Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936) - farbig
- Issue
- 21 (22.5.1936)
- Date
- 1936-05-22
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Platz in der Kaiserallee siegle Tennisclub Grunewald 1. Herren gegen Tennisclub Kaiserallee 1.Herren mit 8:1 Punkten, 17:3 Sätzen itttö'- 119 : 69 Spielen, beim JSK zeigten sich die Spieler vom Tennisclub Bar Kochba dem Platzbesitzer mit 9: 0, 18 : 2 Sätzen und 118 : 55 Spielen überlegen, lleberraschend kam in diesen Spielen nur der harte Widerstand, den Lewin-Gvldschmidt (Grunewald) in Bittiner fand, gegen den er nur 7:5, 10 :8 gewann. Bei den Begegnungen der unteren Herrenmannschaften kam JSG 33 II zu ihrem zweiten Sieg; die gleiche Mannschaft des Tennisclubs Kaiserallee wurde hierbei mit 7 : 2 geschlagen. JSK II gewann gegen Tennisclub Bar Kochba III ebenfalls mit 7:2 Punkten. H. F. Wieder Jugendboxkämpfe des IBC „Berlin“ Mit einer weiteren, lediglich für Jugendliche und Schüler reservierten Kampfveranstaltung trat der Jüdische Box-Club „Berlin" am 17. Mai an die Öffentlichkeit. Diesmal standen die Kämpfe im Nahmen eines Mannschaftsboxens der Abteilung Norden gegen die Abteilung Westen, der mit 11:11 den gerechten Ausgang nahm. Wieder einmal zeigte es sich, daß der Klub seiner Jugend eine Pflege angedeihen läßt, die geradezu Vorbildi lich ist und Verbesserungen bereits nachhaltig verspüren ließ. In den einzelnen Kämpfen siegten Peter Rosenthal gegen Heinz Haar (9 Jahre), Horst Jordan gegen Ernst Hirsch (11 Jahre), Stefan Prager gegen Rudi Dannenbaum (12 Jahre), Robert Strich gegen Hanno Moses (11 Jahre), Löwenthal gegen Klaus Schnell (15 Jahre), Hans Koslowski gegen Siegfried Loewinski (15 Jahre), Günter Löwinski gegen Werner Zweig (14 Jahre) und Fritz Jacobsohn gegen Kurt Meher (17 Jahre). Einige I i u - I i t s u - Kämpfe beschlossen das abwechslungsreiche Programm, das von zahlreichen Zuschauern gut besucht war. H. F. Hamburger Sportsiege Tennis Ilm den Eintritt in die Zwischenrunde der Reichsmeisterschasten im Tennis trafen sich am 16. und 17. Mai in Hamburg die 1. Herren- und die 1. Damenmannschaft von Schild Hamburg und Tennis-Club „Schwarz-Weiß" Hannover. Die Hamburger, die ihr erstes offizielles Wettspiel austrugen, siegten überlegen mit 8 :1 Punkten bei den Herren, und 6 :3 Punkten bei den Damen, lleberraschend kommt der glatte Sieg des Hamburgers Aushäuser gegen Cohn, bemerkenswert ist auch der Erfolg von Kallmes (Hamburg) über Blum (Hannover). Hauptergebnisse (Hamburg jeweils zuerst 'genannt): Herren ei nzel: Aushäuser — Cohn 6:1, 6:3; Kallmes—Blum 6:2, 6:4; Aaron— R. Stern 6:3, 6:2, Hartig—P» Goldschmidt 6 :1, 6:3; Rehersbach—Schmal 6:0, 6:0; Philip— S. Stern 4:6, 6:4, 6:4. — Herrendoppel: Aaron-Kallmes—Cohn-Blum 6:8, 8 :10; Hartig- Rehersbach—N. Stern-Goldschmidt 1:6, 6:4, 6:3; Aufhäuser-Friedläuder—S. Stern-Frankenstein 6 : 3, 1:6, 6:1. — Dameneinzel: Fr. Katzenstein— Fr. Vogelfang 7:5, 7:5; Fr. Dr. Kaiser—Fr. Goldschmidt 6:2, 6:3; Fr. Dr. Hartig—Frl. Gvldschmidt 6:1, 6:0; Frl. Salomon—Frl.' Plaß 6:2, 6:4; Frl. V. Cohn—Fr. Stern 0:6, 3:6; Frl. Schindler— Frl. Müller 4 : 6, 3 : 6. — Damendoppel: Fr. Dr. Kaiser-Frl. Salomon — Fr. Vogelsang-Fr. Goldschmidt 6:1, 6:2: Fr. Dr. Hartig-Fr. Katzenstein— Frl. Goldschmidt-Frl. Müller 6:3, 6:2; Keschw. Cohn—Fr. Stern-Frl. Plaß 