» i konnte. Das -ei Jahrhunderiorscht hat. das te bietet, ist weit entfernt ls er entwerfe« insofern isl: »»• tlung veraltet. Ruhn1 als - wird dadurc tchtigt- Er staml i ySi he Untersuchiwsetzte aus '>'• an sich wen Zeugnissen e caik dieses ««■ Irl? zusamlUSSe ihn eine er ' Er woll« nun?: f L Geie rTan Anzie- und an s jj^rhaupt ahre 'ven 1 Snkel irden.’ Seine Wissenschaft hat ihn mit einem tiefen inneren Glück erfüllt. Davon zeugt der Schlussabsatz vom Vorwort zum dritten Band: Und nun, nachdem auch dieses Vorwort geschrieben ist, bin ich zu Ende mit einem Werk, an welchem ich über achtzehn Jahre gearbeitet habe, mit grosser Liebe. Dieses Zeugnis darf ich mir geben. Ich habe daran geschrieben in guten und in bösen Tagen, diese Arbeit hat die guten mir noch erhoben und an den bösen Tagen mir zu meinem Trost beigetragen. Mit diesem empfangenen Lohn bin ich vollkommen zufrieden, und Gott, in dessen Dienst dieses Werk geschrieben ist, sei innig gedankt für die mir bis jetzt geschenkte Kraft. Möge Er mich auch fernerhin nicht verlassen.” Seine Zuversicht ist erfüllt wor£pn. Nach fast zwei Jahrzehnten der Arbeit an seiner Geschichte hat er nicht auf seinen Lorbeeren ausgeruht, sondern sein anderes grosses Hauptwerk, die „Handelsgeschichte der Juden im Altertum” in Angriff genommen und 1897 vollendet. Hier beschreibt er die Phasen des jüdischen Handels von der Einwanderung in Kanaan, etwa 1200 v.d.g.Z. bis in die Zeit der Herrschaft der Ptolomäer, im vierten Jahrhundert, und noch später, bis tief in die talmudische Zeit hinein. Er untersucht Münzen, Maasse und Gewichte dieser anderthalb Jahrtausende und schätzt und berechnet Warenpreise; er entwickelt aus dem Talmud die wichtigsten Sätze unseres alten Handelsrechts und erhellt mit allen diesen Einzelheiten ein Gebiet, das bisher im Dunkel gelegen hatte. Auch dieses grosse Werk hat ihn mit einem hohen Selbstgefühl erfüllt. „Soviel ich weiss ist eine Handelsgeschichte der alten Juden noch niemals geschrieben worden, ja, es sind mir auch keine Vorarbeiten da. zu bekannt”, sagt er im Vorwort. Er durfte sich wohl als den Vater der historischen Forschung auf einem wichtigen Gebiet betrachten, von dem bisher nicht viele etwas gewusst hatten. Von seinem inneren Leben hat er nicht viel gesprochen, aber seine Beisetzung legt vielleicht am Ende Zeugnis ab. Rabbiner Rülf, sein Amtsnachfolger, wie schon erwähnt, hielt ihm einen ergreifenden Nachruf, und nach ihm sprachen ein katholischer und ein protestantischer Pfarrer. Dann blickte, wie das. Braunschweiger Tageblatt berichtete, „der Himmel friedlich auf das von einem förmlichen Berg von Kränzen bedeckte frische Grab.” So zeigt sein Leichenbegängnis, dass er die Grundsätze der Reform, die er verkündete, auf seine eigenes Leben angewendet hat. Die Kränze W'aren eine Abkehr von einer alten, tief in das jüdi- ' sehe Bewusstsein eingesenkten Sitte, und die Gemeinde Braunschweig muss überzeugt gewesen sein, dass sie dem Sinne des Heimgegangenen entsprach. Aber gerade diese Ein. Stellung zu unserer Vergan. genheit hat Herzfeld mit einem tiefen jüdischen Stolz erfüllt. Als Heinrich Ewald, der grosse Göttinger Orientalist, in einer bösartigen Kritik an Herzfelds Geschichte, die ihm keine Ehre macht, behauptete, Herzfeid habe gezeigt, „wie leicht nicht nur ein hämischer und boshafter, sondern überhaupt trüber und niedriger Sinn dem heutigen Judentum anhafte”, erwiderte Herzfeld voller Würde: „Im Hinblick auf die augenscheinliche Verjüngung des Judentums in unseren Tagen darf ich hierzu schweigen.” Im Verlaufe der fünfundsiebzig Jahre seit seinem Tode ist er in den Hintergrund getreten, aber er ist nicht