Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 16 (1955)
- Issue
- 1319 (26.8.1955)
- Date
- 1955-08-26
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 26 de Agosto de 1955 Vft;fl»ll€Bi« Aß# XVI. — No. 1319 — 3 Aegypten bricht “ ' " ab Washington. — Das Statedepartment berichtet, dass vier Theologie-Studenten, die von syrischen Truppen verhaftet worden sind, ln Damaskus ln Freiheit gesetzt wurden. Die Syrer, «o wurde mitgeteilt, entlie- #sen diese Studenten, nachdem sie festgestellt hatten, das3 es sich um nordamerL Iranische Bürger handelte, die Christen und keine Juden sind. •— VIER VERLETZTE Tel Aviv. — Es wurde mitgeteilt, das# vier israelische Soldaten bei dem Zusammenstoß# mit ägyptischen Truppen an der Grenze von Gaza verletzt worden sind, der sich am Dienstag dieser Woche ereignet hatte. — BURNS BERICHTET Kairo. — General Burn« > teilte aus Kairo offiziell mit, dass er eine Besprechung mit dem stellvertretenden Aussenminister Aegyptens gehabt habe. Burn# sagte, dass Aegypten den Vorschlag angenommen haaten Gohar, dem Staatssebe, an der Grenze von Gaj kretär für Palästina-Fraza nur regulär# Truppen! gen im ägyptischen Kriegseinzusetzen. ministerium. —— Die ausschliessliche Verwendung von regulären Truppen an der Demarkationslinie bei Gaza ist einer der vier Punkte des sogenannten Burns-Programmes, mit dessen Hilfe eine Entspannung an dieser Grenze herbeigeführt werden soll. Burns hatte auch eine Aussprache mit dem Ober- IN FREIHEIT GESETZT Jerusalem. — Drei junge Leute aus dem Kibbuz Gonen, die bei einer Exkurj gion im April irrtümlich die } libanesische Grenze überschritten hatten und gefan-! gen genommen worden wa-! ren, wurden jetzt ln Frei- | heit gesetzt. Die Regierung des Libanon entsprach nach ' Monaten dem Verlangen LA SEMANA ISRAELITA BISEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. ATRES — HIP. TRIGO YEN »481 — T.E. 47-192', 26. August 1955 8. Elul 5715 Die Lage in Marokko Casablanca. — Am Mittwoch dieser Woche lagen noch immer keine genauen Zahlen und Berichte über die Verluste vor, die Juden an Lohen und Eigentum erlitten haben. Besonders »chwer wurden die Juden in den Ortschaften Maggan und Safi betroffen, die am letzten Sonntag von fanatisierten Massen ang®- augenblicklichen, verworrenen Situation, die von der französischen Kolonialmacht hervorgerufen und provoziert worden ist. Wir können nur nochmals unterstreichen, dass beinahe niemals Juden ln Marokko angegriffen worden sind, weil sie Juden waren. Wir wissen nur zu genau, dass die Imperialisten und Ko-;riffen worden seien. Tot® i lonialherren sich des Vornicht zu beseien jedoch klagen. In der Ortschaft Oed Eem sind sieben jüdische Geschäfte ausgeplündert tmd danach in Brand steckt worden. NEVE ERKLAERUNG DER LSTICLAL New York. — Ein Sprecher des marokkanischen Informationsbüros in N®w York teilte mit, dass kein einziger Jude und kein jüdisches Eigentum während der letzten Unruhen in Marokko aus antisemitischen Gründen angegriffon werden seien. Nicht nur die Isticlal-Partei, sondern da* marokkanische Volk selbst empfinden die freundecnaftliehsten Gefühle gegenüber den Juden. Der Chef des genannten Büros, Aburraman Anegay. sagte wandes bedienten, die marokkanischen Nationalisten seien Antisemiten, um damit ihren Kampf gegen die Unabhängigkeit Marokgekos zu rechtfertigen. Dennoch steht fest, dass es niemand anderes als die französische Polizei gewesen ist, die antisemitische Unruhen inszeniert hat. Mit einem rücksichtslosen Zynismus berief sich dieselbe Polizei dann auf die von ihr veranstalteten Unruhen, um Propaganda gegen die marokkanischen Bestrebungen zur Unabhängigkeit zu machen.” Es heisst dann weiter: „Mit Genugtuung konnten wir in letzter Zeit feststellen, dass die französischen Behörden allmählich auf das Argument vom Antisemitismus der Marokkaner verzichten. Der Grund hier- Verwundete zu beklagen. Es finden auch Ueberfäile auf Geschäfte statt. Es Ist