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Das jüdische Echo · 1929-06-07 · 23 (7.6.1929) · p. Seite 360

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
23 (7.6.1929)
Date
1929-06-07
Page
Seite 360 (sequence 8)
Language
German
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360 Das Jüdische Echo Nr. 23 greifen. Die Vertreter der Arbeiterparteien weisen auf die Dringlichkeit der Frage hin, da die Eroberung wichtiger Arbeitspositionen, besonders in den öffentlichen Arbeiten, davon abhänge, daß die Alijah rechtzeitig durchgeführt werden kann. Die Herren Cohen, Schmorak und Levite beantragen, die Entscheidung bis zum Kongreß zu verschieben. Der Antrag, daß die Exekutive die Landungsgebühren und Steuern zahlen soll, wird angenommen. Bezüglich der Fragen der Hachscharah wird eine Kjommission eingesetzt, die mit der Exekutive den ganzen Komplex von Fragen und die finanziellen Möglichkeiten durchprüfen soll. Eine Interpellation von Kaplansky beschäftigt sich mit den gegenwärtigen Zuständen im Technikum in Haifa und fragt die Exekutive, was sie zu tun gedenkt, um den ausgebrochenen Konflikten zwischen der Verwaltung und einer Reihe führender Lehrer ein Ende zu machen. Die Exekutive wird nach der Pause die Antwort erteilen. Neiger interpelliert über den Vertrag des Misrachi mit einer Versicherugnsgesellschaft, wodurch die Rechte des Keren Kajemeth verletzt worden seien. Dr. Barth als Kongreßanwalt erklärt, er habe der Exekutive vorgeschlagen, die Frage durch den stellvertretenden Kongreßanwalt prüfen zu lassen, was die Exekutive auch akzeptiert hat. Kurt B 1 u m e n f e 1 d begründet eine Anregung an die Exekutive bezüglich Förderung des Weltverbandes Makkabi. In diesem Turnerverband habe eine hoffnungsvolle zionistische Entwicklung eingesetzt und Redner fragt, was die Exekutive zu tun gedenkt, um innerhalb der zionistischen Welt das Bewußtsein zu stärken, daß diese Turnbewegung der Unterstützung bedarf. Die Exekutive wird später darauf antworten. Nach Besprechung einiger anderer Fragen wird die Sitzung um 8 Uhr abends unterbrochen. In der fünften Plenarsitzung am 2. Juni,, 10 Uhr abends, werden die Kommissionsbeschlüsse über den Verfassungsentwurf der erweiterten Jewish Agency zur Abstimmung gebracht. Einige Punkte des Entwurfes über die die Kommission noch keine Beschlüsse gefaßt hat, werden ohne Stellungnahme der Kommission im Plenum erörtert. In später Nachtstunde wird die Sitzung geschlossen. In der sechsten Plenarsitzung, Montag vormittags, wird die Auseinandersetzung bezüglich der noch unerledigten prinzipiellen Fragen der Agency- Verfassung fortgesetzt. Man hofft, daß es in der Abendsitzung zur Endabstimmung kommen wird, woraufhin nach Festsetzung des Programms des 16. Zionistenkongresses noch in der Nacht zu Dienstag Tagungsschluß erfolgen könnte. In der siebenten Plenarsitzung am Montag, dem 3. Juni, 4 Uhr nachmittags, beriet das A.-C. eingehend über die noch nicht erledigten Paragraphen des Verfa;ssungsentwu!rfes der Jewish Agency. Im Laufe der Sitzung verlas der Vorsitzende Leo Motzkin nachstehende Depeschen: „Die amerikanischen A.-C.-Mitglieder bringen ihren dringenden Wunsch zum Ausdruck, daß der Council unmittelbar nach dem XVI. Kongreß einberufen werde. Coralnik, Fishman, Goldberg, Rothenberg, Samuel, Silver, Wise.“ „Die in einer Sitzung versammelte Exekutive der Zionistischen Organisation Amerikas schließt sich dem Verlangen der amerikanischen A.