Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 16 (1955)
- Issue
- 1319 (26.8.1955)
- Date
- 1955-08-26
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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é — Viernes, 26 de Agosto de 1955 JÜDISCH WOCHENSCHAU Año XU — No. tili» Musik Ltl ' J^U£Kö5 Tll V I’IU) COLON I zu mehreren Zugaben. Solange es eine ilalienij # solle Oper geben wrd. wird I Nun hörten wir den franauch der ..Barbier von Se- ’ zö'sischen Violinisten Chriviila" leben — dies sind stiau Ferras auch in einem Worte von Ludwig van eigenen Konzert, in dem er Beethoven. Die unsterbliseine bereits erwähnten Tuche Rossini-Oper, hier lei- , senden wieder bewies, linder seit langem nicht mehr ter der kundigen, ja oft leigehört, erlebte eine wuntenden Begleitung von Leo PREMIERE MAX PERLMANN derschöne Neueinstudierung unter der Stabführung von Juan Emilio Martini, der besonders (las? scherzhaftprickelnde Element der — welch’ Wurf eines Genies Schwarz am Flügel zeigte er sein sehr beachtliches Können in der a-dur Sonate von César Franck, zwei Romanzen von Beethoven und in Werken von Mil- „Hexenschuss”, Komödie von Bush-Fekete in der D.B.B A. I Die neue Inszenierung London, ist ein guter und t t # x , .. , des Soleil „Der amerikaniroutinierter Künstler; sei* Eine der letzten Produk- ■ nicht gerade spärlichen gche Lltwak„ lst ein köstli_ ne Interpretation des neute aus der Komödien-Fa- Reizen einfangen will, war Lhe jädiaches yolksstück, reichen Yankee, der eich auf den Geschmack des Puan seine Herkunft absoluv brik‘ des ungarischen AuiKitty Mattem. Wieder ging tors Bush-Fekete trägt den 'ein Glanz über die Szene, sinnigen Titel: Hexenwenn ihr Auftritt gekomscliuss- In diesem Geistes- . men wrar, wieder bezauberblitz wechseln wie bei dem ■ te ihre melodische Stimme, körperlichen Anfall bTitzar- Mit grossem Charm wirkt tig die Situationen. Es ist diese Schauspielerin auf üiin Wahrheit ja nur eine re Zuschauer. — kurze Episode im Leben ei Die erste grössere Rolle nes erfolgi e chen Schrift-, wurde nun endlich Maria stellers. aber für den Zu- Hollmann zuteil. So konnte blikumg zugeschnitten. In nicht mehr entsinnen kann, treffender, satirischer, fast dessen schlechte Ausspraparodistischer Form wer- ( che aber ihn trotzdem imden das Leben und die Meii- ' mer daran verrät, ist eintalität der Juden in Amofach ausgezeichnet und rika gezeichnet, die sich amüsant, bald als Amerikaner fühlen, 1 Gitta Galina, wie immer sich absolut nicht mehr an die Partnerin Max Perlihre jüdische Vergangenmanns, spielt ein amerikaheit besinnen können und nisches Girl. Sie verliebt schauer nichtsdestoweniger «e zeigen, welche Kratt TOu5tändlg vergessen sich ln den frommen Neuunterhaltend. wenn auch und welch warmes Empfm- , | In dleses typlaoh ling. Die VOn Perlmann und mcht immer seine edelsten , den m lhr stecken. Jedenneu.amerlkan sche Milteu Gitta Galina gesungenen platzt der fromme Emigrant Volkslieder sind die Sensa- ,, , „ , v„ , .Gedanken angeführt wer-! falls fesselte sie bis zum in .13 Tagen entstände- , haud, Gmastera und Rave.. | den. Doch es bleibt bei der letzten Moment ln der Fi- : . . , .. H Ahp ,q fil-p neu Partitur hervorhob. I Eine, seinen jungen Jahren FnjS0de atIrh wo eine Tdee eur einer Ehefrau die imherein* der ebens° wie die tion des Abends, die man Entzückende neue Bühnen- | jm Konzept weit vorausei- | der^Iandiung ein höheres mer zum Verzicht verur-schon jahrzehntelang anals eine künstlerisch hochbilder von Dante Ortolani ¡lende magistrale Chaconne Niveau verliehen hätte. 