Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 42 (17.10.1930)
- Date
- 1930-10-17
- Page
- Seite 594 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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594 Das Jüdische Echo Nr. 42 beglückendem Endziel: Liebe, Vertrauen und Verantwortungsgefühl. Alle Beispiele sind mitten aus dem Leben gegriffen und daher unmittelbar im täglichen Leben verwertbar. Nicht nur jede Mutter, Gemeinden-u.Vereins-lcho Jugendberatung! Aus der Münchener jüdischen Jugend heraus ist der Wunsch laut geworden, eine Freie Beratungsstelle für Jugendliche zu schaffen, die, getragen von gegenseitigem menschlichen Vertrauen, jungen Menschen Rat und Hilfe, wo immer sie nötig ist, erteilen soll. Sie ist nicht zuletzt auch für solche gedacht, die keiner Jugendorganisation angehören, die vielleicht nicht die Möglichkeit haben, sich an Führer oder ältere Freunde, die ihr Vertrauen rechtfertigen, zu wenden. Selbstverständlich wird völlige Diskretion gewährt — die Ratsuchenden brauchen ihren Namen nicht anzugeben. Wir wissen, auch in der jüdischen Jugend gibt es verschiedene Nöte, geheime Ratlosigkeit, Schwierigkeiten in Fragen der Lebensführung, von denen Eltern und Lehrer oft nichts'erfahren, weil die Furcht, gerade von seiner nächsten Umgebung nicht verstanden zu werden, den jungen Menschen schweigen läßt. Hier will die Beratungsstelle helfend eingreifen, will neutralen Boden, menschliche Hilfe und Aussprachmöglichkeiten schaffen. Mitglieder der Beratungsstelle, vorgeschlagen von einem jugendlichen Kreis, sind: Feuchtwanger, Dr. Erich, Nervenarzt, Adelheidstraße 6, Tel. 371139. Heller, Dr. Alfred, Verleger, Herzog-Wilhelm- Straße 20, Tel. 93099. Frau Dr. Straus, Rahel, Ärztin, Kobellstraße 13/1, Tel. 73889. Frau Weil, Gertrude, Königinstraße 4, Tel. 26087. Eisen, Ernst, Schwanthalerstraße 95, Tel. 597238. Kohnstamm, Jakob, Rechtsanwalt, Maximiliansplatz 12b, Tel. 93801. Die zwei letzteren sind selbst jüngere Menschen, die aus der Jugendbewegung kommen. Wendet Euch an eines der Mitglieder, wenn Ihr Rat und Hilfe braucht. Sie bitten um Euer Vertrauen — in Eurem Dienst. Zionistische Ortsgruppe München. Die Zionistische Ortsgruppe München veranstaltet als Beginn ihrer Wintertätigkeit am 20. Oktober, abends 8.15* Uhr, im „Rheinischen Hof“, einen Vortragsabend mit Kurt Blumenfeld, der über das Thema: „W eltjudentum und Zionismus“ spre- ■chen wird. Zum Lobe Blumenfeld braucht nichts gesagt zu werden; er ist auch in München als einer der gedankenreichsten und weitsichtigsten jüdischen Politiker bekannt, dem vor allem die Soziologie des Judentums Erkenntnisse von großem Wert verdankt. Seine Ausführungen über die Wandlungen der jüdischen Situation und die jüdische Zukunft dürften größtes Interesse beanspruchen und dementsprechend auch ein zahlreiches Publikum finden. Siehe auch Inserat in dieser Nummer. lim Jungzionistischen Arbeitskreis begann die Winterarbeit mit einem gutbesuchten Ausspracheabend, an dem Frl. Ruth Lindauer und Herr Fritz Rosenthal über die Frage: „Was bedeutet uns der Zionismus?“ referierten. Frl. Lindauer ging von der Situation eines neugewonnenen Zionisten aus und entwickelte, wie man sich als solcher gegenüber den zionistischen Forderungen verhalten sondern jeder Mensch, der sich praktisch oder theoretisch je mit Erziehungsproblemen befaßt, muß dieses Büchlein gelesen, muß es in sich verarbeitet haben. M. H. kann, Herr Rosenthal zeigte die mannigfachen mit dem Zionismus verbundenen Probleme des jüdischen Lebens auf und gab auf die gestellte Frage eine zwar subjektive, aber konsequente und jugendlich-radikale Antwort. Auf die Referate folgte eine rege Diskussion. Die Münchner Gruppe der Zionisten-Revisionisten veranstaltet am Samstag, dem 18. Oktober, 8.15 Uhr, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, einen Vortrags- und Diskussionsabend. Es referieren : Michael Simann über „Der Kampf um den Judenstaat“ und Dr. Ing. L. Berger über „Die politischen Strömungen in Europa und die Revisionistische Bewegung. Nach den Vorträgen findet eine ausgedehnte Aussprache statt. Jüdischer Jugendverein. I. In Fortsetzung unserer Vortragsreihe: „Proletarisieren wir?“ spricht im Rahmen unserer Donnerstagabende am 23. Oktober Herr Dr. E. W e 11 i s c h über das sehr zeitgemäße Thema: „Die Arbeitslosigkeit im Lichte der Umgestaltung der deutschen Wirtschaft.“ Beginn 20.30 Uhr im Lessingsaal. II. Unsere Freitagabende, zu denen wir alle jungen Juden Münchens einladen, denen die Weihe eines häuslichen Freitagabends versagt ist, finden regelmäßig im Jugendheim, Herzog-Rudolf-Straße 1, statt. Beginn 20:30 Uhr. Hebräische Sprachschule, München. Am Samstag, dem 18. Oktober, abends 6 Uhr, beginnt der neue Anfängerkurs. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez, München. Samstag, den 18. Oktober 1930, 21 Uhr, findet Herzog-Rudolf-Straßel/I (Kindergarten), eine Mitgliederversammlung statt. Wir bitten sämtliche Mitglieder pünktlich zu erscheinen. Keren Kajemeth Lejisrael jüdischer Naftionalfonds Postscheck-Konto München 10442, Nürnberg 24565 Fernsprecher München 297449, Nürnberg 21912 Zentrale für Deutschland, Berlin W 15 Meinekestraße 10 Münchener Spendenausweis Nr. 2 vom 6.—13. Oktober 1930 Rosch - Haschanah - Spenden, gesammelt durch Frl. Erna Davidson: L. Davidson 5.50, N. N. 2.—, L. Bogopolsky 2.—, H. Ketzenel 2.—, Minikes 1.—, Guggenheim —.50 13.—; gesammelt durch Alfred Lieber: M. Lieber 10.—, Soffer Blauzwirn 3.50, Seligmann 1.— 14.50. Thoraspenden. M. Lieber 20.—. VJSt. - J o r d a n i a - G a r t e n. Die Aktivitas grat. ihrem lieben alten Herrn Dr. Raph. Straus und Gattin zur Bar-Mizwah ihres Sohnes (unlieb verspätet) 1 B. 6.—. Summe: 53.50 RM. Gesamtsumme seit 1. Oktober 1930: 186.53 RM. Benützt bei allen Anlässen die Telegramm- Ablösungsformulare des Jüdischen Nationalfonds. Preis 50 Rpf. Erhältlich im Büro des J.N.F., Herzog-Rudolf-Straße 1.