1: 6, 4 : 8. F. H. Handball Im Handball trafen sich einmal mehr die beiden 1. Mannschaften von Schild Hamburg und Bar Kochba Hamburg. Die Schildleute waren diesmal die glücklicheren und gewannen nach hartem, aber fairem Kamps mit 3:2 (2:0). P.H. Hockey Hockehgäste aus Berlin empfing der Bar Kochba Hamburg. Die 1. Mannschaft des Tennis - Club Bar Kochba war den Hamburgern aber nicht ganz gewachsen und verlor nach ruhigem, sehr fairem Spiel mit 0:3 (0:2).?. H. Schlesien Boxen in Beuthen Wie im Vorjahr hatte die eifrige Boxgruppe des Schild (Beuthen) sich auch diesmal wieder die Boxabteilung des Polnischen ASK als Gegner verpflichtet. Vor nahezu 600 Zuschauern wickelten sich die spannenden Kämpfe ab. Die Fliegenge wichtler Fleischer (RKS) und Leschziner (Schild) trennten sich nach drei ausgeglichenen Runden unentschieden. Den gleichen Ausgang nahm das Tressen der Federgewichtler Klimas I (ASK) und Urbach (Schild), das die Runden hindurch mit größter Erbitterung geführt wurde. Den Leichtgewichts kampf Gestritten Jüdisches Leben Max Wiener: Natürliches und sentimentales Judentum Die Donnerstag-Veranstaltungen des B e r - liner jüdischen Lehr haus es fanden am 14. April ihren Abschluß durch ein Referat von Rabbiner Dr. Max Wiener über „Natürliches und sentimentales Judentum". Als „natürlich" bezeichnet Wiener diejenige Haltung eines Menschen oder einer Gemeinschaft, die ihr Schicksal mit selbstverständlicher Bejahung trägt, als „sentimental" die Einstellung desjenigen, der sein Schicksal als Leid und Ätißgeschick auffaßt. Auf die jüdische Entwicklung übertragen bedeute dies, daß die Juden, solange sie eine selbständige, festsestgefügte Gemeinschaft gebildet hätten, ein „natürliches" Judentum gehabt hätten, das sich allerdings von dem natürlichen Leben anderer Gemeinschaften dadurch unterschieden habe, daß man — wie schon die Bibel zeigte — der Besonderheit des jüdischen Seins stets mit Bewußtsein, „reflektierend", gegenüber gestanden habe. Als Beispiel für die künstlerische Gestaltung dieser „natürlichen" Grundhaltung führte Wiener den Dichter Jehuda Halevy an; ferner verwies er auf Salomon ibn Gabirol, der ebenfalls, obwohl er unter seinem persönlichen Schicksal teilweise wegen seiner Krankheit gelitten habe, das Schick- Vor 123 Jahren Jüdischer Boxmeister in England Im vorigen Jahre erschien in London ein „biographischer Katalog" von Kupferstichen englischjüdischer Porträts ans der Zeit vom Wiederbeginn der jüdischen Einwanderung in England bis zum Regierungsantritt der Königin Viktoria. Das Buch (Aniglo-Jewish Portraits Iby Alfr. Rubens. London: The Jewish Museum 1935) ist' in seiner gediegenen sorgfältigen Ausstattung und mit der prachtvollen Wiedergabe der Stiche nicht nur eine wertvolle bibliophile Gabe des Herausgebers, cs vermittelt auch einen höchst reizvollen kulturhistorischen Ueberblick über die jüdischen Menschen Englands in jener Epoche, die durch öffentliche oder private Tätigkeit in ihrer Zeit besonders hervortraten. Eines der merkwürdigsten und in seiner grotesk ivirkenden Haltung und Figur ausfallendsten Bilder ist das Porträt des jüdischen Boxers Jsaac Bit ton, der in die Reihe jüdischer Meisterboxer Englands in der Zeit von 1790 bis 1825 gehörte. Boxen und „Selbstverteidigungssport" bildeten am Ende des 