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Das jüdische Echo · 1930-08-15 · 33 (15.8.1930) · p. Seite 467

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
33 (15.8.1930)
Date
1930-08-15
Page
Seite 467 (sequence 16)
Language
German
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Nr. 33 Das Jüdische Echo 467 gendverbandes in der Schweiz, der zionstischen Studentenföderation in England u. a. m. Palästina-Resolution dem Völkerbund überreicht Genf, 10. August. (JTA.) Aime Palliere, Schramek und Hait haben im Namen des Kongresses des Weltverbandes der jüdischen Jugend den stellvertretenden Generalsekretär des Völkerbundes, Avenol. besucht und ihm die vom Kongreß gefaßte Resolution bezüglich Palästinas überreicht. Palliere, Schramek und Toledo besuchten auch die ständige rumänische Delegation beim Völkerbund und überreichten ihr eine Protestresolution gegen die antisemitische Hetze und die antijüdischen Exzesse in Rumänien. Der rumänische Bevollmächtigte, Antoniade, gab die Versicherung ab. daß die Regierung mit allen Mitteln die Ordnung aufrecht erhalten wird. Sigmund Freud erhält den Frankfurter Goethe- Preis Wien, 5. August. (JTA.) Der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt wurde diesmal Prof. Sigmund Freud, dem weltberühmten Wiener Gelehrten und Schöpfer der Psychoanalyse, verliehen. Der Goethe-Preis, der größte wissenschaftliche und literarische Preis Deutschlands, wird dem Ausgezeichneten am 28. August, dem Geburtstage Goethes, im Rahmen einer großen Feierlichkeit in Frankfurt a. M. überreicht werden. Die Preissumme beträgt 10 000 RM. Abnahme der jüdischen Einwohnerschaft Budapests Budapest, 6. August. (JTA.) Dem soeben veröffentlichten statistischen Ausweise der Hauptstadt zufolge hat sich die Zahl der Lebendgeburten bei den Juden seit dem Jahre 1920 folgendermaßen gestaltet: 1920: 3596, 1925: 2390, 1926: 2149, 1927: 1870, 1928: 2140 und 1929: 1902. In den vier Monaten Januar, Februar, März und April des Jahres 1930 wurden 616 jüdische Kinder geboren, in derselben Zeit starben 1046 Personen jüdischen Glaubens. Die Geburtenabnahme ist nach Ansicht des „Egyenlöseg“ zum Teil auch darauf zurückzuführen, daß von den Eheschließungen 12 bis 15 Prozent auf Mischehen entfallen, aus denen die Kinder nicht mehr dem jüdischen Glauben zugeführt werden. Fortdauer der antisemitischen Agitation in Rumänien — Die Regierung warnt pflichtvergessene Beamte Bukarest. 8. August. (JTA.) Die rumänische Nachrichten-Agentur „Rador“ verbreitet die folgende Mitteilung: Dem Innenministerium sind Informationen zugegangen des Inhalts, daß ungeachtet der von der Regierung angeordneten scharfen Maßnahmen die antisemitische Agitation; in vielen Städten der Bukowina fortdauert. Die Regierung hat deswegen spezielle Beamte in die Bukowina entsandt, die die strikte Weisung erteilt haben, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um solchen Agitationen ein Ende zu bereiten. Das Innenministerium ermahnt alle Beamten, ihre Pflicht zu tun, und erklärt, daß jeder Beamte, der dieser \yeisung nicht Folge leistet, seines Amtes enthoben werden soll. Schwere antisemitische Ausschreitungen beim Empfang der palästinensischen Motorradfahrer in Warschau Warschau, 6. August. (JTA.) Das jüdische Warschau bereitete den Mitgliedern des jüdischen Sportklubs Makkabi in Palästina, die den Weg von Palästina zur Antwerpener Makkabiade und von dort durch mehrere europäische Länder zurück nach Palästina auf Motorrädern zurücklegen, und die bekanntlich in der Nähe von Apolda in Umringen mehr als 30 Personen, die mit einem Ausflugsauto in die Ilm stürzten, vor dem sicheren Tode retteten, einen begeisterten Empfang. Tausende Menschen begrüßten die Palästinagäste bei der Einfahrt in die Stadt mit Hedadrufen, während das Warschauer Makkabi-Orchester die polnische Hymne und die Hatikwah spielte. Der Straßenbahnverkehr mußte abgeleitet werden, um dem Festzuge Platz zu lassen. Zehntausende von Menschen bildeten auf dem Wege Spalier, zahlreiche Fenster und Balkons waren dekoriert. Der Empfang wurde durch Provokationen von Antisemiten gestört. Ein Mitglied eines nationaldemokratischen Jugendvereins warf einen Stein in den Zug, und als er von den Festteilnehmern verfolgt wurde, nahmen sich seine Vereinsgenossen seiner an. Die eingetroffene Polizei, der mitgeteilt wurde, daß Juden einen Überfall auf Christen veranstalteten, schlug mit Stahlruten auf die Teilnehmer am Festzuge ein. Es entstand eine furchtbare Panik, die Festteilnehmer stoben auseinander, mehrere von den Schlägen der Polizei Getroffene trugen blutige Wunden davon, zahlreiche Fensterscheiben wurden eingeschlagen, jüdische Läden und Ladentische wurden samt den Waren zerstört. Am Abend fand im Zirkusgebäude eine feierliche Begrüßung der Palästinagäste statt, wobei der Führer der Palästina-Motorcyklisten, Ingenieur Arasi, dem Warschauer Judentum für den herzlichen Empfang dankte und die Bedeutung des jüdischen Sports hervorhob. Der Internationale Studentendienst arrangiert eine Verständigungskonferenz zwischen Juden und Nichtjuden Oxford, 5. August. (JTA.) .Die soeben in Oxford stattgefundene neunte Jahreskonferenz des Internationalen Studentendienstes hat den Beschluß gefaßt, eine Konferenz von Vertretern jüdischer und nichtjüdischer Universitätshörer zur Herbeiführung eines besseren gegenseitigen Verständnisr ses für Januar 1931 nach Locarno einzuberufen, Piofessor Zimmern, Genf, wird die Konferenz leiten und sowohl Vertretern der jüdischen wie der antisemitischen Studentenschaft Gelegenheit geben, ihre Standpunkte in Ansprachen darzulegen. Auch werden sich jüdische und nichtjüdische Experten über die jüdische Frage äußern. Die Oxforder Konferenz des Internationalen Studentenkongresses hat von ihren sieben Verhandlungstagen einen ganzen Tag der Diskussion über die jüdische Frage gewidmet. Der Sekretär des Internationalen Studentendienstes James Parker unterstrich die Bedeutung einer Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden auf dem Boden der Universitäten. Die jüdischen Delegierten auf der Konferenz waren Alexander Teich vom Weltverband jüdischer Studenten, I. Handlman aus Paris, Jules Stone aus London und Dr. Bron Levi. Die nächste Konferenz des Internationalen Studentendienstes wird im September 1931 in Amerika stattfinden. Auch diese Konferenz wird sich mit der Frage des Antisemitismus zu befassen haben. Dem Neuyorker Vorbereitungskomitee werden zwei jüdische Vertreter angehören, die amerikanische zionistische Studentenorganisation ,.Avukah“ wird auf der Konferenz vertreten sein. Ein in Oxford gemachter Vorschlag, daß zur künftigen Konferenz ein Araber eingeladen werden solle, wrurde abgelehnt, da man das Gefühl hatte, daß die

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