-C.-Mitglieder betreffend die Einberufung des Councils der Jewish Agency unmittelbar nach dem Kongresse an. Stone, Vorsitzender, Weisgal, Sekretär.“ In der achten Sitzung, die um 10 Uhr abends eröffnet wurde, gelangten nach einem Referate Felix Rosenbliiths zunächst die Fragen der Vorbereitung und Tagesordnung des XVI. Zionistenkongresses zur Verhandlung. Es wurden Anregungen betreffend die zu erstattenden Referate gegeben. Unter anderem erklärte sich die Exekutive mit einer Anregung einverstanden, bei der Vorbereitung des Budgetentwurfes für den Zionistenkongreß sich mit einer aus den Herren Meier (Berlin), Dizengoff, Harzfeld, Kaplan, Ruppin und Suprasky bestehenden, aus den Reihen der in Palästina wohnenden A.-C.-Mitglieder entnommenen. Kommission zu beraten. Kurt Blumenfeld erstattete namens der Hachscharah-Kommission Bericht und schlug im Einverständnis mit der Exekutive die Annahme nachstehender Resolution vor: „Das A.-C. bringt der zionistischen' Bewegung im gegenwärtigen Augenblick aufs neue die Bedeutung der Hachscharah zum Bewußtsein und empfiehlt der Zionistischen Organisation dringend, im nächsten Budget den Posten Hachscharah entsprechend seiner Wichtigkeit in erhöhtem Ausmaße zu berücksichtigen.“ Der Antrag wird einstimmig angenommen. Hierauf wurden in der bis 4 Uhr morgens dauernden Sitzung die restlichen Punkte des Verfassungsentwurfes beraten und angenommen. Am Schlüsse gelangte nachstehende von Bileski, Arlosoroff, Hindes, Rosenblüth, Hugo Herrmann, Blumenfeld eingebrachte Resolution zur Annahme: „Das A.-C. stellt nach Prüfung des von der Exekutive vorgelegten Entwurfes einer Verfassung für die erweiterte Jewish Agency fest, daß sie den wesentlichen Forderungen genügt, die vom Kongreß und vom A.-C. als hauptsächliche Grundlagen für die Agency beschlossen worden sind. Das A.-C. bestätigt die auf der letzten Sitzung gefaßten Beschlüsse und beauftragt die Exekutive, dafür Sorge zu tragen, daß der Council der erweiterten Jewish Agency unmittelbar nach dem XVI. Kongreß zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten kann. Das A.-C. ersucht die Exekutive, dahin zu wirken, daß der gültige Text der Verfassung den Forderungen Rechnung trägt, die das A.-C. in dieser Sitzung zum Beschluß erhoben hat.“ Dagegen stimmten nur Grünbaum und Soloweitschik. Nach der Resolution gab Grünbaum eine längere Erklärung ab, die in der Behauptung gipfelte, daß die gefaßten Beschlüsse mit Rücksicht auf die Beschlüsse der früheren Kongresse und A.-C.-Tagungen und mit Rücksicht auf die außenstehende Ratifikation durch den XVI. Zionistenkongreß illegal seien. Diese Erklärung hatte eine kürzere Debatte zur Folge, die mit der Annahme des Antrages Arlosoroff, daß das A.-C. den Vorwurf der Illegalität seiner Beschlüsse mit Entschiedenheit zurückweist, ihren Abschluß fand. Mit Dankesworten an die Zionistische Vereinigung für Deutschland für die gewährte Gastfreundschaft, und nachdem Kurt Blumenfeld namens der deutschen Zionisten eine Ansprache gehalten, Berthold Feiwel der Exekutive für ihre mustergültige Arbeit bei Abfassung des Verfassungsentwurfs und Lazarus Barth dem Vorsitzenden für seine Amtsführung gedankt hatte, schloß Leo Motzkin die Tagung mit dem Ausdrucke der Hoffnung, daß durch die letzten Beschlüsse für die Zionistische Organisation und für den Palästina-Aufbau eine Aera verheißungsvoller Entwicklung beginnen werde.

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