vergessen. Die jüdische Gemeinde in Braunschweig wird den Gedenktag, sein Jubiläum, feierlich begehen. Nur wenige, die heute dort leben, werden je auch nur von ihm gehört haben. Aber indem sie eine Zeit ehren, die ganz Vergangenheit geworden ist, legen sie doch noch ein Zeugnis und ein Bekenntnis ab. Literarische Notizen Nasser-Biographie in Israel Die Biographie Nassers, die unter dem Titel „The Boss” vor kurzem in Amerika publiziert wurde und deren Verfasser Robert St. John ist, wird jetzt in Israel bei Steinmatzky gedruckt. In Israel trägt der Schutzumschlag die Inschrift „Know Your Enemy”. Frau als Bankdirektorin Zum ersten Maie wurde eine Filiale der Bank Leumi einer Frau anvertraut. Frau Jael Drori verfügt über eine 25jährige Bankerfahrung und spricht fünf Sprachen. Es hat sich auch gezeigt, dass Frauen im* Verkehr mit der Kundschaft grossere Geduld aufbringen als Männer. Preise fuer rabbinische Literatur Der bekannte Publizist Elieser Stemmann erhielt den Literaturpreis der Stadt Jerusalem für sein Werk über den Chnsswii «mi’n. Weitere Preise erhielten Chaim Lipschitz für eine Monographie über Raw Kook, Raw Chanoch Grossberg für ein halaehisches Werk „Gesetz des Feldes” Den Usiel-Preis erhielt Raw Elieser Waldenberg für den sechsten Band seines Responsenwerks. Unter der Wucht der zahlreichen Abkürzungen mit denen sich der Zeitung v°ser bei seiner täglichen Lektüre heutzutage abfinden muss, befindet sich eine, über die er wohl weniger weiss, als über UN und NATO, CENTO EWG. EFTA und UNESCO. Es ist wirklich nicht so einfach, ohne ein Lexikon poli. tischer Abkürzungen auszukommen, wenn man wissen will, was sich unter IAEO, IFC, FAO, ICAO, ILO, IM- CO, ITU. UPU, WHO, WMO, GATT versteckt. Und wenn dann der Leser eine Nachricht über irgendein israelisches Ereignis liest, das manchmal mit dem mysteriösen Zeichen „ITIM“ versehen ist, staunt er wohl welche internationale Orga. nisation dahintersteckt. In solcher Anonymität arbeiten die Männer, die heute ihr zehnjähriges Jubiläum begehen, die Journalisten, Uebersetzter, Telefonisten und sonstigen Angestellten der israelischen Nachrichtenagentur ITIM. eine Ab. kiirzung, die nichts anderes heissen seil, als: Itonu' Israel Meugedet (Vereinigte israelische Presset. In Staaten mit alter Prrssetradition gibt es staatliche, halbstaatliche oder auch private Presseagenturen, die sich nicht nur der moralischen Unterstützung der betreffenden Regierungen erfreuen, sondern denen wohl, habende Institutionen Pate standen und sie mit all den nicht unbeträchtlichen Mitteln ausstatteten, auf die eine gut fwktioniercmie Presseagentur nicht verzichten kann. Wie so manches andere, ist auch die Presseagentur in Israel eine Ausnahme. Keine Dotationen, keine Büropalüstc und keine Jour-' nalistcnstars halfen „Itim” auf die Beine zu stellen. Ohne Räume, ohnen einen Apparat, ohne die üblichen Requisiten des modernen Nachrichtendienstes, mit Anfängern im Journalistenberuf, wurde diese Gemein, schaftsinitiative der israelischen Presse unter der Leitung des aus Bessarabier. stammenden und bei israelischen Zeitungen im Redak. tions- und Ausländskorrespondent eiulienst Erfahrun. gen sammelnden Journalisten Balzan ins Leben gerufen. „Itim” — das. müssen alle zugeben, die mit dieser Institution Tag für Tag in Berührung kommen — wuchs mit ihren Aufgaben und entwickelte sich parallel mit dem jungen Staat. Heute steht „Itiin“ mit den führenden Presseagenturen der Welt in einer vierundzwanzigstiindtger Verbindung im Tage, übermittelt der israelischen Presse täglich per Fernschreiber die Nachrichten der britischen Weltagentur Reuters, der Agence France Press und zahlreicher anderer Agenturen diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs, ihre Korrespondenten stellen ein dichtes Nachrichtenne«z kreuz und quer durchs Jüdische Woehenschau in Montevideo/Urusuav Einzelnummer 50 Centesimos Jahresabcno 45.