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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1901-01-25 · 4 (25.1.1901) · p. Seite 60

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
4 (25.1.1901)
Date
1901-01-25
Page
Seite 60 (sequence 25)
Language
German
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Seite 60. Israelitische Wochenschrift. Nr. 4. enthalt in solchem Hans ist nicht gesund. Es ist deshalb begreiflich, daß der Vorstand in Winterszeit die Synagoge an den Wochentagen geschlossen hält — das Bethamidrasch muß aushelfen —, und daß an Sabbaten die Besucher freiwillig ansbleiben. Trotzdem hat der Gedanke eines Neubaus Widersacher. Zum Teil haben sie für die alte Synagoge, gerade ihres Alters und ihrer Hinfälligkeit wegen und weil an ihr ein gewisser Odem überlieferten frommen Wesens hastet, eine besondere Pietät. Zum Teil fürchten sie, der Neubau möchte für allzu „moderne" Einrichtungen, Orgel, Aenderung des Gebetbuchs u. s.^w., den Anlaß bieten, und das möchten sie vermieden, zum mindesten so weit als möglich hinausgeschoben wissen. Aber auch die Gemeindemitglieder, die an solchen Neuerungen keinen Anstoß nehmen würden, sind nicht alle unbedingte Anhänger eines Neubaus. Manche unter ihnen haben lebhafte Besorgnis wegen der Höhe der unmittelbaren und mehr noch der mittelbaren Kosten, die damit verbunden sein würden. Sie nehmen, wohl mit Recht, an, daß der Platz für eine neue Synagoge in einer vornehmen und entsprechend teuren Straße gesucht werden, daß der Bau in äußerem Prunk dieser Gegend und dem erfreulichen Wohlstand der Gemeinde sich anpassen würde. Die unvermeidliche Orgel würde die Einrichtung eines Chors, und der Chor würde eine Umgestaltung des ganzen Gottesdienstes nach sich ziehen. Unter diesen mannigfaltigen und einander widerstreitenden Erwägungen ist man bisher zu einem positiven Entschluß noch nicht gekommen. Kolberg, 20. Januar. (Vom Kurhospital.) Der sechsundzwanzigste Jahresbericht der Verwaltung des jüdischen Kurhospitals erzählt von erfreulichem Fortschreiten. Der vorjährige Etat balanciert mit Mk. 37 149.64, das Grundkapital betrug Ende des Jahres Mk. 63 300.— bei einem Kassenbestand von Mk. 2306.81. Die Reineinahmen hatten eine Höhe von Mk. 33 442.79, denen Reinausgaben von Mk. 20 169.45 gegenüberstanden. Der stattliche Neubau, dessen Vollendung in ^Berichtsjahr fällt, hat Mk. 234 295.45 erfordert, wovon Mk. 34 807.67 auf die innere Einrichtung kommen. Die Zahl der Pfleglinge betrug 333, wovon 223 aus Berlin. Wegen Ausnahme in die Anstalt waren 777 Personen vorstellig geworden, für 374 Personen wurde nach sorgfältiger und eingehender Prüfung die Aufnahme genehmigt. Aber nur 333 Personen traten wirklich in die Anstalt an, während 41 entweder aus die ihnen zeitig genug zugestellten Ausnahmebescheinigungen überhaupt nichts von sich vernehmen ließen, oder größtenteils erst sehr spät, unmittelbar vor dem Beginn ihrer Kurperiode erklärten, von der ihnen zugebilligten Wohlthat keinen Gebrauch machen zu können. Infolgedessen mußten die Plätze aller dieser Personen frei bleiben und konnten auch durch andere Personen nicht mehr besetzt werden, weil diese alsdann in eine andere Kurpertode hätten hinübergenommen werden müssen, über die bereits längst anderweitig verfügt worden war. Ein solches Verfahren seitens der Personen, denen schon meist Monate vorher durch die ihnen^zugesendeten Ausnahmebescheinigungen die Genehmigung ihres Gesuchs sowie das Datum ihrer Kurperiode zur Kenntnis gebracht