18. Jahrhunderts für eine kleine Gruppe jüdischer „Athleten" in England Wieczorek (ASK) und Pick II (Schild). Der polnische Boxer hatte hierbei mehr vom Kamps und wurde Punktsieger. Den ersten Schild-Sieger stellte Majuth, der sich seit seinem letzten Kqmpf wesentlich verbessert hat, nach Punkten über Klimas I. Technisch schwach war die unentschiedene Begegnung der Weltergewichtler Asfa (ASV) und .Pick I (Schild). In dem Sieger der Schwergewichtsklasse Stachowiak sah man einen Techniker von Format, der seinen Platz in der polnischen Nationalmannschast Wohl bald ereicht haben dürfte. Schlochosf (Schild) hatte hier nichts zu bestellen, nahm aber mit unerhörter Härte die schweren Brocken des Polen auf. Der Punktsieg seines Gegners stand jederzeit außer Zweifel.!W. F. Beuthens Schild-Fussballer siegen weiter Die 1. Mannschaft des Polnischen Gymnasiums (Beuthen), wohl die spielstärkste Mannschaft der polnischen Minderheitenvereine Oberschlesiens, stand am 17. Mai dem Zwischenrundensieger der Reichsmeisterschasten im RjF-Sportbund, Schild (Beuthen), gegenüber. Die letzte Begegnung mit dieser jungen, äußerst spielstarken Mannschaft endete vor kurzer Zeit mit einer Niederlage des RjF von 1 :6. Um so gespannter war man auf den Ausgang des Kampfes mit der neuen Mannschaft des Schild. Sie hat sich hervorragend bewährt und den 3:2- Sieg verdient erkämpft. Die 1. Halbzeit zeigte stärkstes Tempo. Der Schild- Sturm belegte anfangs den Platz vor des Gegners Tor, es hagelte Ecken, und in der 22. Minute errang Friedrich nach einer famosen Vorlage von Olschewski das Führungstor. Drei Minuten später der gleiche Vorgang; wieder schoß Friedrich nach Vorlage von Olschowski ein. Dann aber übernahmen die polnischen Stürmer die Führung, und es gelang ihnen, bis zur Halbzeit, den Ausgleich zu erzielen (2 :2). Nach der Pause ließ das Tempo auf beiden Seiten nach. Der starke Wind beeinträchtigte das Mittelfeldspiel; erst zehn Minuten vor Schluß stellte der „fliegende" Holländer das Ergebnis von 3 :2 für Schild sicher. Der beste Mann auf dem Platz war zweifellos Olschowski. Die Schild-Mannschaft spielte wie aus einem Guß und darf getrost dem in Kürze steigenden Endspiel um die RjJ-Meisterschaften entgegensetzen. W. F. Bayern Jtus Würz bürg I—Jtus München 15:2. Beide Mannschaften bestritten dieses Fußballspiel mit Ersatz und erreichten nicht die sonst gewohnte Form. Erst gegen Ende des Spieles kam etwas Tempo ins Spiel. Den Würzburgern gelang der etwas hohe Sieg. II. 8eb. Süd Westdeutschland Bar Kochba-Frankfurt wird südwestdeutscher Handballmeister Der mit Spannung erwartete Entscheidungskampf zwischen RjF Darmstadt und Bar Kochba Frankfurt a. M. war ein schönes, abwechslungsreiches und auch faires Spiel, . das zwei wirklich gleichwertige Gegner zeigte. Schiedsrichter Stern- Gießen hatte das Spiel jederzeit sicher und überlegen in der Hand, er griff auch in den letzten 10 Minuten, als Bar Kochba in Führung gegangen war und dann manche unnötige Härten zeigte, sofort unnachsichtlich durch. In der 1. Halbzeit war Darmstadt deutlich überlegen, sein Sturm brach mit großen Kombinationen sicher durch; die Schüsse, besonders von Halberstadt —jüdischer Geist sal der jüdischen Gemeinschaft stets als sinnvoll betrachtet habe. Den Gegensatz zu dieser „natürlichen" Grundeinstellung