durchaus möglich, dass sich unter den Toten und Verletzten nicht nur Muselmanen und Franzosen, sondern auch Juden befinden. Es ist bedauerlich, dass die Franzosen die heute herrschenden Zustände herbeigefuhrt haben Aber es ist eine Irreführung und ein Betrug der öffentlichen Meinung zu behaupten, dass die Marokkaner aus antisemitischen Motiven handeln.” — VERHANDLUNGEN MIT FRANKREICH Casablanca. — Jacques Dahau, Generalsekretär des jüdischen Gemeinde Verbandes m Marokko, und Dr. Léon Benzaquen, Mitglied des Gemeinderates, wurden von der französischen Regierung eingeladen, an der Konferenz in AIx les Bains teilzunehmen, auf welcher über die Zukunft Marokkos verhandelt wird. (ITA) A KTIO N SCOMITE Das Aktionscomité der Zionistischen Weltorganisation ist zu einer Sitzung zusammengetreten und hat sich sofort mit der Lage in Marokko beschäftigt. Premier Sharett erstattete einen Bericht über die Situation der marokkanischen Juden und forderte das Aktionscomité auf, um die Aufbringung zusätzlicher Mittel besorgt zu sein, die zur Rettung der nordafrikanischen Juden erforderlich sind. des israelischen Aussenmlnisteriums, das in dieser Angelegenheit energisch vom UN-Schlicliler, General Burns, unterstützt worden war. — LUFTHOHEIT VERLETZT Tel Aviv. — Ein militärischer Sprecher Israels teilte mit, es seien ägyptische Flugzeuge beobachtet worden, die in der Nähe von Gaza israelisches Ge biet überflogen. — NASSER FORDERT GARANTIEN Kairo. — Aus ägyptischen Quellen erfuhr man, dass Premierministei* Nasser Garantien gegen die israelischen „Attacken” als Bedingung für die Fortsetzung der Verhandlungen mit Israel gefordert hat. Burns hatte mit Nasser eine lange Konferenz, deren Einzelheiten nicht bekannt .gegeben worden sind. Ge neral Burns beschränkte sich auf d e Mitteilung, dass durch den neue-licken Zwischenfall die Verhandlungen erheblich gestört worden seien. NEUER AEGYFTISCHER SCHRITT Kairo. — Der ägyptische Ministerpräsident Gamal Nasser teilte mit, dass sich Aegypten von den Verhandlungen mit Israel ¿u rückziehen werde. Als Grund gab er die Sehiessereien der letzten Wocue an. bei denen einige ägyptische Soldaten umkameu. Nasser sagte weiter, er (habe General Burn« von! dieser Entscheidung m j Kenntnis gesetzt. Auen der Generalsekretär der I UN, Dag Hauunarsk.iold, sei von ihm darüber verständigt worden, dass Aegypten n.cht mehr mit isj rael über die Entspannung der Lage bei Gaza verhandeln wird. ffiet Kopfi d&t Woche SAMUEL DAVID LUZZATO ■weiter, er habe noch keine . . ,, , Einzelheiten über die au-; f“r ls* eindeutig: die Nacligenblickllchen Zwischeni viehten-Agenturen in fälle erhalten Er habe keine Bestätigung für die Nachrichten bekommen können, dass jüdische Häuser zerstört, jüdische Geschäfte goplündert und einzelne Juden verletzt worden seien. — In der neuen Erklärung des lsticlal-Büros heisst es: „Wir können der Welt die Gewissheit geben, dass die Verluste, die jetzt Einzelpersonen in Marokko zugefügt worden sind oder -werden, nichts mit Antisemitismus zu tun haben. Diese sind ausschliesslich ein bedauerliches Ergebnis der rokko verfügen jetzt geschulte Korrespondenten, die diesen Propagandatrick allzu leicht entlarven können. Die Berichterstatter der Weltpresse können mit ihren eigenen Augen sehen, was vorgebt, und können erkennen, dass die muselmanische Bevölkerung in Marokko freundschaftliche Gefühle den Juden gegenüber empfindet.; Zwischen Mohammedanern und Juden bestehen in Marokko die besten Beziehungen.” „Leider sind bei den jetzigen Unruhen Tote und f PROTECCION § $ I' 1 I a la Use Polvo Lysoform, que de la piel de grandes y chicos protección que necesita- | Acostúmbrese a usar POLVO M LYSOFORM y comprobará § cuántos beneficios le reporta | esa costumbre- Pida Polvo LYSOFORM en la? % farmacias y perfumerías. PARA El CUERPO "ME JOB QUE EL TALCO Die liberale Bewegung im Judentum zu Beginn und um die Mitte des 19. Jahrhunderts hatte eine wichtige literarische