1 teilt ist. Ihre nur leisen An- Diesen Mangel auszuglei- 1 deutungen einer eben, war nun das Problem . zeigen Maria Hollmann als und eine witzig-flotte Regie j aus der 2. Partita von Bach von Ricardo Moresco gaben | für Violine solo vervollständen Künstlern volle Entfal- : digte dieses ausserordent timgsmögiichkeiten. Nildajüch gelungene Konzert. Hoffman als Rosina ver- ] welches beiden Künstlern mied klugerweise jede ihr ¡'sehr grossen. herzlichen nicht ganz geläufige Koloj Beifall eintrug. ratur uud erzielte dadurch und durch (zum ersten Mall volle Entfaltung ihres Soprans einen sehr schönen Erfolg. Renato Cesari behauptete sich erfolgreich in 'der Titelrolle, wogegen der italienische ,,Schluchz”-Teiu>r C. Zampighi durch sein übertriebenes Spiel öfters befremdete. Carlos Feiler war ein richtiger Bartolo, und Nicola Rossi-Lemeni machten den Basilio zum Gegenstand einer bis ins kleinste clurchgearbeiteten Keile; oft gerügte Uebertreibungen sorgfältig ver-! meidend, spielte er sieb, ofj fenbar ungew'ollt. stets in i den Vordergrund. Der Chor 1 Unter Tullio Boni sang,-wie Immer, sehr gut. Das Publikum wusste die Qualität dieser Aufführung sehr zu schätzen und applaudierte lange und herzlich. j sässigen Amerikaner der Schauspieler. de somit eine nicht leichte, aber umso lohnendere Aufgabe vorfanden. — Den blasierten. grosse Hoffnung für unsere Biihne. — Da$ zur Ablösung be stimmte ,,Verhältnis” war POllGY AND BESS IM ASTRAL Der leider viel zu jung verstorbene jüdische Komponist. George Gershwin ist durch den Erfolg dieser Oper aus dem Negermilieu — Kaschemmengegend in Charleston, Southcarolim — indie Musikgeschichte 1 Jugend findet, um am eingegangen. j Schluss. cler etwas kitschig Aufgrund des Librettos abfäilt. doch wieder die nnvon Dubose Hevward vertii-liehe Richtung einzu fertigte Gershwins Bruder nehmen. wird vielleicht vom Erfolg verwöhnten, j bei Susanne Polsterer in Schriftsteller zu einem besten Händen. Die gute warm empfindenden Menj Schauspielerin e füllt jede sehen umzuformen, wurde Figur mit vollem Leben von Siegfried Arno trotz , und formt sie zu einer vieler komischer Momente menschlichen Gestalt. Den mit tief gefühlter Durch Augenblick, in dem sie erdie stehende Leistung bewerten sTtuntTon Landessprache nicht bemuss. herrscht und sich noch im- ( Eine besonders schöne mer in der alten Heimat schauspielerische Leistung wähnt. Viele komische Zw - gab Sofia Rafalowitsch als schon fälle und die Reichgegute jüdische Grossmutter, wordenen, die nicht mehr deren Auftreten einen groan ihre bescheidene oder ssen Eindruck hinterliess, ärmliche Herkunft erinnert zu sein wünschen, schaffen viele heitere Szenen, die of' Lachstürme auf offene: Szene hervorrufen. Den Emigranten ohne jedoch sentimental zu wirken. j Noch zu erwähnen sind I Max Furmansky als junger moderner Amerikaner und Meier . Sonja Lemberg als Lebedadringung se'ner Rolle dar : kennen muss, dass ihre spielt in urkomischer, doch me> fe rner Katja Plavina n gestellt. Seine Lust am Le- Stunde geschlagen hat, hob ben. die immer nur Gefalsie über den Rahmen eine' len an der Gesellschaft der Komödie hinaus. Susanne Polsterer bew-es, dass sie | imstande ist, eine Nebenrolle. in den Mittelpunkt der Szene zurücken. Eine kleine, immer den sympathischer Weise Max Perlmann, für den diese Rolle geschrieben zu sein scheint. Vom unbeholfenen ,,Greenhorn” entwickelt er sich zum supereleganten Yanlee; im Herzen aber bleibt er immer der alt«3 Ira die Texte zu den Songs auch manchem Gelegenhe t , Ereignissen gewachsene Setreue Sohn se nes Volkes jener unglücklichen Liebes- : zum Nachdenken geben. Jekretäiin wurde sympathisch der den Verlockungen der gescliichte des Krüppels den Akzent seiner Wand-; und charmant von Paulette amerikanischen Mädchen Porgy zu der flotten Ress. | lung gestaltet er natürlich ( Nardtng \erkörpert. ein Eifersuchtsdrama in ei-! und aus dem vollen Leben Irene! Bruno Arno di ALDO ( ICCOUXI ist der italienische Pianist, der sich vor einigen Jahren hier vorstellte und einen geteilten Eindruck hinterliess Bei seinem Reemrée bewies er lediglich Fortschritte in Werken von César Franck (Preludio, Coral y Fuga) und Grana- <J.os (gut gelungene* ,,La Maja y el Ruiseñor) sowie G.uastavino. Dagegen dessen die Wiedergaben des „Wiener Karnevals” von ¿chuman Wrd 4 Impromptus (op. 9G* von Schubert die notige 1 eife vermissen. C.iccoJini wurde herzlich beklatscht und verstand sich ner primitiven und freudloser. Umgebung. Gershwin basiert seine symphonisch durch gearbeitete und jazzmässig instrumentierte Musik auf eben dem Jazzrhythmus, seine hauptsächliche Atmosphäre ist der Blues und der Spiritual. Aus ihnen wachsen organisch die Lieder, Songs, Tänze, Allgemeinbewegung; denn dies ist das einzigartige an diesem Negerensemble, dass es nicht auf einer Opernbühne steht und geduldig seine Einsätze *ibwartet. Vom ersten bis zum letzten Moment wird der Zuschauer durch unausgesetzte Bewegung von Figuren, Farben, Licht, und Tönen im Bann gehalten und fasziniert. Jede der Hauptrollen ht doppelt und sogar dre'fach besetzt, sedass hier Namen Schall und Rauch sind; gegriffen Ein Mensch, wie <*” täglich an uns vorübergeht. Das junge. Mädchen, da^ ihn mit. jugendlicher Ko lcetterie und son-tigfui einer etwas zu burlesken Darstellung einer reichgeworden Frau und Bela Lidowsky als Edna. Das Stück will keine schwerwiegenden Probleme auf rollen; aber manche Typen, die auf die Bühne gestellt wurden, begegnen uns oft im täglichen Leben. wSh-, nicht unterliegt. Max Pe | i!.?.0““"®/ der engmann lacht, tanzt, steppt lisch radebrechende Film- und singt viele neue jüdi- THEATER SOLEIL CORRIENTES 3150 T. E. 8G-2307 PREMIERE SONNABEND 22 UHR SONNTAG UM 18 UND 22 UHR MAX PERLMANN Gitta Galina - Ari Ariel DER AMERIKANISCHE LITTWAK Musikctl. Leitung: HERMANN LUDWIG THEATER CORRIENTES CORRIENTES 3234 T. E. 82-4637 Täglich um 22 Uhr — Sonntag 18 u, 22 Uhr JA KOR REN AMI in dem jüdichen Schauspiel Die hölzerne Schüssel Regie: DAVID LICHT wir wollen nur besotide's den glänzenden Dirigenten Alexander Smallens hervorj heben, der dag Werk, welches seine defitinive Form 1935 erhielt. 1 9 39 (nvii scliwachem Erfolg! ) aus cler Taufe hob und es in den USA und später auch auf triumphalen Europa- und Israel-Tournees zum Siegeizug führte. | Die Rege ven Blevins Davis und Robert Breen vereinigen sich würdig mit , den Leistungen des Dirigenten, mul wede:’ in dei’ ausländischen, noch in der bonaerenser * Presse war auch nur ein oinz ges mi- 1 gün-tiges Woj-.t zu finden: 1 alle zeigten sich tief beeindruckt. von dieser für uns so völlig neuen und einzig j artigen Kiiit-f. OBOUEKT \ SIXFOXICA DE Ti YDTO DEL ESTADO | Der frairösiscbe Diri- | gent Ernest Bctir leitete 3 i Konzerte, in denen er sei; ne aiDsordentlichen QuaL- I täten bewies. Nachdem er j sich mir E: folg für die Ar-; gent?ner