bilde die „sentimentale" Haltung, die mitunter bei neuzeitlichen jüdischen Menschen anzutrefsen sei und als deren Prototyp Wiener Heinrich Heine hinstellte. Dieser habe das Judesein als Mißgeschick aufgefaßt. Er habe romantisch sein jüdisches Leidempfinden in Stimmungen aufgelöst, sein Judesein sei aber nicht aus eine jüdische Realität gestützt gewesen. Die Ueberwindung dieser sentimentalen Betrachtungsweise kann nach Wiener nur dadurch erfolgen, daß der Mensch sich mit einer Liebe zum Schicksal in seine jüdische Gemeinschaft hineinstellt. Bon diefer neuen Grundlage aus lasse sich auch wieder ein neuer Weg zur jüdischen Religiosität bahnen. W. R—ck. Ignaz Maybaum: Kain und Abel Nachdem imIüdischen Lehrhaus Berl i n die Donnerstag-Reihe des Sommersemesters mit einem Vortrag Max Wieners, ihren Abschluß gesunden hatte, begannen die Montagsvorlesirngen, bei denen an vier Abenden Gestalten der Bibel behandelt werden sollen. Zum ersten Thema: Kain und Abel, sprach Ignaz besonders beliebte Körperübungen. Bor allem war es Daniel M e n d o z a , der als erster Schwergewichtsmeister Englands durch das Boxen nach bestimmten Regeln und mit Boxhandschuhen diesen Sport in seiner Heimat allgemein populär machte. In der Kunstsammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde befindet sich ein Stich, der einen Kampf Atendozas gegen Rich. Humphreys am 29. September 1790 darstellt. Auf einem anderen Stich (im. gleichen Besitz) sieht man das Boxmatch des Iren Randall mit Belasco: „The Jew Champion“ (30. September 1817). Unter den Inden, die in dieser Zeit wiederholt zu schwersten Kämpfen antraten, war einer der bekanntesten Jsaac Bitton (oder Bittoon?), der von 1778 bis 1838 lebte. Seine erste Begegnung hatte er als 23jähriger in Wimbledons mit Tom Jones, den er besiegte. Damit begann er seine erfolgreiche Boxerlaufbahn. Bis zu seinem Ausscheiden aus dem Boxring im Jahre 1812 konnte er wiederholt Siege erkämpfen und sich dadurch große Beliebtheit beim Publikum verschaffen. Als er sich vom aktiven Sport zurückzog, gründete er in der Goulstonstreet in Whitechapel eine Sportschule , in der er besonders im Boxen und im Fechtsport ansbildete. Dr. E. Fr ... 1. und Lippmann, waren genau und scharf placiert. Schon wenige Minuten nach Beginn stand das Spiel 2 : 0. Die Verteidigung hielt den gegnerischen Sturm ausgezeichnet, so daß er kaum zum Schuß kam. Bar Kochba dagegen deckte viel zu wenig ab. Oft standen vier bis fünf Darmstädter frei, und sein Rechtsaußen verschoß dreimal hintereinander drei ,totsichere" Chancen. Beim Halbzeitpsiff führt Darmstadt 5 : 3, es sieht aus, als sei ihm der Sieg nicht zu nehmen, soviel besser und sicherer ist diese Mannschaft. Nach Wiederanpfiff schießt Darmstadt sofort das sechste Tor, aber dann dreht Bar Kochba auf. Die Mannschaft ist kaum wiederzuerkennen, sie strengt sich mächtig an, endlich wird der Gegner besser abgedeckt, der plötzlich einen reichlich abgekämpften müden Eindruck macht. Es steht 6:5 — noch einmal gelingt Darmstadt ein Tor, dann zieht Bar Kochba unter dem Anfeuerungsgeschrei seiner Anhänger gleich, 7:7, es dauert sogar nicht mehr lange, und es steht 9 :7 für Bar Kochba, der in dieser Halbzeit wie aus einem Guß spielt. Die Darmstädter machen noch einige vergebliche Versuche, aber das