Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 42 (17.10.1930)
- Date
- 1930-10-17
- Page
- Seite 593 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 42 593 Das Jüdische Echo des greisen Moses Abschied von seinem Jünger. Es ist die höhere, die künstlerische Wahrheit, die aus diesen Reden und Berichten spricht, die die Worte und Taten der vom Ethos des Unbedingten getragenen Führer erfüllt. Diese Visionen sind ein Bekenntnis zum Glauben an die Rolle der großen Menschen in der Geschichte. — Groß ist Ehrenpreis’ Fähigkeit weltgeschichtliche Zusammenhänge zu erfassen: Rituellen Formalismus und Religiosität, individuelles Gemeinschaftsheil, Macht und Geist, soziale Gesinnung, Internationalismus, Pazifismus. Die vor drei Jahrtausenden entstandenen, noch nicht ausgetragenen Kämpfe bilden die Atmosphäre, die das schwungvolle Buch so lebendig, ja aktuell machen. Di© Judenfrage Ob eine Auseinandersetzung zwischen Juden und Antisemiten in leidlich anständigen Formen überhaupt möglich ist? Bisher ist diese Frage noch ungeklärt, ebenso wie die, ob eine solche Auseinandersetzung sinnvoll wäre. Die Antisemiten echter Prägung haben solch konfuse und1 phantastische Vorstellungen von Juden und Judentum, daß sie allen Aussagen und Selbstzeugnissen von jüdischer Seite keinen Glauben schenken, weshalb auch Aufklärungsarbeit so schwierig, wenn unter Antisemiten nicht überhaupt unmöglich ist; eben aus diesem Grunde aber werden die Antisemiten für den Juden zum Objekt der verschiedensten psychologischen Beobachtungen und Erklärungsversuche, von denen die landläufigen: Schwindler, politische Geschäftemacher, Irrenhäusler, vielleicht manchmal auch zureffen, trotz ihrer Einfachheit aber nicht unbedingt richtig sind. Wer nun etwa geglaubt hätte, in einem der Judenfrage gewidmeten Sonderheft der „Süddeutschen Monatshefte“, das im wesentlichen aus Beiträgen von jüdischer und antisemitischer Seite zusammengestellt ist, eine Auseinandersetzung über diese aktuelle und bedeutsame Frage zu finden, sieht sich sehr enttäuscht, ja dieses Heft beweist noch nicht einmal die Möglichkeit einer solchen Auseinandersetzung. Denn es finden sich in ihm nur die jüdische und die entgegengesetzte Position und der nichtjüdische Leser, für den dieses Heft doch wohl vor allem bestimmt ist. und dem es helfen soll, sieht sich eben, wenn er es aufmerksam gelesen hat, vor der Frage, ob er den Juden glauben will oder lieber Reventlow und Fritsch. Entscheidet er sich für diese, so haben noch so sachliche Darlegungen von jüdischer Seite keine Wirkungsmöglichkeit mehr und für jene kann er sich nur entscheiden, wenn er bereit ist, dem Gefasel der Reventlow und Fritsch auch nicht ein Wort zu glauben. Solche Endgültigkeit der Negation ist nun aus vielen Gründen vom nichtjüdischen Leser kaum zu erhoffen und darum hat die ganze Veranstaltung ihren Sinn verfehlt, wenn sie wohl auch aus bestem Willen der Redaktion hervorgegangen ist. Bleibt die Hoffnung, daß auf diesem Weg die sachlichen Darlegungen der jüdischen Autoren1, zu einem weiteren Kreis sprechen, als er ihnen sonst gegönnt wäre. Hlsmar Elbogen schreibt über „Wanderungen der Juden“; Israel Cohen über „Die zionistische Bewegung“; Gerhard Holdheim über „Den Zionismus in Deutschland“; E. Reichmann-Jungmann über „Den Central-Verein“; Naumann über „Nationaldeutsches Judentum“; Leo Baeck über „Die jüdische Religion in der Gegenwart“. Neben den antisemitischen Aufsätzen von Jünger, Reventlow und Fritsch finden sich solche über „Katholizismus und! Judentum“ von C. M. Kaufmann und über „Evangelische Kirche und völkische Bewegung“ von Ernst Moering.) Der sechste Band der „Encyclopaedia Judaica“ erschienen Von der in Berlin unter der Chefredaktion von Dr. Jakob Klatzkin und Prof. Dr. Ismar Elbogen im Verlag „Eschkol“ erscheinenden „Encyclopaedia Judaica“ ist soeben der sechste Band (Drama- Gabinius) erschienen. Gleich den vorigen Bänden enthält auch Band VI eine Reihe von großangelegten Monographien, darunter über „Drama“, „Druckwesen“, „Ehe“, „Emanzipation“, „Emigration“, „Engel“, „Europa“, „Finanz- und Bankwesen“, „Frankfurt a. M.“ und „Frankreich“. Der Band ist reich illustriert und mit zahlreichen Tabellen, darunter farbigen, und Tafeln (Exlibris, Estherrolle u. a.), sowie Noten und Landkarten ausgestattet. * * * Im Verlage Eschkol, Berlin, erschien soeben der dritte Band des Standardwerkes von Dr. Jakob Klatzkin (unter Mitwirkung von Dr. M. Zobel): „Thesaurus philosophicus linguae hebraicae“ (hebräisch-deutsch). Ein vierter und letzter Band, enthaltend die letzten drei Buchstaben, zahlreiche Nachträge und einen deutsch-englischen Index der hebräischen philosophischen Terminologie, befindet sich im Druck. Wege zur sexuellen Aufklärung Von Dr. Rahel Straus. Verlag der Ärztlichen Rundschau Otto Gmelin, München. 8°. 22 S. Der Untertitel der vorliegenden Broschüre „Zwei Vorträge einer Mutter und Ärztin“ würde auch demjenigen, der Rahel Straus, ihr Sein und Wirken, nicht kennt, zeigen, von welcher Seite hier an ein vielumstrittenes Kapitel der Menschenerziehung herangegangen wird. Die liebende, behutsame Hand der Mutter, unterstützt vom klar erkennenden Auge der Ärztin, führt und leitet in schwierigen Situationen, erhellt sie und führt sie zu Antonius-Wäscherei Sommerstraße 6o Lindwurmstraße gy Telefon 44438 Der Ratskeller das Lokal jedes Einheimischen und Fremden. Neuer Pächter HANS FÜRST Heiel „Der Konigslwt" HS München, Karlsplatz 25 Prachtvolle Hotel-Halle Bar u. Restaurant ■ Konditorei ■ Bekannte Küche Der mnehme 5 Uhr-Tee- Abends Tanz Konzerte CAFE WINTERGARTEN Inhaber: Franz Schnabel Nachmittags Konzert Äbends ununterbrochen Tanz 2 Kapellen Mäßige Preise Kein Weinzwang Kein Eintritt