— $ urug. ABONOS — AVISOS — COBRANZA Sra. L Löblowitz Paraguay 1164, piso 2, apt 9 Distribuidor: KIOSK TTJREK Constituyentes 1757 Tel 42-640 ganze Land dar, ihre Berichte erscheinen in den Zeitungen von Dutzenden von Ländern aller Kontinente, und sie entwickelte sich zu einer Institution, die bei Presseleuten wie in Regie, rungskreisen vollste Anerkennung findet. Während die Redakteure und Journalisten der einzelnen Zeitungen neben der fi. nanziellen auch die moralische Genugtuung haben, mit ihrem Namen oder mit ihrem journalistischen Pseudonym „schwarz auf weiss“ zu figurieren, journalistische Erfolge zu erreichen oder „Meinung zu bilden” — arbeiten die Itim.Leule in der grauen Anonymität. Nur die Männer vom Fach kennen den einen oder anderen dieser Nachrichtenarbeiter, und -Bearbeiter, die Rep<>i;er, die mit ihnen bei den Pres. sckonfcrcnzcL sitzen, bei der. wichtigen und weniger wichtigen Ereignissen des Alltags dabei sind. Sonst sind ihre Namen nirgends zu finden, und selbst die Bezeichnung „Itim“ wird nur ab und zu verwendet. Jetzt feiern sie zehn Jahre unermüdlicher und erfolgreicher Aufbauarbeit und die Zeitungsleute, die an den Früchten dieser Arbeit partizipieren, freuen sich mit ihnen und wünschen ihnen weiter Jahrzehnte „guter Nachrichten”. Wir meinen aber, dass auch die Zcitungsleser Israels, die ja schliesslich die eigentlichen Nulzniesser dieser anonymen Arbeit sind für die sie weder direkt noch indirekt Steuern zahlen für die sie in keinen Magbiot spenden, sollten in Dankbarkeit vener Gruppe von Männern und Frauen gedenken, die in un. crmürilicher Arbeit dafür sorgen, dass in der Zeitung am Frühstückstisch die Rosinen des Vortages nicht fehlen, und sl.li dem Glückwunsch anscliliesscn: Alu v’taziichu! Der erste Dr. jur. Zum ersten Male wurde an der Hebräischen Universität der Grad eines Doktor juris erteilt. Der Graduierte ist Schlomo Schoham, der auch in Cambridge wissenschaftlich gearbeitet hat. 'Neues , Dokumentarwerk Düsseldorf. — „Deutschlands Wege in die Diktatur”, ein Schallplattenwerk mit geschichtlichen Ton- Dokumenten der Jahre 1914 bis 1939, erschien in drei 30-cm . Langspielplatten in einer Kassette mit illustriertem Textbuch und zeitge. schichtliehen Erläuterungen als Ariola-Schallplatte. Das neue Dokumentar. werk ergänzt die Kassette „Deutschland im 2. Weltkrieg” und schildert, wie cs dazu kam, indem es mit den Stimmen der führenden Staatsmänner und Politiker des Kaiserreichs, der Weimarer Republik und des Dritten Reiches be. kanntmacht. (AWZ) hi Leo Baeck Institut sucht folgende Jahrgänge der ZEITSCHRIFT IM DEUTSCHEN REICH 4. Jahrgang. . 1898 5. Jahrgang. . 1899 6. Jahrgang. . 1900 18. Jahrgang. . 1912 28. Jahrgang. . 1922 Wer diese Jahrgänge'besitzt oder wer auch nur einen der genannten Bände hat, wird gebeten, der Redaktion der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU hiervon Mitteilung zu machen (Buenos Aires, Pueyrredon 2190, Tel.: 83-2fi131 PUBLIKATIONEN DES LEO BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNG1U DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TU EBING EM SOEBEN ERSCHIENEN: Bulletin Nummer 11, I960 mit Beitraejen v#n: Kurl Loewenstein, N. M. Gelber, Hans Tramer u.a. WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen im Büro der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU Pueyrrtdón 2190,!• igqt (§3 2$ 13) ’ J

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