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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1901-01-25 · 4 (25.1.1901) · p. Seite 61

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
4 (25.1.1901)
Date
1901-01-25
Page
Seite 61 (sequence 26)
Language
German
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Nr. 4 Israelitische Wochenschrift. Seite 61. dem Grasen Lubersac seine Zeugen, und das Duell fand statt. Gras Lubersac wurde am Arm nicht unerheblich verwundet. Warschau, 20. Januar. (Neues hebräisches Wochenblatt.) Die Verlagsgesellschaft Achjassas giebt ein neues Wochenblatt in hebräischer Sprache heraus, das „Ha-dor" benannt ist. Die erste Nummer ist bereits erschienen. Petersburg, 20. Januar. (Dr. Drapkins Jubiläum.) Rabbiner Dr. Abraham Drapkin hat sein sünsundzwanzigjähriges Amtsjubiläum unter lebhafter Anteilnahme der Gemeinde gefeiert. Er war Zögling zunächst der Rabbinerschule in Wilna, dann des Rabbinerseminars in Breslau. Den Verpflichtungen seines Amtes gemäß hat er die Rechte der Juden mutig verteidigt und den Antisemitismus mit Ausdauer bekämpft, was namentlich unter der Ministerschaft des Generals Jgnatieff, des „Vaters der Lüge", wie ihn die Türken genannt haben, keine leichte und namentlich keine dankbare Ausgabe war. Er gehörte zu den ersten Rabbinern, die in russischer Sprache predigten. Petersburg, 20. Januar. (Zeitungsverbot.) Der „Sjevnij Kurjer" des Fürsten Bariatinski ist verboten worden. Die Maßregel steht mit der lärmenden Ablehnung in Zusammenhang, die vor einigen Wochen das antisemitische Spektakelstück „die Schmuggler" bei seiner ersten und einzigen Führung gefunden. In dem von dem artistisch-literarischen ^herausgebrachten Stück, das offene Angriffe gegen die den^nthielt, war die Hauptrolle der Schauspielerin Jawors- Ikaja, der Gemahlin des Fürsten Bariatinski, angeboten worden. I Diese lchnte die Rolle ab, und der Fürst empfahl in seiner i Zeitung unter charakterisierender Bezeichnung des Stücks und iseiner Tendenz eine Demonstration gegen die Aufführung. iDieser impsehlung wurde Folge gegeben, das Stück wurde ^ausgezcht und ausgehöhnt, die Vorstellung konnte nicht zu hnde bracht werden. Die herbeigerusene Polizei räumte ^Aater und nahm einige Verhaftungen vor. Fürst satinski rechtfertigte oder entschuldigte wenigstens die Altung des Publikums in seinem Blatt. Die Behörden aber ^hmen dieses Plaidoyer übel und unterdrückten das Blatt, verboten sie der Fürstin jedes fernere Auftreten in ^tersburg. London, 20. Januar. (Sam Lewis' Hinterlassen- ^afft.) Sam Lewis ist im Alter von 63 Jahren gestorben, hdem er durch üble Geschäfte ein großes Vermögen er- Er war der Wucherer der guten Gesellschaft von ad, die ihn benutzte und bereicherte. Seine Hinterlaffen- ^beträgt zwischen 3 und 4 Millionen Pfund an flüssigem Er hat letztwillig über eine Million Pfund für wohl- Zwecke bestimmt. Für die Gabe gebührt ihm Dank; ins kann er damit nicht ändern, don, 21. Januar. (Zweihundertjahrfeier einer e.) Die der spanisch-portugiesischen' Gemeinde ge- ^evis-Marks-Synagoge wird im kommenden Juni dres zweihundert Jahr alt. Die Gemeinde will ^läum festlich begehen und hat zur Bestreitung der ■Cu Ausgaben von 1800 L. St. eine Subskription Zemeindemitgliedern veranstaltet, die bereits 1500 ssn hat, so daß nur noch 300 L. St. zu beschaffen sind. Die Synagogengemeinde selbst verfügt nur über geringe Mittel und will diese für den genannten Zweck nicht verausgaben, um die notwendigen lausenden Ausgaben nicht zu schmälern. Bis zur Jubiläumsfeier soll die Synagoge umfangreichen Reparaturen unterworfen werden; während der Jubiläumstage werden große Festmahle für die Armen der Gemeinde, die Insassen der Armenhäuser und des Beth Cholim- Krankenhauses gegeben, den Kindern der spanisch-portugiesischen Schulen und der Waisenhäuser ist ein großes Fest zugedacht. London, 20. Januar. (Sabbatseier.) Vorigen Dienstag hielt die Jewish National Tailors' Union in St. Paul's Hall eine ungemein zahlreich besuchte Versammlung ab. Gegenstand der Beratungen war die Abschaffung der überlangen Arbeitszeit und der Arbeit an den Sabbaten. Den Vorsitz in der Versammlung führte das Parlamentsmitglied Stuart M. Samuel. Ein Brief des Chiefrabbi Dr. Adler, der zur Verlesung kam, drückte dessen Sympathie mit manchen Bestrebungen der Union und namentlich mit ihrem Wunsch aus, die Sabbatfeier nach der Vorfahren Weise wiederherzustellen. Man kam überein, eine Verständigung mit den Meisterverbänden zu suchen und in Gemeinschaft mit diesen einen gangbaren Weg ausfindig zu machen, aus dem das oorgesteckte Ziel sich erreichen ließe. Die Versammlung ist unter allen Umständen ein erfreuliches Zeichen von dem Vorhandensein eines lebendigen religiösen Bewußtseins bei den Beteiligten. London, 21. Januar. (Jüdische Schulen im Orient.) In der diesmonatlichen Vorstandssitzung der Anglo Jewish Association sind verschiedene Berichte über den Stand der jüdischen Schulen im Orient verlesen worden. Aus Bombay wird gemeldet, daß die jüdischen Schüler nach dem Zeugnis des staatlichen Inspektors gute Fortschritte machen, daß aber die Schule mit großen sinanziellen^Schwiertgkeiten zuMmpsen hat, weil während des letzten Jahres auch eine große Anzahl Kinder aus der Gemeinde der arabischen Juden in die Schule gekommen sind. Der Schulvorstand wird demnächst noch einige Lehrer einftellen und bittet um einen Zuschuß von 100 L. St. per Semester. — Die Erlaubnis zur Eröffnung von Aüianceschulen in Jspahan und Hamadan ist durch Vermittelung des englischen Gesandten in Persien erteilt worden, nachdem die Schulverwaltung sich verpflichtet, keine Konversionsversuche an Mohamedanern zu machen. — Der jüdische Kindergarten in Jaffa wünscht einen Zuschuß, um künftig 200 Kinder aufnehmen zu können. — Die Knabenschule in Magnesia unterrichtet 200 Kinder und bekommt 400 Frcs. Zuschuß von der Regierung. Sie erbittet noch 20 L. St. Jahressubvention von der A. I. A. Die gewünschten Zuschüsse werden bewilligt. — Ueber die jüdischen Schulen in Konstantinopel wird berichtet, daß sie bei Weitem nicht genügen, und daß besonders Handarbeitsschulen für Mädchen erforderlich sind. Die Errichtung der notwendigen Schulen wird vom Vorstand thunlichst beschleunigt werden. Konstantinopel, 20. Januar. (T o d v o n A. I. A d j i m a n.) Eines der angesehensten und beliebtesten Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde ist in der Person von Abraham Jsac Adjiman aus dem Leben geschieden. Der Verstorbene war Leiter eines großen Bankhauses und hat seine ganze

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