Zuspiel ist nicht mehr so genau, und mehrere Strafstöße werden der gegnerischen Verteidigung direkt auf den Leib geschossen. Zudem spielen die Darmstädter noch in den letzten Minuten tadellos fair im Gegensatz zu ihrem überlegenen Gegner. Als der Schlußpfiff ertönt, hat sich am Resultat nichts mehr geändert, und von zwei gleichwertigen Gegnern ist die zähere Mannschaft Sieger und damit Meister der südwestdeutschen Arbeitsgemeinschaft geworden. E. B. Fussballergebnissc vom 17. Mai Schild Frankfurt a. M. Schüler—ISpV Offenbach Schüler 3 :2; Philanthropiu Schüler B—Lthild Schüler B 6:1 (3:1); Philanthropin Schüler B 2— JJB Hanau Schüler I 6:1 (3 :1). Hakoah-Mainz gegen RjF Wiesbaden In Wiesbaden trafen sich die Handball Mannschaften von Hakoah Mainz und RjF Wiesbaden. Die Mainzer, die, durch zwei Makkabisportlehrer aus Dänemark verstärkt, antraten, verloren das Spiel in den ersten zehn Minuten. Tenn ehe sie sich gefunden hatten, stand es schon 4 : 0 für Wiesbaden. Im weiteren Verlauf sah man ausgeglichenes Spiel. Trotz heftigster Anstrengung konnten jedoch die Mainzer den Vorsprung der Wiesbadener Mannschaft nicht einholen. Ergebnis: 8 : 1. Dem Spiel der Herrenmannschaften folgte das Jugend spiel, das die Wiesbadener Jungen wieder einmal siegreich sah. Durch ihr Tempo ließen sie den Mainzer Jungen keinerlei Chancen und siegten recht sicher 11 :1. R—1. Ortsderby in Stuttgart Vor 300 Zuschauern blieb Hakoah Stuttgart im Ortstressen gegen den RjF überraschender Sieger. Hakoah spielte in der 1. Hälfte eindeutig überlegen, vermochte aber kein Tor zu erzielen. Der RjF spielte sehr zerfahren. Nach Halbzeit ging Hakoah durch eine harte Elfmeterentscheidung in Führung. Durch .ein Selbsttor des rechten RjF- Verteidigers kam Hakoah zum billigen zweiten Erfolg. Das Ehrentor des RjF war ein Elfmeter. Alle Anstrengungen, den verdienten Ausgleich zu schaffen, scheiterten an dem schußunsicheren Sturm. Ergebnis: 2 : 1 (0 : 0); 2. Mannschaften 3:2 (0:2). E. K. Rheinland-Westf alen Leichtathletik-Meisterschaften Mittelrhein. Die vom Bezirk Mittelrhein des RjF- Sportbundes nach A a ch e n vergebenen leichtathletischen Bezirksmeisterschaften wurden zu einem Mahbaum. Der Referent, der den biblischen Text Vers für Vers vorlas und mit ausführlichen Erläuterungen versah, wies aus die besonderen Probleme hin, die sich bei der Betrachtung der Kains- Geschichte ergeben. So beschäftigte er sich vor allem mit der Frage, weshalb Gott das Opfer Abels angenommen, das Kains aber verworfen habe. Ein weiterer Punkt mit dem sich Mahbaum eindringlich befaßte, um landläufige falsche Vorstellungen zu zerstören, war der des Kainszeichens, das nicht etwa, wie gemeinhin angenommen wird, ein Zeichen im Sinne von Mal bedeute, sondern eine Verheißung; die Verheißung nämlich, daß die Strafe für Kain vorläufig nicht eintreten werde. Mit einem Hinweis darauf, daß die Kains- Geschichte wie das ganze erste Buch Mosis „ewige Menschheitssituationen" darstelle, schloß Mahbaum seine anregenden Ausführungen. II. 8—n. Brenner-Feier der Bialik-Lehrstätte Nach Bialik und Mendele war es der vor fünfzehn Jahren bei den Unruhen in Palästina ums Leben gekommene hebräische Dichter Joseph Chaim Brenner, dem die Lehrstätte CH.N. Bialik in Berlin eine Sonderveranstaltung widmete. Dr. Ch. Borodianski