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Das jüdische Echo · 1929-06-07 · 23 (7.6.1929) · p. Seite 362

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
23 (7.6.1929)
Date
1929-06-07
Page
Seite 362 (sequence 19)
Language
German
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362 Das Jüdische Echo Nr. 23 MAX NEUMAYER Kraflffahrxeuge, Kaulbachstraße 82/86 (Nähe Siegestor) Telephon 338 23—24 OPEL / STUDEBAKER Vertretung — Spezial Reparaturwerkstätte Günstige Ratenzahlungen Die Frankfurter Rabbinerfrage gelöst Frankfurt a. M., 3. Mal. (JTA.) Die Frage der Nachfolgeschaft von Rabbiner Dr. S. Breuer im Rabbinat der „Israelitischen Religionsgesellschaft“ ist, wie wir erfahren, durch eine neue Wahl gelöst worden. Rabbiner Josef J. Horovitz in Hunsdorf (Tschechoslowakei) wird zum Rabbiner gewählt werden, da er zu der auf den 23. Juni anberaumten Wahl als einziger Kandidat aufgestellt wird. Anfang Juli Agency-Konferenz in Polen Berlin, 3. Juni. (JTA.) Die polnischen Mitglieder des gegenwärtig in Berlin tagenden Afttions-Comitees der Zionistischen Weltorganisation haben in Berlin ein Beratung abgehalten und beschlossen, für Anfang Juli eine Konferenz der jüdischen Parlamentarier, Mitglieder der Stadtverordnetenversammlungen, anderer jüdischer Mandatare und Träger des Volksvertrauens aus ganz Polen zu einer Konferenz zusammenzurufen, auf der die zwölf polnischen Mitglieder des nichtzionistischen Teils der Jewish Agency, die im Verfassungsentwurfe der Agency vorgesehen sind, gewählt werden sollen. Judenverbrennung in einem galizischen Dorf Lemberg, 30. Mai. (JTA.) In dem Dorfe Pogoszelysko, Kreis Rawa-Ruska in Ostgalizien, zündeten Bauern gegen 10 Uhr abends das Haus des jüdischen Gastwirts Moses Mensch an mehreren Stellen an. Das Haus brannte in kurzer Zeit vollständig nieder, wobei der 43jährige Gastwirt Mensch, seine 78jährige Mutter Zipe, seine 43jährige Frau Feige und zwei Kinder des Ehepaares Mensch den Flammen zum Opfer fielen. Die verbrannten Leichen wurden in einer Lage gefunden, die auf eine erschütternde Tragödie schließen läßt. Moses Mensch hatte versucht, seine Familienangehörigen zu retten, doch konnten sie nicht mehr ins Freie gelangen, da das Haus von allen Seiten brannte. Frau Feige Mensch, die schwanger war, war während des Brandes niedergekommen, sie drückte das Neugeborene, wahrscheinlich eine Frühgeburt, an die Brust. In dieser Lage wurde sie aufgefunden. Aus der gesamten Umgebung trafen die Mitglieder der jüdischen Gemeinden ein, um der tragisch umgekommenen Familie die letzte Ehre zu erweisen. Drei Kinder der Familie Mensch konnten während des Brandes ins Freie kommen, sie haben aber zum Teil schwere Brandwunden davongetragen. Es handelt sich bei der Brandlegung um ein Glied in der Kette von Terrorakten, die von der ostgalizischen Bauernschaft gegen die Juden unternommen werden, um sie aus dem Dorfe zu verjagen. Als der Tat dringend verdächtig erscheint der Ukrainer Kril, Leiter der Bauernkonsumgenossenschaft, die, wie alle Konsumgenossenschaften in den ostgalizischen Dörfern, einen Vernichtungskampf gegen die jüdischen Gastwirte und Händler führt. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Tauf Statistik in Ungarn Budapest, 29. Mai. (JTA.) Nach einer soeben erschienenen Verlautbarung des zentralstatistischen Amtes haben in den Jahren 1919 bis 1927 insgesamt 10 173 Personen den jüdischen Glauben verlassen, davon 7009 im Jahre 1919 und 1757 im Jahre 1920. Von' da an ging die Taufbewegung immer mehr zurück. Das Grab des „Baal Sehern“ gefährdet Riga, 28. Mai. (JTA.) Eine aus Rußland eingetroffene Meldung besagt, daß das Grab des „Baal Schern“, des Schöpfers der Chassidischen Bewegung, im Dorfe Mezwisch (Mezerisch) in Gefahr ist, behördlichen Maßnahmen zum Opfer zu fallen. Der alte jüdische Friedhof in Mezerisch wird aufgehoben, sämtliche Gräber rings um den Ohel (Zelt über dem Grabe des „Baal Schern“) wurden bereits zerstört. Die jüdische Gemeinde überreichte den Behörden eine Bitte, das Grab des „Baal Schern“ unversehrt zu lassen. Ermordung eines jüdischen Dorf-Korrespondenten Moskau, 27. Mai. (JTA.) Der jüdische Dorf- Korrespondent Ephraim Lewin aus dem Dorfe Iwaschkow in der Nähe von Moskau wurde ermordet aufgefunden. Es heißt, daß die „Kulaken“ (Großbauern), die er bekämpft hat, den Mörder gedungen haben. Das Ende der Chaluz-Kolonie „Sangen“ Moskau, 27. Mai. (JTA.) Das Präsidium des Moskauer Sowjets hat in seiner heutigen Sitzung die Chaluz-Kolonie „Sangen“ (Aehren) für aufgelöst erklärt und eine Liquidationskommission eingesetzt. Dem Komzet wurde anheimgestellt, auf dem Boden „Sangen“ eine neue jüdische Kommune zu gründen. Vor einem Monat wurde offiziell mitgeteilt, daß der Vorsitzende von „Sangen“, Goldberg, seines Amtes enthoben wurde und unter der Beschuldigung konterrevolutionärer Tätigkeit vor Gericht gestellt werden soll. An seine Stelle wurde der Kommunist Gromow gesetzt. Daraufhin hatten die Mitglieder der Kolonie erklärt, daß sie die Kolonie verlassen wollen, sie ersuchten um die Ausfolgung von Pässen für Palästina an die Chaluzim. Racheakt eines jüdischen Studenten Antwerpen, 26. Mai. (JTA.) Der aus Jerusalem stammende jüdische Student Mordechai Schapiro, Besucher der landwirtschaftlichen Hochschule in Gembloux, brachte im Verlaufe eines Streites dem christlichen Studenten Michelson drei Messerstiche bei. Michelson wurde in schwerverletztem, aber nicht lebensgefährlichem Zustande in das Krankenhaus gebracht; Schapiro'stellte sich selbst der Polizei, die ihn dem Staatsanwalt in Namur überantwortete. Michelson ist der Anführer einer Gruppe antisemitischer Studenten, von denen mehrere als ehemalige Offiziere der Armeen Denikin, Koltschak und Petljura sich aktiv an Judenpogromen beteiligt haben und die sich nun zu einer anti-

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