wurde, ist ein arger Mißbrauch, der nicht scharf genug gerügt zu werden verdient, weil dadurch nicht blos die Betriebsverwaltung gelähmt, sondern auch zugleich anderen Personen die Wohlthat des Hauses entzogen wird, die bei rechtzeitiger Absage noch hätten Ausnahme finden können. — Der Vorstand der segensreich wirkenden Anstalt besteht zur Zeit aus den Herren: H. Bernhardt, Vorsitzender, Rabbiner Dr. S. Goldschmidt, Schriftführer, M. Friedländer, G.Paechter, Stadtrat Paul Lindenhayn, M. Loepert, Kassenführer, Dr. Heinrichsdorff, dirigierender Arzt. — Das Kuratorium ist zusammengesetzt aus den Herren G. Loewenberg, Berlin, Unter den Linden 12, Vorsitzender, den Ehrenmitgliedern Ferdinand Reichenheim in Berlin, Hermann N.Jsrael in Berlin, Albert Wols in Dresden, Sally Brilles in Berlin, den Herren Oscar Goldschmidt,Schriftführer, Max Benjamin, Kassensührer,Fabrikbesitzer Louis Aaron, Moritz Heilmann, Joseph Heymann, Hermann Landsberger, Gustav Mosler, James Simon, Martin Simon in Berlin, Rabbiner Dr. Philipp Bloch in Posen, Hermann Lehmann in Frankfurt a. M., Hermann Neustadt in Breslau, Rabbiner Dr. Vogelstein in Stettin, und den Damen Frau Salome a Ginsberg in Berlin und Frau Jda Seeler in Greisenberg i. P. als Ehrenmitgliedern. Wien, 20. Januar. (Joses Plohn.) Wieder ist einer unserer Besten zu Grabe getragen worden. Ein treuer Jude, ein guter Mensch, ein Lehrer, der seinem schwierigen Amt ebenso berufssreudig wie berusstreu oblag, der bis zum letzten Tag seiner Lehramtsthätigkeit der ihm anvertrauten Schuljugend ein kindliches, warmes, teilnehmendes Herz entgegenbrachte, der idealen Sinn, vorbildliche Bescheidenheit, unermüdlichen Fleiß und geradezu rührenden Trieb der bildung in sich vereinigte. Joses Plohn war am 17. Oktober 1828 zu Prag als Sohn eines in weiten Kreisen bekannten Gelehrten geboren. Von 1848 bis 1862 wirkte er als Lehrer bez. Schulleiter in Deutschkreuz, Malaczka, Nikolsburg mit bestem Erfolg. Im Jahr 1862 kam er nach Wien und gründete im II. Bezirk eine vierklassige Hauptschule mit Kindergarten. Die Schule erhielt das Oeffentlichkeitsrecht, / erfreute sich des besten Rufes und gehörte zu den gesuchtesten/ und beliebtesten Schulen Wiens. Im Jahr 1837 wurdet Religionslehrer bei der israelitischen Kultusgemeinde, die ihr * ■ schon im Jahr 1890 in Anerkennung seiner Hervorragendei» 4,5| Leistungen zum definitiven Religionslehrer an Volksum Bürgerschulen ernannte. Das Leichenbegängnis, das in sonderer Würdigung des Entseelten der Vorstand der Kult, gemeinde veranstaltete, gab Zeugnis von der Wertschätz« die dem bewährten Jugendbildner aus allen Kreisen der Behend völkerung entgegengebracht wurde. Joses Plohn war e? Ver-, der den Jugend-Gottesdienst in Wien einsührte. Im Jar Herr 1860 führte er schon in seiner Anstalt einen regelrechstmlunA Jugend-Gottesdienst ein, der in nichts dem heutigen narn D^ stand. Er war es, der schon vor Jahren — obwohl er rsitzen» mit das Mißfallen von mancher Seite erweckte — ganz Ersann/ heutigen Lehrplan entsprechend vorging. Joses Ploh/, ein Manuskript hinterlassen, das würdig ist, GemeingMe, - H Lehrer zu werden. Es wird dem Druck übergeben w-Hme an ' Paris, 20. Januar. (Duell.) Vor einem J<?r rege, hatte Gras Lubersac den Baron Robert von Rothschil.wurden gefordert und dann die eigene Herausforderung zurück/ Redaki weil der Gegner noch nicht majorenn war. Dieser Thema reichte Baron Robert von Rothschild die Mündigkeän Reft 17.

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