Alberto Ginastaia j (Ouvertüre znm ..Faust<>! Grio! 1 o' ’) und A rI za e a j (Passaslia op. UM eingej set^t batte, hörten wir ein-1 (ausserordentlich klare und l aiisgewosT'ne Beethovensclie ..Vierte". Itour s( j ‘ auch Fachmann für die zo't ,! getiö-sischeir Russen; die : ¡zeigte er in den Uit erpre'a- 1 |tionen von der 9. Sy mp 1k- | nie von Shostakowioh unr! ■ de,, r,. von Prokofieff. Na-! itürlich nimmt er sich mit! besonderer L;ebe der Wer-1 i ke seiner Landsleute an. ¡Wir lauschten einem bril lanten ..Boleio" und der 2.! Suite aug ..Daphnig et Cloe" 1 von Ravel, einer eanz be-! sonders reizend gelungenen e-dur-Symphonie von Bizet, und last not!ea?t. einem i poesie. und phantasievollen ¡..Meer” von Claude Debusj »y Bour hatte spontanen l und ehrlichen Erfolg. I c-n. agent war. Der zeitweilig | wahre ..Herr ’ im Hause des Schriftstellers. di Haushälterin. blieb der scharf zeichnenden und das Komische der Rolle betonenden Irene Ree anvertraut. Einen brutal die Dinge an packend er Arat lind Draufgänger spielte Wolfgang Schwarz Karl Ewald als drängender Verleger war ein unangenehmer Mahner, Max Wächter der Gärtner und vor allem de:’ Regisseur des Abends. Nach den ersten beiden Bilde n. d e mehr Tempo hätten versehe Lieder, die von Alexander Olschanetzky für diese Rolle komponierr wrurden und einmal etwas Neues bieten. Hermann Ludwig hat Lieder und Mu sJk für die Bühne meiste - lieb bearbeitet und leitet mit fester Hand vom Flügel aus das ganze Ensem ble und O"ehester. Arie Ariel, der Gast aur s. n n Dii ekloi : BRESLAUER .Mittwoch, d. BL August.! um 21 Lhr ■ im Teatro El Nacional j Corrientes 960. Donnerstag, d. 1. SepL, um 21.15 Uhr Samstag, den :ï. Sept., um 17 und 21.15 lTbr Sonntag, den 4. Sept., um 17.30 C b r im Casal de Cafalufm Cbaeabiico SO:» (Í ASTKIM EL Siegfried Arno mit Kitty Mattem :n „Im weissen Rössl” Musikalisches Lustspiel in 3 Akten von Ralph Benatzky mit Lilianette - Bettina Schön - Annie Ernst - Bruno Arno - Wolfgang Schwarz , Max Wächter. in den Hauptrollen. VORVERKAUF bej Cosmopolita. Corrientes 424 T. E. 32-2490, Sucre 2390, Beutelspacher, Cabildo 1809 tragen können, gelang es ihm. die Handlung im rieh tigen Rhythmus bis zum I-Iappy-End zu steuern und die nötigen Pointen geschickt zur Geltung zu bringen. Das ausverkaufte Haus amüsierte sich prächtig und bedachte Schauspieler und Regsseu’- mit langanhaltendem Beifall. H. D. i herzhaft über das gelungene Spiel, vor allem über i Max Perlman und seinem urwüchs:gen Humor. Starker Beifall belohnte alle Schauspieler für den schönen Abend heite er Kunst. —r. Teatro Corrientes Das jüdische Theater Corrientes w ederholt in dieser M oche täglich abend* und am Sonntag nachmittags und abends das jüdische Drama ..Die hölzerne Schüssel” mit Jakob Beu Ami als Gast in der Hauptrolle in Premierenbesetzung. Das Drama wird bereits die achte Woche mit allergi össrem Erfolg aufgeführt. Ke ner sollte es versäumen, Jakob Ben Ami zu seben. Genaue Anfangszeiten siehe Anzeige Die Theaterkasse ist cíen ganzen lag geöffnet. Als VERMAEHLTE grüssen JUL IO ZACK LILO UEGNER de ZACK Empfang; Sonnabend, 3. September, von 17 bis 20 Uhr, Delgado 858. ADOLF NADELREICH ANNI REUSS seb. LOEWE zeigen ihre VERMAEHLUNG an. Buenos Aires, 28. 8. 55 J. E. Uriburu 411, 2<> A. Mar del Plata Herr JULIUS COHN und Frau OLGA COHN geb. Hammerschlag Colonia Avigdor E. R. (fr. Kirchdorf / Hannover) begehen s. G. w. am 6. September 1955 das Fest der GOLDENEN HOCHZEIT.