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Das jüdische Echo · 1928-08-24 · 34 (24.8.1928) · p. Seite 541

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Nr. 34 Das Jüdische Echo / Literarische Beilage 541 Unterschriftensammeln schmachtender Backfische bei den Heldentenoren ganz verschieden ist) gesagt werden muß. Goethe zum Beispiel, ein eifriger Autographensammler, schrieb einmal: „Da mir die sinnliche Anschauung durchaus unentbehrlich ist, so werden mir vorzügliche Menschen durch ihre Handschrift auf eine magische Weise gegenwärtig.“ — Die wesentliche Sphäre einer Autographen-, ebenso einer Porträtsammlung ist die des Gemüts, der Empfindung, des Herzens. Als Motto zum Kataloge der erwähnten Ausstellung einer Auswahl aus meiner Sammlung schrieb ich: „Wie jeder Einzelmensch, dem das Gefühl unzeremonieller Pietät nicht fremd ist, wohl gerne das Bild und die Schriftzüge einer ihm werten, lieben Person fixiert und erhalten wissen will, so muß es für jeden, der zu den Größen seines Volkes ein Verhältnis von herzlich-intimer Verehrung hat, von Reiz und Wert sein, die Gesichts- und Schriftzüge dieser Menschen — das Intimste und Persönlichste, das von ihnen zurückbleibt — zu kennen und für die Dauer und kommende Generation aufbewahrt zu wissen. Auch bildet die Zusammenfassung und Schaustellung einer solchen — natürlich möglichst vollständigen — Sammlung gleichfalls ein nach außen und innen wirkendes Pantheon der bedeutenden Persönlichkeiten der betreffenden Nation: sehet, diese haben wir hervorgebracht! — Und neben dem Tempel der Verehrung findet sich eine Ecke, worin das Andenken jener gewahrt werden soll, welche die Gemeinschaft ihres Volkes verlassen haben. Auch s i e gehören unserer Geschichte an und zu unserm Anteil an der Kultur der Welt.“ * Der folgende kurze Namensauszug aus dem Katalog der Autographen-Abteilung möge eine Vorstellung vom Gebietsumfang und dem Maße der Sammlung vermitteln: Rabbi Jos. Caro (Autor des „Schulchan Aruch“), R. Jonathan Eibenschütz, R. Jecheskiel Landau, R. Jehuda Ibn Atar, R. Elijahu Gaon von Wilna, R. Chaim Hacohen Rapaport, R. Chaim J. D. Azulai, R. Jacob von Lissa, R. Moses Sofer und seine zwei Söhne, R. Levi Jizchak von Berditschew, R. Schneur Zalman von Lady, David Sintzheim (Präsident des Synhedrions von Napoleon), Moses Chaim und Schmuei David Luzzatto, Nachmann, Krochmal, Zunz, S. J. L. Rapaport, J. S. Reggio, Steinschneider, Steinthal, Grätz, Lord Beaconsfield und dessen Vater, Isaac Disraeli, Heinrich Heine, dessen Mutter Betty, dessen Schwester Charlotte Embden, dessen Bruder Max und dessen Onkel Salomon, Börne, Henriette und Marcus Herz, Eduard Gans, Rahel von Varnhagen, Moses Mendelssohn mit seinen zwei Töchtern, Dorothea und Henriette und zwei Söhnen, Abraham und Josef, und zwei Enkeln, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Fanny Hensel, A. Geiger, L. Philippsohn und dessen Söhne Martin und Alfred, Claude und Moses Montefiore, Cremieux, Emil und Walter Rathenau, Manin, Ballin, Pereire, Fould, Heß, Leon und Simcha Pinsker, Herzl, Nordau, Imber (Verfasser der „Hatikwah“), Feld (Verfasser von „Dort wo die Zeder“), Netter, Smolenskin, Ben Jehuda, Achad Haam, Adam Hacohen Lebensohn, J. B. Levinson, Mapu, J. L. Gordon, Mendele, Mocher, Sfarim, Perez, Scholem Alejchem, Zamenhof, Marx, Lassalle, Eisner, Landauer, Rosa Luxemburg, Libermann-Freemann, Kaminer, Hermann Cohen, Cassirer, Bergson, Weininger, Einstein, Heinrich Hertz, N. Pringsheim, Sachs, Strasburger, Willstätter, Max Margulies (Schöpfer der theoretischen Meteorologie), Siegfried Marcus (Erfinder des Automobils), Paul Ehrlich, A. Wassermann, Henle, Romberg, Valentin, Neisser, Lombroso, Freud, Alfred Adler, Vambery, Paul J. Reuter, Claretie, Mendes, Schnitzler, Beer-Hofmann, Meyerbeer, J. F. Halevy, Rubinstein, Mahler, Offenbach, Schönberg, Sulzer, Joachim, Henry und Josef Wieniawski, Rachel, Sara Bernhardt, Barnay, Sonnenthal, die Schwestern Grisi, Mühlmann, Sontheim, Josef Israels, Moritz Gottlieb, Samuel Hirschenberg, Liebermann, Pissaro, Chagal, Antokolski usw. Als ein Ideal —■ und ein sehr dringend notwendiges — schwebt mir vor: daß an der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek ein Jüdisch-biographisches Institut errichtet werde, das eine Allgemeine Jüdische Biographie herausgibt und, mit einer Sammlung als Grundlage, ein Inventarium aller in der Welt vorhandenen Autographen bedeutender jüdischer Persönlichkeiten veröffentlicht, zusammen mit einer Allgemeinen Jüdischen Ikonographie. Bücher und Zeitschriften Drei Frauen und ich. Von Oskar Baum. In der von Frank Thieß herausgegebenen Bücherreihe „Lebendige Welt“ (Verlag I. Engelhorn, Stuttgart) erschien soeben aus der Feder des in Prag lebenden jüdischen Dichters Oskar Baum eine „Drei Frauen und ich“ betitelte Aufzeichnung. „Die Bücher der ,Lebendigen Welt* sollera eine Sammlung von Dichtungen sein, darin nicht die Literatur, sondern das Leben selbst triumphiert.“ Mit diesen Worten führt Thieß den Leser in die Reihe seiner von ihm gesammelten Gegenwartsdokumente ein. Das Werk Oskar Baums ordnet sich diesem Programm restlos ein. Was dieser blinde Dichter in dem schmalen Bändchen niederschreibt, das ist ihm kategorisch von der Wirklichkeit in die Feder diktiert worden. Wer hat jemals besser das Seelenleben eines Blinden auf gezeichnet: Was das Auge nicht erfährt, was ihm versagt bleibt, das erfährt er doppelt prägnant mit seinem geistigen Tastgefühl. Seine Leidenschaft verblaßt nicht im kalten Licht und verebbt nicht an dem Gegenständlichen, sondern lodert in der Tiefe seines zur Umwelt gegensätzlich gewordenen Ichs. Der Blinde und drei Frauen, die sich, jede auf eine andere Art, ihm hingeben und ihm dienen: Edith, das ist Simson-Supra 8 40 und 12 60 PS Komet--' " Lieferwagen Dixi 3/IS PS Die deutschen Qualitätswagen! Prospekte und Verkauf durch die Vertretung Joset Mayr, München, Talkirchner Straße $6/70 Tel. 55136 und 575 93

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