Renaissanco hervorgebracht, die in der Wissenschaft vom Judentum gipfelte. Zunz, Geiger, Ma-! Holdheim, Riesser, Hirsch, über Auerbach, Heine, Moser, Gans, um nur einig® Namen zu nennen, bezeichnen diese Entwicklung. Im österreichischen Italien war der bedeutendste Vertreter der literarischen Bewegung Samuel David Luzzato (abgekürzt Schadal) Er wurde 1801 in Triest geboren, ln Padua studierte er und wurde Dozent am Collegium Rabbinicum. Seine Gedankenwelt ist nur zu begreifen aus dem bedeutsamen Gegensatz zwischen der fortschre.tenden Assimilierung ganz Europas und den traditionellen jüdischen Geisteswerten, von denen zu fürchten stand, dass sie bei dieser Evolution langsam, aber unaufhaltsam immer mehr verdünnen würden, bis schliesslich von ihnen nur noch der Schatten einer Erinnerung übrig sein werde. Luzzato konstruierte diesen Gegensatz als „Abrahamismus” gegen „Attizismus” — Judentum gegen Hellenismus. Er sah diesen Gegensatz nicht psychologisch wie Heine in seiner Unterscheidung zwischen Nazarenern und Hellenen, sondern rein historischphilosophisch. Im Grunde handelte «s sich um den ewigen Kontrast zwischen fester, judäisclier Moral uni schwankenden hellenistischem Aesthetizismus, einem wahrhaft dramatischen Konflikt zwischen Ethik und Aesthetik, wie ihn auch die nichtjiidischen Schriftsteller der Zeit (etwa Schüler) al® brennend ansahen. Das jüdische Volk, so meinte Luzzato, werde untergeben, wenn es sich von seinen Grundwahrheiten abdrängen liesse und „falschen Göttern”, d. h. dem modernen Rationalismus, folge. Er wollte die nationale Eigenart der Juden nicht erweitern wie etwa Maimonides, sondern vertiefen. Mehr kontemplativ als aktiv war Luzzato der Typ des Gelehrten; er ver achtete insbesondere jene Juden, die sich immer nach ihrer christlichen Umwelt umsahen, um sich nach ihr zu richten und um nicht etwa „Anstoss zu erregen.” Luzzatos literar sche Ernte wurdo vor allem in vielen und langen Aufsätzen und in zahlreichen Briefen an seine Freunde niedergelegt. Abraham Geiger, mit dem ihn ein freundschaftlicher Briefwechsel verband, spricht in seinem Brief vom 7. März 1851 aus Breslau von Luzzatos „reiner Liebe zur Forderung der Wissenschaft auf jede Weise und von Ihrem wahrhaft humanen Charakter.” Noch sechg Jahre später hat Luzzato eine Freundschaftserklärung von Geiger erhalten, der allerdings ihre abweichende Meinung über verschiedene Fragen scharf betont Aber bereits einige Monate später kommt es fast zum Bruch, weil Luzzato in Geiger „nur den puren Rationalismus” eab, den er so scharf ablehnte. Zuerst gab Luzzato (im Jahre 1825) eine Reihe Gedichte unter dem Titel „Kinnor naini” heraus, aber bald arbeitete er nur noch wissenschaftlich. Er verfasste eine Geschichte dev jüdisch - mittelalterlichen Literatur, ferner Kommentare zum Tentateuch. zu Jesaja, Jeremía und Ezeehlel, zu Hiob und den Sp üchen, wobei er versuchte, sich engstens an den Urtext zu halten. Von ihm stammt auch eine Italienisch geschriebene hebrälscho Grammatik. Er übersetzte grosse Teile der Bibel ins Italienische und hatte ausserdem einen ausgedehnten, wissenschaftlich zum Teil hochinteressanten Briefwechsel. Der bedeutende Gelehrte starb bereits 1865. Sein reiches Lebens werk ist nicht vergessen worden, und Innerhalb des Reichtums jener Epoche an schöpferischen Geistern nimmt er-einen hervorragenden Platz ein. Günther Ball in GENOVA PROXIMAS SAÍIDAS AUGUSTUS 30 AG05T0 fiUjiilO CESARE 20 SEPTIEMBRE COÛTE GRUDE 27 SEPTIEMBRE AUGUSTUS 10 OCTUBRE LLAMADAS CON EMBARCO INMEDIATO Ví~ CÓN*Ulf«rÍ »Ü' ÍOINM Ót VIAJIJ o ITAI.94B FLORIDA V CORDOBA Santa Fe 1484 Santa Fe 2116 Viamonte 825 Juan Schottlaender Versicherungen Jeder Art — lUNCAL 2170 T. Eí 78-1732 Speiseservice aus gutem Haustein - gut, mit Blumen- oder Banddekoren. Zusammen t llung nach ihrem Wunsch. O/ENTHAL MUNtlNA S.I.U KRISTA L L P O It Z E L L A N SILBER r RIST O V L F. - BEST E U K F BmL MITRE 744 11 34-29YI v 10444t 644414