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Das jüdische Echo · 1930-08-15 · 33 (15.8.1930) · p. Seite 466

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
33 (15.8.1930)
Date
1930-08-15
Page
Seite 466 (sequence 15)
Language
German
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Das Jüdische Echo N r. 33 46Ö verbunden sind oder sonst eng mit ihr Zusammenarbeiten. Die kommende Sitzung des Administrative Committee wird sehr schwere politische, aber vor allen Dingen auch finanzielle und wirtschaftliche Probleme behandeln müssen. Von den Ergebnissen der Beratungen wird es abhängen, ob die palästinensische Judenheit das Gefühl behält, das sie bisher gestärkt hat, daß nämlich eine starke, unlösbare Verbindung zwischen dem palästinensischen Jisehuw und der Welt judenheit — Zionisten und Nichtzionisten — besteht. Aus der jüdischen Welt Prof. Eduard Baneth gestorben Berlin, 8. August. (JTA.) Am Donnerstag, dem 7. August, verstarb in seiner Berliner Wohnung der in der gelehrten jüdischen Welt als Talmudforscher hochgeschätzte Herr Prof. Dr. Eduard Baneth im Alter von 75 Jahren. Prof. Baneth war ein Sohn des 1871 verstorbenen berühmten Talmudisten Jerachmiel Dob Baneth, Schülers des Rabbi Moses Sofer in Preßburg, und ein Enkel des Talmudforschers Ezechiel Baneth, der 1854 in Neutra als Rabbiner und Leiter der dortigen großen Jeschiwah starb. Prof. Eduard Baneth besuchte die Jeschiwah in Preßburg, studierte dann in Berlin, war 1882 bis 1895 Rabbiner in Krotoschin und war seit 1897 Dozent an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, wo er talmudische Fächer lehrte. 1919 erhielt er vom Preußischen Kultusministerium den Professor-Titel. Von seinen Werken sind zu nennen: „Samuel Hanagid als Staatsmann und Dichter“, „Ursprung der Saddokäer und Boethosäer“, „Maimunis Kommentar zum Traktat Abot“, „Maimunis Neumondsberechnung“. fernerr eine 1917 erschienene poetischdramatische Bearbeitung des Hohen Liedes (Schir Haschirim) und eine Studie über soziale Motive in der rabbinschen Rechtspflege. Die Beerdigung fand am Freitag, dem 8. August, nachmittags, auf dem jüdischen Friedhof zu Weißensee unter großer Beteiligung von jüdischen Geiehrten und Vertretern der Jüdischen Gemeinde statt. Offene Pogrompropaganda der Nationalsozalistischen Presse Berlin, 11. August. (JTA.) Im Zusammenhang mit den kommenden Parlamentswahlen hat die Hitlerpresse, vor allem der „Völkische Beobachter“, die antisemitische Hetze bedeutend verstärkt. Der in Ingolstadt erscheinende nationalsozialistische „Donaubote“ schreibt unter der Überschrift „Judenpogrom in Ingolstadt“: „Es dürfte wenigen Ingolstädtern bekannt sein, daß die Juden aus Ingolstadt schon einmal hinausgepeitscht wurden. Nun scheint der Zeitpunkt gekommen zu sein, daß in Bälde die Juden wieder aus Ingolstadt hinaus müssen. Die Anzeichen hierfür sind zu suchen in einem Angriff einer Person, die auch an der Konkurssache des Juden Hofmann ein „klein wenig“ beteiligt ist. Diese Person hatte gestern nachmittag mit dem Juden Cohn jun. eine Auseinandersetzung, die schließlich in Tätlichkeiten ausartete. Anfänglich hatte es den Anschein, als ob die Person den Juden Schächten wollte, weil sie immer am Halse herumhantierte. Bei näherer Betrachtung stellte es sich aber heraus, .daß nur Zeigefinger und Daumen im Spiele mit dem Kehlkopf des Juden waren. Die umstehenden Passanten hatten ob dieses lieblichen Intermezzos große Freude. Bisher wußten wir noch nicht, daß wir so impulsive Kämpfer für unsere Idee in Ingolstadt haben.