Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 42 (17.10.1930)
- Date
- 1930-10-17
- Page
- Seite 592 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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592 Das Jüdische Echo Nr. 42 Es handelt sich also wieder um ein Kabinett der Nationalen Bauernpartei (Nationalzaranisten),, auch an der personellen Zusammensetzung ist nicht viel geändert worden, nur daß Maniu als Ministerpräsident und Vaida Voevod, dem ein großer Teil der Schuld an dem Aufkommen der neuen antisemitischen Welle zugeschrieben wird, als Innenminister im neuen Kabinett fehlen. Mironescu gilt als ein Staatsmann, der Klugheit und Energie vereinigt. Gegenüber den Juden, die er für ein nützliches und staatserhaltendes Element hält, hat er stets eine loyale und freundliche Haltung eingenommen. Man hofft, daß es Mironescu gelingen wird, die auch dem Staate gefährliche antisemitische Welle zurückzudämmen. Wladimir Jabotinsky 50 Jahre Paris, 12. Oktober. (JTA.) Wladimir Jabotinsky, der Schöpfer des zionistischen Revisionismus und Präsident der Weltunion der Zionisten- Revisionisten, vollendet am 18. Oktober d. J. sein 50. Lebensjahr. Resolution zugunsten der Errichtung des Jüdischen Nationalheims auf der Konferenz der Labour-Party angenommen Llandudno, 10. Oktober. (JTA.) Die von d(em Poale Zion eingebrachte Resolution, welche sich für die Errichtung des Jüdischen Nationalheims in Palästina ausspricht, wurde von der gegenwätig in Llandudno tagenden Konferenz der britischen Arbeiterpartei mit großer Mehrheit angenommen. Die Resolution wurde dem Plenum durch Mr. Rosetti vorgelegt und von dem früheren Bürgermeister von Stepney. Stadtrat Frankel, befürwortet. Der Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, Dr. Hugh Dalton, stimmte der Resolution namens der Exekutive der Arbeiterpartei zu und sprach sich für ein Zusammengehen der jüdischen und der arabischen Arbeiter in Palästina aus. Die zweite von der Poale Zion eingebrachte Resolution, die sich mit der Suspendierung der Arbeitereinwanderung nach Palästina befaßt, wurde auf Grund einer Vereinbarung zurückgezogen. Die Aussichten der neuen jüdischen Einwanderung nach Palästina Jerusalem, 8. Oktober. (JTA.) Wie die JTA. erfährt, finden innerhalb der Exekutive der Jewish Agency Beratungen über die neue Einwanderungsquote statt. Wahrscheinlich wird bei der Regierung um Ausstellung von 2000 Zertifikaten angesucht werden. Die palästinensische Arbeiterorganisation (Histadruth Haowdim) hatte die Anforderung von 2800 Zertifikaten vorgeschlagen. Die Bewilligung dieser Einwanderungsquote für das erste Halbjahr wird nicht eine Freigabe der im vorigen Mai eingezogenen Einwanderungszertifikate zur Folge haben. obwohl schon früher die Forderung an die Regierung gestellt worden war, die eingezogenen Zertifikate vor Einbringung eines neuen Quotenvorschlages freizugeben. Der erste arabische Student an der Jerusalemer Universität Jerusalem, 10. Oktober. (JTA.) Ein Mitglied der Familie Husseini, das an der Beyruter Universität promoviert hat, setzt nun seine arabistischen Studien an der Hebräischen Universität in Jerusalem fort. Dies ist der erste Fall der Inskription eines Arabers an der Jerusalemer Universität. Feuilleton ||[ Neue Bücher Aus dem jüdischen Verlag Dr. Michael Traub, Jüdische Wanderbewegungen vor und nach dem Weltkriege Soeben erschien im Jüdischen Verlag, Berlin, ein neues Werk des bekannten Statistikers Dr. Michael Traub, das in einer zusammenfassenden Darstellung die jüdischen Wanderungen während des Krieges und nach dem Kriege schildert und eine überaus anschauliche vergleichende Übersicht der Vor- und Nachkriegswanderung gibt. Besonders ausführlich wird die jüdische Emigration nach den Vereinigten Staaten, Kanada, Argentinien und Palästina behandelt. In einem 45 Tabellen umfassenden statistischen Anhang werden zum ersten Male in dieser Vollständigkeit sowohl die allgemeinen als auch die jüdischen Emigrationszahlen seit dem Jahre 1899 bis zur Gegenwart veröffentlicht. Dr. Traub, der als einer der besten Kenner jüdischer Wanderfragen gilt, hat mit diesem Werke eine empfindliche Lücke ausgefüllt. Das Buch ist unentbehrlich für alle, die sich mit der jüdischen Emigration, einem der zentralsten Probleme der Gegenwart, auseinanderzusetzen haben. Über den Kreis jüdischer Leser hinaus hat das Buch besonderen Wert auch für alle an internationaler Politik, Statistik, Soziologie, Arbeiter- und Berufsfragen Interessierten. (Preis: Broschiert RM. 6.—, in Pappband RM. 7.50, in Leinen RM. 9.—.) Das lünfbändige Jüdische Lexikon, die erste jüdische Enzyklopädie in deutscher Sprache, die im Jüdischen Verlag, Berlin, nach mehr als zehnjähriger Vorbereitung erscheint, liegt jetzt mit dem noch im Oktober erscheinenden Schlußband abgeschlossen vor. Dieses Handbuch des jüdischen Wissens gibt über alle Gebiete des jüdischen Lebens und der jüdischen Kultur in Gegenwart und Vergangenheit erschöpfende Auskunft und ist außerordentlich reich illustriert. Drei neue Bücher im Heine-Bun d In der zielbewußt fortgesetzten Bibliothek des Heine-Bunds werden drei bemerkenswerte Bände angekündigt: ein neues Werk von Marcus Ehrenpreis „Propheten und Gottesmänner“, dessen Spanienreise seinerzeit ein literarisches Ereignis war; „Juden in der deutschen Wirtschaft“ von Kurt Zielenziger (Fortsetzung der bekannten Serie) und die höchst kuriosen „Denkwürdigkeiten des Aron Isak“, eines jüdischen Petschaftstechers aus Treuenbrietzen in der Mark. Alle Bände illustriert und tadellos ausgestattet. — Wer noch nicht Mitglied des Heine-Bundes ist — aber jeder geistig interessierte Jude sollte es werden, denn der billige Mitgliedspreis von RM. 12.— jährlich im Inland, RM. 13.— im Ausland für drei Bücher nach eigener Wahl gestattet es allen, lasse sich den neuen Prospekt kommen. (Adresse: Der Heine- Bund, Berlin W 57, Pallaßstraße 10/11.) Das erstgenannte Buch liegt bereits vor. Ein fundiertes Buch. Der Forscher Ehrenpreis kennt alle Quellen. Er ist mit der Bibel aufgewachsen. Die Ergebnisse der historischen Wissenschaft sind ihm nicht fremd. Aber des Künstlers gestaltete Visionen stehen nicht in den Urkunden. Arnos hat seine Rede so nicht gehalten, die darum nicht minder wahr ist, als die Lebensbeichte Jeremias, oder