und Boris E i s e n st a d t hielten die Gedächtnisreferate. Borodianski führte , aus, daß Brenner, der bei den Juden in Deutschland und Westeuropa als Dichter fast unbekannt ist, unter dem Einfluß Tolstois stehend eine Sonderstellung in der jüdischen Literatur einnimmt; er war der erste Schilderer des selbständigen jüdifchen ungeahnten Erfolg. Wenn die Leistungen größtem teils unter dem Vvrjahrsstandard blieben, so lag das, abgesehen von den Windverhältnissen, daran, daß einige Talente den Bezirk inzwischen verlassen und teils in anderen Landesverbänden, teils im Ausland ihr Domizil aufgeschlagen haben. Nach der üblichen Punktwertung (3 für den Sieger, 2 für den Zweiten und 1 Punkt für den Dritten) kam der I TB 0 2 Köln zu einem knappen Sieg im Gesamtergebnis. Die mit über 50 Startern vertretenen Kölner erzielten durch 14-Siege, 15 zweite und 5 dritte Plätze 77 Punkte. Die Aachener kamen aus 70 Punkte (11 — 12 — 10), Bonn belegte mit 42 Punkten (7—6—9) den dritten Platz vor Düsseldorf mit 39 Punkten (10 — 3 — 3). Ergebnisse: Kugelstoßen Jugend B: 1. Grünberg (Köln) 11,06 Meter. — 1500 Meter Senioren: 1. Edgar^ Vogelsaug (Düsseldorf) 4.45,1. — Weitsprung «enioreu: i. Leo Salmang (Aachen) 6,04 Meter. — Kugelstoßen männliche Jugend A: 1. Hvrnblas (Köln) 10,26 Meter. — 100 Meter A. H.: 1. H. Cohen (Düsseldorf) 13,2. — 100 Meter Senioren: 1. Leo Salman (Aachen) 11,8. — Dreikampf Frauen: 1. Ilse Dahl (Aachen) 76,5 Punkte; 2. G. Hirsch (Bonn) 72,5 Punkte; 3. I. Oestreicher (Bonn) 41 Punkte. —- Hochsprnng Frauen: 1. G. Hirsch (Bonn) 1,28 Meter. — 800 Meter männliche Jugend A: 1. P. Hirsch (Aachen) 2,46. — Kugelstoßen Frauen: 1. Grete! Hirsch (Bonn) 8,82 Meter. — 800 Meter Senioren: 1. Benno Herz (Köln) 2.18,5. — 100 Meter Frauen: 1. E. Levh (Aachen) 15,1. —• Kugelstoßen Senioren: 1. Gummersheim (Köln) 10,67 Meter. — 5000 Meter Senioren: 1. E. Vogelfang (Düsseldorf) 19.06,1. — 4 X 100-Meter-Staffel Senioren: 1. Aachen 46,8; 2. Köln 48,3. — Hochsprnng Senioren: 1. R. Marx (Bonn) 1,58 Meter. — Speerwerfen Senioren: 1. R. Marx (Bonn) 41,40 Meter. — 400 Meter Senioren: 1. K. Baum (Aachen) 58. — Weitsprung A. H.: 1. H. Cohen (Düsseldorf) 4,85 Meter. — Kugelstoßen A. H.: 1. H. Svnnenberg (Düsseldorf) 9 Meter. — Dreikampf A. H.: 1. H. Cohen (Düsseldorf) 1165 Punkte. — 200 Meter Senioren: 1. L. Salmang (Aachen) 24,3. — 200 Meter Frauen: 1. E. Herz (Köln) 29,1; 2. E. Levh (Aachen) 30,4. — 4 X 100-Meter-Staffel Frauen: 1. Aachen 58,7; 2. Bonn 62,4. — Diskuswerfen Senioren: 1. H. Bernd (Koblenz) 27,50 Meter. — Diskuswerfen Frauen: 1. I. Fröhlich (Bonn) 25,15 Meter. — 4 X 400 Meter Senioren: 1. Aachen 3.57,3. — Weitsprung Frauen: 1. E. Herz (Köln) 4,45 Meter. — Hochsprung männliche Jugend A: 1. Wagner (Köln) 1,45 Meter. ' J. G. Industriebezirk In Gelsenkirchen fanden am 17. Mai die Meisterschaften der Bezirke Industrie und Westfalen im Landesverband West des RjF- Sportbundes statt. Die Leistungen waren keineswegs meisterhaft, was bei der regennassen Bahn, dem starken Gegenwind und dem frühen Zeitpunkt verständlich ist. Dazu kommt ein Verlust an guten Leuten. Dennoch wurden einige annehmbare . Resultate (unter Berücksichtigung der Schwierigkeiten) erzielt: Lehser (Duisburg) gewann die 100 Meter in 11,7 Sek., die 200 Meter in 23,4 Sek. und den Weitsprung