“ (Offener kann man die Pogrompropaganda wirklich nicht mehr treiben. Wo bleibt da der Staatsanwalt?) Hugenberg, Hitler, Scholz Berlin, 11. August. (JTA.) „Welt am Montag“ bringt die Meldung der AKP, wonach in den letzten beiden Tagen ernsthafte Besprechungen stattgefunden haben, zwischen dem gemeinsamen Vertreter Hugenbergs und Hitlers, Oberfinanzrat Dr. Bang und dem Führer der Deutschen Volkspartei, Dr. Scholz, um die Frage zu prüfen, ob je nach dem Ausfall der Septemberwahlen — eine gemeinsame Plattform nach dem Vorbild der Thüringer Regierung, in der bekanntlich Hitlerianer und Volksparteiler nebeneinander sitzen, sich finden läßt. Anderseits erläßt die volksparteiliche Korrespondenz auf die bekannte Frage des Chefredakteurs des „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff, an Scholz, ob die Volkspartei zusammen mit den Nationalsozialisten eine Regierung bilden wird oder nicht, die Erklärung, sie hätte nicht angenommen, daß Theodor Wolff auf seine törichte Frage eine Antwort erhalten hat, weil diese Antwort sich aus der bisherigen Haltung der Deutschen Volkspartei eindeutig ergibt. Der Kongreß des Weltverbandes der jüdischen Jugend beendet Genf, 10. August. (JTA.) Nach viertägiger Dauer ist der dritte Kongreß des Weltverbandes der jüdischen Jugend beendet worden. Es wurden Beschlüsse über organisatorischen Aufbau und Stärkung des Weltverbandes, sowie Verbreiterung und Vertiefung seiner Tätigkeit unter den jüdischen Jugend gefaßt. Ferner wurden Beschlüsse über Erziehungsarbeit, Zusammenarbeit mit dem AVelt-Makkabi und den Zophim-Organisationen, Arbeit für den Keren Kajemeth u. a. m. angenommen. Der Kongreß protestierte gegen die Überfälle auf den jüdischen Jisehuw in Palästina und die Verletzung des Mandates. Es wurde auch eine Resolution gegen die Kalenderreform angenommen, die auf dem Blankotag basiert und eine Gefahr für den jüdischen Sabbat bedeutet. Der Kongreß wählte ein 20-gliedriges Zentralkomitee, von welchem die Hälfte der Mitglieder in Paris lebt. Zum Präsidenten des Weltverbandes wurde Aime Palliere, zum Präsidenten des Zentralkomitees Schrambeck (Straßburg) gewählt. Die Schlußsitzung des Kongresses war ausgefüllt von einer Debatte über die Bedeutung Palästinas für das jüdische Bewußtsein im allgemeinen und das der jüdischen Jugend im besonderen. Mehrere Redner schilderten den hohen moralischen Wert des jüdischen Aufbauwerks in Palästina für die Bildung einer Weltanschauung der jüdischen Jugend. In seiner Schlußrede erklärte Aime Palliere, daß die Verhandlungen mit Vertretern der verschiedenen Jugendorganisationen den Erfolg gehabt haben, daß der Grundstein gelegt wurde zu einer „Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Jugendorganisationen“, deren Zweck es ist, einen ständigen Kontakt zwischen den einzelnen Jugendverbänden zu unterhalten und deren Tätigkeiten zu koordinieren. Vorläufiger Sitz dieser Arbeitsgemeinschaft ist Genf. Dieser Beschluß muß von den einzelnen Organisationen sanktioniert werden. Prinzipiell haben den Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft erklärt die Vertreter des Welt-Makkabi, des Weltverbandes der jüdischen Jugend, der Vereinigung der agudistischen Jugendorganisationen, des jüdischen Ju-

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