Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 23 (7.6.1929)
- Date
- 1929-06-07
- Page
- Seite 361 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 23 Das Jüdische Echo 361 Palästinas Militäretat In der „Jüdischen Rundschau“ finden wir folgende Notiz, die auch unsere Leser interessieren dürfte: Wir haben in der Nummer 39/40 gegen einen Aufsatz des „Israelitischen Familienblattes“ Stellung genommen, der auf Grund der Kolonialdebatte im englischen Unterhaus die Meinung aussprach, die Beiträge ausländischer Juden würden für englische militärische Zwecke verwendet. Wir haben nachgewiesen, daß diese Darstellung falsch ist. Durch mehrere Anfragen veranlaßt, möchten wir jedoch noch einen Irrtum aufklären. Palästina trägt zwar etwas über die Hälfte der Kosten des sogenannten transjordanischen Grenzkorps, aber keineswegs die Hälfte der Kosten der in Palästina stationierten englischen Fliegertruppen. Für diese Truppe werden vielmehr aus der britischen Staatskasse £ 306 000 ausgegeben, während der' palästinensische Etat nur mit £ 30 500 belastet ist. Der palästinensische Beitrag macht etwas weniger als ein Zehntel der . wirklichen Kosten aus. Aus der jüdischen Welt Vom Preußischen Landesverband Über die Verhandlungen des Großen Rates des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden vom 26. Mai, erfahren wir folgendes: Zur Frage der Anerkennung des Landesverbandes als Körperschaft des öffentlichen Rechtes hat die Staatsregierung die Forderung aufgestellt, daß die Mitglieder des Rates die preußische Staatsbürgerschaft haben müssen. Zu diesem Punkt ließ die Volkspartei durch ihren Redner Dr. Klee die Erklärung abgeben, daß für sie eine irgendwie geartete Beschränkung der Wahl ausländischer Glaubensgenossen, die in Deutschland ihren Wohnsitz haben, vollkommen unannehmbar sei. Lieber würde die Volkspartei auf die Anerkennung des Landesverbandes als einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft verzichten, als eine solche Bedingung in Kauf zu nehmen. Der Referent Dr. Freund erklärte hierzu, daß nach seiner Meinung die Regierung die Forderung der preußischen Staatsbürgerschaft für die Mitglieder des Rates fallen lassen würde. In der Angelegenheit des Judengesetzes entspann sich eine ausführliche Aussprache. Hier handelte es sich insbesondere um die Übergangsbestimmungen, die für die altpreußischen Provinzen erforderlich sind. Nach Erklärungen der Vertreter der Provinzen Hannover und Hessen präzisierte Dr. Klee seine Auffassung dahin, daß jede Sonderbestimmung ausgeschlossen sein müsse. — Zur Gesamtrevision der Verfassung begründete Dr. Sandler einen Antrag, das Wahlalter auf 20 Jahre herabsetzen. Er motivierte seine Stellungnahme mit der notwendigen Angleichung des Wahlalters an die politisch-parlamentarischen Körperschaften des Staates und der Kommune. Weiter legte er dar, daß diese Förderung sich decke mit den dringenden Wünschen der Jugend, die ihren Ausdruck gefunden haben in einer Resolution des Verbandes neutraler Jugendvereine in Dresden. Der Redner vertrat sodann das Prinzip des Einkammer-Systems. Die Mehrheit war der Meinung, daß die Aufrechterhaltung des Rates in seiner gegenwärtigen Form, so erhebliche Bedenken auch gegen ihn geltend gemacht werden können, eine gewisse Verbindung der Zentrale mit den einzelnen Bezirken gewährleiste. Der Rechtsausschuß soll alle in der Diskussion vorgetragenen Argumente prüfen und danach einen neuen Entwurf vorlegen. Berliner Synagogenneubau beendet Berlin, 31. Mai. (JTA.) Der Rohbau der neuen Synagoge in der Prinzregentenstraße in Wilmersdorf ist jetzt fertiggestellt, und die Innen- und Außenarbeiten werden mit Hochdruck betrieben, damit der Bau noch in diesem Jahre seiner Bestimmung übergeben werden kann. Der Innenraum, bei dessen Anordnung tragende Pfeiler möglichst vermieden worden sind, bietet Platz für 2300 Personen, so daß auch in ihren Größenverhältnissen die neue Synagoge zu den größten Europas zählt. Die Frontlänge des Gebäudes mißt 60 Meter, die Gesamtfläche des Grundstücks 3300 Quadratmeter. Der Kuppelbau, der einen lichten Durchmesser von 37 Metern aufweist, übertrifft in seinen Ausmaßen sämtliche Berliner Kuppelbauten und ist auch etwas größer als die Berliner Domkuppel. Der Entwurf stammt von dem Baumeister der Jüdischen Gemeinde, Regierungsbaumeister Beer; die Bauleitung wird vom Bauamt der Gemeinde durchgeführt. Die Baukosten sind auf 1,2 Millionen Mark veranschlagt. Wahrscheinlich wird diese Summe aber etwas überschritten werden, weil die Bauarbeiten durch die Frostperiode stark behindert und verzögert worden sind. Weltverband jüdischer Handwerker Auf der am 26. und 27. Mai in Beuthen abgehaltenen Konferenz der jüdischen Handwerkerverbände verschiedener Länder wurde die Gründung eines „Weltverbandes jüdischer Handwerker“ beschlossen. Die vom Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands unterbreiteten Satzungen gelangten zur Annahme. Der Vorsitzende Markus (Berlin) gab einen Überblick über die Vorarbeiten zur Gründung des Weltverbandes und betonte, daß der zu schaffende Verband keinerlei politische Richtungen vertrete, sondern sich ausschließlich um wirtschaftliche Momente zu bekümmern haben werde. Er stellte auch fest, daß er durchaus kein Konkurrenz-Unternehmen gegen die Ort-Gesellschaft sein solle. Es erklärten sich zum Eintritt in den Weltverband die jüdischen Handwerkerverbände folgender Staaten bereit: Belgien durch Herrn Laub (Antwerpen); Tschechoslowakei durch Herrn Pollack (Prag); Deutschland durch Herrn Wolff (Berlin); Litauen durch Herrn Gurewitz (Kowno); Polen durch Herrn Rasner (Warschau). Ferner auf schriftlichem Wege Lettland, Rumänien und Palästina, so daß der neue Verband acht Länder einschließt. Für die zu erledigenden Fragen werden drei Kommissionen eingesetzt: Eine Budget-, eine Statuten- und eine Wahlkommission. Zum Sitz des Präsidiums wurde Berlin bestimmt. Gesundheit u. Lebensfreude durch Adelholzener Primusquelle Stärkste Rubidiumquelle in Europa. Heilwasser von auffallender Wirkung bei Stoffwechsel-Störungen, bei Nieren-, Leber- und Blasenleiden, Griefe- und Steinbildung, bei den verschiedenen Frauenkrankheiten, bei Gicht und Arterienverkalkung. Lieferung durch alle Drogerien und Apotheken. Nur wo nicht erhältlich direkte Anfragen an OTTO PACHMEYER GmbH MÜNCHEN Älteste Hauptntederlage Fernsprecher Nr. 27 4 71/;i3 Alleinvertretung für München und Umgebung