mit 6,11 Meter. Rosenbaum (Münster i. W). stieß die Kugel 10,41 Dieter und warf den Diskus 31,70 Meter. Beide Leistungen überbot er in Trainingswürfen ganz erheblich. Ergebnisse: Herren: 100 Meter: 1. E. Lehser (Duisburg) 11,7 Sek. — 200 Meter: 1. E. Lehser (Duisburg) 23,4 Sek. — 400 Meter: 1. Tr. H. Mäher (Dortmund) 57,8 Sek. — 800 Meter: 1. G. Neubeck (Dortmund) 2.13,6 Min. — 1500 Meter: I. W. Cohn (Dortmund) 5,09 Min. Außer Konkurrenz: 1. Neuberg (Bochum) 4,51 Min. — Weitsprung: 1. E. Lehser (Duisburg) 6,11 Meter. — Diskuswerfen: 1. K. Rosenbaum (Münster i. 233.) 31,70 Meter. — Kugelstoßen: 1. Rosenbaum (Münster i. W.) 10,41 Meter. — 4 X 100 Meter: 1. Duisburg 48,7 Sek. — Frauen: 100 Meter: 1. G. Judenberg (Dortmund) 14.4 Sek. — 200 Meter: 1. G. Judenberg (Dortmund) 30.4 Sek. — Weitsprung: 1. M. Sabel (Wuppertal) 4,31 Meter. — Hvchsprung: 1. M. Sabel (Wuppertal) 1,25 Meter. — Kugelstoßen: 1. G. Stein (Dortmund) 8,54 Meter. — Dreikampf: 1. K. Stein (Dortmund) 85 Punkte. — 4 X 100-Meter-Ttassel: 1. Dortmund I 60,7 Sek.; 2. Dortmund II 60,9 Sek. 8.8. Industriebezirk schlägt Westfalenbezirk Die Fußball - Elf des Bezirks Industrie im NjF-Spvrtbund konnte im Pokalwettbewerb ihrem Gegner aus dem Westfalenbezirk am 17. Mai in G e l s e n k i r ch e n mit 5:1 die bisher höchste Niederlage beibringen. Dabei waren die Westfalen keineswegs nur etwa ein besserer Trainingspartner, wie das Ergebnis vermuten lassen könnte, sondern ein eifriger, nur vom Schußpech verfolgter Gegner, der eine Niederlage in dieser Höhe nicht verdient hatte. Der Sturm des Jndustriebezirks, aus Dortmunder und Bochumer Spielern zusammengesetzt, war dagegen in bester Schußlaune und konnte in der 1. Halbzeit zweimal, in der 2. sogar dreimal einsenden. Das Tor der Westfalen fiel ebenfalls in der zweiten Spielhälfte. Dä dies der dritte Sieg in ununterbrochener Reihenfolge ist, geht der Pokal in den endgültigen Besitz des Jndustriebezirks über. E. B. Gebens in Palästina.. Eisenstadt bezeichnete Brenner als einen Dichter, der die Diaspora restlos verneinte, der sich aber nicht in die Negation und Resignation verliebte, sondern in seinem Werk immer wieder den Weckruf ertönen ließ: durch tätige Arbeit innerhalb der jüdischen Gemeinschaft die Verzweiflung zu überwinden. — Der Pianist Gustav Sabel, der Cellist Paul Blumenfeld und der Rezitator Herbert Mai hass gaben der Feier den künstlerischen Rahmen. II. B-n. Der Verband polnischer Juden, Berlin, veranstaltete kürzlich einen Perez-Abend, bei dem I. Glowinski, Charlotte Rosen, Dr. L. Barczinski und Dr. Sans Nathan mitwirkten. Die Persönlichkeit I. L. Perez' wurde von Dr. I. M e i t l i s gewürdigt. Nachdem er Perez, den er als Dynamiker in der jiddischen Literatur bezeichnete, als Vorkämpfer für die sozialen Probleme innerhalb des jüdischen Ostens gefeiert hatte, schilderte er den Dichter als Denker und Gestalter des jüdischen Lebenswillens. Der junge jiddische Dichter A. N. Stenzel las eine Novelle: „Reb Abischel der Lichtiger". Der Verband Polnischer Juden E. V. hat seine neuen Geschäftsräume in Berlin AK 35, Kurfürstenstraße 42. v. I. (Tel.: B 2 5524) bezogen. Berichtigung. Der Verfasser des Artikels „Jewish Science?" im Maiheft des „Morgen", den wir in Nr. 20 der C.-V.-Zeituug besprachen, ist Hermann K a m e n e tz k y.