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Das jüdische Echo · 1927-04-22 · 16 (22.4.1927) · p. Seite 258

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
16 (22.4.1927)
Date
1927-04-22
Page
Seite 258 (sequence 8)
Language
German
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258 Das jüdische Echo / Sport-Echo Nr. 16 Demnächst besinnen die Kämpfe um den Sirnson- Schild, eine Ausschreibung des jüdischen Verbandes, an der nur jüdische Mannschaften teilnehmen können. Auch internationale Spiele werden bald ausgetragen werden. Sehr wahrscheinlich ist das Erscheinen des Hagibor aus Klausenburg, dann kommt Griechenlands Meistermannschaft Herkies, und für den Sommer wird ein Budapester Verein erwartet. Mit Ägypten werden demnächst regelmäßige Sportbeziehungen aufgenommen und es wird bald häufige Auswahlspiele zwischen Palästina und Ägypten geben. Die Hufgaben der jüdischen Jugend ln Kowno fand Mitte vergangenen Monats der Kongreß der Makkabivereine Litauens statt. Wir bringen in folgendem in Auszügen das Referat des Präsidenten I)r. Rosenfeld. ,,I)ie fünfte Landeskonferenz des Makkabi in Litauen tritt in einer schweren Zeit zusammen. Überall gibt es Krisen des Judentums, das einen harten Kampf um seinen Bestand führen muß. Die jüdischen Leiden haben jetzt den Höhepunkt erreicht. Weiß die jüdische Jugend, was für große Verantwortung sie in diesem Augenblicke hat? Sie hat die Aufgabe, die Schwachen zu stützen, die nicht die Kraft besitzen, die Fahne der Wiederbelebung des jüdischen Volkes selbst hochzuhalten. Die schwere Zeit legt der Jugend die Verpflichtung auf, für unser Volk, unser Land und für unsere Sprache in verstärktem Maße einzutreten. In dieser Stunde braucht unser Volk eine Jugend mit starken Muskeln und Nerven, voll Begeisterung und nationaler Hingabe. Der litauische Makkabiverband muß sich die Erziehung der jungen Generation zum Ziele setzen; der Kampf um den Bestand unserer Organisation ist schon glücklich vorbei; man fühlt: hier ist das Milieu einer lebendigen, blühenden Jugend, weil man das Bewußtsein hat, daß hier nicht nur für den Körper und die Muskeln, sondern auch für die Seele gesorgt wird.“ Die Rede des Vorsitzenden fand stürmischen Beifall. Es wurden nun Referate über nationale Arbeit, kulturelle und Organisationsfragen sowie über Sport gehalten. An die mit Beifall aufgenommenen Referate schloß sich eine lebhafte Diskussion. Am Samstag fand keine Beratung statt. Der Delegierte Rubinstein hielt an diesem Tage einen Vortrag über die Entwicklungstendenzen des modernen Judentums und die jüdische Jugend. * Paris Der Grand Rabbin von Frankreich, Israel Levi, äußerte sich kürzlich begeistert über den jüdischen Sport. Er sieht den Sport für die physische und moralische Gesundung der Menschheit als absolut notwendig an, zweifelt nicht daran, daß eine Generation, die Körper und Seele gestählt hat, für den Lebenskampf besser ausgerüstet ist, als diejenige, die sich dieses Mittels nicht zu bedienen wußte, Private IM ManchnerKraiiiahr-Kurse lll München, Leopoldstraße 15 Tel. 34 5 69 flfl Leitung: Dipl.-Ing. W-Pusch lil Sorgfältigste Ausbildung MAN VERLANGE PROSPEKT keine Gegensätze zwischen körperlichen Übungen und geistlichem Gottesdienst gäbe. Die französischjüdische Jugend, die sich zu sportlichen Übungen yersammelt, nähme gleichzeitig an den religiösen Übungen teil, die bei dieser Gelegenheit für sie veranstaltet würden. Der Großrabbiner sprach von der „Union des veuvres israölites“, die zahlreiche Sportvereinigungen umfaßt. Die jüdischen Pfadfinder seien von Munterkeit und guten Willens. Der Drang der jüdischen Jugend zum Sport sei so elementar, daß man daran denken dürfte, ein eigenes jüdisches Stadion zu schaffen. In ganz kurzer Zeit werde das jüdische Stadion de Pantin eingeweiht werden. * Wiesbaden Hakoah siegte 8:1 über die Olympia-Weisenau. — Zu den kommenden repräsentativen Kämpfen des Frankfurter Verbandes sowie zu den Wiesbadener Städtespielen sind eine Reihe von Hakoahnern aufgestellt, die zum Teil schon im vergangenen Jahre repräsentativ tätig waren, zum Teil auf Grund ihrer großen Formverbesserung in diesem Jahre berücksichtigt werden. Nach den neu gegründeten Dämenhandball- und Schülermannschaften hat sich nunmehr auch eine Alte-Herrenmannschaft konstituiert, in deren Reihe einstmals sehr bekannte Sportgrößen mitwirken. Spiele gegen gute Gegner sind bereits abgeschlossen. Leipzig Der Siegeszug der „Bar-Kochba“-Boxer dauert fort. Der Kampfabend der „Box-Union“ sah vier Bar-Kochbaner im Ring, die sämtlich als überlegene Sieger endeten, obwohl es ihnen die Gegner nicht leicht machten. Der Debütant Linker II (Bar-Kochba) schlug im Fliegengewicht seinen Gegner Spalholz (Box-Union) nach hartem Kampf in der dritten Runde durch k. o. Einen guten Eindruck hinterließ auch der zum ersten Male im Ring stehende Linker I (Bar-Kochba), der im Bantamgewicht seinen erfahrenen Gegner Hoffmann (Box-Union) ganz überlegen nach Punkten abfertigte. Dagegen hatte Engel (Bar-Kochba) im Federgewicht schon schwerer zu kämpfen, um sich schließlich gegen Lippold (Box-Union) einen klaren Punktsieg zu holen. Im vierten Kampf gab Reiter (Bar-Kochba) an Kauz (Box-Union) viel Gewicht vor, blieb aber trotzdem sicherer Punktsieger. * Hamborn Am vergangenen Sonntag trug der jüdische Sportverein Bar-Kochba Hamborn-Oberhausen ein Freundschafts-Retourspiel gegen den Arbeitersportverein Bocholt aus. Die jüdische Mannschaft konnte nach spannendem Kampfe ein verdientes 4:0-Resultat erringen. Man kann dem jungen Verein eine gute Zukunft Voraussagen. # Wien Hakoah-Erfolge im Croß-Countrylaufen. Die vom W. A. C. veranstaltete Geländestaffel gewann der Pratersportklub selbst durch Tuschek, Kantor und Ganta-Rosenkranz. Hakoah rannte nur in der Jugendgrupne und besetzte den ersten Platz (Spielmann, Kohn) und den dritten.

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